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Das Prinzip der Wundheilung

Der Kratzer ist oft schneller da, als man gucken kann. Man stolpert und schürft sich Hände oder Knie beim Sturz auf. Aber was kann man tun, damit die Wunde schnell heilt und vor allem keine bleibenden Narben hinterlässt? Bei jedem Menschen verläuft die Wundheilung anders. Aber für alle gilt: die Wunde sollte so schnell wie möglich versorgt werden, damit sie sich nicht entzünden kann.

Wenn es zu einer Wunde kommt, wird die Haut und das darunter liegende Gewebe beschädigt, zerstört oder auch durchtrennt. Das sieht in der Regel schlimmer aus, als es ist. Der Körper ist in der Lage, Wunden meist von selbst heilen. Aber um die Schutzfunktion der Haut wiederherzustellen, ist eine gute Wundheilung wichtig. Die Wundheilung sorgt dafür, dass das zerstörte Gewebe durch neues ersetzt wird. Dadurch können sich Narben bilden. Je größer und tiefer eine Wunde ist, desto länger dauert die Heilung der Wunde. Bei größeren Wunden ist das Risiko für Komplikationen wie z.B. einer Infektion auch höher.

Denn sobald Keime in die Wunde gelangen, kann sich die Heilung verzögern. Um eine solche Wundinfektion zu bekämpfen ist es unverzichtbar, die Wunden sofort zu versorgen. Zu einem optimalen Wundmanagement zählen die Wundreinigung, lokale Therapien an der Wunde, ein regelmäßiger Verbandswechsel, die Behandlungen für den Wundverschluss sowie bei Bedarf begleitende Therapie- und Pflegemaßnahmen. Ist die Wundheilung gestört, kann es zu chronischen Wunden kommen.

Die richtige Wundreinigung

Bei kleineren Kratzern kann man sich gut selber helfen. Bei größeren Wunden sollte immer ein Arzt die Wundreinigung vornehmen. Sie kann z.B. auf folgenden Weisen erfolgen: 

  • Mechanische Wundreinigung zur Entfernung von Verschmutzungen, Fremdkörpern oder Krankheitserregern, z.B. mit isotoner Kochsalzlösung (NaCl 0,9%) oder Elektrolytlösungen (Ringerlösung).
  • Antiseptische Wundreinigung zur Desinfektion, z.B. mit Wundantiseptika (z.B. Octenidin, Polyhexanid), PVP-Iod-Präparaten (z.B. PVP-Iod 10% Lösung) oder silberhaltigen Präparaten.
  • Chirurgische Wundreinigung zum Abtragen von Gewebe, das einen negativen Effekt auf die Wunde hat (z.B. Nekrosen, Fibrinbelag).
  • Biologische Wundreinigung durch enzymhaltige Präparate oder steril gezüchtete Maden. Sie kommen vor allem bei schlecht heilenden und chronischen Wunden zum Einsatz.

Wie Wundheilung funktioniert

Unser Körper ist ein wahres Wunderwerk. Und kaum haben wir die Verletzung bemerkt, fängt auch schon der Heilungsprozess an. Die Wundheilung durchläuft dabei vier Phasen.

1. Phase: Der provisorische Wundverschluss - Exsudation

Blutgefäße und Lymphgefäße werden verletzt, die Wunde füllt sich mit Blut und Gewebewasser. Die Blutgerinnung leitet den Heilungsprozess ein und stoppt die Blutung. Zusätzlich wird die Wunde durch ein spezielles Protein (Fibrin) verklebt. Diese Phase dauert zwischen ein und acht Stunden.

2. Phase: Das Aufräumen beginnt - Resorption

Während der Resorptionsphase (1. bis 4. Tag) werden abgestorbenes Gewebe und in die Wunde eingedrungene Keime von Zellen der körpereigenen Abwehr (Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten) abgebaut und beseitigt. Dies ist die Phase der Wundreinigung und Infektionsbekämpfung.

