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Was das Blut über die Haut aussagt

Allergische Erkrankungen wie Neurodermitis zeigen sich nicht nur auf deiner Haut, sondern auch darunter – in deinem Blut. Was du über Blutwerte wie IgE und Cortisol wissen solltest und wie dein dein Blut dich mithilfe der Eigenbluttherapie helfen kann – hier kommen die wichtigsten Fakten im Überblick!

Ganz egal ob du den Verdacht hast an einer allergischen Erkrankung wie Neurodermitis, Asthma oder an einem Heuschnupfen zu leiden – du willst mit Sicherheit vor allem eines: Gewissheit. Eine Blutuntersuchung im Labor gibt dir Aufschluss darüber, ob bei dir eventuell eine allergische Erkrankung vorliegt und wenn ja, welche Substanzen du meiden solltest.

Immunglobulin E (IgE)

In Zusammenhang mit einer Allergie sind Antikörper vom Typ Immunglobulin-E (IgE) im Blut oftmals erhöht. Daher sind sie von Bedeutung für die Allergiediagnostik.

Grundsätzlich musst du wissen: Antikörper sind spezielle Eiweißstoffe, die im Blut, aber auch in anderen Körperflüssigkeiten vorkommen. Ihre Aufgabe ist es, den Körper vor allem zu schützen, was körperfremd ist. Dazu gehören etwa Viren, Pilze, Blütenpollen, Krebszellen etc. Normalerweise sind nur geringe Mengen der Antikörper vom Typ IgE im Blut vorhanden, leidest du jedoch unter einer allergischen Erkrankung wie Heuschnupfen, Neurodermitis oder Asthma, wird dieser Wert bei dir mit großer Wahrscheinlichkeit erhöht sein.

Die Menge der Antikörper vom Typ IgE kann im Rahmen einer Blutuntersuchung gemessen werden. Dabei kann sowohl der Gesamt-IgE-Gehalt im Blut bestimmt werden, als auch die allergenspezifischen IgE-Antikörper. Diese richten sich gegen ganz bestimmte Substanzen, die sogenannten Allergene (Allergieauslöser), also zum Beispiel gegen Hausstaub, bestimmte Nahrungsmittel oder Blütenpollen.

Wichtig: Ist der Gesamt-IgE-Spiegel im Blut erhöht, kann das ein Hinweis auf eine allergische Erkrankung sein, allerdings sagt das rein gar nichts darüber aus, welche Allergie du hast. Dazu ist sind weitere allergenspezifische Untersuchung deines Blutes notwendig!

Ab wann spricht man von erhöhten Gesamt-IgE-Werten im Blut?

Weniger als 25 U/mL Gesamt-IgE im Blut: Es ist unwahrscheinlich, dass einer allergischen Erkrankung vorliegt. Wichtig: Ein normaler IgE-Gesamtwert schließt eine Allergie aber dennoch nicht aus!

Weniger als 100 U/mL Gesamt-IgE im Blut: Diese Werte liegen in einer Art Graubereich. Es ist empfehlenswert eine weitere Blutuntersuchung durchzuführen.

Mehr als100 U/mL Gesamt-IgE im Blut: Es ist wahrscheinlich, dass eine allergische Erkrankung vorliegt. Eine weitere Abklärung ist unbedingt zu empfehlen, dazu müssen allergenspezifische IgE-Antikörper untersucht werden.

Achtung: Ein IgE-Wert zwischen 1.000 bis hin zu 5.000 U/mL ist bei Neurodermitis Patienten durchaus normal.

Cortisol, das Stresshormon

Cortisol ist ein Hormon, das in der Nebenniere produziert wird. Seine Hauptaufgabe ist es, Energie aus den körpereigenen Speichern bereitzustellen und zugleich den Energieumsatz des Körpers zu verringern.

Das ist speziell in Stresssituationen relevant: Der Puls und der Blutdruck steigen, der Körper schüttet Stresshormone aus, die im Körper Entzündungsprozesse in Gang setzen. Nun kommt das Stress-Hormon Cortisol zum Einsatz – es hat die Aufgabe, die durch die Stresshormone verursachten Entzündungen wieder zu reduzieren.

