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Lebensmittelallergien und Intoleranzen bei Neurodermitis

Wenn Lebensmittel zu Juckreiz und Hautausschlag führen

Die Ernährung kann bei Neurodermitis eine wichtige Rolle spielen. So werden von vielen Neurodermitikern nicht alle Lebensmittel gleich gut vertragen. Oft kommt es durch bestimmte Nahrungsmittel zu Reaktionen wie Verdauungsproblemen oder einer Verschlimmerung des Hautbildes. Eine Allergie oder Intoleranz kann, muss aber nicht, der Grund dafür sein.

Neurodermitis (Atopische Dermatitis) ist eine Hauterkrankung mit vielen Gesichtern. Bei jedem Betroffenen kann sie anders verlaufen und unterschiedlichste Ursachen haben, die bis heute nicht eindeutig geklärt sind. Durch individuelle Auslöser (sogenannte Triggerfaktoren) werden typische Symptome hervorgerufen.

Mögliche Neurodermitis Auslöser

  • Tierhaare
  • Hausstaubmilben
  • Pollen
  • bestimmte Lebensmittel
  • psychische Anspannungen
  • Klimawechsel
  • schlechte Luft
  • unpassende Kleidung

Zusammenhang zwischen Neurodermitis und Ernährung

Ob die Ernährung eine Neurodermitis beeinflusst oder nicht muss individuell betrachtet werden. Nicht jeder Neurodermitiker leidet an einer Nahrungsmittelallergie! Daher kann auch keine allgemeingültige Ernährungstherapie für alle Neurodermitiker empfohlen werden. Heutzutage wird die gängige Meinung vertreten, dass Neurodermitiker prinzipiell alles essen sollten, außer man beobachtet eine wiederholte Reaktion nach dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln. Bei Verdacht sollte man sich an einen Facharzt wenden.

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Viele Neurodermitiker meiden Zitrusfrüchte

Andererseits weiß man aus Erfahrungen in der Praxis auch, dass manche Lebensmittel bei vielen Neurodermitikern schlecht vertragen werden und Reaktionen hervorrufen. Zu diesen zählen vor allem Lebensmitteln bzw. Lebensmittelbestandteile mit einem hohen allergen Potenzial.

Lebensmittel mit hohen Allergierisiko

  • Kuhmilch
  • Hühnereier
  • Fisch: Krustentiere, Muscheln
  • Zitrusfrüchte
  • Nüsse: Haselnüsse, Walnuss, Paranuss, Erdnuss
  • Soja
  • Weizenprodukte
  • scharfe Gewürze
  • Fertigprodukte (Farb- und Konservierungsstoffe)
  • bestimmte Gemüse- und Obstarten wie saure Apfelsorten, Kirschen, Nektarine, Pfirsich, Kiwi, Papaya, Mango, Karotten und Sellerie

Der Verzehr kann zu Beschwerden führen, keinesfalls ist dies aber bei allen Neurodermitikern gleich. Wenn jedoch über einen längeren Zeitraum Beschwerden beobachtet werden, kann es sein, dass eine Lebensmittelallergie oder Intoleranz der Grund dafür ist. In diesem Fall sollte man unbedingt einen Facharzt aufsuchen und keine Selbstversuche durchführen.

Allergie oder Intoleranz?

Vorab muss klar sein, dass eine Intoleranz nicht dasselbe wie eine Allergie ist. Bei einer Allergie kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems, da der Körper auf einen ungefährlichen Fremdstoff – ein Allergen, z.B. in einem Lebensmittel – überreagiert und einen sogenannten IgE- Antikörper bildet. Mit anderen Worten kommt es zu einer allergischen Reaktion des Körpers. Bei einer Allergie können verschiedenste Beschwerden vom Juckreiz, Schwellungen bis hin zu Atembeschwerden auftreten.

Im Unterschied dazu ist bei einer Intoleranz das Immunsystem nicht beteiligt und es kommt somit zu keiner allergischen Reaktion. Die Beschwerden einer Intoleranz, die erst nach Verzehr einer bestimmten Menge auftreten, können Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall sein.

Sowohl Lebensmittelallergien als auch Lebensmittelintoleranzen betreffen häufig – aber nicht immer – Menschen, die an Neurodermitis leiden. Die zu Allergien neigenden Neurodermitiker leiden unter einer Barrierestörung der Haut, wodurch Bakterien und auch Allergene leichter durch die Haut eindringen können. Also gelangen Allergene durch die sehr trockene Haut in den Körper und lösen so eine Allergie aus. Spezielle Nahrungsmittel können eine Neurodermitis verschlechtern oder auch ein Auslöser für diese sein. Ob es sich aber tatsächlich um eine Allergie oder eine Intoleranz handelt, muss individuell getestet werden.

