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    Neurodermitis-Workshop: So gelingt das GesprÀch mit dem Hautarzt

    Neurodermitis verlĂ€uft sehr individuell und der regelmĂ€ĂŸige Arztbesuch ist der SchlĂŒssel fĂŒr eine passgenau auf dich zugeschnittene Behandlung. Es kommt immer wieder vor, dass ein Hautarzttermin nicht so gut lĂ€uft wie du es gerne hĂ€ttest. In einem Workshop berichteten sechs Social Media Influencer ĂŒber ihre persönlichen Erfahrungen mit HautĂ€rzten. In diesem Beitrag findest du ihre Tipps, wie dir selbstbewusst das GesprĂ€ch mit dem Hautarzt optimal gelingt!

    Die 6 Influencer Heli, Hanna, Karin, Valentina, Viki und Laurenz, allesamt Neurodermitis-Patienten, sind sich einig: Wenn du deine Hauterkrankung und die Tatsache akzeptierst, dass diese noch nicht heilbar ist, dann kannst du damit schon deutlich gelassener umgehen. Und Gelassenheit brauchst du, denn die Neurodermitis macht es dir mitunter nicht leicht:

    • Neurodermitis kommt in SchĂŒben,
    • nervt mit andauerndem Juckreiz,
    • raubt dir mitunter den Schlaf
    • und braucht stete Zuwendung mit der tĂ€glichen Hautpflege.
    © Ksenia Krillovykh - shutterstock
    Neurodermitis ist gekennzeichnet durch starken Juckreiz

    DarĂŒber reden hilft

    Wenn du mit Familie, Partner, Freunden und Kollegen ĂŒber deine Neurodermitis sprichst, wenn du erklĂ€rst, wie sie dich belastet, hilft dir das in deinem tĂ€glichen Leben, besser mit deiner Erkrankung zu leben. Diese Offenheit brauchst du auch beim GesprĂ€ch mit deinem Arzt, um dir und deinem Anliegen das notwendige Gehör zu verschaffen. Die Influencerin Heli arbeitet an einer St. Pöltner AHS. Sie spricht auch mit ihren SchĂŒlern darĂŒber, wenn es ihr an einem Tag mal nicht so gut geht: „Ich ernte fast immer Toleranz von Mitmenschen, wenn ich ehrlich darĂŒber spreche.“

    Influencerin Valentina

    Valentina sagt dazu: â€žAuf Social Media ist es ĂŒblich, sich von der perfekten und schönen Seite zu zeigen. Ich habe erlebt, dass es noch besser ankommt, wenn man auch die verletzliche Seite von sich zeigt und eben auch mal davon erzĂ€hlt, wie einen die Neurodermitis gerade belastet. Davon fĂŒhlen sich viele Betroffene angesprochen.“

    Influencer Laurenz

    Laurenz wirft ein, dass es bei Jungs ein noch viel grĂ¶ĂŸeres Tabu sei, offen und sogar öffentlich ĂŒber ein Hautthema zu sprechen. Doch genau das habe er gemacht: „Ich war erstaunt, wie viele Jungs sich daraufhin meldeten und zugaben, dass es ihnen Ă€hnlich ergehe“.

    HartnÀckigkeit zahlt sich aus!

    Neurodermitis lĂ€sst sich mit der richtigen Behandlung gut in den Griff bekommen. Es gibt mittlerweile verschiedene Therapien, die gut wirken und dir ein nahezu erscheinungsfreies und uneingeschrĂ€nktes Leben ermöglichen. Vorausgesetzt, du gehst regelmĂ€ĂŸig zum Arzt und verfolgst deinen Behandlungsplan.

    Die Aussicht auf regelmĂ€ĂŸige Arztbesuche macht dir aufgrund bisheriger schlechter Erfahrungen zu schaffen? Mit deiner Sorge bist du auch nicht allein. Die 6 Influencer kennen aus eigener Erfahrung die grĂ¶ĂŸten HĂŒrden und Sorgen in Bezug auf Arzttermine:

    • zu schnelle Abfertigung wie am Fließband,
    • nicht ernst genommen werden und
    • sich ĂŒberrumpelt zu fĂŒhlen.

    Trotz Hemmungen: Überwinde dich zu Offenheit!

