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Nagelveränderungen bei Neurodermitis

Unsere Finger- und Zehennägel werden von spezialisierten Zellen der Oberhaut (Epidermis) gebildet und zählen somit zu den Hautanhangsgebilden. Störungen der Haut wie chronische Erkrankungen, Verletzungen oder akute Entzündungen können sich daher auch auf die Bildung und Funktion eines gesunden Nagelapparates auswirken. 

Im Gegensatz zu anderen dermatologischen Grunderkrankungen zieht Neurodermitis die Qualität der Nägel jedoch nicht zwangsläufig in Mitleidenschaft. Allerdings gibt es eine Reihe von Auffälligkeiten und krankhaften Veränderungen am Nagelorgan, die vor allem durch eine nicht oder nur ungenügend behandelte Neurodermitis begünstigt werden können.

Glanznägel

Zu den typischen Begleiterscheinungen des atopischen Ekzems gehören die sogenannten Glanznägel. Neurodermitis-Patienten werden angehalten, juckende Hautpartien nach Möglichkeit nicht zu kratzen, da dies das empfindliche Gewebe stark irritieren und zu einer reaktiven Entzündung führen kann. Um sich bei anhaltendem Juckreiz dennoch Linderung zu verschaffen, scheuert der geplagte Neurodermitiker häufig mit dem Fingerrücken über die betroffenen Stellen. Dadurch werden die oberflächlichen Schuppen der Nagelplatte abgelöst, die in der Folge wie frisch poliert wirkt. 

Ekzemnägel

Die Entzündungsherde bei Neurodermitis können prinzipiell am ganzen Körper auftreten und am jeweiligen Entstehungsort weitere Sekundärveränderungen nach sich ziehen. Besonders folgende Nagelveränderungen treten häufig in Verbindung mit einem atopischen Ekzem in unmittelbarer Nähe des Nagelorgans auf. 

Brüchige Nägel

Die mangelnde Festigkeit der Nagelplatte kann einerseits durch fortwährende Austrocknung der Nagelplatte hervorgerufen oder aber bereits bei der Nagelneubildung induziert werden.  Partielles Einreißen oder Abbrechen vom freien Nagelrand her wird im Fachjargon als Onychorrhexis bezeichnet. Onychoschisis meint in Abgrenzung dazu eine horizontale Spaltung der Nagelplatte in zwei Teile. Beide Phänomene weisen auf einen zu geringen Feuchtigkeitsanteil in der Struktur der Nagelplatte selbst hin.  Eine Abschuppung der Nagelplatte von der Nagelwurzel her kann durch veränderte Ekzemzellen innerhalb der Nagelmatrix verursacht worden sein. Die von ihnen nur unzureichend ausgebildeten Hornzellen können im Extremfall zu einer flächendeckenden Aufweichung und Ablösung der Nagelplatte führen (Onychomadese). 

Grübchen und Sandpapiernägel

Vereinzelte Grübchenbildung oder eine ausgeprägte Trachyonychie (Sandpapiernägel) deuten ebenfalls auf eine Funktionsstörung innerhalb der Nagelmatrix hin, die auf eine Entzündung des hinteren Nagelfalzes zurückgehen kann. Wie bei der oben beschriebenen Onychomadese werden dabei vereinzelt oder größtenteils unfertige Hornzellen in der Nagelplatte verbaut, die sich im Alltag schneller abschuppen als etwaige vollständig ausgehärtete Zellstrukturen in der Nachbarschaft. 

Querstreifen und Rillen

Wird die Nagelplattenproduktion in der Nagelmatrix durch eine akute Entzündung kurzzeitig insgesamt behindert oder gar gestoppt, können Beau-Reilsche Querfurchen oder auch die Vorstufe davon, Meessche Querbänder, über die gesamte Breite der Nagelplatte die Folge sein. Während Nagelveränderungen infolge von Neurodermitis an sich sehr individuelle Begleiterscheinungen sind, werden derartige farblich oder strukturell veränderte Querbänder vergleichsweise häufig beim atopischen Ekzem beschrieben. 

Nagelverdickung/ -verformung

Krankhaft veränderte Matrixzellen können nicht nur unfertige, zu weiche Hornzellen produzieren, sondern ganz im Gegenteil auch viel zu viele. Die überschießende Hornzellproduktion kann sich in verschiedenen Formänderungen der Nägel manifestieren – je nachdem in welchem Bereich der Nagelmatrix die Hornzellproduktion außer Kontrolle geraten ist und welche Umweltfaktoren noch hinzukommen. 

Nagelbett- und Nagelfalzentzündungen

Als eine Besonderheit, die unbedingt durch frühzeitiges und gründliches Handeln vermieden werden sollte, gelten chronische Nagelfalzentzündungen, da sie Wachstumsstörungen wie auch schmerzhafte Nagelbettentzündungen und ein Abheben der Nagelplatte von demselben bedingen können.  Hervorgerufen wird die rötlich geschwollene, schmerzhafte und oft eitrige Entzündung am seitlichen oder hinteren Nagelfalz unter anderem auch durch falsches Kürzen der Nägel und Infektionen. 

Im Kleinkindalter und im Winter leiden Neurodermitiker häufig unter dem „trockenen Finger- und Zehenkuppenekzem“ (Pulpitis sicca). Dieses wird deutlich an geröteter, pergamentartiger Haut und fest darauf haftenden Schuppen.  Hier ist schnelles und gründliches Handeln angesagt. Besonders die Fingerkuppen kommen im Alltag mit unterschiedlichsten bakteriellen Keimen und anderen Infektionserregern in Kontakt, die sich durch die gestörte Hautbarriere besonders willkommen fühlen. 