Dieses komplizierte Zusammenspiel unseres Nerven-, Hormon- und Immunsystems kann durch dauerhaften Stress aus dem Gleichgewicht geraten. Die Folge: Bei starker psychischer Belastung kann der Körper den Entzündungsreaktionen keinen Einhalt mehr gebieten und das kann bei Erkrankungen wie Neurodermitis das Auftreten neuer Schübe begünstigen.

Wie viel Cortisol ist normal?

Jeder Mensch produziert über den Tag verteilt eine ganz individuelle Menge an Cortisol, in den Morgenstunden ist diese am höchsten. Daher muss der Cortisolspiegel in der Früh gemessen werden.

Cortisol Normwerte bei Messung um 8.00 Uhr in der Früh :

  • Männer bis 18 Jahre: 5–15 µg/dl
  • Männer über 18 Jahre: 5–25 µg/dl
  • Frauen bis 18 Jahre: 5–15 µg/dl
  • Frauen über 18 Jahre: 5–25 µg/dl

Eigenbluttherapie

Das Blut ist nicht nur von großer Bedeutung für die Diagnose von Erkrankungen, es kann auch gezielt zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt werden. Möglich ist das mit Hilfe der Eigenbluttherapie, die zur Stärkung der Selbstheilungskräfte und Verbesserung der Immunabwehr seit langer Zeit bekannt ist. Die ersten Berichte über die Eigenbluttherapie stammen aus dem alten China und auch in Europa wurden vor der Entdeckung der Antibiotika in der Mitte des 20. Jahrhunderts regelmäßig – und sogar in Krankenhäusern – Eigenbluttherapien angewendet. Zunehmende Resistenzen gegen Antibiotika und ein neuer Trend zu natürlichen Heilmethoden lassen die Eigenbluttherapie in Kombination mit schulmedizinischen Therapien wieder interessant werden.

Dein Blut als Medizin

Es gibt verschiedene Verfahren der Eigenbluttherapie, eines haben sie alle gemeinsam. Dem Patienten wird aus der Vene eine geringe Menge Blut abgenommen und das selbe Blut wird ihm – entweder genauso oder in leicht veränderter Form – wieder verabreicht. Meist wird es in den Muskel gespritzt, in homöopathischen Verfahren kann man es aber auch einnehmen. In manchen Fällen wird das Eigenblut auch mit Sauerstoff, Ozon oder Heilpflanzen-Extrakten (z. B. Mistel, Echinacea) angereichert, um eine gewisse Wirkverstärkung zu erreichen.

Ein Turbo für die Immunabwehr

Die Idee dahinter ist bestechend einfach und folgt dem sogenannten Arndt-Schulz-Gesetz der Medizin: Demnach wirken kleine Reize auf den Körper heilend, mittlere hemmen die Selbstheilungskräfte und große Reize lähmen das Immunsystem und machen krank.

Werden also bei der Eigenbluttherapie wenige Milliliter des eigenen Blutes in die Muskulatur gespritzt, aktiviert dies die Immunabwehr. Das Immunsystem erkennt die durch die Blutabnahme leicht beschädigten Bestandteile des Blutes als fremd und wendet alle Kraft auf, um die Fremdkörper abzuwehren.

Wogegen wirkt die Eigenbluttherapie?

Eine Eigenbluttherapie wird heute vor allem bei chronischen Erkrankungen, Infekten oder Allergien, die durch Anregung des Immunsystems verbessert werden können, angewendet. Am besten bewährte Indikationen für die Eigenbluttherapie sind unter anderem:

  • Hauterkrankungen, vor allem Neurodermitis und allergische Ekzeme
  • Asthma und Pollenallergien
  • Neigung zu Infekten der oberen Luftwege
  • Rezidivierende Herpes labialis (Fieberblasen an der Lippe) und genitalis (Herpes-Bläschen im Genitalbereich)

Tipp: Wenn du Neurodermitis-Patient bist, solltest du eine Eigenbluttherapie nur vom behandelnden Arzt selbst oder in enger Abstimmung mit diesem durchführen lassen. 