    Sprich trotz der oft begrenzten Zeit und dem manchmal aufkommenden Zeitdruck und Stress mit dem Hautarzt offen ĂŒber die persönlichen Belastungen, die dir deine Neurodermitis beschert und zeige ihm deine kranke Haut. Stelle deine Fragen und fordere seine Antworten ein. Je offener und vertrauensvoller du mit deinem Arzt sprichst, desto besser kann er dich verstehen. Die Influencer wissen, dass dazu oft Überwindung nötig ist. Doch die lohnt sich, darin herrscht Einigkeit: Denn nur so kann sich dein Arzt ein konkretes Gesamtbild machen und dir bestmöglich helfen.

    Valentina erzĂ€hlt: „Wenn ich das GefĂŒhl bekomme, dass mich der Arzt nicht so ernst nimmt wie ich es mir wĂŒnschte, verwende ich emotionale Appelle, zum Beispiel dass ich in akuten SchĂŒben das Haus nicht mehr verlassen habe, weil ich mich so unwohl gefĂŒhlt habe.“

    Nimm deine Neurodermitis selbst in die Hand!

    Alle Workshop-Teilnehmer wissen aus eigenem Erleben, dass der Weg zu einer klaren Diagnose mitunter steinig ist. Es kommt immer wieder vor, dass sie sich bei einem Arzt wenig verstanden und schlecht aufgehoben fĂŒhlen. Sie wissen aber auch: Das ist kein Grund, aufzugeben und den Kopf in den Sand zu stecken! Stattdessen raten sie dir, einen anderen Arzt aufsuchen! Hautinfo-Tipp: Ein Arztwechsel ist in Ordnung: Aber brich nicht einfach die Behandlung ab, sondern bleib solange in Kontakt und lass dich behandeln, bis du einen neuen Arzt gefunden hast.

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    FĂŒr einen Arztbesuch brauchst du einen Termin

    Und die sind heutzutage oft schwer zu kriegen, vor allem beim Kassenarzt. Die Influencer im Workshop erleben das immer wieder. Hier ist deine Beharrlichkeit gefragt: In einem akuten Neurodermitis-Schub brauchst du sofort Àrztlichen Rat und Beistand. Je eher die Symptome behandelt werden, desto geringer ist das Risiko, dass sich die Hautbeschwerden ausbreiten und sich dein Zustand verschlechtert.

    Vicky hat diese Erfahrungen gemacht: „Gerade in unserem Beruf ist es schwierig: Auch wenn ich gerade akute Beschwerden habe, muss ich trotzdem fĂŒr Kooperationen shooten und mehr. Das heißt, ich brĂ€uchte eigentlich schnell eine Lösung. Hier wĂ€re eine Chatfunktion oder zumindest ein Erstkontakt hilfreich. Ich verstehe, dass die Ärzte auch nicht mehr arbeiten können, als sie es schon tun und, dass sie ĂŒberflutet sind. Aber: Wenn man nicht gerade bei einem Privatarzt in Behandlung ist, wird es immer schwieriger, zeitnah einen Termin zu bekommen.“
     

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    Valentina sagt: „Ich glaube, dass genau das das Problem ist: Private Ärzte nehmen sich Zeit. Bei KassenĂ€rzten schilderst du dein Anliegen, bekommst eine Creme und schon ist der nĂ€chste Patient an der Reihe. Hinzu kommt, dass du den Arzt nur einmal pro Quartal wechseln kannst.“
    Hautinfo-Tipp: Wenn du keinen zeitnahen Termin bekommst, wende dich an eine Haut-Ambulanz in einem Spital in deiner NĂ€he! 

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    Influencerin Hanna

    Hanna erzĂ€hlt: „Ich hatte mal einen Arzt, da konnte ich ohne Termin hingehen. Aber es kam dann vor, dass ich den ganzen Tag warten musste, bis ich endlich drankam, um dann zu hören, dass ich Cortison gegen meine Neurodermitis verwenden soll.“

    Karin betont: „Zeige dein VerstĂ€ndnis fĂŒr die Zeitnot, in der dein Arzt steckt – und fordere dennoch seine volle Aufmerksamkeit ein. Komme dazu mit deinem Anliegen schnell auf den Punkt. Und zeige dem Mediziner immer wieder deine Haut dabei – auch unaufgefordert!“

    So bereitest du dich auf dein ArztgesprÀch vor!

    Die 6 Influencer empfehlen dir, dich gezielt auf den Arztbesuch vorzubereiten: Notiere dir vorab all deine Symptome und Beschwerden, aber auch deine Fragen und priorisiere diese! Vicky rĂ€t: „Wenn ich SchĂŒbe habe oder meine Haut schlimm ausschaut, hilft es mir Fotos von den betroffenen Hautstellen zu machen – und zwar ungeschminkt. So habe ich eine Fotodokumentation der akuten Phasen, um das dann beim ArztgesprĂ€ch zeigen zu können. Damit zwinge ich den Arzt gewissermaßen, sich nĂ€her mit mir und meinem Problem auseinanderzusetzen.“

    CHECKLISTE
    fĂŒrs erfolgreiche Hautarzt-GesprĂ€ch bei Neurodermitis

    Was du fĂŒrs ArztgesprĂ€ch brauchst: Selbstbewusstsein!

