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Sind Muttermale gefährlich?

Muttermale sind Pigmentflecken, die verschiedenste Farben und Formen haben und sich auf allen Körperteilen befinden können. Manchmal kann es geschehen, dass aus einem Muttermal Hautkrebs entsteht. Damit dieser frühzeitig erkannt wird, empfehlen Experten: Untersuche deine Haut selbst und geh regemäßig zur Muttermalkontrolle beim Hautarzt!

Was ist ein Muttermal?

Ein Muttermal wird wissenschaftlich als Nävus (Mehrzahl Nävi) bezeichnet und ist auch unter dem Namen Leberfleck bekannt. Alle drei Wörter beschreiben dieselbe Sache: Eine Ansammlung bestimmter Hautzellen, sogenannter Melanozyten. Sie produzieren den Farbstoff Melanin, welcher zur braunen Färbung führt. Die meisten Muttermale sind gutartig und damit harmlos. Es handelt sich bei den Nävi also um kleine braune Flecken auf der Haut, die sich überall am Körper befinden können. Genauso gut können sie aber auch hellbraun, dunkelbraun, schwarz, blau oder rot sein.

Woher kommen diese Muttermale?

Dass sich an einer Stelle deiner Haut besonders viele Melanozyten befinden, ist teilweise angeboren und du hast dort schon von Geburt an ein Muttermal. Genauso ist es normal, dass du im Laufe des Lebens weitere Muttermale entwickelst. Dabei haben zum einen deine Gene die Hände im Spiel. Zum anderen beeinflusst auch die Zeit, die du (ungeschützt) in der Sonne warst, die Zahl der Muttermale auf deiner Haut.

Ab 35 plus: Regelmässig zum Hautarzt

Wichtig: Ab 35 plus und ganz besonders wenn du viele Muttermale hast, ist der regelmäßige Weg zum Hautarzt für dich ein Pflichttermin! Denn dein Dermatologe erkennt sofort, ob neue, möglicherweise „atypische“ Muttermale dazugekommen sind oder bestehende sich verändert haben. Im Zweifelsfall können verdächtige Muttermale so rechtzeitig entfernt werden.

Wann ist ein Muttermal gefährlich?

Muttermale sind an sich ungefährlich. Es kann allerdings geschehen, dass sich aus einem ungefährlichen Nävus ein sogenanntes malignes Melanom entwickelt. Ca. 60 % der schwarzen Hautkrebsfälle entstehen aus einem solchen Muttermal, in dem sich mehr atypische Zellen befinden, als es die Regel ist.

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Muttermale sollten regelmässig beim Hautarzt untersucht werden

Hautkrebs Vorbeugung: Beobachte deine Muttermale genau

Zur Vorbeugung von Hautkrebs solltest du deine Muttermale auch dann regelmäßig beobachten, wenn sie völlig der Norm entsprechen. Ratsam ist es, wenn du selbst einmal im Monat deine Muttermale kontrollierst. Bitte einen Freund oder Partner, dass er oder sie dir den Rücken und die Kopfhaut kontrolliert, weil du dort selbst keinen Einblick hast.

Besondere Vorsicht ist geboten:

  • Falls du mehr als 40 Muttermale besitzt, diese besonders groß und unregelmäßig sind
  • in deiner Familie Hautkrebsfälle bekannt sind
  • Im Alter nimmt der angesammelte Sonnenschaden der Pigmentzellen zu und das Immunsystem wird schwächer. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Muttermal als Melanom entpuppt. Ungefähr 40 % der bösartigen Wucherungen entstehen aus neuen Nävi.

Die ABCDE-Regel für die Selbst-Kontrolle

Diese einfachen Kriterien helfen dir verdächtige Male zu erkennen:

  • Asymmetrie: Das Muttermal ist nicht gleichmäßig rund, sondern wuchert an einer Seite aus.
  • Begrenzung: Das Muttermal scheint keinen klaren Rand zu haben, sondern franst aus, oder der Übergang zur normalen Haut wirkt verwaschen.
  • Colour (Farbe): Das Muttermal hat nicht nur einen einheitlichen, sondern mehr als 2 verschiedene Farbtöne.
  • Durchmesser: Das Muttermal ist größer als 5 Millimeter, es passt also nicht mehr in ein Kästchen in einem karierten Heft bzw. ist größer als das stumpfe Ende eines Bleistifts.
  • Erhabenheit: Das Muttermal beginnt sich zu vergrößern oder von der umliegenden Haut abzuheben.