3. Phase: Das Ersetzen von geschädigtem oder fehlendem Gewebe - Proliferation

In der Proliferationsphase (3. bis 10.Tag)  werden Blutgefäße sowie Proteinen und Kollagenfasern neu gebildet. Die Wunde füllt sich mit Granulationsgewebe, ihr Durchmesser verkleinert sich allmählich.

4. Phase: Das endgültige Abdecken mit neuer Haut - Reparation

Die Reparationsphase kann bis zu mehreren Monaten andauern. Das Gewebe wird durch Vernetzung der kollagenen Fasern neu gebildet. Es entsteht eine immer stabiler werdende Narbe.

Wann entstehen bleibende Narben?

Bei größere Wunden bildet der Körper vermehrt Narbengewebe rund um die Wunde, um das zerstörte Gewebe zu ersetzen. Kleine Kratzer oder Schürfwunden hinterlassen meist keine bleibenden sichtbaren Narben. Das Hautgewebe kann sich bei oberflächlichen Wunden vollständig regenerieren. Anders ist das, wenn tiefere Schichten der Haut zerstört sind. Besonders bei sehr großen Wunden oder wenn die Wundheilung gestört ist, bildet sich Narbengewebe. Der ursprüngliche Zustand kann dann nicht mehr vollständig wiederhergestellt werden.

Was kann die Wundheilung stören?

Bei jedem Menschen verläuft die Wundheilung anders. Die Wundheilung kann von den unterschiedlichsten Einflüssen gestört werden. Dann verheilt die Wunde nur schlecht oder bleibt offen. Bei schlecht heilenden oder chronischen Wunden ist eine spezielle medizinische Behandlung (Wundmanagement) notwendig.

Das Risiko für eine schlechte Wundheilung und das Auftreten von Komplikationen ist erhöht bei:

  • sehr großen und tiefen Wunden
  • Fremdkörper in der Wunde oder Verschmutzung der Wunde
  • einer bereits bestehenden Infektion der Wunde
  • einer ungünstigen Lage der Wunde, z.B. in der Nähe eines Gelenks
  • fehlender Wundruhe oder mangelnder Feuchtigkeit der Wunde.

Vorerkrankung, ungesunde Lebensweisen und bestimmte körperliche Faktoren können die Wundheilung ebenfalls stören. Folgende Risikofaktoren sind bekannt:

  • hohes Lebensalter
  • schlechter Immunstatus
  • Mangelernährung
  • Immobilität
  • immunsuppressive Therapien
  • bestehende Grunderkrankungen, z.B.Diabetes mellitus oder chronische Veneninsuffizienz, Schaufensterkrankheit
  • Fettleibigkeit
  • Rauchen

Die richtige Ernährung für bessere Wundheilung

Für den Aufbau von neuem Gewebe und zur Regulation des Stoffwechselprozess braucht der Körper Nährstoffe. Insbesondere Eiweißmangel, Mangel an Spurenelementen und Vitaminmangel wirken sich nachteilig auf den Wundheilungsprozess aus. Wenn du nicht sicher bist, ob dein Körper genügend Nährstoffe bekommt, dann lass bitte deinen Nährstoffstatus beim Arzt überprüfen.

Eiweiß

Proteine und ihre Bestandteile, die Aminosäuren, werden für den Aufbau von Binde- und Granulationsgewebe sowie für das Zellwachstum benötigt. Bei einem Mangel steigt die Gefahr der Infektion.

Spurenelemente

Eisen, Kupfer und Zink spielen eine wichtige Rolle für die Wundheilung. Calcium hat eine unerlässliche Funktion bei der Blutgerinnung.

Vitamine

Vitamin A wird für die Kollagensynthese benötigt. Ein Mangel an Vitamin A führt zur Verzögerung beim Überwachsen einer Wunde.
Vitamin C ist unter anderem an der Bildung von Kollagen beteiligt. Fehlt Kollagen, sind Wunden fragiler und können sich leichter wieder öffnen.
Vitamin K wirkt sich indirekt auf die Bildung bestimmter Gerinnungsfaktoren und dadurch auf die Blutungsneigung aus.
Vitamin E stabilisiert die Zellmembran. Aber Achtung: In hohen Dosierungen kann Vitamin E auch wundheilungshemmend wirken.

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