    Alle Workshopteilnehmer kennen das: Der Arzt hat meist zu wenig Zeit – ein Kassenarzt oft nur drei bis vier Minuten pro Patient. Das sei auch in der Hautinfo-Community eine der grĂ¶ĂŸten geschilderten HĂŒrden, berichtet Karin, die GrĂŒnderin der Internetplattform: „Unter den Belastungen eines akuten Schubs schwĂ€chelt verstĂ€ndlicherweise das Selbstbewusstsein, sich dann auf die Beine zu stellen und nicht vorschnell ‚abfertigen‘ zu lassen, ist nicht leicht. Nach einer Begegnung mit einem Dermatologen, der mich nicht einmal persönlich untersuchte, sondern aus grĂ¶ĂŸerer Distanz eine Diagnose stellte, habe ich mir einen anderen Arzt gesucht. Mir ist es wichtig, dass mein Arzt mich und meine Krankheit ernst nimmt. Keine Frage und kein Bedenken sollten tabu sein.“

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    Web-Tipp: Neurodermitis-online.at mit Faktenchecks, Expertenblog und Hautarztfinder

    Die Online-Plattform neurodermitis-online.at hat sich zur Aufgabe gemacht, über Neurodermitis und Behandlungen verständlich aufzuklären und Betroffenen Mut zu machen, ihren Weg im Umgang mit Neurodermitis zu finden. Ein Neurodermitis-Test mit 10 Fragen kann Patient*innen dabei helfen, ihre Situation besser einzuschätzen und sich optimal auf das Arztgespräch vorzubereiten. In vielseitigen Blogbeiträgen teilen Expert*innen Wissenswertes zu Neurodermitis und hilfreiche Alltagstipps. Mit dem Hautarztfinder können Expert*innen in der Nähe gefunden werden.

    Lege im ArztgesprÀch ein Behandlungsziel fest!

    Dein Ziel sollte immer sein, dass die Haut mit der passenden Behandlung wieder ihren „Normalzustand“ erreichen kann. Das solltest du auch deinem Arzt gegenĂŒber ganz klar kommunizieren. Um das zu erreichen, ist es wichtig, dass du die Therapieoptionen inklusive der jeweiligen Vor- und Nachteile kennst und somit eine Wahl hast. Außerdem solltest du mit dem Arzt einen realistischen Zeithorizont festlegen.

    Vicky ist es wichtig, dass ihr Arzt ihr einen konkreten Fahrplan aushĂ€ndigt: „Was muss ich wann, wie oft und wie lange machen oder nehmen?“ Auch der Ausblick gehöre dazu: „Zu wissen, dass wenn Behandlung X nicht anschlĂ€gt, dann gibt es die Behandlung Y, die probiert werden kann – das hilft mir.“

    Neurodermitis: Verschiedene Behandlungsoptionen

    Frag deinen Arzt nach den Therapieoptionen!

    Schaut gemeinsam, welche Therapie sich am besten fĂŒr dich eignet! Bedenke: Du wirst die Therapie ĂŒber einen langen Zeitraum anwenden – sie muss gut in deinen Alltag passen.

    • FĂŒr alle Schweregrade: Die tĂ€gliche Basispflege ist Pflicht.
    • Bei einer milden Form der Neurodermitis, wenn die Basispflege nicht ausreicht, greift man zu topischen Cremen, Salben und Lotions mit Cortison oder Calcineurin-Inhibitoren. Bei zeitweilig ausgeprĂ€gteren Ekzemen wird diese Dosierung gesteigert und/oder zusĂ€tzlich mit UV-Lichttherapie gearbeitet.
    • Bei mittelschweren bis schweren Formen der Neurodermitis können systemische Medikamente zum Einsatz kommen. Systemische Medikamente wirken innerlich, also direkt im Körper, gegen die EntzĂŒndung, die fĂŒr die HautverĂ€nderungen verantwortlich ist. Zu diesen Medikamenten zĂ€hlen sogenannte „kleine MolekĂŒle“ (z.B. Januskinase-Hemmer) in Tablettenform sowie Biologika (z.B. Interleukin-Hemmer) als Spritze. Diese modernen Therapien können zu einer schnellen und deutlichen Juckreizlinderung und zu einem nahezu erscheinungsfreien Hautbild fĂŒhren. Jedes Medikament kann auch Nebenwirkungen haben. Sollten wĂ€hrend der Therapie Nebenwirkungen auftreten, z.B. Anzeichen von Infektionen, ist eine AbklĂ€rung mit dem Hautarzt wichtig.