Wenn du also eines oder mehrere Merkmale an einem deiner Muttermale feststellst, bedeutet dies noch lange nicht, dass du tatsächlich Hautkrebs hast! Doch sie helfen dabei, einen möglichen Hautkrebs frühzeitig zu erkennen und somit beseitigen zu können.

Geh zum Hautarzt

Stellst du also Veränderungen an einem Muttermal nach der ABCDE-Regel fest, geh noch am selben Tag zum Hautarzt. Jeder Hautarzt wird dich annehmen, wenn du sagst, du fürchtest ein Melanom zu haben. Ebenso ist es wichtig, den Hautarzt aufzusuchen, wenn ein Muttermal zu jucken oder zu bluten beginnt, oder wenn man sich versehentlich eines aufgekratzt hat, um Infektionen vorzubeugen. Vergiss nicht, auch Veränderungen unter den Nägeln, auf Handflächen und Fußsohlen regelmäßig zu kontrollieren.

Regelmäßiges Screening beim Hautarzt

Ab einem Alter von 35 Jahren wird daher ein jährliches Hautkrebs-Screening beim Hautarzt empfohlen. Dieses ist in Österreich kostenlos. Der Dermatologe macht dabei Fotos, um die Entwicklung der Muttermale genau verfolgen und analysieren zu können. Auch kann er in den meisten Fällen auf einen Blick erkennen, ob ein Nävus harmlos ist. Falls er sich unsicher ist, entnimmt er Gewebestückchen und untersucht sie unter dem Mikroskop.

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Regelmässige Muttermalkontrollen beim Hautarzt

Helle Hauttypen sollten öfter zum Dermatologen gehen

Hast du von Natur aus ungewöhnlich viele Muttermale und bist du ein blonder Typ mit heller Haut und blonden Haaren? Dann lasse deine Haut schon vor dem 35. Geburtstag regelmäßig kontrollieren. Darüber hinaus solltest du vor allem neue Muttermale im Auge behalten und auffällige Veränderungen sofort untersuchen lassen.

Was geschieht, wenn der Hautarzt ein gefährliches Muttermal entdeckt?

Jedes dritte maligne Melanom, also jeder dritte schwarze Hautkrebs, entsteht aus einem bestehenden Muttermal. Sollte der Arzt ein solches malignes Melanom entdecken, wird der gefährliche Pigmentfleck durch einen operativen Eingriff entfernt. Du erhältst eine lokale Betäubung und der Arzt schneidet das Muttermal heraus und näht die Wunde. Bei kleinen Muttermalen reicht es manchmal auch, dass es einfach herausgestanzt wird. Gelasert wird in diesem Zusammenhang nicht, da danach keine Gewebeprobe zur Begutachtung vorhanden ist.

Können optisch störende Muttermale entfernt werden?

Wenn eines deiner gutartigen Muttermale störend ist, kann der Hautarzt diese genauso entfernen. Möglicherweise reibt deine Kleidung daran, oder es sitzt an einer auffälligen Stelle und stellt daher ein ästhetisches Problem dar.

Ist ein Feuermal gefährlich?

Feuermal Muttermal Portweinfleck Nävus Flammeus
Feuermale sind völlig ungefährlich

Ein Nävus flammeus, ein Feuermal, das auch Portweinfleck genannt wird, trägt zwar auch „Mal“ im Namen, ist aber etwas völlig anderes als ein Muttermal. Diese Hautrötungen treten meist im Gesicht und am Hals auf und finden sich seltener auch an den Armen. Sie sind scharf abgegrenzt und haben keine regelmäßige Form, aber die charakteristische rote Farbe. Man besitzt sie von Geburt an und es handelt sich um erweiterte Gefäße. Diese Feuermale sind immer ungefährlich. Zwar wachsen die Feuermale mit der Haut mit und die Rötung verstärkt sich, da die Gefäße größer werden, doch es handelt sich nie um mehr als ein kosmetisches Problem. Sollte man sich davon gestört fühlen, kann man mithilfe einer Lasertherapie die Farbe aufhellen.

