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Diagnose Neurodermitis - Hol dir psychische Unterstützung


Atopische Dermatitis (Atopisches Ekzem)

Diagonse Neurodermitis? Hol dir professionelle Unterstützung! So kann dir im Alltag geholfen werden!

Besonders die Neurodermitis geplagte Haut ist leider meist nicht perfekt und am liebsten würden wir im wahrsten Sinne des Wortes aus der Haut fahren. Wir schämen uns für die nicht dem Schönheitsideal vorgegebenen Bild zu entsprechen. Aber wir können nicht aus unserer Haut. Perfektion kommt in der wahren Natur seltener vor, als sich das die Betroffenen von Neurodermitis vielleicht vorstellen. Die Bilder, die uns in Magazinen präsentiert werden, sind intensiv bearbeitet worden. Auch unsere Leinwandhelden müssen dank der modernen Aufnahmetechniken zentimeterdicke Schminke auftragen. Wenn wir das doch alle wissen: warum ist es uns dann doch so immens wichtig, mit einer makellosen Haut durchs Leben zu gehen?

Durchbrich den Teufelskreis

Vielleicht, weil es heißt, dass die Haut der Spiegel der Seele ist und wir nicht als „beschädigt“ gelten wollen. Einerseits verschlechtertern seelische Problem den Hautzustand und andererseits verstärken sich die seelischen Probleme durch die Neurodermitis. Was war dann im Zweifel zuerst da? Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, hilft in vielen Fällen eine psychologische Unterstützung. Wusstest du, dass die Krankenkassen in Österreich bei der Diagnose Neurodermitis regelmäßige Sitzungen bei einem Psychologen zahlen?

Annehmen, nicht bekämpfen

Mit professioneller Unterstützung kannst du lernen, mit deiner Hauterkrankung besser im Alltag umzugehen. Eine Veränderung der Lebenseinstellung braucht ein bisschen Zeit, in einer psychischen Therapie bekommst du Hilfestellung und Lösungen bei Fragen wie zum Beispiel:

  • Wie gehe ich mit Verletzungen und Zurückweisung um?
  • Wie begegne ich mir selbst und wie begegne ich anderen Menschen?
  • Wie beeinflusst die Hauterkrankung meinen Selbstwert?
  • Wie kann ich eine Restrukturierung meines Lebens schaffen?

Das sagt die hautinfo.at Expertin

Dr. Sabine Schneider Psychologin Haut Neurodermitis Psoriasis Salzburg
Dr. Sabine Schneider

Dem Druck widerstehen In den Medien wird uns täglich vorgeführt, wie man auszusehen hat, wenn man erfolgreich und anerkannt sein will. Wenn Erfolg oder Akzeptanz aber fast ausschließlich vom äußeren Erscheinungsbild abzuhängen scheint, dann empfinden das gerade Neurodermitiker als große Belastung und Stress. Vor allem, weil andere definieren, was schön und was nicht schön ist. Dabei macht es überhaupt keinen Sinn, sich das Leben wegen anderer schwer zu machen. Dr. Sabine Schneider, psychologische Beraterin aus Salzburg: „Was die von dir erwarten, wie du auszusehen und zu funktionieren hast, ist einzig und alleine deren Wahrnehmung und Wunschgedanke und somit auch deren Problem. Wünschen können sie es sich ja. Dir wünsche ich aber, ganz zu dir zu stehen und dich nicht von außen beeinflussen zu lassen.“

Stress verstärkt die Krankheit

Es gibt viel äußeren Einfluss, der den nächsten Schub beschleunigen kann. Sei es der Leistungsdruck in unserer Gesellschaft. Oder die Erwartungshaltung, wie mit als normal angesehenen stressigen Alltagssituationen umzugehen ist. Durch die wachsende Geschwindigkeit in unserer Gesellschaft hetzen wir von einem Termin zum nächsten. Wenn deine Haut dir also das nächste Mal wieder Signale sendet, dann schau doch mal, was sich gerade so in deinem Leben tut und versuch, etwas Geschwindigkeit herauszunehmen.

Seelischen Druck wahrnehmen

Lerne, den seelischen Druck wahrzunehmen und ihn entweder zu vermeiden oder zumindest bewusst mit ihm umzugehen. Gehe achtsam mit deinem Körper um. Schaue in Zukunft etwas genauer hin in all deine Lebensbereiche. Du wirst nach einer gewissen Zeit herausfinden, was dir gut tut und auf welche Dinge du allergisch reagierst. Das geht von bestimmten Nahrungsmitteln über unangenehme Materialien und Stoffe bis hin zu bestimmten Mitmenschen. Vielleicht hilft es dir, ein Tagebuch zu führen, indem du die Schübe und das seelische Befinden, die Emotionen und auch die Stressfaktoren des Alltags notierst. Das kann dir helfen, die Auslöser der Erkrankung zu finden, die negativen Einflüsse zu erkennen und diese dann auch zu vermeiden. Und wenn du bestimmte Lebensumstände nicht ändern kannst? Dann kannst du dich mit der für dich passenden Entspannungstechnik immerhin besser damit arrangieren.

