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Neurodermitis bei Kindern: Behandlung und Hautpflege

Neurodermitis ist nicht heilbar, aber mit der richtigen Behandlung sowie einer kontinuierlichen Hautpflege könnt ihr verhindern, dass die Symptome schlimmer werden, den Juckreiz lindern und die Haut beruhigen. Neurodermitis ist mittlerweile gut in den Griff zu bekommen!

Die 3-Säulen-Therapie

Neurodermitis ist nicht heilbar, aber sehr gut behandelbar. Wenn du einige Grundregeln beachtest, kannst du viel dazu beitragen, die Symptome zu lindern und die schubfreien Phasen zu verlängern.

1. Basistherapie
Die Haut eines Neurodermitikers ist immer trockener als eine "normale gesunde" Haut und benötigt daher auch in der schubfreien Phase eine tägliche Hautpflege mit rückfettenden Produkten. Die Haut sollte zweimal täglich gut eingecremt werden, und zwar von Kopf bis Fuß. Es gilt die Haut durch die tägliche Pflege geschmeidig zu halten. Damit kann der Juckreiz eingedämmt werden und ein neuerlicher Schub kann zumindest verringert werden.

2. Auslöser (=Trigger) vermeiden
Bekannte auslösende Faktoren, die die Neurodermitis verschlechtern können, solltet ihr soweit wie möglich vermeiden. Dazu zählen Kleidung aus Wolle, mit Weichspüler behandelte Kleidung, Haustiere (Hunde- und Katzenhaare), Pollen, Hausstaubmilben, bestimmte Lebensmittel (dazu zählen zB Hühnerei, Weizen, Kuhmilch), klimatische Einflüsse wie Hitze oder Kälte, Schwitzen, zu häufiges Baden, Verwendung von parfumierten Seifen oder Badezusätzten, aber auch psychische Faktoren wie Stress und große Aufregung.

3. Ärztliche Hilfe suchen im Akutfall
In einem akuten Schub raten wir dir, so rasch wie möglich einen Hautarzt aufzusuchen. Die Entzündung der Haut sollte medizinisch behandelt werden, damit der Teufelskreis "Juckreiz-Krazten-Entzündung auf der Haut-stärkerer Juckreiz-Kratzen" durchbrochen werden kann. Eine Therapie mit einem leichten Cortison-Präparat kann hier in kurzer Zeit helfen, das Leiden deines Kindes zu stoppen. Angst vor Cortison ist heutzutage nicht mehr notwenig!

Basistherapie: Hautpflege, Hautpflege und nochmals Hautpflege!

Die wichtigste Behandlungsmaßnahme der Neurodermitis ist klar das tägliche Eincremen der Haut! Eine Basispflege sollte wie das Zähneputzen fix am Tagesplan stehen. In einer schubfreien Zeit kann eine gute Hautpflege einen neuen Neurodermitis-Schub vorbeugen beziehungsweise einen solchen abmildern. Durch die Hautpflege bessert sich das allgemeine Hautbild, die schubfreien Intervalle dauern länger an und der Einsatz von schweren Medikamenten lässt sich auf Akutfälle reduzieren. Nachdem die Neurodermitis Haut generell sehr feuchtigkeitsarm ist, muss diese speziell nach jedem Duschen eingecremt werden um die Feuchtigkeitsversorgung der Haut sicherzustellen. Denn wenn die Haut austrocknet, beginnt diese zu jucken und mit dem Aufkratzen wird einer neuer Schub begünstigt. Es werden rückfettende und pflegende Bäder, Cremes, Salben oder Lotionen ohne medizinische Wirkstoffe angewendet. Neben der medizinischen Hautpflege gibt es eine große Anzahl an Pflegeprodukten, welche speziell für die Neurodermitis-Haut entwickelt wurden und meist in Apotheken zu kaufen sind. Die meisten Produkthersteller bieten Proben, frag in der Apotheke danach!

