Soziale Netzwerke
FacebookGoogle+YouTube
Suche Hautlexikon Newsletter

Nichts mehr verpassen!
Der hautinfo.at-Newsletter

* Pflichtfelder

Forum

Welt Urtikaria Tag

Am 1. Oktober ist Welt Urtikaria Tag! Betroffene mit chronischer Urtikaria sind vielerorts unzufrieden mit der medizinischen Betreuung. Eine neue Leitlinie möchte die vielen offenen Fragen klären und den Betroffenen das Wissen um verfügbare Behandlungen vermitteln.

 

In vielen Fällen ist die Urtikaria ein dankbares Krankheitsbild: Sie ist sowohl für den Patienten als auch für den Arzt leicht zu erkennen, oft gut zu behandeln und sie verschwindet - unabhängig davon, ob die Ursache gefunden wird oder nicht - meist innerhalb weniger Tage wieder von selbst. Es kann aber auch ganz anders laufen: „Wenn die Urtikaria nicht von selbst verschwindet, die Ursache nicht offensichtlich ist und die Patienten nicht auf die ‚Allergietablette‘ ansprechen, kann das für den Betroffenen der Beginn eines frustrierenden Erlebnisses sein“, weiß Univ.-Prof. Dr. Werner Aberer, Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität Graz. Belastende Durchuntersuchungen, bei denen häufig nichts gefunden wird, die erfolglose Suche nach einem verständnisvollen und empathischen Arzt und das Ausprobieren der verschiedensten Behandlungen – all das kann Monate, Jahre oder bei der chronischen Urtikaria sogar Jahrzehnte dauern.

 

Oft keine Diagnostik erforderlich

Ein großer Fortschritt für die Diagnose und Behandlung der Urtikaria war zweifellos die 2014 veröffentliche Europäische Guideline, durch die zahlreiche Probleme gelöst und viele offene Fragen beantwortet wurden. Vor allem wird darin auch deutlich aufgezeigt, dass weniger manchmal mehr ist. Studien zeigen, dass es bei der chronischen spontanen Urtikaria in nicht einmal 20% der Fälle gelingt, die zugrundeliegende Ursache zu ermitteln. „Viele Patienten mit Urtikaria glauben zwar, auf irgendetwas allergisch zu reagieren“, so Aberer. „Tatsächlich steckt in den seltensten Fällen eine Allergie dahinter.“ Entsprechend zurückhaltend ist die Guideline in ihren Empfehlungen zur Diagnostik: Bei einer akuten spontanen Urtikaria (Dauer der Symptome ≤ 6 Wochen) ohne offensichtlichen Auslöser sollte keine Routinediagnostik durchgeführt werden! Nur wenn sich in der Anamnese starke Hinweise auf eine Ursache findet, macht eine weitere Abklärung Sinn. Auch bei der chronischen spontanen Urtikaria (≥ 6 Wochen) ohne offensichtlichen Auslöser sollten dem Patienten sinnlose Durchuntersuchungen erspart werden: Empfohlen wird lediglich, ein Differentialblutbild zu machen, Blutsenkung oder CRP zu bestimmen und potentielle Medikamente abzusetzen. Erweiterte Diagnostik wieder nur bei entsprechender Anamnese!

 

Urtikaria - Mehr als nur Schwellung, Juckreiz und Schmerz

Britische Autoren, die die Lebensqualität von Patienten mit chronischer spontaner Urtikaria  untersuchten, listeten eine ganze Reihe von Beeinträchtigungen auf, die weit über die Hautsymptome hinausgehen: Unter anderem hatten die Patienten das Gefühl, müde, reizbar oder gereizt und schwach zu sein. Die Patienten litten unter der Nicht-Vorhersagbarkeit der Attacken, sozialen Einschränkungen und empfanden Scham. Dazu kamen vermehrte Krankenstandstage, eine potentielle Gefahr für die berufliche Karriere. Da den Betroffenen oft strenge Diäten verordnet wurden, mussten viele Patienten auch Einschränkungen beim Essen hinnehmen.

 

Urtikaria Kontrolltest

Mach den Urtikaria Kontrolltest! Dieser Test ist ein kurzer Erhebungsbogen mit vier Fragen und gibt dir Auskunft, wie gut du mit deiner Urtikaria zurechtkommst und wann du einen Arzt aufsuchen solltest. Dazu findest du einen Fragebogen, den du ausgefüllt zum Hautarzt mitbringen kannst.