Neues Medikament bringt Linderung bei Neurodermitis

Biologika Dupilumab Neurodermitis Atopische Dermatitis

Du hast Neurodermitis, hast schon so vieles probiert und nichts funktioniert? Es gibt ein neues Medikament, welches bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis für erwachsene Patienten ab dem vollendeten 12. Lebensjahr in Österreich zugelassen ist. Dieses Medikament, ein Biologikum, greift ganz gezielt in das Immunsystem ein und blockiert die Signalwege der Entzündung. Dabei wirkt es nicht auf das gesamte Immunsystem, sondern ausschließlich auf die Übertragungswege jener Botenstoffe, die an der Atopischen Dermatitis beteiligt sind. Die bisherigen Studien mit diesem Biologikum bestätigen bei vielen Patienten weniger Juckreiz und kleinere bzw. weniger ausgeprägte Ekzeme. Weiters haben sich Schmerzen sowie Angstzustände und Depressionen verbessert. Mache dir einen Termin beim Dermatologen und finde heraus, ob du für dieses Medikament geeignet bist.

So entspannst du ganz natürlich

In den letzten Jahren zeigte sich bei vielen Neurodermitis Patienten deutlich, dass durch das regelmäßige Ausüben einer Entspannungstechnik der Hautzustand wesentlich verbessert werden kann. Entspannungsübungen können die Grunderkrankung nicht heilen, führen aber langfristig zu mehr innerer Gelassenheit, Sicherheit und Zuversicht. Das wirkt sich positiv auf die Psyche und damit auf die Haut aus.

Es gibt unterschiedliche Methoden, um zu entspannen. Ein gutes Mittel, um sich eine kleine Auszeit zu nehmen ist Autogenes Training. Die Entspannungsmethode, die in den 30iger Jahren in Berlin entwickelt wurde, kommt ursprüngliche aus der Hypnose. Durch formelhafte Redewendungen, der sogenannten Autosuggestion, hilfst du dem Unterbewusstsein, an etwas zu glauben. Voraussetzung dafür ist eine ruhige Körperhaltung, meistens werden die Übungen im Liegen gemacht. Die aus kurzen formelhaften Vorstellungen bestehenden Übungen sagst du dir mehrmals konzentriert im Geiste vor. Die "einfache" Version des Autogenen Trainings besteht aus sieben Übungen, die in der Regel nacheinander durchgeführt werden. Die Übungen sind für alle Lebenslagen nützlich, so kann man sich z.B. jederzeit die kalten Füße mit purer Gedankenkraft aufwärmen. Es gibt sehr viele Kurse und Seminare dazu, probiere es ruhig mal aus. Psychische Belastungen führen letztendlich auch zu einer erhöhten Anspannung der Muskulatur. Dauert dieser Zustand der Verspannung länger an, leidet darunter nicht nur der Körper, sondern auch die Seele.

Mit Hilfe der Progressiven Muskelrelaxation werden einzelne Muskelgruppen abwechselnd angespannt und dann wieder entspannt – und zwar Schritt für Schritt über die gesamte Skelettmuskulatur. Diese Wechselwirkung führt zu einer generellen Muskelentspannung, die sich wohltuend auf Körper und Geist auswirkt. Auch für diese Übungen braucht es ein bisschen Übung, aber schnell wirst du merken, wie einfach dein Körper vom Arbeits- in den Ruhemodus schalten kann. Im Zustand der Entspannung ist der Körper nicht auf Leistung, sondern auf Regeneration eingestellt. Ideal für deine Haut.

Jeder Neurodermitiker sollte für sich herausfinden, was ihn im Alltag zwischendurch entspannt und wo er sich Kraft holen kann.

Lass dir gezielt helfen!

Schulmedizin Dermatologe Hautarzt Urtikaria Psoriasis Schuppenflechte Spezialist

Auch in schwereren Fällen von Neurodermitis (atopischer Dermatitis) gibt es mittlerweile wirksame und gut verträgliche Medikamente. Nütze die Chance, bei Neurodermitis Beschwerdefreiheit oder zumindest eine spürbare Verbesserung zu erlangen. Dein Dermatologe kennt die neuesten Wirkstoffe – sprich ihn beim nächsten Arztbesuch darauf an und lass dich beraten!

Fazit

Neurodermitis hat einen psychosomatischen Hintergrund. Psychische Faktoren spielen damit eine Rolle bei chronisch entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis, aber sie sind nicht der alleinige Auslöser. Es spielen immer Körper, Geist, Seele und Psyche zusammen. Die große Problematik einer Hauterkrankung ist, dass die Symptome nach außen sichtbar sind. Dies löst sowohl in der Umgebung des Patienten (z.B. Ekel) als beim auch Patienten selbst (z.B. Scham) Reaktionen aus. Damit muss man als Betroffener umgehen lernen. Die Psychodermatologie hilft zu verhindern, dass Menschen aufgrund ihrer Erkrankung in eine Depression schlittern und Angststörungen und Phobien entwickeln. Im Rahmen der Behandlung lernen die Patienten die physischen und psychischen Symptome verstehen, um langfristig besser damit klarkommen zu können.

Experten-Interview: Psychische Belastung

Dr. Eva Lehner-Baumgartner Psychologin AKH Wien
Dr. Eva Lehner-Baumgartner

Sehr interessant dazu unser Interview mit Mag. Dr. Eva Lehner-Baumgartner, Leiterin Klinische Psychologie im AKH Wien, mit der wir über das psychotherapeutische Angebot in Österreich geplaudert haben. Sie ist überzeugt, dass bei vielen Neurodermitis-Patienten eine begleitende Therapie die Hauterkrankung positiv beeinflussen kann. Eine psychische Begleittherapie muss aber aktiv eingefordert werden. Leider haben gerade Hautpatienten die Angewohnheit, sich „unsichtbar“ zu machen und nicht laut aufschreien zu wollen.

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