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Feucht auf feucht und Fett auf trocken

Die verwendete Basiscreme sollte auf das jeweilige Kankheitsstadium und die Jahreszeit abstimmt sein. Cremes und Lotions mit einem hohen Wassergehalt sind richtig bei der Behandlung von nässenden und geröteten Hautstellen. Für die sehr trockenen Hautareale dürfen fetthaltige Salben verwendet werden. Damit das Eincremen für dein Kind nicht zur täglichen Qual wird, gibt es ein paar Tipps, die du beachten kannst:

  • Den ganzen Körper zweimal am Tag sorgfältig einzucremen, erfordert Zeit und Geduld. Vor allem morgens, wenn Kindergarten, Schule und Arbeit rufen, ist es schwierig, die nötige Ruhe dafür aufzubringen. Damit das Eincremen nicht in Stress ausartet, solltest du die Zeit dafür bewusst einplanen, z.B. am Morgen gleich nach dem Aufstehen und Abends nach dem Abendessen  Zeit dafür bewusst einplanen. Wir raten dir, lieber eine Viertelstunde früher aufzustehen kann allen Beteiligten einen entspannteren Tagesbeginn bringen.
  • Salben dünn auftragen, und bei Bedarf mehrmals täglich nachschmieren
  • Im Sommer sollte die Salbe mehr Feuchtigkeit, im Winter mehr Fett beinhalten (lass dich beim Hautarzt oder in der Apotheke beraten).
  • Hab selbst eine positive Einstellung zur Creme und zum Ritual des Cremes, dein Kind spürt das und eine negative Einstellung ist kontraproduktiv.
  • Verwende eine Creme, die "halbwegs" gut riecht und ein angenehmes Hautgefühl hinterlässt. Sie sollte schnell einziehen und nicht brennen.
  • Wenn der Juckreiz gerade besonders schlimm ist, kannst du die Creme im Kühlschrank aufbewahren, eine kühle Creme lindert regelmässig den Juckreiz.
  • Macht das tägliche Eincremen zu einer Art Ritual, z.B. verbinde es mit einer angenehmen Massage. Dadurch zieht die Creme besser in die Haut ein und für dein Kind ist es eine Entspannung, welche es gerade in einer Schubphase dringend nötig hat. Warum nicht die Zeit beim Eincremen mit dem Erzählen einer schönen Geschichte verbinden? Kinder lieben Geschichten. Den Anfang kannst du damit beginnen, das Tier, den ersten Buchstaben oder ein Gesicht mit der Creme auf die Haut aufzumalen...
  • Achte immer auf saubere Hände, wenn du dein Kind eincremst!

Was ist zu tun in einem akuten Schub?

Wenn dein Kind einen akuten Schub hat (starker Juckreiz, Haut ist gerötet und entzündet), ist der Einsatz von Medikamenten meist unausweichlich, führt aber zu einer raschen Linderung der Beschwerden. Wichtig ist dabei der richtige Einsatz der Medikamente! In der richtigen Dosierung ist auch der Einsatz von Cortison in schweren Fällen gerechtfertigt und sollte nicht von vornherein abgelehnt werden. Cortison wirkt sehr schnell und lindert bei akuten Schüben den Juckreiz und die Entzündungen auf der Haut. Cortison ist aber keine Dauerlösung und ist nicht dazu gedacht, täglich angewendet zu werden (zB vorbeugend in einer schubfreien Phase). Aber während eines Schubes kannst du so deinem Kind rasch die Schmerzen nehmen. Weitere Informationen zu Cortison > Wenn es zu häufigen Schüben kommt, hat sich die sogenannte "proaktive" Therapie als sehr positiv erwiesen: Die betroffenen Hautstellen werden auch nach Abklingen des Schubes zweimal wöchentlich mit einer antientzündlichen Salbe zB mit Corison oder Calcineurin-Inhibitor (bekannt unter Elidel®) behandelt. Dadurch werden die Schübe reduziert und in Summe müssen weniger Medikamente verwendet werden.

Weitere wertvolle Informationen zu Neurodermitis

Fühlt ihr euch bei eurem behandelnden Arzt gut aufgehoben?