Das sagt der Experte Priv.-Doz. Dr. med. Nikolaus Duschek

Dermatologe Dr. Nikolaus Duschek

Muttermale hat jeder Mensch in unterschiedlicher Zahl am Körper. Sie sind an sich ungefährlich, können aber auch bösartig werden. Risikofaktoren sind z. B.: Viele Sonnenbrände vor allem in der Jugend, Hautkrebs in der Familie, mehr als 40 Muttermale am Körper, Muttermale die in Form und Farbe uneinheitlich oder ausgefranst sind, Muttermale, die größer als 5 mm sind und alle Male, die neu entstehen oder bestehende Male, die sich plötzlich verändern. Zur Selbstkontrolle eignet sich die ABCDE-Regel sehr gut. Übrigens: Bei Menschen, die in einer Partnerschaft leben, wird Hautkrebs durchschnittlich signifikant früher diagnostiziert, als bei Singles. Ab dem 35. Lebensjahr wird in Österreich eine jährliche Muttermalkontrolle bei einem Hautarzt empfohlen, die von den Krankenkassen bezahlt wird. Nimm diese Chance wahr, vermeide Sonnenbrände und gehe nie ohne ausreichend hohen Sonnenschutz in die Sonne.
Priv.-Doz. Dr. med. NIKOLAUS DUSCHEK
FA für Dermatologie und Venerologie
FA für Chirurgie
Online Termin vereinbaren: www.duschek.co

Zusammenfassung

  • Muttermale sind an sich nicht gefährlich.
  • Kontrolliere deine Muttermale mithilfe der ABCDE-Regel regelmäßig selbst, auch wenn dir keine akuten Änderungen auffallen.
  • Muttermale sollten außerdem mindestens einmal jährlich beim Dermatologen kontrolliert werden.
  • Aus einem Muttermal kann sich im schlimmsten Fall schwarzer Hautkrebs entwickeln.
  • Weißer Hautkrebs entsteht hingegen in der obersten Hautschicht aus einer aktinischen Keratose.

Welche Arten von Muttermalen gibt es?

Gewöhnliches Muttermal (Nävus)

Das gewöhnliche Muttermal ist braun, symmetrisch, regelmäßig begrenzt, ein bis zweifärbig und kleiner als 5 Millimeter im Durchmesser.

Angeborenes Muttermal (Kongenitaler Nävus)

Diese Muttermale sind bereits bei der Geburt am Körper oder sie erscheinen im ersten Lebensjahr. Ihre Form und Farbe ist sehr unterschiedlich, jedoch sollte man besonders die großen angeborenen Muttermale im Blick behalten. Für sie ist das Hautkrebsrisiko höher.

Erhabenes Muttermal (Papillomatöser Nävus)

Ein erhabenes Muttermal erinnert an ein Knötchen an der Hautoberfläche, hat nur eine Farbe und meist eine gefurchte Oberfläche. Weil es oft vorkommt, dass daraus Haare wachsen, lassen es viele Menschen entfernen. Es ist wichtig, die Haare nicht auszureißen, sondern abzuschneiden, um einer Entzündung vorzubeugen.

Blaues Muttermal (Blauer Nävus)

Die Pigmentzellen der blauen Muttermale befinden sich tief in der Haut. Blaue Nävi kommen vorranging bei Frauen auf der oberen Körperhälfte vor.

Ungewöhnliches Muttermal (Dysplastischer Nävus)

Ein dysplastisches Muttermal ist asymmetrisch und hat einen größeren Durchmesser als 5 Millimeter. Es kann sowohl erhaben als auch flach sein. Diese Muttermale sind nur schwer von malignen Melanomen (einer bösartigen Hautveränderung) zu unterscheiden und sollten besonders genau im Auge behalten werden. Es muss sich aber nicht in jedem Fall um eine gefährliche Wucherung handeln.

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