Hautpilz nicht auf die leichte Schulter nehmen

Es beginnt mit leichten Rötungen und Juckreiz und kann zu einer Entzündung führen: Hautpilz, auch Dermatomykose genannt, muss behandelt werden, da die Ansteckungsgefahr groß ist!

Eine Pilzinfektion der Haut tritt vor allem in jenen Bereichen auf, wo es feucht und warum ist. Die Hautfalte unter der weiblichen Brust, unter den Achseln, am Babypopo oder zwischen den Zehen. Abhängig von der Stelle, an der Hautpilz auftritt, gibt es verschiedene Arten: Kopfpilz, Leistenpilz, Fußpilz oder Nagelpilz.

Hautpilz Symptome

Die Symptome für einen Hautpilz Erkrankung gehen von Jucken bis Brennen, von einer Rötung der Haut bis zur Schuppung. Da sich der Hautpilz schnell ausbreiten kann und die Ansteckungsgefahr hoch ist, solltest Du bereits bei den ersten Anzeichen handeln. Natürliche Hausmittel können eine weitere Ausbereitung meist gut eindämmen. Ein nicht behandelter Hautpilz kann jedoch zu Entzündungen führen und sogar zur chronischen Erkrankung werden.

Ansteckung

Der Hautpilz wird über Körperkontakt oder kontaminierte Gegenstände übertragen. So kannst du mit kontaminierte Kleidung andere Hautstellen infizieren oder andere Menschen anstecken. Daher sollte bei einer Erkrankung Badematten, Handtücher, Bettwäsche und Kleidung häufig gewechselt werden. Aber auch über Gegenstände wie Nagelscheren, Haarbürsten und ähnliches kann Hautpilz weitergeben werden und sollten daher in der Familie nicht von mehreren Personen verwendet werden.

Viele Erkrankungen unter einem Namen

Dermatomykose, also Hautpilz, ist ein Sammelbegriff für mehrere Erkrankungen. Hier die wichtigsten im Überblick:

  • Fußpilz gehört zu den häufigsten Hautpilz-Erkrankungen. Gerade im Schwimmbad und der Sauna ist die Ansteckungsgefahr sehr hoch, daher sollten prophylaktisch Badesandalen getragen werden. Sportler sind immer wieder betroffen, da die engen schweißgetränkten Sportschuhe das ideale Klima für die Fußpilz-Erreger darstellen. Daher sollten nach dem Duschen die Zehenzwischenräume, wo der Fußpilz sitzt, gut abgetrocknet werden und die Schuhinnenseiten regelmäßig mit Formaldehyd desinfiziert werden um eine Neuansteckung zu vermeiden.
  • Nagelpilz ist durch eine gelbliche Verfärbung und gewellte, verdickte Oberfläche zu erkennen. Nagelpilz tritt vor allem an den Fußnägeln auf und kann durch einen nicht behandelten Fußpilz entstehen. Aber auch der umgekehrte Weg ist möglich, dass sich ein Nagelpilz auf die Hand oder den Fuß ausbreitet.
  • Hautpilz an behaarten Körperstellen: Bei dieser Form des Hautpilzes dringen die Erreger in die Haarfolikel und den Haarbalg ein. Die Rötung geht von den Haarwurzeln aus und breiten sich kreisrund, die Haut kann schuppig werden. Bei Männern kann es zu einer Pilzinfektion in der Bartregion Dabei sind tiefe Bereiche des Haarschaftes betroffen, was zu starken entzündlichen Reaktionen, Hautschuppen oder sogar Pustel-Bildung führen kann.
  • Kopfpilz tritt am behaarten Kopf vor allem bei Kindern auf. Die Ansteckung passiert dabei vor allem über Tiere wie Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen und ist auf andere Menschen übertragbar. Anders als bei anderen Hautpilz-Arten sind beim Kopfpilz, wissenschaftlich Tinea capitis oder Dermatophytosis capitis genannt, kaum Hautirritationen sichtbar. Erkennbar ist der Kopfpilz an klar abgegrenzten Bereichen, an denen die Haare abgebrochen sind und an ein abgemähtes Kornfeld erinnern. Ist die Wundfläche zusätzlich von Bakterien besiedelt entsteht eine nässende, eitrige, wabenförmige Veränderung. Lymphknoten können druckempfindlich sein und vereinzelt tritt auch Fieber auf.
  • Leistenpilz entsteht durch das in der Leistenregion begünstigte warme Klima. Der Leistenpilz zeigt sich meist zuerst auf der Oberschenkel-Innenseite durch fleckenförmige Rötungen, die sich ausdehnen und dabei von einem brennenden Gefühl und Juckreiz begleitet sind. Die Gefahr des Leistenpilzes ist seine rasche Ausdehnung auf den Intimbereich, was sowohl für Männer und Frauen sehr schmerzhaft werden und zu weiteren Erkrankungen führen kann.

