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Schluss mit dem Winterblues
- Warum der Winter aufs Gemüt schlagen kann
- Was Haut und Stimmung im Winter wirklich hilft
- Bewährte Therapien bei ausgeprägtem Winterblues
- Ernährung und Nährstoffe als Unterstützung von innen
- Kleine Self Care Rituale mit großer (Haut-)Wirkung
- Wärmende Bäder und einfache DIY Anwendungen
- Wann ärztliche Hilfe wichtig ist
Wenn die Tage kürzer werden und das natürliche Licht fehlt, gerät vieles aus dem Gleichgewicht. Der Körper schaltet einen Gang zurück, die Stimmung sinkt und selbst alltägliche Aufgaben fühlen sich plötzlich anstrengend an. Mit einfachen Gewohnheiten, bewusster Selbstfürsorge und dem richtigen Wissen lässt sich die dunkle Jahreszeit jedoch deutlich besser bewältigen. Auch die Haut reagiert auf den Winterblues: Sie wirkt trocken, fahl und empfindlicher als sonst. Mit diesen schnellen und wirksamen Tipps fühlt sich die Haut wieder wohler und das spiegelt sich auch im eigenen Wohlbefinden wider.
Warum der Winter aufs Gemüt schlagen kann
Mit der abnehmenden Helligkeit verändert sich der innere Rhythmus des Körpers. Das Gehirn produziert vermehrt Melatonin, ein Hormon, das müde macht und den Energielevel senkt. Gleichzeitig wird weniger Serotonin ausgeschüttet, das eine zentrale Rolle für Stimmung, Motivation und Antrieb spielt. Diese hormonelle Verschiebung führt dazu, dass sich viele Menschen im Winter erschöpft, lustlos oder schneller gereizt fühlen. Häufig steigt auch das Verlangen nach Süßem oder kohlenhydratreichen Lebensmitteln, da der Körper versucht, den Serotoninspiegel kurzfristig anzuheben.
Der sogenannte Winterblues ist dabei keine Seltenheit. Er gilt als abgeschwächte Form der saisonalen Depression und tritt vor allem zwischen Herbst und Frühjahr auf. Die gute Nachricht ist, dass sich leichte Symptome meist gut selbst beeinflussen lassen, wenn man die richtigen Stellschrauben kennt.
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Neben der Psyche leidet im Winter oft auch die Haut
Neben der Psyche reagiert im Winter häufig auch die Haut sensibel auf die veränderten Bedingungen. Lichtmangel, Stress und trockene Heizungsluft entziehen ihr Feuchtigkeit und schwächen die natürliche Schutzbarriere. Die Folge sind Spannungsgefühle, Trockenheit und ein fahler Teint. Es ist wichtig, Haut und Stimmung gemeinsam zu unterstützen, etwa durch regelmäßige Bewegung im Tageslicht und eine Hautpflege, die gezielt auf die Bedürfnisse der Winterhaut abgestimmt ist.
Hautwissen
Was Haut und Stimmung im Winter wirklich hilft
Eine Kombination aus:
- Licht
- Bewegung
- Nährstoffen
- pflegenden Routinen
- und einem stabilen Tagesrhythmus
Licht als natürlicher Stimmungsaufheller
Im Winter braucht der Körper gezielte Unterstützung, um Haut und Stimmung im Gleichgewicht zu halten. Tageslicht spielt dabei eine zentrale Rolle. Schon 20 bis 30 Minuten im Freien, idealerweise zwischen Vormittag und frühem Nachmittag, helfen dem Körper, den inneren Rhythmus zu stabilisieren und die Serotoninproduktion anzuregen. Auch bei bewölktem Himmel wirkt natürliches Licht stärker als jede Innenbeleuchtung. Ergänzend kann eine Lichttherapie mit speziellen Tageslichtlampen sinnvoll sein. Geräte mit etwa 10.000 Lux werden meist morgens für rund 30 Minuten eingesetzt und können Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Antriebslosigkeit lindern.
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Bewegung bringt Körper und Psyche in Schwung
Regelmäßige Bewegung verstärkt diesen Effekt. Sie fördert die Durchblutung, verbessert die Schlafqualität und wirkt sich direkt positiv auf die Stimmung aus. Dafür braucht es kein intensives Training. Bereits ein zügiger Spaziergang reicht aus, um Körper und Geist aus dem Wintertief zu holen.
