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Neurodermitis und die TCM: Die 6 wichtigsten Ernährungstipps

Kennst du das Sprichwort: Die Haut ist der Spiegel deiner Seele? Dazu gehört auch noch: Die Haut ist der Spiegel deines Darms.

Die zwei Hauptursachen für Neurodermitis aus Sicht der TCM sind:
1. Feuchtigkeit: Schwellungen, nässende Ekzeme, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen
2. Hitze: gerötete Stellen, Entzündungen

Du kennst wahrscheinlich die Erfahrung, dass deine Hautprobleme stärker werden, wenn du Süßigkeiten isst. Das liegt laut TCM daran, dass Süßes, vor allem weißer Zucker, pathogene Feuchtigkeit produziert. Der Darm kann die Feuchtigkeit nicht ausleiten und so kommt sie über die Haut heraus, in Form von Pusteln und nässenden Ekzemen. Die Haut ist also nicht das wahre Problem, sondern dein Darm und deine Verdauung (auf Chinesisch: Milz-Qi). Unsere Haut hilft dem Darm, die ungünstigen Stoffe aus dem Körper auszuleiten, damit sie im Körper innen keinen Schaden anrichten. Diese ungünstigen Stoffe heißen in der TCM Feuchtigkeit und Hitze. Wenn sich im Körper zu viel Feuchtigkeit und Hitze ansammelt, kann das zu schweren Krankheiten führen wie zum Beispiel Krebs, aber eben auch zu chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis.

Die Expertin: Mag. Katharina Ziegelbauer

Katharina Ziegelbauer TCM Neurodermitis Neurodermitishilfe Neurodermitisernährung

Als Neurodermitikerin kenne ich das Leiden an offener, schmerzender Haut. Ab dem Alter von 12 hatte ich regelmäßig Ekzeme und schlimmen Juckreiz, mit 19 war ich dann am ganzen Körper betroffen und ständig blutig gekratzt. Neben Cortison habe ich auch bald eine Darmreinigung gemacht, Bioresonanz ausprobiert und andere alternative Methoden. Richtig geholfen hat mir nichts davon, sodass ich mich schon damit abgefunden hatte, mein ganzes Leben Neurodermitis zu haben. Mit Anfang 30 habe ich dann die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) kennen gelernt und Schritt für Schritt meine Ernährung umgestellt. Die ersten Monate habe ich auch TCM-Kräuter genommen, die du bei TCM-ÄrztInnen verschrieben bekommst. Es sind Granulate, die man in heißem Wasser auflöst. Sie schmecken nicht gut, sind aber sehr leicht im Alltag zu verwenden. Nach ca. 1 Jahr war meine Haut nachhaltig besser als vorher, und heute bin ich so gut wie symptomfrei. Nebenbei haben sich meine Verdauungsbeschwerden verbessert und andere Symptome wie PMS oder die ständige Müdigkeit haben sich in Luft aufgelöst. Ich war so begeistert von diesem Erfolg, dass ich die Ausbildung zur TCM-Ernährungsberaterin gemacht habe, um dieses tolle Wissen weiterzuverbreiten.
Mag. Katharina Ziegelbauer

Die Ernährung nach TCM

Diese ist die Basis, damit sich deine Haut dauerhaft verbessern kann und du dich wieder richtig wohl in deiner Haut fühlst. Die 6 wichtigsten Ernährungstipps nach TCM für schönere Haut:

1. Achte auf deine Verdauung.
Wenn du zu Hautproblemen neigst, funktioniert deine Verdauung wahrscheinlich unzureichend. Es bleiben Reste (westlich: Schlacken, nach TCM: Feuchtigkeit), die deine Haut stellvertretend für den Darm ausleiten muss. Wenn du dich so ernährst, dass diese Feuchtigkeit abgebaut wird und keine neue entsteht, dann erholt sich deine Haut. Meide also möglichst alles, was dich bläht, dir im Magen liegt oder Durchfall auslöst.


2. Meide scharfe Gewürze. 

Wenn du schon einmal ein Chili con carne gegessen hast, weißt du sicher, dass einem danach ziemlich heiß werden kann. Das liegt nach TCM daran, dass scharfe Gewürze erhitzend wirken. Das kann den Juckreiz und die Entzündungen der Haut verstärken. Reduziere Chili, Curry, Pfeffer, Knoblauch, aber auch Zimt, Ingwer und Gewürznelken. Auch Tees aus diesen Gewürzen sind sehr erhitzend und ungünstig für deine Haut (die typischen Yogi-Tees). Kaffee wirkt ebenfalls erhitzend.


3. Reduziere Kuhmilch und Käse.

Kuhmilch erzeugt pathogene Feuchtigkeit im Körper. Beim Käse gilt: je weicher, desto befeuchtender. Meide Kuhmilch am besten ganz und verwende Käse nur in Maßen, besser als Kuhmilchkäse sind Schaf- und Ziegenmilchkäse.

