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Spätakne aus der Sicht der Dermatologie

Spätakne aus der Sicht der Dermatologie - Was in der Pubertät schon schlimm genug ist, ist im fortgeschrittenen Alter nicht angenehmer. In den letzten Jahren nahm die Anzahl an erwachsenen Akne-Betroffenen laufend zu, mittlerweile geht man davon aus, dass über 30% aller 25- bis 45-Jährigen mit Spätakne zu tun haben.

Sehr unangenehm

Spätakne, im Fachjargon „Akne tarda“ ist eine Form der Akne, die Mitte 20, manchmal erst mit über 40 Jahren auftritt und sich von der jugendlichen Akne unterscheidet. Die Pickel selbst entstehen nicht in der T-Zone (Stirn, Nase, Kinn) sondern eher im Wangen- und Halsbereich und rund um den Mund und sind sehr hartnäckig, die Gründe warum das so ist, sind nach wie vor unklar. Erwachsene Akne-Patienten empfinden ihre unreine pickelige Haut als besonders große Belastung und fühlen sich unwohl in ihrer Haut. Besonders bei außergewöhnlichen Belastungen, in Stresssituationen oder nach Krankheiten tauchen plötzlich vermehrt Pickel und Mitesser auf. Frauen trifft Spätakne meist in den Wechseljahren, was nicht weniger belastend ist.

Ursachenforschung

Nicht immer ist eine einzige Ursache Auslöser für die blühende Haut oder kann ursächlich für Akne-Effloreszenzen, also den Pickeln, verantwortlich gemacht werden. Vielfach sind die in der Praxis beobachteten Ursachen in Studien nicht oder nur schwer nachweisbar. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt - von Ärzten und Betroffenen. Dr Christian Seer, Hautarzt in Altenmarkt meint dazu: „Die meisten Patienten haben eine gute Körperwahrnehmung und spüren schnell welche Ursache ihre Akne hat. Da kann ich als Hautarzt dann auch nicht sagen das ist, wie im Falle der Ernährung, nicht wissenschaftlich bestätigt. Für den einzelnen Patienten ist eine Studie nicht relevant denn seine Empfindung ist Realität“.

  • Hormonschwankungen: Frauen leiden oft vor ihrer Periode durch natürliche Hormonschwankungen an einer vermehrt unreinen Haut. Dazu können sich Pillenpausen und die Geburt eines Kindes besonders stark auf den Hormonhaushalt auswirken und dadurch vermehrt Pickel entstehen lassen.
  • zu fette Hautpflege: Durch die ersten Falten cremen gerade Frauen oft zu fetthaltige Anti-Aging-Produkte, welche aber die Poren verstopfen und dadurch Akne auslösen können.
  • zu viele Bakterien auf der Haut: Eine gesunde Haut weist durch Hautfett und Schweiß einen natürlichen "sauren" Pflegefilm auf. Ist dieser Pflegefilm durch diverse Seifen, Cremes, Lotions etc. gestört, können sich Bakterien ansiedeln, vermehren und zu Entzündungen führen.
  • das Absetzten bestimmter Medikamente wie Antibiotika, Cortison und Antidepressiva können zu einer unreinen Haut führen.
  • Stress: Vor allem chronischer Stress lässt bestimmte Botenstoffe im Körper frei und diese begünstigt die Entstehung von Akne. Damit lässt sich beruflicher und privater Ärger sowie Sorge oftmals im Gesicht ablesen!
  • Genetische Veranlagung: Zu 80 Prozent liegt es an den Genen, wenn die Haut zu Unreinheiten neigt.
  • Schlechte Ernährung: Bis heute konnte kein naturwissenschaftlicher Beweis für einen Zusammenhang von Ernährung und Akne erbracht werden. Dennoch zeigt die Praxis, dass die Haut von Patienten oft nach Genuss von Kohlenhydraten mit einem hohen glykämischen Wert (zB Süßigkeiten, Limonaden, Weißbrot) oder auch Milchprodukten regelmäßig zu sprießen beginnt.
  • übermässiger Alkohol- und Nikotingenuss: Nikotin regt die Haut dazu an, mehr Fett zu produzieren und macht sie empfindlicher für Hormonschwankungen. 

Was tun?