Feste Routinen geben Halt im Winter
Ein stabiler Tagesablauf mit festen Zeiten für Schlaf, Mahlzeiten und Bewegung hilft dem Körper, zwischen Aktivität und Erholung zu unterscheiden. Diese Struktur reduziert Stress und schafft Orientierung in einer Zeit, in der der Körper schneller in den Energiesparmodus fällt.
Sanfte Pflege für eine starke Hautbarriere
Im Winter steht der Schutz der Hautbarriere im Mittelpunkt. Schonende Routinen helfen, weiteren Feuchtigkeitsverlust zu vermeiden und die Haut widerstandsfähiger zu machen. Eine milde Reinigung ohne Alkohol oder aggressive Tenside bewahrt die natürliche Schutzschicht. Gut zu wissen: Wärme tut der Seele gut, kann die Haut jedoch zusätzlich belasten. Lauwarmes Duschen ist deshalb hautfreundlicher als heißes Wasser.
Direkt nach der Reinigung sorgt eine reichhaltige Pflege mit Ceramiden, Hyaluron oder Glycerin dafür, dass Feuchtigkeit in der Haut gebunden bleibt. Bei sehr trockener Haut kann ein paar Tropfen Gesichtsöl über der Creme sinnvoll sein, um die Pflege zu versiegeln. Barrierestärkende Inhaltsstoffe wie Sheabutter, Squalan, Panthenol oder Niacinamid unterstützen die Regeneration und schützen vor Kälte, Wind und trockener Heizungsluft. Peelings sollten sparsam eingesetzt werden und möglichst mild sein, um die Haut nicht zusätzlich zu reizen.
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Bewährte Therapien bei ausgeprägtem Winterblues
Bei stärkerem Stimmungstief können zusätzlich therapeutische Ansätze helfen. Die Lichttherapie gilt als eine der wirksamsten Methoden, um den Tag Nacht Rhythmus zu stabilisieren und die Serotoninbildung zu unterstützen. Psychotherapeutische Verfahren, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie, helfen dabei, belastende Gedankenschleifen zu durchbrechen. Auch Bewegungstherapie zeigt eine nachweislich stimmungsaufhellende Wirkung, da sie Stress abbaut und das emotionale Gleichgewicht stärkt.
Ernährung und Nährstoffe als Unterstützung von innen
Gerade im Winter beeinflusst deine Ernährung nicht nur das Hautbild, sondern auch Energie, Stimmung und innere Balance. Eine ausgewogene Versorgung mit:
- Flüssigkeit
- Eiweiß
- Vitaminen
- und gesunden Fetten
hilft deinem Körper, besser mit Lichtmangel und Kälte umzugehen. Ausreichend zu trinken ist dabei die Basis, denn nur gut versorgte Haut kann Feuchtigkeit speichern und ihre Schutzfunktion aufrechterhalten.
Schwere, fettige Gerichte wirken im Winter zwar kurzfristig sättigend, machen dich aber oft müde und träge. Bekömmlicher sind warme Mahlzeiten mit hohem Gemüseanteil, etwa Suppen oder Eintöpfe. Sie wärmen von innen, liefern viele Mikronährstoffe und belasten den Stoffwechsel weniger. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Aminosäure Tryptophan, die der Körper für die Bildung von Serotonin benötigt. Sie steckt unter anderem in Hülsenfrüchten, Eiern, Fisch, Nüssen, Haferflocken und Kürbis. Ein warmes Porridge mit Früchten oder Nüssen wäre daher ein idealer Start in deinen Tag.
Grundsätzlich gilt: Je vielfältiger und farbenreicher der Teller, desto besser. Auch im Winter lässt sich mit saisonalen Zutaten viel Abwechslung schaffen. Wintersalate wie Vogerlsalat, Radicchio oder Rucola bringen Frische, während Wurzelgemüse wie Karotten, Pastinaken, Sellerie, Rote Rüben oder Kürbis mit ihren erdigen Farben und wertvollen Inhaltsstoffen überzeugen.