Infektionen

Das atopische Handekzem wirkt sich nicht nur unmittelbar durch Beeinträchtigung der Wachstumsfunktion auf das Nagelorgan aus. Durch die geschädigte Hautbarriere können unterschiedlichste Krankheitserreger leichter in den Körper eindringen und sich dort festsetzen. Neurodermitis-Patienten haben somit unter anderem ein erhöhtes Risiko einer Infektion mit Viren, Pilzen und Bakterien. 

Zu den Virusinfektionen im Bereich des Nagelorgans gehören allen voran gewöhnliche Warzen (Verruca vulgaris). Sie setzen sich meist am Nagelfalz fest und führen dort zu Gewebewucherungen, die den Nagel nach und nach vom Nagelbett abheben können.  Pilzinfektionen stellen für jedermann ein ständiges Risiko dar – vor allem bei häufigem Barfußlaufen in Schwimmbädern, Saunen und Umkleidekabinen. Der Neurodermitiker ist den Erregern durch seine geschwächte Hautbarriere besonders risikoreich ausgesetzt und sollte mit der größtmöglichen Umsicht und Vorsorge handeln. Nagelpilz frisst sich buchstäblich in die Nagelplatte hinein und lässt sich letztendlich nur durch konsequente medizinische Behandlung bis zum vollständigen Auswachsen wieder beseitigen. 

Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion sollten Neurodermitis-Patienten ebenfalls sofort den Hautarzt ihres Vertrauens aufsuchen und gegebenenfalls einen mikrobiologischen Erregernachweis durchführen lassen. Besonders Staphylococcus aureus ist häufig ein Begleiter des atopischen Ekzems. Diese spezielle Bakterienfamilie ist fast auf jedermanns Haut zu Hause, aber Menschen mit Neurodermitis ziehen sie fast schon magisch an. Der Bakterienbefall kann zu heftigen Entzündungen an der den Nagel umgebenden Haut führen und muss – ebenso wie der Befall mit Pilzen – vollständig auswachsen, bevor von einer Heilung gesprochen werden kann. 

Nagelpflege bei Neurodermitis

Klar – jeder möchte für seine Haut nur das Beste tun. Haut- und Nagelpflege sind modern und gehören zum guten Ton. Das weiß vor allem die Kosmetik-Industrie, die den Markt mit unterschiedlichsten Mittelchen überschwemmt. Die Kunst besteht darin, das passende Produkt für die eigene Haut zu finden. Leider, so muss man sagen, finden immer wieder gerade solche Produkte großen Anklang, die zwar theoretisch sehr gelungen scheinen, in der Praxis aber oft die gegenteilige Wirkung auf der Haut hervorrufen. Dies gilt vor allem für alkalische Seifen.

Es scheint immer wieder etwas unklar zu sein: Gibt es den Säureschutzmantel der Haut oder gibt es ihn nicht? Und wenn ja – wie kann „Säure“ gut für uns sein?  Fakt ist: Es gibt ihn. Und er ist sogar sehr gut für uns, weil er unserer Haut hilft, die Heerscharen an Keimen, die gerne darauf wohnen wollen, in einer überschaubaren Anzahl zu halten. Gerade für Menschen, die unter einer entzündlichen Hauterkrankung leiden, ist der Säureschutzmantel ein wichtiges Instrument zur Verteidigung gegen eine Überbesiedlung mit fremden Mikroben.  Atopiker haben im Vergleich zu Nicht-Atopikern häufig einen nicht ganz so sauren pH-Wert auf ihrer Haut, was sie zu einem besonders attraktiven Wohnort für Kleinstlebewesen macht.

Die oberste Priorität für einen Neurodermitiker sollte also darin liegen, nur solche Haut- und Nagelpflegeprodukte zu verwenden, die einen niedrigen pH-Wert besitzen, um den Säureschutzmantel nach Möglichkeit zu stärken oder doch wenigstens zu erhalten. Des Weiteren sollten rückfettende Seifen oder Badezusätze verwendet werden sowie regelmäßig feuchtigkeitsbindende Pflegeprodukte vor allem über Nacht.

Gerade im Hinblick auf das erhöhte Allergierisiko bei Neurodermitis sollten auch Hand- und Nagelpflegeprodukte möglichst frei von Farb-, Duft- und Konservierungsstoffen sein.  Vorsicht sollten Atopiker außerdem bei der Verwendung von künstlichen Nägeln und Nagellack walten lassen. Lacke und Gele können verschiedene Kontaktallergien auslösen, die schließlich die Lebensqualität stark einschränken und in einschlägigen Berufen zur Berufsunfähigkeit führen können. 

Webtipp: nageldesignzentrale.de

Michaela Knobloch Nageldesignzentrale

Die Plattform nageldesignzentrale.de beschäftigt sich hauptsächlich mit die Themen Maniküre, Pediküre und Nageldesign und versuchen aktuelle Trends, Tipps und Tricks den Lesern näher zu bringen. Obwohl es kein "medizinisches" Portal ist, werden bei Überschneidungen mit den Kernthemen auch medizinische Zusammenhänge professionell und für den Laien verständlich erklärt.
Michaela Knobloch, nageldesignzentrale.de

nageldesignzentrale.de

Fazit

Nagelveränderungen gehören nicht automatisch zum Krankheitsbild der Neurodermitis. Allerdings treten sie gelegentlich als Begleiterscheinung beim atopischen Handekzem in unmittelbarer Nähe des Nagelorgans auf. Neben Wachstumsstörungen sind vor allem Infektionen eine häufige Folge der gereizten, entzündeten Haut. Neurodermitiker sollten daher stets darauf achten, bei der Maniküre und Pediküre schonungsvoll vorzugehen, die natürliche Hautbarriere zu schützen und nach Möglichkeit nur Produkte mit einem möglichst geringen Allergierisiko zu wählen.

Nageldesignzentrale
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