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Häufige Fragen bei Schuppenflechte

Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronische Erkrankung der Haut und gilt daher als nicht vollständig heilbar. Aber das ist kein Grund zur Sorge, denn Schuppenflechte kann gut behandelt werden. Mit der richtigen Therapie und ein paar anderen Tipps kannst du sie gut im Griff haben.

Wissenswertes zu Schuppenflechte

  • betrifft in Österreich 300.000 Menschen, weltweit wird die Zahl auf 20 Millionen Betroffene
  • geschätzt tritt meist erstmals zwischen dem 15. und dem 25. Lebensjahr in Erscheinung
  • nur bei 25% der Psoriatiker wird die Schuppenflechte erst über einem Alter von 50 Jahren diagnostiziert
  • ist eine systemische Krankheit, die nicht nur außen die Haut, sondern den ganzen Körper betrifft
  • gilt als nicht heilbar
  • verläuft individuell sehr verschieden und meist schubweise, es gibt regelmäßig schubfreie Zeiten
  • verschlechtert sind häufig im Herbst und im Frühjahr
  • kann einmalig auftreten, in den meisten Fällen verläuft sie jedoch chronisch
  • heilt gelegentlich spontan und ohne Zutun wieder ab, dies ist aber eine Seltenheit
  • die Lebensqualität ist meist stark eingeschränkt
  • entwickelt sich bei ca. 25% der Betroffenen im Laufe des Lebens zu einer Psoriasis Arthritis (zusätzliche Entzündung der Gelenke)

Die meisten Betroffenen haben eine sogenannte Plaque-Typ Psoriasis (=Psoriasis vulgaris). Sie äußert sich in Form rötlicher, mit silbernen Schuppen bedeckten Hautstellen (=die sogenannten Plaques), die öfters jucken. Die Psoriasis vulgaris tritt zumeist symmetrisch an den für diese Erkrankung typischen Stellen auf, wie zum Beispiel Ellenbogen, Knie, am behaarten Kopf, in und um das Ohr, im Bereich der unteren Wirbelsäule, des Steißbeins, im Nabelbereich und der Analfalte. Aber auch andere Körperareale, Nägel oder Gelenke können betroffen sein.

Verantwortlich für die typsichen Psoriasis Symptome ist eine permanente Entzündung im Immunsystem. Es kommt zu einer zu schnellen Erneuerung der Oberhautzellen, wodurch die typischen Schuppen entstehen. Der Verlauf der Psoriasis ist individuell sehr unterschiedlich. Typisch ist ein Auftreten in Schüben, das heißt, es gibt Zeiten mit und ohne Krankheitserscheinungen. Das Ausmaß der Hauterkrankungen und die Häufigkeit der Schübe sind dabei sehr unterschiedlich.

Eine Schuppenflechte wird oft durch die Gene weitergegeben. Es gibt zwar kein spezifisches „Psoriasis-Gen“, aber einige genetische Merkmale können darauf hinweisen, dass jemand eine Veranlagung zu Schuppenflechte hat. So haben ungefähr 30 bis 40 % der Psoriasis-Betroffenen Verwandte, die ebenfalls an Schuppenflechte erkrankt sind. Sehr häufig wird beobachtet, dass eine Generation übersprungen wird und erst die übernächste Generation wieder von der Psoriasis betroffen ist.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass eine genetische Veranlagung alleine noch nicht notwendigen Ausbruch der Krankheit bedeutet. Weitere auslösende Faktoren aus der Umwelt sind verantwortlich, dass die Psoriasis schließlich ausbricht. Dazu zählen unter anderem Übergewicht, starker Alkohol- und Nikotingenuss, negativer Stress oder Infektionskrankheiten durch Bakterien oder Viren.

Warum hat es gerade mich getroffen?

Diese Frage taucht unweigerlich auf, wenn die Haut an Schuppenflechte erkrankt ist. Diese Erkrankung ist zwar nicht heil­bar, aber es viele Möglichkeiten der Linderung. Jeder Psoriasis-Betroffene hat seine individuelle Ausprägung der Schuppenflechte. Da es kein Generalrezept gibt, muss jeder Einzelne seinen eigenen „Therapie-Weg“ finden. Das bedeutet eine individuelle Kombination aus verschiedenen Therapien und Behandlungen, die von der richtigen Hautpflege über Medikamente der Schul- und Alternativmedizin bis hin zu Darmgesundheit und einer ausgeglichenen Psyche reichen. Aber denk dran, du bist nicht alleine damit! Nimm dein Leben und die Psoriasis selbst in die Hand und du wirst ein relativ beschwerdefreies Leben führen können!