Was ist eine Allergie

1. Echte IgE-vermittelte Allergie auf Grundnahrungsmittel

Eine Allergie kann im Körper durch Immunglobuline E (IgE-Antikörper) nachgewiesen werden. Immunglobuline E sind Eiweiße, die körperfremde Stoffe abwehren und für allergische Reaktionen (wie Heuschnupfen, Asthma, Neurodermitis) mitverantwortlich sind. Bei einer Allergie liegt eine Überempfindlichkeit des Körpers gegen bestimmte Stoffe (Allergene) vor. Diese können im Blut nachgewiesen werden. Kinder mit schwerer Neurodermitis sind zu einem Drittel von echten IgE-vermittelten Lebensmittelallergien betroffen. Jedoch ist es gut möglich, dass diese bis ins Erwachsenenalter verschwinden. Daher sollte man die Werte nach ein paar Jahren nochmals überprüfen. Häufig sind Reaktionen bei Hühnereiern, Kuhmilch, Weizen oder Soja zu beobachten.
ACHTUNG: Gerade Neurodermitis-Patienten weisen oft einen überdurchschnittlich hohen IgE-Wert auf, auch gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln, wobei dies beim Genuss irrelevant ist. Hier sind Diätmaßnahmen dann nicht sinnvoll.

2. Pseudo-Allergie

Dabei liegt eine Nahrungsmittelunverträglichkeit auf sogenannte Reizstoffe vor. Gemeint sind hier natürliche und synthetische Lebensmittelinhaltsstoffe. Darunter fallen beispielsweise Konservierungsstoffe oder Farbstoffe. Farbstoffe finden sich häufig in Getränken, Knabberware oder Fertigprodukten und Konservierungsstoffe vermehrt in Ketchup, Saucen oder Wurst. Die Pseudo-Allergie ist im Blut nachweisebar. Dabei findet eine willkürliche Freisetzung von Histamin und entzündungsfördernden Stoffen im Körper statt.

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Pollenassoziierte Nahrungsmittel-Allergie

3. Pollenassoziierte Nahrungsmittel-Allergie (OAS)

Eine Lebensmittelallergie, die bei einer Pollenüberempfindlichkeit auftritt, beeinflusst häufig eine Neurodermitis. Eine andere Bezeichnung für diese Art der Allergie ist Kreuzallergie bzw. auch Kreuzreaktion. Eine Pollenüberempfindlichkeit muss nicht unbedingt die typischen Symptome wie Heuschnupfen aufweisen. Häufiger leiden Betroffene während der Pollenflugsaison unter einer bestimmten Lebensmittelallergie. Typischerweise verträgt ein Birkenpollen-Allergiker in dieser Zeit saure Äpfel kaum und verspürt einen starken Juckreiz. Ein Kräuterpollen-Allergiker (z.B. gegen Beifuß) aber hat Probleme mit bestimmten Gewürzen wie Pfeffer, Kümmel oder Anis. Bei Verdacht sollte man einen Pollenflugkalender (pollenwarndienst.at) nutzen und unbedingt mit einem Facharzt Rücksprache halten.

Was ist eine Intoleranz

Der Begriff Intoleranz – auch Unverträglichkeit genannt – stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt so viel wie ‚nicht aushalten‘ oder ‚nicht ertragen‘. Bei einer Intoleranz fehlen dem Körper spezielle Enzyme, um bestimmte Nahrungsmittelbestandteile wie Histamin, Laktose oder Fruktose abzubauen. Die Ursache des Enzymmangels liegt im Darm, weshalb bei Intoleranzen die Verdauung eine wichtige Rolle spielt. Es können ähnliche Beschwerden wie bei Allergien auftreten, jedoch ist die Ursache bei Intoleranzen eine andere. Neurodermitiker sind immer wieder von Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit),  Fructoseintoleranz (Fruchtzuckerunverträglichkeit) und/oder Laktoseintoleranz (Milchzuckerunerträglichkeit) betroffen.

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Viel Histamin steckt zB in Käse

Histaminintoleranz

Histamin kommt in jedem menschlichen Körper vor und ist wichtig bei Entzündungen und der Immunabwehr. Außerdem steckt Histamin in vielen verschiedenen Lebensmitteln, bei denen Bakterien für die Reifung eingesetzt wurden. So etwa bei gereiftem Käse (z.B. Parmesan), Rotwein oder der Salami. Manche Menschen können einen Überschuss an Histamin nur schlecht abbauen und dann kann es zu teils heftigen Reaktionen kommen. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein: Blähungen, Durchfall, Juckreiz, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Bauchweh, Hautausschläge, Herzklopfen oder Schwindelgefühl.

Histamin kann allgemein bei Neurodermitikern den Hautzustand verschlechtern. Bei einigen Betroffenen kann auch eine Histaminintoleranz nachgewiesen werden. Ist dies der Fall, sollte man möglichst auf histaminhaltige Nahrungsmittel verzichten (z.B. gereifter Käse, Produkte mit Hefe oder Backtriebmittel, Sauerkraut). So vermeidet man womöglich den nächsten Neurodermitis-Schub.
Übrigens: Erdbeeren sind arm an Histamin, begünstigen aber die Histaminfreisetzung im Körper.