4. Iss ein gekochtes Frühstück.
Das gekochte Frühstück ist eine wichtige Säule der TCM-Ernährung und eine effektive Methode, um Feuchtigkeit im Körper abzubauen und deine Verdauungskraft zu stärken. Kaltes und rohes Essen hingegen kann in zu großen Mengen Feuchtigkeit produzieren, vor allem Bananen, Orangen(saft), rohe Tomaten und rohe Gurken. Probiere zum Frühstück einen Grießbrei aus Dinkelgrieß und Reisdrink oder ein Haferflockenporridge mit Apfelkompott und Cashewkernen. Auch Pikantes wie Gemüsesuppe, Linsen mit Reis oder Eier mit Zucchini und Champignons ist ein tolles Frühstück. Achte darauf, dass es dir schmeckt, du gut satt wirst und es auch deiner Verdauung gut tut.

5. Iss weniger Brot und Gebäck. 

Vielleicht ist dir schon einmal aufgefallen, dass du nach einem Käsebrot Blähungen bekommen hast. Brot ist nach TCM schwer bekömmlich, vor allem in der Kombination mit Käse und Wurst. Vollkornbrot, besonders wenn es noch frisch und "feucht" ist, gilt als besonders unbekömmlich und damit befeuchtend. Versuche, brotfreie Tage einzuführen. Koche dafür häufiger und iss möglichst auch zu Mittag und am Abend regelmäßig gekochte Mahlzeiten mit hohem Gemüseanteil. Wenn du Lust auf Brot hast, iss es lieber zu einer Suppe dazu statt mit Käse und Rohkost. Weißmehl ist übrigens besonders stark verschleimend und deshalb sehr ungünstig.


6. Reduziere weißen Zucker und Süßigkeiten.
Besonders Schokolade wirkt sich negativ auf deine Haut aus: die Kombination von Kuhmilch, schlechten Fetten und Zucker wirkt dreifach befeuchtend, und der Kakao erzeugt noch extra Hitze dazu. Besorge dir einen gesunden Ersatz, z.B. hochprozentige Bitterschokolade, Trockenfrüchte, Kokoschips. Kaufe keine Vorräte an Naschereien ein. Was mir als ehemaligem Schokoholic sehr geholfen hat, waren süße Breie, die ich mir auch am Abend gekocht habe. Etwa Reisflocken mit geriebenem Apfel und etwas Kakaopulver darüber.

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Richtige Ernähung nach TCM bei Neurodermitis

Wie du deine Ernährung umstellen kannst

Zu viele Verbote beim Essen können sehr viel Stress und Druck auslösen, was wiederum die innere Hitze verstärkt. Daher solltest du deine Ernähungsumstellung nicht zu radikal angehen. Beachte folgendes: Es gibt sehr viele Wege nach Rom, du kannst in Sieben-Meilen-Stiefeln gehen oder ganz kleine Schritte machen. Auch so kommst du ans Ziel. Das Wichtigste ist, dass du überhaupt beginnst. Und da sind die kleinen Schritte oft zielführender. Also etwa einen Kaffee weniger am Tag trinken und ein warmes Frühstück ausprobieren, auch wenn es nur 4x die Woche ist. Wenn du dann auch noch anfängst, öfter frisch zu kochen und weniger Industriekost zu essen, ist das wunderbar. Viel Freude damit!

Und was hat deine Seele damit zu tun?

Die Erfahrung, dass Stress deiner Haut nicht unbedingt gut tut, hast du sicher auch schon gemacht. Das liegt laut TCM daran, dass Stress erhitzend wirkt. Je röter und entzündeter deine Haut ist, desto mehr Hitze hast du in dir. Und diese wird durch den Stress direkt verstärkt. Neben Stress achte auch auf folgende Emotionen:

  • Zorn, Wut, Ärger: wirken erhitzend (verstärken die Röte der Haut)
  • Traurigkeit, Kummer: belasten die Lunge, die nach TCM für die Haut zuständig ist
  • viel Grübeln, Sorgen machen: erschwert die Verdauung, also die Umwandlung von Nahrung in Qi (Lebensenergie) erzeugt pathogene Feuchtigkeit, die bei entsprechender Veranlagung durch die Haut ausgeleitet wird

Die Traditionelle Chinesische Medizin ist eine ganzheitliche Medizin, die den Menschen als Einheit von Körper, Seele und Geist wahrnimmt. Das Erste, was du für deine Haut tun kannst, ist also Stress zu reduzieren. Und besser auf deine Emotionen zu achten. Dabei hilft zum Beispiel die Lehre der Achtsamkeit, etwa die Bücher von Thich Nhat Hanh.

Katharina Ziegelbauer ist Ernährungsberaterin nach Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) und hilft Menschen, die für sie optimale Ernährung zu finden – alltagstauglich und genau auf ihren Typ nach TCM abgestimmt. Auf Katharinas umfangreichem Blog findest du Rezepte.

Weitere Infos auf ernaehrungsberatung-wien.at

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