Eiweiß spielt ebenfalls eine zentrale Rolle, da es wichtige Aminosäuren liefert und den Körper wacher und leistungsfähiger macht. Neben Fisch, Fleisch und Eiern findest du gute Eiweißquellen auch in Getreide und Pseudogetreide wie Quinoa, Hirse, Amaranth oder Dinkel. Entscheidend ist die Kombination: Eiweiß entfaltet seine positive Wirkung besonders dann, wenn es vor allem mit Gemüse kombiniert wird. Ein einfaches Beispiel ist ein Fischfilet, das kurz gegart und mit gedünstetem Gemüse serviert wird, ergänzt durch eine kleine Portion Kartoffeln oder Reis.
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Fettsäuren und Vitamine
Besonders wertvoll sind Lebensmittel, die Omega 3 Fettsäuren, B Vitamine und Vitamin D liefern, da sie an der Nervenfunktion und an der Bildung von Botenstoffen wie Serotonin beteiligt sind. Da die körpereigene Vitamin D Produktion in der dunklen Jahreszeit stark abnimmt, sollte ein möglicher Mangel im Blick behalten und bei Bedarf ärztlich abgeklärt werden. Ergänzungen können dann sinnvoll sein, ersetzen jedoch keine ausgewogene Ernährung.
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Kleine Self Care Rituale mit großer (Haut-)Wirkung
Kleine, regelmäßig wiederkehrende Rituale können im Winter viel bewirken. Sie helfen dabei, zur Ruhe zu kommen, Stress abzubauen und das Hautgefühl zu verbessern. Bereits wenige bewusste Minuten am Tag reichen aus, um Körper und Geist zu entspannen. Feuchtigkeitsspendende Masken ein bis zwei Mal pro Woche oder eine kurze Gesichtsmassage am Abend fördern die Durchblutung und unterstützen die nächtliche Regeneration der Haut. Auch ein ruhiges Umfeld, entspannende Musik und ausreichend Schlaf tragen dazu bei, das innere Gleichgewicht in der dunklen Jahreszeit zu stabilisieren.
Mit einfachen Handgriffen lässt sich zuhause ein kleines Wellnessprogramm gestalten, das Entspannung bringt und die Hautpflege ergänzt. Wichtig ist dabei, auf den aktuellen Hautzustand zu achten. Bei sehr aktiver Neurodermitis oder stark gereizter Haut sind intensive Anwendungen nicht geeignet, da sie die Haut zusätzlich belasten können. Ist die Haut jedoch stabil, können sanfte Rituale wohltuend wirken.
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Sanfte Masken für entspannte Haut
Eine feuchtigkeitsspendende Gesichtsmaske eignet sich besonders bei gespannter, trockener Haut. Beruhigende Pflanzenextrakte wie Kamille oder Melisse können empfindliche Haut zusätzlich entspannen. Damit die Pflege gut aufgenommen wird, kann die Haut vorab mit Wärme vorbereitet werden, etwa durch ein Bad, Wärme und aufsteigender Dampf öffnen nämlich die Poren, machen die Haut so aufnahmefähiger und lassen die Wirkstoffe besser eindringen. Nach dem gleichen Prinzip kann die Haut auch mit warmen Kompressen auf die Pflege vorbereitet werden. Einfach ein Frotteetuch in heißes Wasser geben, gut auswringen und auf die Haut legen. Den Vorgang mehrmals wiederholen. Hilfreich ist auch vor dem Auftragen der Maske ein Peeling zu machen, denn das optimiert die Aufnahme der Wirkstoffe!
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Gesichtsmassage zur Förderung der Durchblutung
Eine kurze Gesichtsmassage unterstützt die Durchblutung und wirkt entspannend. In Kombination mit einer nährenden Creme lässt sie sich leicht in die abendliche Pflegeroutine integrieren. Sanfte, gleichmäßige Streichbewegungen über Wangen, Stirn und Kiefer reichen bereits aus, um die Haut besser zu durchbluten und Spannungen zu lösen.