Download Urtikaria Kontrolltest

 

Therapiemöglichkeiten

Nicht nur die Diagnose, sondern auch die Behandlung der Urtikaria ist durch die neue Leitlinie viel einfacher geworden: Die Basis ist ein Stufenschema, das nur ganz wenige Medikamente enthält. Das Mittel der Wahl für die Therapie der chronischen spontanen Urtikaria sind moderne Antihistaminika der zweiten Generation. „Wirkstoffe der ersten Generation sollten wegen ihrer Nebenwirkungen (machen müde) nicht mehr verwendet werden“, betont Aberer.  Wenn die Symptome trotz täglicher Einnahme nach zwei Wochen noch persistieren, sollte in der zweiten Behandlungsstufe die Dosis gesteigert werden (bis auf das Vierfache der Ausgangsdosis). „Wenn die Patienten den Beipackzettel nicht lesen, wird das praktisch immer gut vertragen.“  Nur in wenigen Fällen ist es notwendig, bei Anhalten der Beschwerden nach weiteren ein bis vier Wochen auf die dritte Behandlungsstufe überzugehen, in der die Antihistaminika durch ein weiteres Medikament ergänzt werden. Am häufigsten kommt als add-on-Therapie der Wirkstoff Omalizumab zum Einsatz. Viele Patienten sind mit dieser Kombination nach zwei bis vier Tagen weitgehend beschwerdefrei. In manchen Fällen ist auch Montelukast wirksam. Eine weitere Option ist Ciclosporin A, eine Substanz, deren Einsatzmöglichkeit bei einer chronischen Erkrankung aber durch ihr Nebenwirkungsspektrum begrenzt ist.

 

Realität und Leitlinen-Welt

Eine spanische Studie zeigt auf, wie es aktuell in der Realität aussieht: Immerhin 90 % der Urtikaria-Patienten hatten Kontakt mit Ärzten. Neben Allergologen und Dermatologen suchten viele Betroffene auch Alternativmediziner auf. Die Behandlung wich deutlich von dem ab, was in der aktuellen Leitlinie empfohlen wird: Nur 23% der Patienten erhielten orale Antihistaminika, dafür 33 % systemische Steroide (=Cortisontabletten). Am häufigsten wurden topische Steroide (=Cortisoncremes) verschrieben. „Auch in Österreich bekommen viele Patienten topische Steroide“, kritisiert Aberer. „Aus meiner Sicht bringt das nichts!“  Zum Teil wurden die Beschwerden auch mit Diäten und Antidepressiva behandelt. „Erstaunlich war, dass 11,4 % der Patienten bis zum Untersuchungszeitpunkt überhaupt keine Behandlung bekommen hatten.“

 

Eine Menge ungelöster Fragen

Die Leitlinie hat zwar viele, aber nicht alle Fragen beantwortet und Probleme gelöst. In der Literatur findet man jedoch recht unterschiedliche Zahlen. Demnach haben bis zu 25 % der Menschen im Laufe ihres Lebens irgendwann einmal einen Nesselausschlag. Die Häufigkeit der chronischen spontanen Urtikaria dürfte in der Größenordnung von 0,5 – 1,0 % liegen. Man weiß, dass Frauen etwa doppelt so häufig betroffen sind. Fragen wie „Welche Bevölkerungsgruppen sind besonders gefährdet?, Welche Rolle spielt Stress oder der sozioökonomische Einfluss? Beziehungsweise Wie lange dauert die Erkrankung?“ sind noch weitgehend ungeklärt.

Das war der Urtikaria Info-Abend in Wien

Urtikaria-Experten in deiner Nähe finden!

Schulmedizin Dermatologe Hautarzt Urtikaria Psoriasis Schuppenflechte Spezialist

Lass dir helfen! Es gibt in ganz Österreich Urtikaria-Experten, auch in deiner Umgebung!  Du leidest unter brennendem Juckreiz und/oder Hautschwellungen? Lasse dich von Urtikaria-Experten beraten! Es gibt mittlerweile Medikamente, die dich erscheinungsfrei machen und damit von deinem Leiden befreien können. Hol dir die professionelle Hilfe, die dir zusteht!

Urtikaria-Experten in deiner Nähe finden

ANZEIGE
0 Bewertung
Hautforum - Du bist nicht alleine!
Anzeige - Novartis Urtikaria Superbanner
Anzeige

Hautforum - Du bist nicht alleine!

Wenn du ein neues Thema erstellen möchtest, musst du dich registrieren. Eine Registrierung kostet nichts und ist in wenigen Minuten erledigt, du kannst dann sofort deine Frage ans Forum stellen oder deine Tipps abgeben. Wenn du bereits registriert bist, dann melde dich hier an.

Jetzt registrieren

Die hautinfo.at-Experten

hautinfo.at Experten