Entzündungen im Kiefer fördern Psoriasis

Gibt es einen Zusammenhang von Hautproblemen und chronisch entzündetem Kieferknochen? Diese Frage hat uns Dr.  J. Lechner, Zahnarzt und Heilpraktiker aus München beantwortet.

Die meisten akut-allergischen Erscheinungen der Haut werden durch Mastzellen ausgelöst. Aber auch bei chronischen Hauterkrankungen spielen sie eine wichtige Rolle: Mastzellen sind überwiegend in den Geweben entlang der Körperoberflächen lokalisiert. Die Entzündungs-Botenstoffe der Mastzelle sind entweder schon vorgebildet und dort gespeichert oder sie werden von der Mastzelle auf Aktivierungssignale hin neu produziert.

Zu den Substanzen, die von aktivierten Mastzellen freigesetzt werden gehört Histamin, das den Juckreiz bei Hauterkrankungen auslöst. Mediziner wissen, dass Mastzellen durch den Botenstoff RANTES/CL5 provoziert werden, Histamin auszuschütten. Die Verbindung von Psoriasis und dem Botenstoff RANTES ist wissenschaftlich belegt: Überschießende Expression des entzündungsfördernden Botenstoffens RANTES wurde bei psoriatrischen Hauterkrankungen beobachtet. Untersuchung von Haut-Proben (Biopsien) zeigen, dass RANTES in den voll entwickelten Hauterscheinungen vorliegt. Die Einbeziehung dieses Entzündungs-Botenstoffs RANTES in die Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen liegt daher nahe.
Quelle: Ogino F, Ohta S, Katayama N. RANTES expression in psoriatic skin, and regulation of RANTES and IL-8 production in cultured epidermal keratinocytes by active vitamin D3 (tacalcitol). British Journal of Dermatology, Volume 138, Issue 1, pages 63–70, January 1998

Gibt es seine ständige Quelle von RANTES im Körper, die für chronische Irritation der Haut verantwortlich sein könnte? Unsere Forschungen an chronisch-entzündeten Kieferknochen brachten Erstaunliches zutage: Bei einem Patientenbeispiel mit psoriatrischen Hautproblemen zeigt der schmerzlose, röntgenologisch unauffällige Bereich im unteren rechten Weisheitszahngebiet erschreckend hohe Werte an RANTES (in pg/ml) gegenüber gesundem Kieferknochen.

An Stelle eines gesunden und harten Kieferknochens finden wir in solchen Fällen in dem Bereich, der in der Abbildung mit einem einen Kontrastmittel gekennzeichnet ist, regelrecht „Fett-Klumpen“. Das Foto zeigt beispielhaft diese fettige Umwandlung. Dieses krankhaft veränderte Knochengewebe produziert dann den Entzündungs-Botenstoff RANTES (siehe oben). Unsere Therapie besteht einfach in der Ausschaltung dieser RANTES-Quelle durch einen kleinen kieferchirurgischen Eingriff, wodurch die entzündlich-allergischen Reaktionen der Haut vermindert werden, wie in der Grafik vereinfacht dargestellt.

Der Erfolg einer solchen Kiefersanierung

Ein Patient schildert seinen Erfolg mit folgenden Worten: „Neben dem Zusammenspiel von verschiedenen Behandlungen (Darmsanierung, Vitamin D, täglich einen Esslöffel Fischöl, Mind-Link, Kijimea und Glutamin) ließ ich mir von Herbst 2012 bis Frühjahr 2014 meine vier Störfelder (Weisheitszahn-Bereiche) sanieren…Mein Hautzustand hat sich dann Ende 2013/Anfang 2014 soweit verbessert, dass bis auf ein paar kleine Stellen am Körper und am Kopf ich weitgehend erscheinungsfrei bin. Und das ist für mich ein neues uns schönes Lebensgefühl“.

Wie lässt sich der Erfolg der Kiefersanierung erklären? Durch die Löschung der entzündungsfördernden Signale aus dem erkrankten Kieferknochen kann sich die – wie oben bereits vorbehandelte - Haut soweit erholen und ihre quälenden Entzündungsreaktionen zurückbilden, dass uns der Patient die folgenden Bilder vorher/nachher schickt:

Weitere Informationen und alle Publikationen von Dr. Lechner zu chronischen Erkrankungen und „silent inflammation“ im Kieferknochen findest du mit dem direkten Link zum Download unter www.dr-lechner.de/wissenschaftliche-publikationen.

Autor: Dr. med. dent. J. Lechner
Redaktionelle Bearbeitung: Karin Hafner
Quelle: Dr. J. Lechner
Stand der Information: Juni 2015
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