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Pilzbefall auf der Kopfhaut wirksam behandeln

Eine Pilzinfektion hat fast jeder schon mal gehabt. Meist trifft es uns an den Füßen oder an den Nägeln. Nicht so bekannt, aber sehr unangenehm, ist der Kopfpilz. Er ist hochansteckend und kann im schlimmsten Fall zu Haarausfall und stellenweiser Kahlheit führen.

Der Pilz entsteht durch eine Infektion der Kopfhaut mit Hautpilzen (Dematophyten, auch Fadenpilze genannt). Meistens werden die Pilze von Tieren übertragen und daher trifft es Kinder besonders stark. Denn sie spielen mehr und intensiver als Erwachsene mit Hamstern, Meer-schweinchen, Katzen, Hunden oder auch Kälbern auf dem Streichelbauernhof.

Woran erkenne ich Kopfpilz?

Kopfpilz ist gar nicht so einfach zu erkennen und von anderen Hautkrankheiten zu unterscheiden. Die Symptome sind sehr vielgestaltig und oft sind mit bloßem Auge keine Entzündungszeichen zu erkennen.

Häufig findet man kreisförmige, haarlose Stellen, die mit kleinen grauen Schuppen bedeckt sind. Die Stellen sind klar abgegrenzt und mit den abgebrochenen Haaren darauf gleicht es einem Kornkreis im Feld. Wenn die Stellen nicht behandelt werden, können die Haare dauerhaft ausbleiben.

Der Kopfpilz (Tinea capitis oder Dermatophytosis capitis) tritt in seltenen Fällen auch im Gesicht oder an anderen Stellen im Körper auf. Das können dann Stellen von ca. 7 – 8 cm sein, die stark entzündet sind oder aber auch trocken. Dringen dann noch Bakterien in die betroffenen Hautstellen ein, kann eine nässende, eitrige, wabenförmige Veränderung auftreten.

In ganz schweren Fällen kann es auch zu Fieber kommen und die Lymphknoten am Hals und am Nacken schwellen an. Männer können Kopfpilz auch in ihrem Barthaar finden. Dort kann der Pilz entzündliche Abszesse auslösen, die oft von Krusten bedeckt sind. In dieser Form befällt es allerdings nicht nur Barthaare, sondern kann auch Augenbrauen und Wimpern schädigen.

Achtung: Hochansteckend!

Das wichtigste zuerst: Kopfpilz ist ansteckend und kann von Mensch auf Mensch, aber auch von Tier auf Mensch übertragen werden. Daher muss immer die ganze Familie in die Behandlung miteinbezogen werden. Besonders die bei Kindern beliebten Haustiere Meerschweinchen und Katzen können Überträger des Pilzes sein. Haustiere sind also unbedingt mitzubehandeln.

Gerne fangen sich Großstadtkinder diese Krankheit auch bei einem Urlaub auf dem Bauernhof oder in südeuropäischen Ländern nach ungewohntem und intensivem Kontakt mit Tieren im Urlaub ein.

Aber auch Beschäftigte von landwirtschaftlichen Betrieben, Schlachthöfen, Zoofachhandel oder Zoos gehören zu den gefährdeten Gruppen für Kopfpilz.

Der Erreger überlebt ganz wunderbar in den geliebten Kuscheltieren, auf Kopfstützen im Auto, Bus oder Bahn sowie in Hauben oder Haarbürsten. Daher gilt unbedingte Hygiene beim Verdacht von Kopfpilz. Niemals die gleichen Handtücher, Kämme oder Bettwäsche benutzen. Textilien kannst du mit mind. 60 Grad heiß waschen. Im Gegenteil zu anderen Erregern hilft kurzes Einfrieren leider nicht beim Abtöten der Erreger. Pilzsporen lässt das ziemlich kalt.

Kein Kontakt zu Mensch oder Tier, aber trotzdem Kopfpilz?

Wir haben alle ein wahres Biotop auf unserer Haut. Viele Pilzsporen kann man auf jeder gesunden Haut finden. Normalerweise sorgt unser Körper dafür, dass sich die schlechten und die guten Hautbewohner die Waage halten. Erst wenn die Sporen sehr gute Wachstumsbedingungen erhalten, können sie sich zu einer Pilzerkrankung entwickeln. Das bedeutet in der Regel, dass der natürliche Abwehrmechanismus unseres Körpers gestört ist. Dafür gibt es eine Vielzahl von Ursachen. So kann das Immunsystem durch Stress, falsche Ernährung, Medikamente oder Schwangerschaft etwas aus dem Gleichgewicht sein. Dann haben die Pilze in unserem Körper einfach bessere Lebenschancen.

Kopfpilz und Neurodermitis

Bei Neurodermitis kann es schnell zu sogenannten Superinfektionen kommen. Dann setzen sich Bakterien, aber auch Pilze, in die betroffenen Stellen und verstärken die Entzündung. Wenn du unter Neurodermitis leidest ist es also besonders wichtig, dafür zu sorgen, dass die Kopfhaut nicht austrocknet und so das Risiko für mikrobielle Infektionen gesenkt wird.

