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Urtikaria bei Kindern und Jugendlichen richtig behandeln

Nesselsucht Behandlung und Therapie

Sie ist plötzlich da – mit Juckreiz und Quaddelbildung, im schlimmsten Fall auch mit Schwellungen: Urtikaria macht auch vor Kindern nicht halt. Worauf man bei Kindern besonders achten muss und welche modernen Behandlungsmöglichkeiten es gibt, liest du hier.

Was ist Urtikaria?

Urtikaria oder Nesselsucht ist eine Erkrankung der Haut mit wiederkehrender, flüchtiger Quaddelbildung und Juckreiz. Etwas mehr als ein Drittel der Patienten (vor allem Erwachsene) leiden zusätzlich unter Schwellungen (Angioödemen), vor allem im Gesicht.

Auslöser der akuten Urtikaria sind meist Infekte, die zu einer Überreaktion des Immunsystems führen. Die Ursache der chronischen Urtikaria ist dagegen sehr häufig eine Allergie gegen den eigenen Körper.

Zusätzlich gibt es sogenannte Trigger, das sind Faktoren, die den Nesselausschlag verschlechtern können, wie zum Beispiel Schmerzmittel, Entzündungen im HNO-Bereich oder der Zähne, Stresssituationen, aber auch Kälte- oder Wärmereize, Druck oder Schweiß. All diese Reize können in der Haut Mastzellen aktivieren, die daraufhin Histamin ausschütten, was zum beschriebenen Ausschlag führt. Eine kurze Episode der Urtikaria kommt sehr häufig vor.

Gut zu wissen: Urtikaria ist nicht ansteckend und nicht gefährlich. Aber Nesselsucht beeinträchtigt dein Leben, zu oft unerträglichem Juckreiz kommt die psychische Belastung durch die nach außen sichtbaren Hautveränderungen.

Typische Urtikaria-Symptome bei Kindern

Wenn Kinder an Urtikaria erkranken, unterscheiden sich ihre Symptome nicht wesentlich von denen Erwachsener. Quaddeln, Hautrötungen und Juckreiz sind für Kinder aber besonders unangenehm und rauben ihnen oft den Schlaf. Ein Plus: Kinder bilden wesentlich seltener als Erwachsene Angioödeme aus.

Eltern leiden natürlich mit und bemühen sich den Kindern zu helfen und verzweifeln oft, wenn sie das nicht können. Die gute Nachricht: In vielen Fällen verschwindet die Nesselsucht wieder von alleine. Es kann aber nicht vorausgesagt werden, wie lange dies dauert, dies ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Du solltest in jedem Fall mit deinem Kind einen Dermatologen aufsuchen, mit den passenden Medikamenten lassen sich die Beschwerden rasch lindern.

Ob akut oder chronisch – Urtikaria ist immer unangenehm

Bei der akuten Urtikaria verschwinden die Symptome nach relativ kurzer Zeit (längstens 6 Wochen) wieder, es gibt aber auch chronische Verlaufsformen, bei denen die Nesselsucht länger (über Monate oder Jahre) anhält und einer dauerhaften Behandlung beim Dermatologen bedarf.

Besonderheiten der Urtikaria bei Kindern

Frau Dr. med. Christine Prodinger, Kinderdermatologin im Salzburger Universitätsklinikum, zählt die Unterschiede zwischen Erwachsenen und kindlichen Urtikaria-Patienten auf: 

  • Generell können Kinder in jedem Alter an einer Urtikaria erkranken.
  • Während bei den Erwachsenen mehr Frauen als Männer an Urtikaria erkranken, zeigen Studien bei Kindern keine geschlechtsspezifische Erkrankungshäufung.
  • Bei Kindern treten Angioödeme seltener auf.
  • Die Auslöser für eine akute Urtikaria bei Kindern sind in erster Linie Infekte, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien. Die Trigger bei Erwachsenen sind wesentlich vielfältiger und häufiger nicht identifizierbar (s. oben).
  • An einer chronischen Urtikaria erkranken 0,5–1 % der Menschen1. Kinder mit atopischer Dermatitis entwickeln diese Form häufiger, ansonsten zeigen sich keine wesentlichen Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen.

1 Balp, M. M., et al. (2018). Pediatric Allergy and Immunology, 29(6), 630-636.

Wann muss dein Kind zum Hautarzt?