Für eine effektive Neurodermitis-Behandlung bei deinem Kind solltest du dich unbedingt an einen Dermatologen wenden. Ihr solltet euch in guten Händen und vor allem ernst genommen fühlen. Manchmal kann es durchaus sinnvoll sein, eine Zweitmeinung einzuholen, wobei ein ständiges „Arzt-Hopping“ nicht empfehlenswert ist. Üblicherweise wählt der Hautarzt gemeinsam mit euch die für dein Kind passende Therapie. Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach den einzelnen Symptomen und deren Ausprägung, deinen individuellen Lebensgewohnheiten und natürlich dem Alter. Das Führen einer speziellen „Fragen für den nächsten Arztbesuch“-Liste kann sehr hilfreich sein. Je früher ihr mit der Behandlung beginnt, desto besser stehen die Chancen, eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern und eure Lebensqualität wieder zu steigern.

Weitere Tipps zur Hautpflege bei Neurodermitis

  • Die trockene Kinderhaut muss besonders gepflegt werden, täglich mindestens zweimal.
  • Einmal tägliches Waschen sollte sein, am besten mit einem feuchten Waschlappen. Wenn das Kleinkind größer ist, kann es täglich abgeduscht werden.
  • Baden sollte maximal jeden zweiten Tag auf dem Programm stehen. Dabei darf das Badewasser nicht zu heiß sein (max. 35 Grad) und die Badedauer sollte zehn Minuten nicht übersteigen.
  • Die Haut sollte beim Reinigungsvorgang mit einem Waschlappen sanft abgerubbelt werden, zu starkes Rubbeln würde die Haut zusätzlich reizen.
  • Achte auf wenig Inhaltsstoffe bei Cremes, Duschgels, Badezusätze und Shampoos! Wenig Konservierungsstoffe und kein Parfum! Cremes und Salben mit Urea (Konzentration beim Baby max. 3 Prozent) und Nachtkerzenöl (bis zu 10 Prozent Gamma-Linolensäure) haben sich bewährt.
  • Es gibt viele Pflegeprodukte, die speziell auf die Haut von Neurodermitikern abgestimmt sind. Viele Apotheken bieten zudem den Service, Pflegeprodukte auf Wunsch individuell zusammenzumischen.
  • Ausschließliche Verwendung von Spezialshampoos für die Kopfreinigung.
  • Verwende Seifen (zB Salzseife oder Kernseife sind gut, keine "klassischen" Seifen) nur dann, wenn sich der Schmutz mit klarem Wasser nicht entfernen lässt.
  • Spezielle Badezusätze können die Haut rückfetten, keine Schaumbäder! Nach dem Baden die Haut nur trockentupfen und sofort eincremen.
  • Hautpflegeprodukte können im Kühlschrank aufbewahrt werden, sodass sich der kühlende Effekt beim Auftragen auf die Haut verstärkt.
  • Immer auf kurze und saubere Fingernägel achten (um die Auswirkungen des Kratzens so gering wie möglich zu halten).
  • Tipp für fett-feuchte Umschläge: wirken gleichzeitig kühlend und fettspendend und lindern den Juckreiz. Am besten wirken die Umschläge nachts. Nachts regeneriert sich die Haut am besten. Die Haut wird nach dem vorsichtigen Waschen mit einer fetthaltigen Creme gut eingecremt und ein in kühlem Wasser getränkten (sollte nur mehr ein wenig feucht sein) Schlauchverband darüber gezogen. Darüber kommt nochmals ein trockener Verband. Der Verband darf nicht einschnüren! Schlauchverbände mit Anwendungshinweisen gibt es in jeder Apotheke.
  • Vermeide bei der Kleidung synthetische Fasern! Besser ist Baumwolle oder Seide.

Weitere wertvolle Tipps bei Neurodermitis

Vorsicht bei Sonne!

Einige Menschen mit Neurodermitis vertragen die Sonne schlecht, dazu wirkt vermehrtes Schwitzen bei vielen Juckreiz-fördernd. Meidet in jedem Fall die direkte Sonnenbestrahlung um die Mittagszeit, wenn schon Sonne, dann nur mit ausreichendem Sonnenschutz. Viele der "normalen" Sonnenschutzpräparate sind für Neurodermitiker nicht geeignet (zB da parfumiert oder zu fettend). Es gibt in der Apotheke Sonnenschutz-Produkte, welche speziell für die empfindliche Neurodermitis-Haut entwickelt wurden. Frag in deiner Apotheke danach, meist gibt es kostenlose Proben. Es macht immer Sinn, vorab ein wenig von der Creme auf einer kleinen Hautstelle zu testen!

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