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Sind Muttermale gefährlich?

Jeder sieht sie tagtäglich an anderen oder an sich selbst. Muttermale sind Pigmentflecken, die verschiedenste Farben und Formen haben und sich auf allen Körperteilen befinden. Manchmal kann es geschehen, dass aus einem Muttermal Hautkrebs entsteht. Damit das frühzeitig erkannt wird, ist es wichtig, ein wenig Bescheid zu wissen und seine Haut regelmäßig zu kontrollieren.

Was ist ein Muttermal?

Ein Muttermal wird wissenschaftlich als Navus (Mehrzahl Nävi) bezeichnet und ist auch unter dem Namen Leberfleck bekannt. Alle drei Wörter beschreiben dieselbe Sache: Eine Wucherung bestimmter Hautzellen. Man nennt diese Zellen Melanozyten, da sie den Farbstoff Melanin produzieren, welcher zur braunen Färbung führt. Wucherung mag vielleicht gefährlich klingen, doch die meisten Muttermale sind gutartig und damit harmlos. Es handelt sich bei den Nävi also um kleine braune Flecken auf der Haut, die sich überall am Körper befinden können. Genauso gut können sie aber auch hellbraun, dunkelbraun, schwarz, blau oder rot sein. In manchen Fällen kommt es dazu, dass sich ein völlig harmloses Muttermal so verändert, dass es Krebs auslöst.

Woher kommen diese Muttermale?

Dass sich an einer Stelle deiner Haut besonders viele Melanozyten befinden, ist oftmals angeboren und du hast dort schon von Geburt an ein Muttermal. Genauso ist es normal, dass du im Laufe des Lebens weitere Nävi entwickelst. Dabei haben zum einen deine Gene die Hände im Spiel. Zum anderen beeinflusst die Zeit, die du als Kind und Jugendlicher ungeschützt in der Sonne warst, die Zahl der Muttermale auf deiner Haut.

Welche Arten von Muttermalen gibt es?

Gewöhnliches Muttermal (Nävus)

Das gewöhnliche Muttermal ist braun, regelmäßig begrenzt, einfarbig und kleiner als 5 Millimeter im Durchmesser.

Angeborenes Muttermal (Kongenitaler Nävus)

Diese Muttermale sind bereits bei der Geburt am Körper oder sie erscheinen im ersten Lebensjahr. Ihre Form und Farbe ist sehr unterschiedlich, jedoch sollte man besonders die großen angeborenen Muttermale im Blick behalten. Für sie ist das Hautkrebsrisiko höher.

Erhabenes Muttermal (Papillomatöser Nävus)

Ein erhabenes Muttermal erinnert an ein Knötchen an der Hautoberfläche, hat nur eine Farbe und meist eine gefurchte Oberfläche. Weil es oft vorkommt, dass daraus Haare wachsen, treffen viele Menschen die Entscheidung, diese entfernen zu lassen. Wichtig ist, die Haare nicht auszureißen, sondern abzuschneiden, um einer Entzündung vorzubeugen.

Blaues Muttermal (Blauer Nävus)

Die Pigmentzellen der blauen Muttermale befinden sich tief in der Haut. Vorrangig Frauen besitzen diese blauen Nävi auf der oberen Körperhälfte.

Ungewöhnliches Muttermal (Dysplastischer Nävus)

Ein dysplastisches Muttermal ist asymmetrisch und hat einen größeren Durchmesser als 5 Millimeter. Es kann sowohl erhaben als auch flach sein. Diese Muttermale sind nur schwer von malignen Melanomen (einer bösartigen Hautveränderung) zu unterscheiden und sollten besonders genau im Auge behalten werden. Es muss sich aber auf keinen Fall um eine gefährliche Wucherung handeln.

Wann ist ein Muttermal gefährlich?

Muttermale sind an sich ungefährlich. Es kann allerdings geschehen, dass sich aus einem ungefährlichen Nävus ein sogenanntes malignes Melanom entwickelt. Ein Drittel der schwarzen Hautkrebsfälle entstehen aus einem solchen bösartigen Muttermal, in dem sich mehr atypische Zellen befinden, als es die Regel ist.

Wenn sich nun eine ungewöhnliche Entwicklung sichtbar macht und sich Größe, Form, Farbe oder Symmetrie eines Muttermales plötzlich verändern, kann es sein, dass es gefährlich ist. Im Alter entwickeln wir immer mehr Muttermale und damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich eines als Melanom entpuppt. Das hängt auch damit zusammen, dass zwei Drittel der bösartigen Wucherungen aus neuen Nävi entstehen.

Ab einem Alter von 35 Jahren wird daher ein jährliches Hautkrebs-Screening beim Hautarzt empfohlen. Dieses ist in Österreich kostenlos und der Dermatologe macht Fotos, um die Entwicklung der Muttermale genau verfolgen und analysieren zu können. Auch kann er in den meisten Fällen auf einen Blick erkennen, ob ein Nävus harmlos ist. Falls er sich unsicher ist, entnimmt er Gewebestücke und untersucht sie unter dem Mikroskop. Solltest du von Natur aus ungewöhnliche Muttermale besitzen, ist es wichtig, schon vor dem 35. Geburtstag regelmäßig deine Haut zu kontrollieren. Ansonsten solltest du vor allem die neuen Muttermale im Auge behalten und auffällige Veränderungen sofort untersuchen lassen.