Die gute Nachricht lautet, inzwischen gibt es viele Therapiemöglichkeiten, welche die Symptome der Spätakne gut behandeln können. Eine genaue Abklärung beim Hautarzt ist unerlässlich und stellt die Basis für eine gezielte Behandlung dar. Eine begleitende spezielle Kosmetik-Therapie ist empfehlenswert. Mittlerweile gibt es sogar Kosmetikerinnen, welche sind ausschliesslich auf die Behandlung der Spätakne spezialisiert haben.

Die Schulmedizin setzt auf bewährte Leitlinien

„Akne tarda ist sehr hartnäckig und erfordert viel Geduld um die Haut wieder in einen guten Zustand zu bringen. Die Therapien sind daher langfristig angelegt und beginnen meist mit speziellen Salben, die für ein bis zwei Monate regelmäßig aufgetragen werden sollen“. , so handhabt es auch Hautarzt Dr Christian Seer. Dieses „Salben schmieren“ wird topische Therapie genannt, ist also lokal auf die betroffenen Stellen beschränkt. Antibiotikasalben verschreibt Christian Seer jedoch immer seltener, da es bereits gute Alternativpräparate gibt. „Man kommt immer mehr davon ab, auch wegen der zunehmenden Antibiotikaresistenzen“.

Kombinationspräparate in der topischen Therapie

Die neuen Kombinationspräparate enthalten mehrere Wirkstoffe, die laut Studien sogar besser wirken, als wenn sie einzeln aufgetragen werden. Es gibt z.B. am österreichischen Markt die Wirkstoffkombination Adapalen mit Benzaknen welche auch für eine Langzeittherapie geeignet aber auch eine Kombination des Antibiotikums Clindamycin und dem Wirkstoff Tretinoin. „Die in Österreich erhältlichen Präparate werden in der Regel nicht von den Kassen bezahlt, was schade ist, auch weil es die Compliance der Patienten wesentlich erhöht. Einmal schmieren ist wesentlich weniger aufwendig als mehrmals pro Tag“, sagt Seer. Die entsprechenden Einzelsubstanzprodukte werden von den Kassen bezahlt. Egal ob Einzelwirkstoff oder Kombinationspräparat: “All diesen Substanzen ist gemeinsam: die Wirkung entfaltet sich erst nach einigen Wochen, und zu Beginn trocknen Sie immer die Haut aus. Dies ist erwünscht. Zur Pflege zu trockene Haut sollten daher nie fetthaltige Salben zur Anwendung kommt, sonst hebt sich die Wirkung auf!”.

Wenn schmieren doch nicht hilft - Antibiotika

Tritt keine gewünschte Besserung ein, so wird eine systemische Therapie mit Tabletten durchgeführt. So sehen es auch die aktuellen Leitlinien vor. Dazu Seer: „Die erste Stufe der Tablettentherapie ist eine zeitlich auf 4-8 Wochen beschränkte antibiotische Therapie. Relativ neu am Markt ist ein Antibiotikum vom Tetracyclin-Typ (Markenname Cyclopel). Vorteil bei dieser in Großbritannien schon seit längerem gängigen Therapie ist, dass das Medikament nur einmal täglich eingenommen werden muss”. Herkömmliche Medkamente müssen zwei mal täglich eingenommen werden. Allen gemein ist, dass sie leicht photosensitivieren wirken, dh. Sonnenbaden nach der Einnahme sollte vermieden werden.

Systemische Therapie mit Vitamin A ähnlichen Stoffen

Eine weitere Möglichkeit stellt das Isoretinoin (Handelsname Ciscutan) dar, das ist ein Vitamin A ähnlicher Stoff. „Das hat die Therapie der Akne revolutioniert”, so Seer. “Der Mechanismus ist zwar noch immer unklar aber man nimmt vereinfacht gesagt an, das die Talgdrüsen von innen getrocknet beziehungsweise lahmgelegt werden”. Die Einnahme erfolgt üblicherweise über ein halbes Jahr. Zu dieser Therapie ist allerdings einiges zu beachten: “Bei Frauen ist mindestens eine, besser zwei sichere Verhütungsmethoden Pflicht, ansonsten kann aus juristischen Gründen das Medikament nicht verordnet werden. Grund hierfür ist die teratogene Wirkung. Das bedeutet, dass im Falle einer gewollt oder ungewollt Schwangerschaften nach Einnahme der Tabletten schwerste Missbildungen auftreten können. Nach dem Absetzen der Therapie ist eine Schwangerschaft nach einem Monat wieder uneingeschränkt möglich, die Fertilität ist in keinster Weise eingeschränkt. Die Tablette kann immer nur nach dem vorweisen eines negativen Schwangerschaftstest vom Arzt verschrieben werden, dieser wird in der Regel in der Praxis durchgeführt”.