Hautpflege und Behandlung

Bei Schuppenflechte ist die tägliche Hautpflege die Grundlage einer Behandlung. Diese Basistherapie sollte auch in den erscheinungsfreien Zeiten konsequent weitergeführt werden, da dadurch neuen Schüben vorzubeugt werden kann. Zur Basistherapie gehört neben einer spezieller Hautreinigung die Rückfettung und Hydratisierung (Befeuchtung) der Haut. Bei Pflegeprodukten sollte genau auf die Inhaltsstoffe geschaut werden, hautreizende Substanzen wir Parfum oder viele Konservierungsstoffe sollten gemieden werden.

Die Basistherapie sollte 1-2 x täglich, am besten nach dem Duschen oder Baden angewandt werden. Achte immer auf einen niedrige Wasser- und einen hohen Ölanteil bei deinen Cremes, da ein hoher Wasseranteil (zB in Lotions) die Haut noch weiter austrocknen würden. Der Hautarzt kann dir eine Salbe mit Harnstoff (5% bei Kindern und bis zu 10% bei Erwachsenen) verschreiben. Harnstoff (=Urea)hat sich bei Psoriasis bewährt, da mithilfe des Harnstoffs mehr Wasser in der Haut gespeichert werden kann.

Zusätzlich kommen Präparate zum Einsatz, die abschuppend wirkend. Dies sind Wirkstoffe mit keratolytischen (=Schuppen lösenden) Zusätzen. Zumeist werden hierfür harnstoffhaltige (5-10%) oder salicylsäurehaltige (>2%) Mischungen aufgetragen. Salicylsäure sollte jedoch bei kleinen Kindern und Patienten mit Nieren- und Leberfunktionsstörungen sehr zurückhaltend zum Einsatz kommen.

Dazu solltest du auf lange und heiße Bäder verzichten, da diese langfristig die Haut stärker austrocknen. Wenn schon baden, dann in einem Ölbad, keinesfall sollten Schaumbäder in Verwendung sein. Nach dem Baden oder Duschen solltest du SOFORT rückfettende Salben oder Cremes auf die Haut aufzutragen. So wird die Haut davor bewahrt, durch die Wasserverdunstung weiter auszutrocknen.

Wichtig: Eine regelmäßige Betreuung durch den Hautarzt ist wichtig! Wenn die Basispflege alleine nicht ausreicht bzw. du gerade in einem starken Schub steckst, gibt es zusätzlich verschiedene Möglichkeiten einer medikamentösen Therapie. Neben Cortison- und Vitamin D3 Präparaten gibt es die sogenannten Biologika.

Verbesserung der Lebensqualität

Neben der Basistherapie können auch weitere leicht anzuwendende Maßnahmen die Lebensqualität verbessern. Für viele Betroffenen ist weiche und leichte Kleidung, am besten aus Baumwolle, Leinen oder Seide sehr angenehm. Vermeide auf jeden Fall zu enge Kleidung, diese führt zu Druck und Reibung an der Haut und kann dadurch einen neuen Schub begünstigen. Zudem kann es hilfreich sein, Etiketten aus der Kleidung zu entfernen, da diese oft kratzen und zu Juckreiz führen.

An einer Hauterkrankung zu leiden ist für Betroffene oft eine psychische Belastung. Man kämpft nicht nur mit schmerzenden Hautstellen sondern ist auch mit Vorurteilen durch unwissende Mitmenschen konfrontiert. Eine psychotherapeutische Behandlung und/oder das Erlernen von Entspannungstechniken (Yoga, Qi Gong, Autogenes Training, etc.) kann sich als sehr nützlich erweisen.

Bei vielen Psoriasis Betroffenen wirkt sich Sonnenbestrahlung gut auf die Symptome aus. Vor allem in Kombination mit Salzwasser (zB Aufenthalte am Toten Meer) werden sehr gute Ergebnisse erzielt.