Behandlung von Kopfpilz

Kopfpilze sollten unbedingt vom Arzt untersucht werden, um eine richtige Diagnose stellen zu können. Viele Hautkrankheiten haben ein ähnliches Bild, benötigen aber eine andere Therapie. Schuppenflechte, Neurodermitis oder ein chronisches Kontaktekzem können ähnliche Symptome wie die eines Kopfpilzes aufweisen. Daher wird der Arzt in den meisten Fällen einen Abstrich machen und den genauen Pilz bestimmen lassen.

Zu Beginn sollten immer pilztötende Medikamente (Antimykotika) genommen werden. Nicht alle Medikamente sind auch für Kinder geeignet, daher bitte nicht einfach Kindern die übrig gebliebenen eigenen Medikamente geben, sondern immer einen Arzt aufsuchen.

Ergänzend zu den einzunehmenden Medikamenten wird der Arzt das Kopfhaar und die Kopfhaut auch von außen mit pilztötenden Salben oder Tinkturen behandeln wollen. Zweimal in der Woche sollten die Haare auch mit Spezialshampoos gewaschen werden. Anti-Pilz Shampoos z.B. mit Ketoconazol können die Pilzsporen am Wachsen hindern. In schwereren Fällen wird der Arzt Injektionen oder auch Antibiotika verschreiben.

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Kurkuma hilft gegen Pilzbefall

Hausmittel gegen Kopfpilz

Zur Linderung der Symptome bei Kopfpilz kannst du eine Vielzahl von Mitteln gegen Juckreiz oder Reizungen der Kopfhaut unterstützend ausprobieren.

Apfelessig

Der Essig tötet Pilzsporen und lindert den Juckreiz. Bitte nicht zu oft anwenden, da Apfelessig die Haut austrocknen kann. Apfelessig kann auf einem Wattepad aufgetragen, direkt an die be-troffene Stelle angebracht werden. 3 – 5 Mal täglich auftragen, bis die Infektion verschwunden ist.

Knoblauch

Neben den antibakteriellen, antiviralen und antimykotischen Wirkungen unterstützt Knoblauch auch bei der Behandlung von Candidainfektionen und Parasiten. In der einfachen Version dafür eine Zehe aufschneiden und die offene Stelle sanft über die Haut reiben. Du kannst Knoblauch auch in Form von Tropfen zu dir nehmen.

Teebaumöl

Etwas Teebaumöl auf einen Wattepad geben und auf die Hautstelle geben. Mehrmals am Tag anwenden. Solltest du Teebaumöl nicht so gut vertragen, verdünne ihn ein bisschen mit Wasser.

Kurkuma

Kurkuma enthält den Wirkstoff Curcumin. Der wirkt entzündungshemmend, schmerzstillend, krebshemmend und leitet Schwermetalle aus dem Körper aus. Kurkuma enthält 5 – 7 % ätherische Öle, die antimikrobiell (gegen Mikroorganismen) wirken. Generell ist Kurkuma eine Jahr-tausendalte Heilpflanze, die ein großes Einsatzgebiet hat. Am besten wird der Wirkstoff Curcumin bioverfügbar, wenn du ihn in Öl erhitzt. Für den Kopfpilz am besten eine Paste aus einem Teelöffel Kurkuma und ein paar Tropfen Was-ser anrühren. Die Mischung zehn Minuten auf der Stelle auftragen und dann vorsichtig abwaschen.

Unsere Tipps bei Kopfpilz

  • So schnell wie möglich zum Arzt, um die Ansteckung einzudämmen.
  • Haarbürsten, Stofftiere, Rasierapparate, Handtücher, Bettwäsche, Hauben etc. dürfen nicht geteilt werden und sollten sterilisiert werden.
  • Was abgekocht werden kann, sollte ca. 10 Minuten bei mind. 60 Grad behandelt wer-den. Tiefkühlen hat keinen abtötenden Effekt!
  • Auch Flächen, auf denen Kämme und Utensilien zur Haut- und Nagelpflege des Erkrankten lagern, sollten desinfiziert werden.
  • Sollte das Haustier der Überträger sein, so sollte es schnellst möglichst beim Tierarzt behandelt werden. Danach sollten alle Körbe, Decken, Kissen, Spielsachen etc. vom Tier auch desinfiziert werden.
  • Familienmitglieder oder Spielfreunde der Kinder sollten auch ohne Symptome vor-sichtshalber behandelt werden.
  • Zur Vorsicht informier den Kindergarten oder die Schule, falls auch andere Kinder angesteckt sein könnten.
  • Ein Kopfpilz kann auch immer der Hinweis auf einen Darmpilz sein. Lass dich dahingehend untersuchen.
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