Dr. Christian Seer weist weiters darauf hin, dass Haut und Schleimhäute sehr austrocknen und mehrfach tägliche Pflege, insbesondere der Lippen unbedingt nötig ist. Auch Sonnenbaden ist, wie bei Antibiotika, nicht anzuraten. “Regelmäßige Blutabnahmen zur Kontrolle von Leber und Blutfetten sind erforderlich”. Dennoch ist bei entsprechender Vorsicht diese Therapie äußerst erfolgsversprechend, so Seer, er spricht da von einer Erfolgsrate von über 95 Prozent und empfiehlt: “Gerade bei der Narben bildenden Akne (Conglobata) sollte man sehr rasch bei ausbleibenden Erfolg unter tropischer Therapie zur Systemtherapie übergehen”.

Physikalische Therapieansätze

Alternativen zu Antibiotika können ebenfalls angedacht werden, jedoch sind oft keine überzeugenden Daten für die Wirksamkeit zu finden. Ein Versuch kann sich allerdings trotzdem lohnen. Hierzu zählen Lichttherapie, Laserbehandliung also manuelle Aknetherapie IPL oder photodynamische Therapie (PDT).

Akne unreine Haut Hilfe Spätakne

Dont’s

Meist ist die Haut eines Spätakne-Betroffenen fettärmer wie die jugendliche Pickelhaut und sollte demnach auch nicht mit Spezialprodukten für die jugendliche Haut gepflegt werden. Grundsätzlich gilt es, speziell auf die Haut abgestimmte Pflegeprodukte zu verwenden und nicht zu viel mit verschiedensten Präparaten zu experimentieren, da dies die empfindliche Haut nur allzu gerne mit Irritationen quittiert.

Herumdrücken an Mitessern und Pickeln ist ebenfalls auf der „Do-not“-Liste. Dies verschlimmert in den meisten Fällen den Hautzustand, führt zu neuen Entzündungen und zu lebenslang hässlichen Narben.

Dr. Seer rät davon ab, unötige Diäten zu machen wenn nicht durch mehrmonatige Auschlussverfahren klar ist, ob ein Lebensmittel die Akne beeinflusst. „Da schadet man sich nur selbst und die Gefahr der Unterernährung gerade wenn man keinen Diätologen zu rate zieht ist da sehr groß“. Seiner Erfahrung nach lassen sich nur ca fünf Prozent der Akneschübe über die Ernährung steuern.

Ebenfalls abzuraten ist von oft angepriesenen Testosteron-Produkte, diese würden die Akne-Symptome bloß verstärken.

Tipps

Leichte, aber nicht zu fette Feuchtigkeitspflege. Gute Inhaltsstoffe wie Hyaluronsäuregel, Fruchtsäuren oder Retinol (Vitamin A) geben der Haut Feuchtigkeit und bewirken dennoch einen Anti-Aging-Effekt.

Das Hautpflegepotential von ätherische Öle in selbstgemachter Kosmetik kann ebenfalls genutzt werden - ätherische Öle >

Sonne: „Die Hälfte der Patienten profitiert von der Sonne, bei der anderen Hälfte wird die Akne schlechter“, so die Erfahrungen von Dr. Seer.

Professionelle Reinigung und verträgliche Produkte auswählen

Ein Fruchtsäurepeeling kann ebenfalls helfen

Wenn Hormonschwankungen der Grund für die Spätakne ist, lässt sich diese durch Medikamente gut in den Griff bekommen.

Und ganz wichtig: Regelmässiges Entspannen für Körper, Geist und Seele. Egal ob Yoga, QiGong, eine geführte Meditation oder einfach nach Herzenslust faulenzen oder ein Duftbad mit einem ätherischen Öl nehmen!

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