Hier findest du alle Infos zum Toten Meer

Verwechslung mit anderen Hautkrankheiten

Anfangs wird Psoriasis oft mit anderen Hautkrankheiten verwechselt. Wenn zum Beispiel die Krankheitszeichen der Schuppenflechte nur sehr gering ausgeprägt sind, kommt es manchmal zu Verwechselungen mit Neurodermitis, Hautpilzerkrankungen, Stachelflechten bis hin zu Syphilis. Wenn erste Anzeichen einer Hautkrankheit sichtbar werden, sollte unbedingt sofort ein Hautarzt für eine genaue Diagnose aufgesucht werden. Neben der Schulmedizin kann man den Blick auch auf die Ganzheitsmedizin richten. Jeder Betroffene muss für sich die persönlich optimale Behandlungstherapie, beziehungsweise eine Kombination von mehreren Therapien, finden.

APP Tipp

Mit Psoriasis zu leben kann eine Herausforderung sein. Die MyPso App hilft, den Verlauf deiner Psoriasis per Knopfdruck aufzuzeichnen und begleitet dich in Zukunft durch deinen Alltag mit Schuppenflechte. Zeichne deine Daten (wie Geschlecht, Symptome, Auslöser) in der MyPso App auf und erhalte ein besseres Verständnis für deine Psoriasis. Mit Psoriasis den Alltag zu meistern kann schwierig sein. MyPso unterstützt dich darin, den optimalen Überblick über deine Symptome zu behalten und entsprechende Verbesserungen zu ermöglichen.

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Typische Symptome der Schuppenflechte

Die oberflächlichen Schuppen lassen sich leicht abkratzen. Durch das Kratzen an der sogenannten Plaques hellt sich regelmäßig die Schuppenschicht an der Kratzspur auf wie bei einem Kerzenwachsfleck, dies nennt man Kerzenfleckphänomen.

Die tieferen Schuppen sitzen sehr fest auf einer jungen, dünnen Hautschicht, dem sogenannten letzten Häutchen. Entfernt man auch diese Schuppenschicht, so treten kleine, punktförmige Hautblutungen auf. Dies nennt man in der Fachsprache den blutenden Tau.

Wenn rein aus den Hautuntersuchungen kein eindeutiges Ergebnis abzuleiten ist, kann auch eine Hautprobe zur Biopsie geschickt werden, um Aufschluss über ein eventuelles Vorliegen einer Psoriasis zu erhalten.

Ein Spezialfall liegt bei der Psoriasis Arthritis vor, eine Abgrenzung zu anderen rheumatischen Erkrankungen ist manchmal nicht einfach, da die Symptome sehr ähnlich sind. Detaillierte Laboruntersuchungen und Röntgenaufnahmen können endgültig Aufschluss geben.

Folge- und Begleiterkrankungen bei Schuppenflechte

Die Psoriasis wird heute als systemische Erkrankung aufgefasst, bei der es neben den Hautsymptomen zu einer möglichen Gelenkbeteiligung sowie rheumatoide Arthritis und chronisch entzündliche Darmerkrankungen kommen kann. Im Laufe ihres Lebens sind Psoriatiker häufig von metabolische Veränderungen wie Fettstoffwechselstörungen, Diabetes, Adipositas und arterielle Hypertonie betroffen. Dazu besteht ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Bei überdurchschnittlich vielen Menschen mit Schuppenflechte wird im Vergleich zur Gesamtbevölkerung Übergewicht, Alkoholmissbrauch und Depression diagnostiziert. Viele Menschen mit Schuppenflechte sind sehr sensible Menschen, die Psyche ist rasch angegriffen und damit reagiert auch die Haut oft als Erstes auf verschiedenste psychische Faktoren. Menschen mit einer Hauterkrankung haben eine dünne Haut, und dass im wahrsten Sinne des Wortes. Viele kämpfen mit sozialer Diskriminierung und psychischen Problemen. Der seelische Zustand einer Person kann aber einen maßgeblichen Einfluss auf ihre Hauterkrankung haben, sowohl für den ersten Ausbruch der Krankheit, als auch für den individuellen Verlauf.

Der Experte Univ. Doz. Dr. Paul Sator

Dr. Paul Sator Dermatologe Hautarzt Wien Psoriasis Schuppenflechte Spezialist

Kontakt und Terminvereinbarung: 
E-Mail: paul-gunther.sator(at)wienkav.at
Wahlarzt-Ordination Wien: Paradisgasse 28/4, 1190 Wien 
Telefonische Terminvereinbarung: + 43 676 3127273 
Wahlarzt-Ordination Niederösterreich: Bahnstraße 13, 3701 Großweikersdorf 
Telefonische Terminvereinbarung: +43 2955 70214

Weitere Informationen unter hautarzt.cc

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