Prinzipiell sollte jedes Kind mit einem Nesselausschlag vom Dermatologen untersucht werden. So kann eine passsende Therapie rasch und effizient eingeleitet werden. Bei einer akuten Urtikaria solltest du auf einige Punkte achten:

  • Fotografiere den Ausschlag, sollte dieser nämlich rasch wieder verschwunden sein, kann sich der Arzt trotzdem ein Bild machen.
  • Achte darauf, in welcher Situation der Ausschlag aufgetreten ist.
  • Achte auf Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

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Wie wird ein Kind mit Urtikaria behandelt?

Da Urtikaria häufig einen Auslöser hat, ist es wichtig, den Auslöser zu erkennen und zu vermeiden. Bekommt dein Kind z. B. nach dem Genuss von Erdbeeren einen Nesselausschlag, darf es keine Erdbeeren mehr essen. So banal diese Maßnahme klingt, so wirkungsvoll ist sie.

Behandlung der akuten Urtikaria

Im ersten Schritt wird immer mit Antihistaminika behandelt. Dabei wählt man moderne H1-Antihistaminika.2 Diese machen weniger Sedierung im Vergleich zu früher verwendeten Antihistaminika, die sich negativ auf den REM-Schlaf und die Lernfähigkeit ausgewirkt haben. Im Normalfall ist Behandlung nach wenigen Tage abgeschlossen und es werden keine Krankheitssymptome mehr vorhanden sein. Zusätzlich zu den Antihistaminika können Coolpacks und vom Arzt verschriebene Schüttelmixturen mit zB Menthol und Polidocanol die betroffenen Hautstellen kühlen und somit ein bisschen Linderung auf der Kinderhaut verschaffen. Greift die Urtikaria-Therapie mit Antihistaminika nicht, erhöht man im zweiten Schritt die Dosis um das Vierfache. Leider bringt bei einem Drittel der Kinder mit chronischer Urtikaria diese Therapie mit Antihistaminika nicht den gewünschten Erfolg.

Behandlung der chronischen Urtikaria

Bei Jugendlichen, die auf Antihistaminika nicht zureichend ansprechen wird der Dermatologe Omalizumab, einen monoklonalen Antikörper, verordnen.2 Omalizumab ist ein Antikörper gegen Immunglobulin E (Anti-IgE). Er ist in der EU seit 2014 als Zusatztherapie für die Behandlung einer chronischen Urtikaria bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren zugelassen, die nicht auf die Therapie mit H1-Antihistaminika ansprechen. Der Einsatz von Omalizumab zeigte bei Urtikaria in Studien eine gute Wirksamkeit. Manche Patienten sind bereits wenige Tage nach der ersten Dosis beschwerdefrei. Bei anderen dauert es länger bis die Wirkung eintritt, bei wenigen Patienten tritt keine Besserung ein. Diese Patienten müssen mit immunsupprimierenden Medikamenten wie Ciclosporin A behandelt werden.2

2 Zuberbier, T., et al. Allergy, 2018;73:1393–1414

Wie lange dauert die Behandlung?

Sowohl bei der akuten, als auch bei der chronischen Urtikaria müssen die jungen Patienten Geduld aufbringen. Akute Urtikaria kann bis zu 6 Wochen andauern, chronische Urtikaria mehrere Monate bis hin zu Jahren. Da es Spontanheilungen gibt, sollten in der Therapie besonders der chronischen Urtikaria immer wieder Auslassversuche gemacht werden. Man setzt z. B. nach einer gewissen Zeit die Therapie ab, um die Krankheitsaktivität beurteilen zu können. Kommt die Urtikaria wieder, wird die Therapie fortgesetzt, bleibt sie verschwunden, beendet man die Therapie.

Das sagt die Expertin Dr. Christine Prodinger

Dr. Christine Prodinger Dermatologin Salzburg
Dr. Christine Prodinger

Urtikaria ist eine unangenehme und das Wohlbefinden einschränkende Hauterkrankung. Kinder leiden darunter sehr. Daher ist es wichtig, genau zu beobachten unter welchen Umständen der Nesselausschlag aufgetreten ist, ob ein Infekt besteht und ob das Kind etwas gegessen hat, was es normalerweise nicht isst. Es ist wichtig mit dem Kind den Hautarzt aufzusuchen, damit rasch mit einer zielführenden Behandlung begonnen werden kann. Antihistaminika, die wenig müde machen, und kühlende Umschläge bringen meist rasch den gewünschten Erfolg. Reicht diese Therapie nicht aus, steht ein Biologikum, ein monoklonaler Antikörper, zur Verfügung mit dem man sehr gute Therapieerfolge erzielen kann.
Dr. Christine Prodinger
Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie Salzburg
Dermatologische Ambulanz (MO-FR 7:30 bis 11:00)
Tel: 05 7255 24601
E-Mail: ch.prodinger(at)salk.at

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