Natürliche Hautpilz-Behandlung

Da es sich beim Hautpilz um eine sehr hartnäckige Erkrankung handelt, ist die frühe Behandlung ratsam. Bleibt ein Hautpilz unbehandelt, breitet er sich nicht nur am eignen Körper immer weiter aus, er kann auch auf andere Menschen übertragen werden, da Hautpilze hoch ansteckend sind. Bei einem geschwächten Immunsystem können die Erreger über Hautrisse in den Blutkreislauf gelangen und sogar innere Organe befallen (systemische Mykose). Besonders wichtig daher: Nicht kratzen, damit durch die keinen Wunden die Erreger nicht in tieferliegende Hautschichten vordringen. Wenn Du den auftretenden Hautpilz mit natürlichen Mitteln behandeln willst, kannst Du in einem ersten Schritt Dein Immunsystem stärken. Dafür eigenen sich  immunstärkende Substanzen wie z.B. Echinacin (als Tabletten oder Tropfen), sinnvoll auch in der Kombination mit „Zinkorotat“ und Vitamin C.

Parallel dazu sollten die betroffenen Stellen äußerlich behandelt werden. Dafür eignet sich vor allem ätherische Öl der Myrrhe, Lavendelöl und Thymianöl, die gegen Hefen als auch gegen andere Hautpilzarten wirken. Teebaumöl ist vor allem bei Nagel- und Fußpilzbefall ratsam.

Bei großflächigem Befall an Bauch oder/und Rücken sind Bäder mit Lavendelöl oder -milch (z.B. von Weleda) empfehlenswert.  Zur punktuellen Behandlung eignet sich Myrrhentinktur, die jedoch verdünnt werden sollte.  Hartnäckige Stellen können mit Knoblauch als Frischextrakt behandelt werden. Dafür mehrmals täglich die betroffenen Hautstellen mit geschälten Knoblauchzehen einreiben, alternativ mit Knoblauch-Pflanzensaft.

Medikamentöse Hautpilz Behandlung

Da es verschiedene Erreger für Hautpilz gibt, muss für eine effektive Behandlung geklärt werden, um welchen Erreger es sich handelt. Die häufigsten Erreger sind:

  • Dermatophyten: Dabei handelt es sich um Fadenpilze, die sich auf die oberste Hautschicht begrenzen und sich daher vor allem als Nagelpilz ausbreiten.
  • Hefepilze: Diese Pilze verursachen v.a. bei Babys die sogenannte Windeldermatitis, auch Soor genannt. Um Soor zu vermeiden sollten die Windeln häufig gewechselt werden und auf säurearme Ernährung geachtet werden. Hefepilze können im Gegensatz zu Dermatophyten in  Schleimhaut infizieren und systemische Mykosen verursachen.

Die Behandlung erfolgt zunächst lokal mit aufgetragenen Lösungen oder Cremes, die Antimykotika enthalten. Wenn bereits tiefer Hautschichten betroffen sind, wird eine systemische Therapie mit Medikamenten oder Infusionen notwendig.
Bei der Hautpilz-Behandlung kommen folgende Substanzen zur Anwendung:

  • Azol-Antimykotika hemmen die Herstellung der Pilz-Zellwand und somit das Wachstum des Pilzes. Als lokal anwendbare Azole sind Clotrimazol, Econazol, Rutrimazol oder Isoconazol in Verwendung. Zur systemischen Therapie stehen Azol-Antimykotika wie Miconazol und Itraconazol zur Verfügung.
  • Allylamine töten die Dermatophyten ab und werden daher vor allen für die lokale Behandlung verwendet. Mit Terbinafin gibt es auch ein Allylamin zur systemischen Therapie.
  • Amorolfin wird es vor allem zur Behandlung von Nagelpilz, aber auch für Hautpilz eingesetzt.
  • Hydroxypyridone (Ciclopirox und dessen Salz Ciclopiroxolamin) wirken pilztötend und werden zur lokalen Behandlung verschiedener Formen des Hautpilzes eingesetzt.
  • Polyen-Antimykotika ist vor allem bei der Behandlung von Pilzinfektionen mit Hefen in Verwendung. Nystatin gibt es nur zur Lokaltherapie. Amphotericin B ist das wichtigste Mittel zur Behandlung systemischer Pilzinfektionen, nicht zuletzt, weil es auch gegen bestimmte Schimmelpilze wirksam ist.

Nimm Hautpilz nicht auf die leichte Schulter und beginne bei den ersten Anzeichen mit der Behandlung. Denn Hautpilz ist echt lästig und beschäftigt dich sonst länger als dir lieb ist!

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Michaela Muschitz Michaela Muschitz
Autor: Michaela Muschitz
Quelle: www.Netdoktor.at, www.apotheken-umschau.de, www.gesund.at, www.hefepilzinfektion.com
Stand der Information: März 2017
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