Eigenbluttherapie bei Neurodermitis

Neurodermitis ist eine chronisch entzündliche, schubartig auftretende Hauterkrankung, die häufig bereits im frühen Kindesalter auftritt. Es gibt unterschiedliche Verlaufsformen von leicht schuppiger, geröteter, juckender Haut bis hin zu nässenden Ekzemen mit infizierten Hautarealen. Die Symptome stellen eine massive Beeinträchtigung dar und machen eine dauernde medikamentöse Therapie mit entzündungshemmenden Substanzen und/oder Antibiotika notwendig.

Bei circa 80 % aller Neurodermitis-Patienten reagiert das Immunsystem sensibel auf allergieauslösende Stoffe (Allergene) wie Pollen oder bestimmte Nahrungsmittel. Im Blut der Betroffenen befindet sich eine erhöhte Menge von IgE-Antikörpern. Das Immunglobulin E (IgE) regt andere Immunzellen (Mastzellen) an, entzündungsfördernde Stoffe auszuschütten, die Ekzeme auf der Haut der Neurodermitis-Patienten hervorrufen.

Manche der Betroffenen zeigen zusätzlich die typischen Symptome einer Allergie: Im Kindesalter handelt es sich dabei meist um eine Nahrungsmittelallergie, im Erwachsenenalter vor allem um Heuschnupfen oder eine Hausstaubmilbenallergie.

Die Eigenbluttherapie kann diesen Patienten helfen die Häufigkeit der Schübe zu verringern und vorhandene Hautinfektionen positiv zu beeinflussen. Häufig kann dadurch die Menge entzündungshemmender Medikamente reduziert werden, auch Antibiotika-Gaben können dadurch oft deutlich verringert oder gar ganz ersetzt werden. Wenn, wie bei vielen Neurodermitis Patienten, zusätzlich Asthma bronichiale besteht, kann Eigenbluttherapie durch die Aktivierung des Immunsystems auch eine Linderung dieser Beschwerden bringen.

Eigenbluttherapie bei rezidivierendem Herpes genitalis

Herpesviren verursachen sehr unterschiedliche Krankheitsbilder. Im alltäglichen Sprachgebrauch hat sich die Bezeichnung Herpes für eine bläschenbildende Entzündung der Haut und Schleimhaut der Lippen und des Genitalbereiches eingebürgert, wobei auch andere Erreger solche Beschwerden auslösen können. Viele Patienten leiden sehr unter ihrem Genitalherpes. Da es wegen der Reaktivierung keine vollständige Heilung gibt, muss das Immunsystem gestärkt werden. Im günstigen Fall wird damit die nächste Reaktivierung verzögert oder verläuft schwächer. Für diese Patienten hat sich neben der konventionellen virenhemmenden Therapie zusätzlich die Eigenbluttherapie bewährt. Sie bewirkt oftmals, dass die Abstände zwischen den Krankheitsphasen länger und die Krankheitsintensität geringer wird.

Das sagt der hautinfo.at-Experte Dr. med. Harald Bresser

Dr. Harald Bresser Dermatologe Hautarzt München
Dr. Harald Bresser

Ich verwende in meiner Praxis die Eigenbluttherapie immer dann, wenn ich mit konventionellen, schulmedizinischen Therapien nicht den gewünschten Erfolg erzielen kann. Das Ziel der Eigenbluttherapie ist immer die Immunabwehr und die Widerstandskraft des Körpers zu stärken. Dadurch kann man viele Beschwerdebilder verbessern. Haupteinsatzgebiete sind immunologischen Erkrankungen wie:

  • Neurodermitis (besonders Formen mit infizierten Hautarealen)
  • kreisrundee Haarausfall
  • Heuschnupfen
  • Asthma bronchiale
  • Infektionskrankheiten wie Herpes labialis und genitalis
  • Feigwarzen (Kondylome)

Am besten sind die Erfahrungen mit der Eigenbluttherapie bei jüngeren Erwachsenen, im höheren Lebensalter sind die Erfolgsaussichten geringer, da das Immunsystem nicht mehr so flexibel ist. Die Eigenbluttherapie eignet sich generell für jedermann, es sei denn es liegt eine ausgesprochene Kontraindikation (Thrombose, Gerinnungsstörungen, Tuberkulose etc.) vor. In jedem Fall gehört die Eigenbluttherapie aber in die Hand eines erfahrenen Arztes.
Dr. med. Harald Bresser, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten und Anästhesiologie

Weitere Infos auf drbresser.de

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