    Im ArztgesprÀch: Bau eine Beziehung zu deinem Arzt auf!

    • Starte das GesprĂ€ch mit dem Grund fĂŒr deinen Besuch.
    • Kommst du auf Empfehlung, sage deinem Arzt auch das: Das kann schon der erste Icebreaker sein fĂŒr euer GesprĂ€ch.
    • Beschreibe dem Arzt deine Krankheitssymptome klar und Ă€ußere auch deine WĂŒnsche und Ängste bezĂŒglich deiner Hautkrankheit.
    • Thematisiere auch die Belastungen im Alltag, damit wirst du erfahrungsgemĂ€ĂŸ nicht so leicht abgewimmelt.
    • Frage immer nach, wenn du etwas nicht verstanden hast.
    • Lass dir einen Kontakt geben, damit dir auch nach dem Arztbesuch auftauchende Fragen beantwortet werden.

    Mit dem offenen Austausch wĂ€chst die Beziehung zum Arzt. Ganz wichtig dabei: Schieb das mitunter aufkommende SchamgefĂŒhl selbstbewusst beiseite. Dein Arzt braucht alle Infos, um dir bestmöglich zu helfen. Nur so sicherst du dir eine wirksame Behandlung. Sag unbedingt auch laut, wenn du mit einer Therapie mal nicht so gut klarkommst, es gibt Alternativen. Bewege den Arzt auch zur Ursachenforschung!

    Influencerin Vicky

    Vicky erzĂ€hlt: „Ich traue mich oft gar nicht, dem Arzt zu widersprechen, weil ich nicht die gleiche medizinische Erfahrung habe, wie der Arzt. Und ich fĂŒhle mich von der Situation beim Arzt mitunter auch so ĂŒberrumpelt, dass ich mich mit weniger zufriedengebe. Jahrelang hat mir zudem das GrundverstĂ€ndnis fĂŒr die Krankheit Neurodermitis gefehlt. Niemand hat es mir vermittelt, keiner hat mir geschildert, was die Krankheit wirklich ist: eine fehlgeleitete Immunabwehr, die zur EntzĂŒndung fĂŒhrt. Genau das wĂ€re aber wichtig gewesen, um sie zu verstehen. Als Kind habe ich beispielsweise AuslassdiĂ€ten gemacht, dabei spielen bei Neurodermitis viele Faktoren eine wichtige Rolle und nicht nur die ErnĂ€hrung. AufklĂ€rung ist fĂŒr mich daher ein wichtiges GesprĂ€chsziel. Denn: VerstĂ€ndnis brauche ich, um zu wissen, an welchen Stellschrauben ich selbst drehen kann.

    Achte auf diese 3 Punkte, bevor du das ArztgesprÀch beendest

    Auch zum Abschluss des Arzttermins haben die 6 Workshop-Teilnehmer Tipps:

    1. Fasse das GesprĂ€ch kurz zusammen und frage deinen Arzt, ob du alles richtig verstanden hast. 
    2. Notiere dir den konkreten Behandlungsplan mit genauen Angaben zur Medikation.
    3. Vereinbare einen Folgetermin, das erspart dir Stress bei der nÀchsten Terminvereinbarung.
    4. Triff eine Absprache, was du im Akutfall zu tun hast und wie du dann den Arzt schnell und zuverlÀssig erreichen kannst.

    Mit freundlicher UnterstĂŒtzung von

    Unser Lesetipp

    Tipps & Hilfe Betroffene erzÀhlen

    Digitaler Workshop: So leben wir mit Neurodermitis

    Im ersten digitalen Workshop zum Thema Neurodermitis sprechen 5 Influencerinnen darĂŒber, vor welche Herausforderungen sie das Leben mit der chronisch-entzĂŒndlichen Hauterkrankung stellt und wie sie diese meistern. Sie rĂ€umen mit Mythen zu Neurodermitis auf und liefern anderen Betroffenen praktische Lifehacks fĂŒr den Alltag.


    Infos zum Beitrag

    Autor: Doreen Brumme
    Quellenangabe: Workshop im April 2023
    Stand der medizinischen Informationen: 02. Mai 2023
    Letzte Aktualisierung: 08. September 2023

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