Fructose- und Laktoseintoleranz

Charakteristisch für die Fructoseintoleranz ist eine Unverträglichkeit des Fruchtzuckers. Dieser ist in allen Obstsorten enthalten, aber auch in manchen Gemüsesorten. Generell gilt beim Obst, je süßer die Früchte, desto höher der Fruchtzuckeranteil. Da dieser Zucker sehr billig ist, kommt er aber auch oft in Fertigprodukten wie Pizza oder Joghurt vor. Da der Fruchtzucker sehr langsam verdaut wird, kann es zu Beschwerden wie Durchfall, Bauchweh, Übelkeit oder Blähungen kommen. Betroffene sollten versuchen fructosehaltige Lebensmittel (z.B. Äpfel, Birnen, Marillen, Datteln, Erdbeeren) eine Weile vom Speiseplan zu streichen. Nach und nach kann man dann langsam testen, welche Lebensmittel mit Fruchtzucker der Körper verträgt.

Bei einer Laktoseintoleranz fehlt den Betroffenen das Enzym Laktase, welches für die Verdauung des Milchzuckers zuständig ist. Durch das fehlende Enzym wird der Milchzucker nicht verdaut und dadurch kann es zu Blähungen, Durchfall, Krämpfen oder Bauchschmerzen kommen. Meist bemerkt man sehr schnell nach dem Essen die ersten Symptome. Genauso wie bei den anderen Intoleranzen empfiehlt es sich hier weitgehend auf lactosehaltige Produkte (z.B. Milch, Käse, Joghurt, Topfen, Produkte mit Milchpulver wie Schokolade) zu verzichten.

Neben Intoleranzen bei natürlichen Stoffen kann es aber auch sein, dass Pestizide (behandeltes Obst, Gemüse) oder andere chemische Substanzen wie Antibiotika oder Konservierungsmittel eine Unverträglichkeit auslösen.

Was kannst du tun?

Bei allen Intoleranzen oder Allergie kann es hilfreich sein, ein ausführliches Ernährungs- oder Symptomtagebuch zu führen. Wichtig ist dabei, wirklich alle Beschwerden sowie den eigenen Lebensstil genau zu dokumentieren, denn je mehr Informationen der Arzt hat, desto einfacher ist die Diagnose und somit die Schubvermeidung.

Es empfiehlt sich, alles bis zu 4 Wochen zu dokumentieren. Oft kann es aber sehr schwierig und langwierig sein, bis ein bestimmtes Lebensmittel als Ursache für Neurodermitis-Schübe ausgemacht wird. Unbedingt sollten Fachleute, wie Allergologen oder allergologisch geschulte Ernährungsexperten, zu Rate gezogen werden.

Folgende Dinge sollte man für sein Neurodermitis-Tagebuch beobachten und notieren:

  • was am jeweiligen Tag und zu welcher Uhrzeit gegessen wurde
  • wann stärkere Hautbeschwerden auftreten (z.B. morgens)
  • Juckreiz zu bestimmter Zeit besonders stark (z.B. nach dem Essen einer Erdbeere)
  • Beschwerden nach bestimmten Nahrungsmitteln besonders schlimm (z.B. nach Rotwein)
  • verstärkte Beschwerden bei Stress oder Ärger
  • bestimmte Aktivitäten wie Sport oder Arbeit

Zusätzlich sollten in Rücksprache mit einem Arzt Tests in Bezug auf nicht vertragene Lebensmittel durchführt werden. Beim Pricktest werden Tropfen mit verschiedenen Allergenlösungen auf die Haut des Unterarms aufgetragen und Reaktionen der Haut beobachtet. Außerdem kann eine Blutuntersuchung im Labor nach einer Blutabnahme sehr aufschlussreich sein. Keiner der Tests ist aber komplett zuverlässig, weshalb letztendlich jeder für sich beobachten muss, was einem gut tut und was nicht.

Unser Fazit

Trotz alledem sollte möglichst abwechslungsreich gegessen werden, je bunter desto besser. Du solltest darauf achten, keine Mangelerscheinungen zu erleiden und sollte dies stets mit Experten absprechen.

Was den allermeisten Neurodermitikern gut tut:

  • allergenarme und reizstoffarme Lebensmittel mit einem hohen Omega-3-Fettsäuren Anteil, wie zB Leinöl oder Hanföl
  • frische und regional Obst- und Gemüsesorten
  • Biofleisch
  • Fisch aus Wildfang
  • ungemahlene Samen wie Chia, Sesam oder Kürbiskerne
  • Reis
  • Hafer
  • Olivenöl
  • Kräutertees wie zB Stiefmütterchenkraut

Wenn man selber kocht, weiß man auch was drinnen ist. Fertigprodukte sollte man nach Möglichkeit vermeiden. So kann man der Haut, dem Darm und Immunsystem helfen und beugt einem Nährstoffmangel vor.

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