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Muttermale sollten regelmässig beim Hautarzt untersucht werden

Was geschieht, wenn der Hautarzt ein gefährliches Muttermal entdeckt?

Jedes dritte maligne Melanom, also jeder dritte schwarze Hautkrebs, entsteht aus einem bestehenden Muttermal. Sollte der Arzt ein solches malignes Melanom entdecken, wird der gefährliche Pigmentfleck durch einen operativen Eingriff entfernt. Du erhältst eine lokale Betäubung und der Arzt oder die Ärztin schneidet das Muttermal heraus und näht die Wunde. Bei kleinen Muttermalen reicht manchmal auch, dass es einfach herausgestanzt wird. Gelasert wird in diesem Zusammenhang nicht, damit die Haut nicht verbrannt wird und auch nach der Entfernung noch untersucht werden kann. Nichts zu tun mit Muttermalen hat der weiße Hautkrebs. Dieser entsteht in der obersten Hautschicht, aber auch an Stellen, wo sich keine Nävi befinden.

Weitere Infos zu Hautkrebs

Was kannst du zu Hause machen?

Zur Vorbeugung von Hautkrebs solltest du deine Muttermale auch dann beobachten, wenn sie völlig der Norm entsprechen. Aber falls du mehr als 40 Muttermale besitzt, in deiner Familie Hautkrebsfälle bekannt sind, oder deine Muttermale besonders groß und unregelmäßig sind, ist erhöhte Vorsicht geboren. Auch während der Schwangerschaft besteht eine größere Gefahr. Ratsam wäre es, wenn du einmal im Monat deine Muttermale kontrollierst. So kannst du Veränderungen bemerken und einen Dermatologen zu Rate ziehen, falls dir etwas auffällt. Bitte auch einen Freund oder Partner, dass er oder sie dir den Rücken und die Kopfhaut kontrolliert, weil du dort selbst keinen Einblick hast. Für diese Kontrolle gibt es die ABCDE-Regel, die einem dabei hilft, die Merkmale eines bösartigen Muttermals zu erkennen:

Asymmetrie: Das Muttermal ist nicht gleichmäßig rund, sondern wuchert an einer Seite aus.
Begrenzung: Das Muttermal scheint keinen klaren Rand zu haben, sondern franst aus, oder der Übergang zur normalen Haut wirkt verwaschen.
Colour (dt.Farbe): Das Muttermal hat nicht nur einen einheitlichen, sondern mehrere verschiedene Farbtöne.
Durchmesser: Das Muttermal ist größer als 5 Millimeter, es passt also nicht mehr in ein Kästchen in einem karierten Heft.
Erhabenheit: Das Muttermal hebt sich von der umliegenden Haut ab.

All diese Merkmale bedeuten noch lange nicht, dass man tatsächlich Hautkrebs hat, doch sie helfen dabei, diesen frühzeitig zu erkennen und somit in fast 100% der Fälle problemlos beseitigen zu können. Ebenso ist es wichtig, den Hautarzt zu besuchen, wenn ein Muttermal zu jucken oder zu bluten beginnt, oder wenn man sich versehentlich eines aufgekratzt hat, um Infektionen vorzubeugen. Vergiss nicht, auch Veränderungen unter den Nägeln, Handflächen und Fußsohlen regelmäßig zu kontrollieren.

Gut zu wissen

Wenn eines deiner gutartigen Muttermale störend ist, kann der Hautarzt diese genauso entfernen. So ist es möglich, dass die Kleidung daran reibt, oder es an einer auffälligen Stelle sitzt und daher ein ästhetisches Problem darstellt.

Muttermal vs. Feuermal

Feuermal Muttermal Portweinfleck Nävus Flammeus
Nävus Flammeus (Feuermal)

Ein Nävus Flammeus, ein Feuermal, das auch Portweinfleck genannt wird, trägt zwar auch „Mal“ im Namen, ist aber etwas völlig anderes als ein Muttermal. Diese Hautrötungen treten meist im Gesicht und am Hals auf und finden sich seltener auch an den Armen. Sie sind scharf abgegrenzt und haben keine regelmäßige Form, aber die charakteristische rote Farbe. Man besitzt sie von Geburt an und es handelt sich um erweiterte Gefäße, was immer ungefährlich ist. Zwar wachsen die Feuermale mit der Haut mit und die Rötung verstärkt sich, da die Gefäße größer werden, doch es handelt sich nie um mehr als eine optische Belastung der Haut. Sollte man sich davon gestört fühlen, kann man mithilfe einer Lasertherapie die Farbe aufhellen.

Zusammenfassung

  • Muttermale sind an sich nicht gefährlich.
  • Muttermale sollten mithilfe der ABCDE-Regel regelmäßig selbst kontrolliert werden, auch wenn dir keine akuten Änderungen auffallen.
  • Muttermale sollten einmal jährlich beim Dermatologen kontrolliert werden.
  • Vorbeugend achte darauf, deine Haut stets vor der Sonne zu schützen. Zuviel Sonnenlicht begünstigt die Bildung neuer Muttermale und die Veränderung bestehender. Achte also darauf, stets Sonnencreme aufzutragen und deine Haut aufmerksam zu beobachten.
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