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Medikamente gegen Juckreiz

Juckreiz raubt den Schlaf und entfacht einen Teufelskreis: Denn die Haut wird durch die Kratzattacken blutig geschoren, die offenen Stellen entzünden sich und heizen den Juckreiz noch mehr an. Es gibt Medikamente, welche den Juckreiz eindämmen und dir wieder Ruhe verschaffen können!

Nachdem viele verschiedene Ursachen Juckreiz auslösen können, gibt es leider nicht „das eine Medikament gegen Juckreiz“. Du solltest herausfinden, zB mit einem Juckreiz-Tagebuch, was deinen Juckreiz auslöst, um dann mit entsprechenden Wirkstoffen dagegen arbeiten zu können. Je nach Intensität und Häufigkeit des Auftretens beim Juckreiz wird dir dein Arzt verschiedene Medikamente vorschlagen. Wichtig ist, dass du im Akutfall so rasch wie möglich einen Hautarzt aufsuchst, damit du und deine Haut Hilfe bekommen!

 

Medikamente gegen den Juckreiz

Antihistaminika

Histamin gilt als einer der Haupt-Auslöser für Juckreiz. Dabei wird Histamin einerseits vom Körper selbst produziert und andererseits durch verschiedene Nahrungsmittel aufgenommen. Die Medikamente aus der Reihe der Antihistaminika helfen sehr gut, das Histamin zu unterdrücken und dadurch den Juckreiz zu verringern. Der Teufelskreis „Juckreiz - Kratzen - beschädigte Haut- Juckreiz“ kann dadurch durchbrochen werden. Angeboten wird Antihistamin in Form von Tabletten, Nasensprays, Augentropfen und zur Inhalation. Achtung: einige Antihistamin-Produkte führen zu Müdigkeit. Daher ist bei der Einnahme Vorsicht beim Autofahren und bei Tätigkeiten wie das Bedienen von Maschinen geboten. Diese Präparate sollten eher abends eingenommen werden. Du bekommst einige von diesen Medikamenten rezeptfrei in der Apotheke, andere sind vom Arzt verschreibungspflichtig. Natürlich werden mit diesem Medikament bloß die Symptome und nicht die Ursache bekämpft. Eine kurzfristige Einnahme ist aber absolut unbedenklich. Bezüglich einer Langzeittherapie mit Antihistamin sprich bitte mit deinem Arzt.

Cortison

Äußerlich angewendetes Cortison in Salbenform lindert Juckreiz meist sehr schnell, ist aber keine Dauerlösung. Wichtig dabei ist, dass du das Cortison nur auf den betroffenen Stellen verwendest und nicht vorsichtshalber am ganzen Körper. Bei schweren Juckreiz-Zuständen und weiteren Symptomen wie schwere Hautausschläge kann der Arzt Cortison in Tabletten- oder Sprizenform zurückgreifen.

Tacrolismus und Pimecrolismus

Diese Wirkstoffe findet man in den verschreibungspflichtigen Medikamenten Elidel® und Protopic®. Eine gute Wirksamkeit hat sich auch bei Kindern mit Neurodermitis gezeigt. Bei Schuppenflechte zeigen diese neuen Medikamente leider nur sehr wenig Erfolg. Aufgrund fehlender Langzeitstudien sind diese Wirkstoffe in der Schwangerschaft nicht zugelassen.

Ciclosporin

Ciclosporin wird nur in Ausnahmefällen verschrieben und wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten nicht gewirkt haben. Der Juckreiz wird stark reduziert, die Nebenwirkungen können schwer ausfallen.

Capsaicin

Capsaicin wird aus Cayennepfeffer und Chili gewonnen und wirkt lokal aufgetragen zunächst wärmend, brennend und verstärkt im ersten Moment den Juckreiz. Daher wird am Anfang eine niedrige Dosierung verschrieben, welche langsam gesteigert wird. Bei wiederholter Anwendung wirkt es juckreizlindernd durch eine Art dauerhafte Desensibilisierung. Für Kinder nicht geeignet! Dieser Wirkstoff findest du in magistralen Salbenzubereitungen und kann vom Arzt verschrieben werden.

Cortisonfreie Wirkstoffe

  • Polidocanol (=Thesit) zu finden in Salbenmischungen und Badezusätzen
  • Urea (=Harnstoff) in Salbenmischungen
  • Gerbstoffe für Umschläge und Badezusätze
  • Menthol durch die kühlende Wirkung in Salbenmischungen

Lichttherapie

PUVA-Therapie, Blaulicht-Therapie und die Klimatherapie am Toten Meer können den Juckreiz zumindest kurz- und mittelfristig bedeutend lindernd.

Tannosynt

Tannosynt gibt es als Lotion oder Badekonzentrat ist ein Gerbstoffpräparat mit entzündungshemmender und juckreizlindernder Wirkung. Vorsicht bei sehr trockener Haut: Tannosynt wirkt auch sehr austrocknend für die Haut und ist daher für eine längere Anwendung nicht zu empfehlen! 

Teerpräparate

Teer wirkt entzündungshemmend und kann auch bei starkem Juckreiz helfen. Da die Wirksamkeit von Teerpräparaten aber bis heute wissenschaftlich nicht bewiesen ist und als Langzeittherapie nicht eingesetzt werden darf, werden diese nur sehr selten verschrieben. Außerdem führen Teerpräparate zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit und sollten bei Kindern gar nicht zum Einsatz kommen. Dazu kommt der gewöhnungsbedürftige Geruch von Teer. Wenn diese verschrieben werden, dann meist als Wirkstoff in einer von der Apotheke gemischten Salbe.

 

Vorsicht bei Antidepressiva und Naltexon!

Einzelne Betroffene sprechen von bahnbrechend guten Ergebnissen gegen den Juckreiz mit Antidepressiva, aber diese sind für Juckreiz-Behandlung NICHT zugelassen.
Naltrexon: Man liest in letzter Zeit immer wieder von einem Wirkstoff, welcher das Kratzen als unangenehm empfinden lässt. Der Wirkstoff heißt Naltrexon wird bei Behandlung von verschiedenen Suchterkrankungen verwendet. Dementsprechend hoch sind die Nebenwirkungen, in Österreich wird noch gar nicht damit behandelt. SOS-Maßnahmen bei Juckreiz > 

Die hautinfo.at Expertin Dr. Nadine Mothes-Luksch

Frau Dr. Nadine Mothes-Luksch ist Wahlärztin in Wien und spezialisiert auf Neurodermitis und Allergien. Sie ist auch Neurodermitis-Trainerin und widmet sich besonders gerne den kleinen Patienten und Patientinnen. Frau Dr. Mothes-Luksch bietet zudem gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendfacharzt DDr. Tamás Fazekas wirkungsvolle Schulungen zur Behandlung von Neurodermitits.
Ordination: Wollzeile 12/2/33, 1010 Wien
Kontakt und Terminvereinbarung: telefonisch unter 0699-10415451
oder per E-Mail: hautimzentrum(at)gmail.com
www.hautimzentrum.at

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