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Stress und Gereiztheit für die ganze Familie

Auch für die Angehörigen von Betroffenen einer Hautkrankheit ist die Welt nicht in Ordnung. Nicht zu wissen, was man tun kann und wie man am Besten helfen kann, ist sehr frustrierend. Mit welchen Schwierigkeiten Eltern, Geschwister und Freunde von Neurodermitis-betroffenen Kindern kämpfen müssen, welche Fehler ihr vermeiden könnt und wie ihr besser mit der Situation fertig werden könnt!

 

 

 

Als Eltern sorgt man sich natürlich um ein krankes Kind mehr als um ein gesundes. Dazu kommt während eines akuten Schubes der permanente Schlafmangel, da natürlich nicht nur das Kind aufgrund des oftmals starken Juckreizes nicht schlafen kann, sondern oftmals die ganze Familie die nächtliche Unruhe mitbekommt. Wenn sich die Beschwerden über mehrere Wochen hinziehen, führt dies unweigerlich zu einem Dauerstress für die gesamte Familie. Alle sind nervlich angespannt und diese Anspannung kann wiederum den Neurodermitis-Schub verstärken. Das betroffene Kind fühlt sich deswegen oft schuldig und dies kann den Hautzustand weiter verschlechtern, also gilt es, diesen Teufelskreis zu unterbrechen - zum Wohle des betroffenen Kindes und zum Wohle der gesamten Familie.

Es tut gut zu wissen, wo die Krankheit herkommt und dass niemand Schuld daran hat. Oft ist es hilfreich, Erfahrungen mit alltäglichen Konflikten, Therapieversuchen oder schwierigen Situationen mit Gleichgesinnten auszutauschen. Gerade in Phasen der Verzweiflung tut es gut, zu wissen, dass man nicht alleine mit dem Problem dasteht. Wie man „richtig“ damit umgeht, ist sicher individuell unterschiedlich und kann nicht verallgemeinert werden. 

Es ist klar, dass du als Elternteil Verständnis für gewisse Umstände, welche die Krankheit verursachen, zeigst. Aber ein Zuviel an Entgegenkommen kann destruktiv sein, denn bestimmte „Sonderrollen“ werden vom Führen eines normalen Lebens abhalten. Ein Hautproblem darf keine Entschuldigung auf Dauer für Fehlverhalten, Faulheit, Gemeinheiten und Egoismus sein. 

Das Akzeptieren der Neurodermitis

Es fällt schwer, den Tatsachen ins Auge zu sehen und die Neurodermitis als einen Teil des Kinder-Lebens anzuerkennen. Aber wenn man die Tatsache nicht akzeptiert, ist dies mit einem ständigen Kampf gegen sich selbst gleich zusetzten und das wiederum kann den Krankheitsverlauf nur negativ beeinflussen. 

Schafft ein möglichst "normales" Familienleben zum Wohle der ganzen Familie

Die ganze Familie sollte versuchen, gemeinsam mit dem Kind ein möglichst normales Leben zu führen und die Unbeschwertheit der Kindheit aus Angst vor einem neuen Schub nicht völlig aus den Augen zu verlieren. Es ist besonders wichtig, dem Kind sobald als möglich begreiflich zu machen, an welcher Krankheit es leidet und was im Notfall zu tun ist. Es müssen ein paar generelle Regeln aufgestellt und Gewohnheiten antrainiert werden, dann kann die ganze Familie auf Dauer in halbwegs geordneten Bahnen die Normalität des Lebens leben.

Redet offen über die Erkrankung

Es hilft ungemein, wenn ihr zuhause möglichst offen mit dem Kind und den Geschwistern redet. Es ist nun einmal eine Tatsache, dass die Haut eines Neurodermitikers nicht normal funktioniert, aber bei Einhaltung bestimmter Regeln kann man auf Dauer ganz gut damit leben. Der wirklich entscheidende Punkt im Umgang mit einem Neurodermitis-Kind in der Familie ist, dass die Neurodermitis nicht zum Mittelpunkt des Familienlebens wird. Das betroffene Kind darf nie den Eindruck gewinnen, dass die Neurodermitis den größten Teil seiner Persönlichkeit ausmachen würde und dass es ohne Krankheit nicht so wichtig wäre. Es hat sich in mehreren Fällen gezeigt, dass damit das Kind trotz der Schmerzen kein wirkliches Interesse an einem besseren Hautbild entwickelt und das könnte sich dramatisch auf den Verlauf der Neurodermitis auswirken. Jedes Kind hat verschiedenste Talente und diesen sollte man als Eltern und Geschwister besondere Aufmerksamkeit entgegenbringen. Es ist einfach wichtig, dass die Familie sehr offen mit dem Thema umgeht und man darüber auch spricht, aber eben nicht immer. Das betroffene Kind bekommt so reelle Chancen, mit der gesonderten Situation um seine Gesundheit leichter fertig zu werden und ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Es kommt nicht selten vor, dass solch ein Mensch in seinem späteren Leben eine starke Persönlichkeit entwickelt und sich nicht so leicht aus der Bahn werfen lässt.