Pflege der Halspartie nicht vergessen
Die Haut am Hals ist besonders dünn und wird im Alltag oft vernachlässigt. Ab dem Alter von 35 Jahren sollte regelmäßig etwas für die oft vernachlässigte Halspartie getan werden, da die Haut dort besonders schnell erschlafft und faltig wird. Als effektiv haben sich Ölwickel erwiesen. Einfach drei Teelöffel angewärmtes Öl (z. B. Mandel-, Avocado-, Sonnenblumen-, Weizenkeim-, Oliven- oder Klettwurzelöl) mit der gleichen Menge flüssigen Honigs mischen und mit einem Maskenpinsel auf die Partie zwischen Kinn und Schlüsselbein streichen. Fertig eingestrichen wird die Partie mit einem feuchten Baumwolltuch abgedeckt und mit einem weichen Frotteetuch umwickelt. RELAXEN. Nach einer halben Stunde mit lauwarmen Wasser abspülen.
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Regeneration über Nacht unterstützen
Bevor du dich angenehm entspannt ins Land der Träume begibst, folgt noch der letzte Schritt des kleinen @home Wellness-Programmes. Der Regenerationsprozess läuft nachts auf Hochtouren. An Schwellungen kann man erkennen, dass der Abtransport von Lymphflüssigkeit und Schlacken nachts nicht so gut funktioniert. Creme dich daher vor dem Zubettgehen mit Nachtcremes mit Wirkstoffkomplexen aus Ginkgo, Tigergras, Pro- Vitamin- E, Aminosäuren oder aus Weizenproteinen ein.
Wärmende Bäder und einfache DIY Anwendungen
Wärme wirkt im Winter wohltuend auf Körper und Seele, sollte jedoch bewusst eingesetzt werden. Zu heiße oder zu häufige Bäder können die Haut austrocknen und ihre Schutzfunktion schwächen. Angenehm warme Bäder in moderatem Maß entspannen dagegen und unterstützen die Erholung. Wichtig ist, die Haut anschließend auf noch leicht feuchter Haut einzucremen, um Feuchtigkeit besser einzuschließen. Bei DIY Anwendungen gilt Zurückhaltung: Je sensibler die Haut, desto weniger Inhaltsstoffe sollten verwendet werden. Sanfte, gut verträgliche Pflege reicht oft aus, um das Hautgefühl spürbar zu verbessern.
DIY-Maske
Wohltuende Körper-Maske selbst gemacht
- 5 EL Mandelöl
- 5 EL Nachtkerzenöl
- 5 EL Avocadoöl
- 2 Tropfen Lavendelöl
- 1 TL frisch gepresster Zitronensaft
- 1 Eigelb
So geht´s: Das Eigelb verrühren und danach die einzelnen Öle tropfenweise zugeben. Abschließend den Zitronensaft untermischen. Diese wohltuende Mixtur massierst du am ganzen Körper ein. Kuschle dich danach in einen warmen Bademantel und gönne dir mindestens eine Stunde Ruhe, um die Maske gut einwirken zu lassen. Danach wird geduscht und die Haut anschließend mit einer guten Hautcreme gepflegt.
Wann ärztliche Hilfe wichtig ist
Halten Antriebslosigkeit, anhaltende Traurigkeit, Schlafstörungen oder starke Stimmungsschwankungen länger als zwei Wochen an oder schränken sie den Alltag deutlich ein, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Eine ausgeprägte saisonal bedingte Depression ist mehr als ein vorübergehendes Stimmungstief und benötigt professionelle Unterstützung. Mit einer gezielten Behandlung lassen sich die Beschwerden in der Regel sehr gut lindern.
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Unser Fazit
Der Winterblues kann belastend sein, lässt sich jedoch gut beeinflussen. Ausreichend Licht, regelmäßige Bewegung, feste Tagesstrukturen und eine bewusste Ernährung bilden die Grundlage, um die dunkle Jahreszeit ausgeglichener zu erleben. Wer frühzeitig auf die Signale des Körpers achtet und gezielt gegensteuert, unterstützt nicht nur die Stimmung, sondern auch die Haut und kann die Wintermonate mit mehr Energie und innerer Stabilität gestalten.
Karin Meinhart, Hautinfo.at Gründerin
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Infos zum Beitrag
Autor:
Mag. Karin Meinhart
Stand der medizinischen Informationen: 26. November 2025
Letzte Aktualisierung: 16. Dezember 2025