So verschwinden Narben!

Nach einer Verbrennung, einem operativen Eingriff, Akne oder anderen Hautverletzten kann es zur Narbenbildung kommen. Die Bildung von Narben ist ein natürlicher Prozess, der bei der Heilung von verletztem Gewebe eintritt. Eine Narbe unterscheidet sich von der umgebenden Haut durch ihre Funktion und ihr Aussehen. Anfangs ist die betroffene Hautstelle rot. Im Idealfall ist am Ende des Heilungsprozesses nur noch eine blasse Kontur zu sehen. Aber häufig bilden sich unschöne Narben, die einen ein Leben lang begleiten. Narben schränken nicht nur die Bewegungsfreiheit ein, sondern führen bei vielen Menschen zu kosmetischen Beeinträchtigungen.

An gut sichtbaren Körperstellen werden Narben klarerweise oft als besonders störend empfunden. Vor allem in den Sommermonaten ist der Leidensdruck für einige Betroffene sehr groß, da sie sich für ihre Narbe schämen. Mittlerweile gibt es aber erfolgreiche Methoden in der Narbenbehandlung, die den Wundheilungsprozess unterstützen und somit helfen das Aussehen bereits bestehender oder sich entwickelnder Narben verbessern.

Was beeinflusst das Erscheinungsbild einer Narbe?

Verschiedenste Faktoren, wie Alter, Hauttyp, erbliche Faktoren, Ort der Narbe und Wundinfektion beeinflussen die Entwicklung und das Erscheinungsbild einer Narbe.
Alter: Je älter der Mensch ist, desto langsamer heilt eine Wunde. Bei Kindern oder jüngeren Personen hingegen neigt die Haut oft zur Überreaktion und produziert daher mehr Bindegewebe als erforderlich. Dadurch entstehen größere, dickere Narben.
Erbliche Faktoren/Hauttyp: Die Veranlagung zu auffälliger Narbenbildung kann auch erblich bedingt sein.
Ort der Narbe: Speziell Narben, die entweder über oder in der Nähe von Schulter, Rücken und Gelenke liegen, sind größerer Zugspannung ausgesetzt. Daher sind diese in der Regel stärker ausgebildet oder sichtbarer.
Wundinfektionen: Wundinfektionen oder -entzündungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit auffälliger Narbenbildung.
Im Narbengewebe werden Haare, Talg- oder Schweißdrüsen nicht neu gebildet, da das Narbengewebe weniger elastische Fasern (Kollagen) als die normale Haut besitzt und es dadurch zu einer Schrumpfung und Verhärtung der betroffenen Stelle kommen kann.

Narbenformen

Je nach Wundheilung und Ursache unterscheidet man in der Medizin zwischen 3 verschiedenen Narbentypen.
Atrophe Narbe (eingesenkte Narbe)
Bei dieser Narbenform heilt die Wunde schlecht, da die Bildung neuer Bindegewebsfasern nicht ausreicht. Es entsteht eine sogenannte „eingesunkene”, grübchenartige Narbe, die unter dem Hautniveau liegt. Diese Forme bleibt oft bei Akne zurück.

Hypertrophe Narbe (wulstige Narbe)
Hypertrophe Narben entstehen entweder kurz nach der Wundheilung oder noch in deren Verlauf. Hierbei kommt es zu einer Überproduktion von Bindegewebsfasern. Die Narbe wölbt sich dadurch hinauf und ist höher als das umgebende Hautniveau. Es kommt zu einer Wulstbildung, die sich auf das Wundgebiet beschränkt. Hypertrophe Narben treten oft nach Hautverletzungen (schweren Verbrennungen, ...) auf. Sie können vor allem aber auch dann auftreten, wenn die Wunde nicht ruhig gestellt bzw. geschont wird oder zusätzlich eine Infektion auftritt. An sich sind Wulstnarben nicht gefährlich, jedoch lösen sie bei manchen Juckreiz an der Narbenbildungsstelle aus. Sie sind nicht schön anzusehen und können sehr groß werden. Zudem ist es möglich, dass die Narbe sich weiter verdunkelt (zB durch zuviel Sonnenbestrahlung). Du solltest einen Arzt aufsuchen, wenn die Narbe stark wächst. Dies kann ein Anzeichen für Krebs darstellen und muss medizinisch abgeklärt werden. Bei einer Biopsie wird eine Gewebeprobe entnommen und auf Krebszellen untersucht. Manchmal bilden sich hypertrophe Narben nach einigen Monaten spontan zurück.

Narbenkeloid (wuchernde Narben)
Keloide sind durch wucherndes Narbengewebe, über die Narbe hinaus, gekennzeichnet. Dieser Narbentyp ist flächig, derb, wulstig, stark gerötet und verursacht häufig Juckreiz oder Druckschmerzen. Die Narbenform entsteht meist erst nach Abschluss der Wundheilung. Aufgrund einer starken Überproduktion von Bindegewebsfasern bekommen Keloide ihre charakteristische Form. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene des weiblichen Geschlechts sind hiervon häufig betroffen.

Narbenbehandlung - Was kann man tun?

Welche Behandlung für eine Narbe richtig ist, entscheidet am besten der Arzt. Für eine entsprechende Therapie stehen, je nach Beschaffenheit der Narbe, eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Zu diesen zählen Laser, Operation, Unterspritzungen, Kryotherapie, Schleifung, Druckverbände, Silikon-Gel-Folien/-Kissen sowie Gels und Salben. Manchmal werden Cortisonspritzen über mehrere Wochen direkt ins Narbengewebe gespritzt, um Narbe flach zu halten.