Die Geschwister sind gesund!?

Was tun, wenn die Geschwister des betroffenen Kindes gesund sind? Das Kind, welches an Neurodermitis erkrankt ist, hat es noch schwerer, wenn die Geschwister völlig gesund sind. Es ist ganz natürlich, dass das kranke Kind manchmal auf die gesunden Geschwister neidisch ist. Umgekehrt sind es oft die gesunden Kinder, welche eifersüchtig sind, weil sich die Eltern aus Sorge verstärkt um das kranke Kind kümmern und auch Erfolge des kranken Kindes werden oft mehr belohnt als die der gesunden Kinder. Es ist für beide, sowohl das kranke als auch das gesunde Kind wichtig, dass für jeden die gleichen klaren Grenzen gelten und dass beide möglichst gleich behandelt werden. Wenn Du das nächste Mal dabei bist, dem kranken Kind etwas besonders zu erlauben, dann frage dich einfach, ob du es ihm auch erlauben würdest, wenn es völlig gesund wäre. Für das Neurodermitis-Kind ist es von absoluter Notwendigkeit zu lernen, dass diese Krankheit zwar nicht angenehm ist, aber dass ihm die Krankheit auch nicht andauernd besondere Vorteile einbringen kann und wird. Es werden nur jene Kinder, welche lernen, sich mit ihren Talenten und ihrer Persönlichkeit durchzusetzen, ein gesundes Selbstbewusstsein aufbauen können.

Neurodermitis nicht als Vorwand gelten lassen!

Es ist ganz selbstverständlich, dass man als Eltern dazu geneigt ist, dem kranken Kind besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Aber es darf nicht über ein gesundes Maß hinausgehen. Kinder lernen schon in einem sehr frühen Lebensstadium, den eigenen Willen durchzusetzen. Gab es nicht auch bei dir in der Vergangenheit Situationen, in denen Dein Kind schier aus Wut, weil es eine bestimmte Sache nicht haben konnte, plötzlich einen Kratzanfall hatte? Wenn du immer nachgibst, nur damit das Kind zu Kratzen aufhört, kommt ihr beide in einen Teufelskreis, aus welchem man nur schwer wieder herauskommt. Auch wenn es dir sicherlich sehr schwer fällt, versuche das Kratzen in dem Fall zu ignorieren und lasse dem Kind besondere Aufmerksamkeit dann zuteilwerden, wenn es trotz eines Juckanfalls nicht kratzt. Damit registriert das Unterbewusstsein des Kindes, dass nur das Nichtkratzen einen positiven Effekt hat und die Kinderhaut hat damit eine Chance auf eine Verbesserung.

Besonderes viel Einfühlungsvermögen ist notwendig, wenn man merkt, dass das Kind die Neurodermitis bewusst oder auch unbewusst vorschiebt, für alle Dinge, die in seinem jungen Leben nicht gut laufen. Ein gutes Beispiel dafür ist, wenn es bei Schulaufführungen oder Sportveranstaltungen nicht mitmachen will und dafür dubiose Gründe erfindet. Ganz unbewusst nimmt man auch manchmal die Neurodermitis als Vorwand, um nur kein Risiko eingehen zu müssen. Du solltest mit deinem Kind reden und versuchen, es davon zu überzeugen, dass es gut ist, wenn man bewusst Risiken eingeht, welche es sonst umgangen hätte. Dies sollte immer einhergehen mit bestimmten Belohnungen, die das Kind erwarten, wenn es die Sache zumindest probiert und nicht den Kopf in den Sand steckt und auf Dauer in Selbstmitleid schwelgt. Ein weiteres besonders gutes Beispiel aus der Praxis ist, dass wenn eine Schularbeit ansteht, in der Früh plötzlich ein neuer Krankheits-Schub auftritt und das Kind deswegen leider nicht in die Schule gehen kann. Auch in diesem Fall helfen Gespräche mit dem Kind.

 

 

 

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