Begleiterkrankungen

Psoriasis

Schuppenflechte betrifft mehr als die Haut. Psoriasis ist nicht alleine auf die Haut beschränkt. Die Neigung zu Psoriasis ist genetisch bedingt, eine Vielzahl äußerer und innerer (teilweise noch unbekannter) Einflussfaktoren von mechanischen Reizen bis zu Krankheitserregern kommt als Auslöser in Frage.

Da Psoriasis eine systemische, chronische entzündliche Erkrankung ist, betrifft sie nicht nur die Haut, sondern in unterschiedlicher Ausprägung den gesamten Körper. So haben Menschen mit Psoriasis ein erhöhtes Risiko für Folge- und Begleiterkrankungen wie etwa Störungen des Fettstoffwechsels, Typ II Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen. Bei überdurchschnittlich vielen Menschen mit Schuppenflechte wird im Vergleich zur Gesamtbevölkerung Übergewicht, Alkoholmissbrauch und Depression diagnostiziert.



Psoriasis Arthritis als eine der häufigsten Begleiterscheinung
Bis zu 42 Prozent der Psoriasis-Patienten sind von dieser Gelenkserkrankung betroffen, die auch bleibende Gelenkschäden, und -zerstörung hervorrufen kann. Bei der überwiegenden Zahl der Betroffenen tritt die Gelenksbeteiligung erst mehrere Jahre nach den Hautsymptomen auf. Eine Abgrenzung zu anderen rheumatischen Erkrankungen ist manchmal nicht einfach, da die Symptome sehr ähnlich sind. Detaillierte Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren wie beispielsweise Röntgen können endgültig Aufschluss geben.

Übergewicht bei Psoriasis
Übergewicht gilt als einer der Hauptrisikofaktoren für eine Verschlechterung der Schuppenflechte. Übergewichtige Personen sind häufiger betroffen als normalgewichtige Personen. Wenn man geschichtlich zurückgeht, sieht man recht deutlich, dass während und nach den Kriegen die Zahl an Psoriasis-Erkrankten aufgrund der Nahrungsmittelknappheit deutlich zurückging. Mit wachsendem Wohlstand steigen die Psoriasis-Neuerkrankungen. Psoriasis-Betroffene sind viel häufiger vom sogenannten Metabolischen Syndrom, auch Wohlstands-Syndrom genannt, betroffen. Dabei treten mehrere Erkrankungen gleichzeitig auf, wobei die Hauptursachen dafür Übergewicht und mangelnde körperliche Bewegung sind. Zu den typischen Krankheitsbildern des Metabolischen Syndroms zählen Fettstoffwechselstörungen mit einem niedrigen „guten“ HDL-Cholesterin und einem hohen „schlechten“ LDL-Cholesterin, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Bluthochdruck und Gicht. Für die Diagnose Metabolisches Syndrom müssen gleichzeitig mindestens drei dieser Faktoren vorliegen. Daher ist es für jeden Psoriasis-Betroffenen für eine Linderung der Krankheit von großer Bedeutung, vorhandenes Übergewicht zu reduzieren. Gesunde Ernährung und Bewegung können dabei helfen, Gewicht zu verlieren. Für eine möglichst gesunde Haut und eine bessere Lebensqualität ist ein bewusster Lebensstil unverzichtbar.

Die angeschlagene Psyche
Durch die oft schmerzhaften schuppigen Flechten, die am ganzen Körper auftreten können, ist Psoriasis in höchstem Maß stigmatisierend. Die körperliche und psychische Belastung durch die Erkrankung führt bei sehr vielen Betroffenen zu emotionaler und sozialer Isolation. Viele Psoriatiker sind sehr sensible Menschen und die Haut reagiert oft als erstes Organ auf verschiedenste psychische Faktoren. Unwissenheit bzw. Angst vor einer möglichen Ansteckung oder auch Ekel können Gründe dafür sein, dass andere Menschen Abstand suchen. Als Reaktion vermeiden viele Betroffene soziale Aktivitäten. Der seelische Zustand einer Person kann einen maßgeblichen Einfluss auf ihre Hauterkrankung haben, auf jeden Fall spielt die Psyche für den Verlauf und die Verarbeitung der Krankheit eine wichtige Rolle.

Tipps zum Arzt-Patientengespräch

Im Verlauf des Gesprächs mit Ihrem Arzt werden Fragen und Begriffe auftreten, die beim ersten Besuch zunächst fremd oder unverständlich sind. Nachfolgende Checkliste kann helfen, die wichtigsten Punkte zu klären:

  • Verstehen Sie die Erklärungen Ihres Arztes?
  • Gibt es Fachwörter, die Sie nicht verstanden haben? Fragen Sie im Zweifelsfall nach!
  • Ist das Ziel der besprochenen Behandlung klar?
  • Wissen Sie genau, was Sie von der Behandlung erwarten können?
  • Wie können Sie erkennen, dass die Behandlung erfolgreich ist?
  • Ist der Behandlungsplan klar und verstehen Sie wie die Behandlung anzuwenden ist?
  • Wissen Sie genau, wann, wie und wie häufig die Medikamente einzunehmen sind?
  • Worauf müssen Sie bei der Behandlung achten?
  • Wissen Sie genau, wann Sie Ihren Arzt zu Rate ziehen sollten (z.B. geplante Reisen, Infekte, etc.)?
  • Erklärt Ihnen Ihr Arzt die Gründe für die jeweiligen Untersuchungen oder die Behandlung?
  • Kennen Sie die nächsten Schritte, sollte die vorgeschlagene Behandlung nicht anschlagen?
  • Wann und welche weiteren Kontrolluntersuchungen werden durchgeführt bzw. wann liegen die Ergebnisse der Kontrolluntersuchung vor?
  • Sollen Sie Ihren Arzt anrufen oder wird er sich bei Ihnen melden?

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Autor: Karin Hafner
Quelle: Abbvie
Stand der Information: Februar 2015
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IM MITTELPUNKT STEHT DER MENSCH, NICHT DIE KRANKHEIT.

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