Narbensalbe und Narbengel

Eine Behandlung der Narbe mit Narbengel und Narbensalbe kann begonnen werden, wenn die Wundränder vollständig geschlossen beziehungsweise die Fäden entfernt worden sind. Die enthaltenen Wirkstoffe Zwiebelextrakt (Extractum cepae), Heparin und Allantoin oder Dexpanthenol reduzieren Rötungen, wirken entzündungshemmend und feuchtigkeitsspendend, lockern Narbengewebe auf, lindern Schmerz sowie Juckreiz und verhindern das Wachstum von überschießendem Bindegewebe.  Diese beiden Therapiemöglichkeiten werden über mehrere Wochen hinweg, mindestens 2 mal täglich, auf die betroffene Hautstelle gegeben und leicht einmassiert. Speziell mit dem Narbengel können sowohl frische als auch ältere Narben behandelt werden. Aufgrund einer regelmäßigen Narbenpflege verliert die Narbe an Umfang, wird blasser und unauffälliger.  Narbengel und Narbensalbe können nur von einem Arzt verschrieben werden und sind in der Apotheke erhältlich.

Narbenpflaster

Eine weitere wirksame Behandlungsmöglichkeit bieten sogenannte Narbenpflaster (z.B. Contractubex Intensivpatch) und sind in der Apotheke erhältlich. Diese Pflaster können sowohl bei bestehenden Narben als auch vorbeugend angewendet werden, um die Heilungsprozesse zu unterstützen und die Bildung einer hypertrophen Narbe zu verhindern.  Narbenpflaster bestehen aus einem atmungsaktiven sowie wasserdampfdurchlässigen Material und schaffen somit im Narbenbereich ein Hautklima das die Stoffwechselprozesse anregt und die Erneuerung des Gewebes fördert. Durch die Ausübung von leichtem Druck auf die Narbe bewirken Narbenpflaster eine Umstrukturierung des Gewebes und machen es so elastischer. Sie werden, nach abgeschlossener Wundheilung, auf die betroffenen Hautstelle geklebt und müssen an dieser für mindestens zwölf Stunden belassen werden. Die Behandlung erfolgt meist  über einen Zeitraum von etwa zwei bis drei Monaten.

Natürliche Hausmittel gegen Narben

Neben vielen medizinischen Behandlungsmethoden gibt es auch eine Menge von gut wirksamen natürlichen Heilmitteln. Einige Beispiele hierfür sind Aloe Vera, Vitamin-E-Öl, Zitronensaft, Apfelessig, Lavendelöl, Honig, Kakaobutter, Olivenöl und Tomaten.
Zitronensaft hilft die Narbe zu bleichen und aufzuhellen. Außerdem unterstützt die Zitronensäure die Erneuerung des Narbengewebes. Der Saft wird für 10 Minuten auf die Narbe aufgetragen. Dies soll man zweimal täglich durchführen und über einen Zeitraum von mehreren Wochen anwenden.
Die enthaltenen Säuren in Apfelessig helfen die abgestorbene Haut auf Narben zu entfernen und fördern die Neubildung der Haut. Nach 15 Minuten wäscht man den Essig von der Haut ab. Diesen Vorgang soll man 3 Mal täglich wiederholen.
Auch Honig ist ein altbewährtes Hausrezept, denn Honig ist ein natürlicher Feuchtigkeitsspender der die Heilung von Narbengewebe unterstützt bzw. gegen eine Narbenbildung vorbeugt. Hierbei wird der Honig für einige Minuten einmassiert, für eine Stunde auf der Narbe belassen und anschließend abgespült. Dies wird zweimal täglich angewendet und hilft der Haut sich auf natürlichem Weg zu regenerieren.

 

Was du selbst beachten solltest!

  • Du solltest besonders anfangs darauf achten, dass die Narbe keinen starken Temperaturreizen ausgesetzt wird!
    Eine extreme Sonnenbestrahlung, Solarium, Saunawärme oder starke Kälte  können die Gewebebildung negativ beeinflussen.
    Vermeide direkte Sonnenbestrahlung!
  • Die Auswahl der richtigen Kleidungsstücke ist bei frischen Narben besonders wichtig, damit das empfindliche Narbengewebe nicht durch eng anliegenden Stoff gereizt oder verletzt wird.
  • Sport darfst du machen, aber es gilt das gleiche wie bei Dehnungs- und Kräftigungsübungen: sei vorsichtig in der Ausführung, um das Narbengewebe nicht zu strapazieren!
  • Viel trinken beugt trockener Haut vor und hält diese gesund.
  • Vermeide das Aufkratzen der Narbe - auch wenn es noch so juckt!
  • Halte die Narbe trocken und achte darauf, dass diese genügend "Luft" bekommt.
  • Rede mit einem Arzt über mögliche Narbenbehandlungen! Ein Arzt gibt dir auch weitere gute Tipps, damit deine Narbe bald nicht mehr sichtbar ist.
  • Habe Geduld, die Narbenheilung kann einige Zeit in Anspruch nemen!

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Mag.(FH) Marie Luise Wernhart Mag.(FH) Marie Luise Wernhart
Autor: Mag.(FH) Marie Luise Wernhart
Quelle: omenda.de, narbeninfo.de, gesundheit.de
Stand der Information: Juni 2016
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