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Tipps für die Schul- und Studienzeit mit einer chronischen Hauterkrankung

Das Leben mit einer sichtbaren Krankheit ist gerade in jungen Jahren eine besondere Herausforderung. Trotzdem kann diese Zeit die aufregendste deines Lebens werden: Mit Unterstützung und dem Fokus auf die vielen positiven Seiten des Lebens schaffst du auch diese Heldenreise!

Du bist nicht alleine


Zuerst einmal die Fakten: Laut den Angaben des deutschen Robert-Koch-Instituts ist bereits jedes 7. Kind, bzw. jeder 7. Jugendliche von Neurodermitis betroffen. Damit bleibt die Neurodermitis nicht nur die häufigste chronische Hauterkrankung in den westlichen Industrienationen, ihre Häufigkeit hat in den vergangenen Jahren auch noch zugenommen. Ähnliches gilt für weitere chronische Hauterkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte), schwere Akne und Urtikaria (Nesselsucht). Wusstest du, dass circa 2 Prozent aller Menschen an Psoriasis leiden und immerhin bis zu 1 Prozent an chronischer Urtikaria? Umgerechnet auf die Weltbevölkerung bedeutet das: Es gibt außer dir noch Millionen anderer Menschen, die mit sehr ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind – darunter sind viele, die „trotzdem“ ein glückliches Leben führen.

Der Alltag mit der Krankheit

Ein Problem schönzureden hilft natürlich auch nicht weiter. Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Auch wenn deine chronische Hauterkrankung – im Vergleich etwa zu Asthma oder Diabetes – keine gravierende gesundheitliche Bedrohung darstellen mag, wirst du mit spürbaren Auswirkungen auf den Schul- beziehungsweise Unialltag konfrontiert sein. In der Schule beziehungsweise beim Studium ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du dich zumindest zeitweise in deiner Lern- und Leistungsfähigkeit eingeschränkt fühlst.

Die häufigsten Ursachen: Stresssituationen wie z.B. Prüfungen, die akute Schübe auslösen können. Dazu kommen die aufwändige Hautpflege und häufige Arztbesuche, die dir zumindest phasenweise wertvolle Zeit zum Lernen rauben. Und der starke Juckreiz (bei Neurodermitis, Psoriasis, Urtikaria), der Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen mit sich bringt. Wahrscheinlich fallen dir noch weitere gesundheitlich bedingte Handicaps ein, die dich immer wieder in deinem Tatendrang bremsen können. Das ist hart, keine Frage. Wenn du aber versuchst, dich nicht als Opfer deiner Krankheit zu sehen sondern als Held bzw. Heldin, der/die es trotz Krankheit schon so weit gebracht hat, wirst du auch diese Hindernisse mutig meistern können.

Attraktivität ist mehr als eine äußere Hülle

Eine chronische Hauterkrankung ist zusätzlich belastend, weil sie in den meisten Fällen auch sichtbar ist, weil die betroffenen Hautstellen nicht verhüllt oder verdeckt werden können. Die Haut spielt für das Selbstwertgefühl (Attraktivität) und die sozialen Beziehungen eine große Rolle. Erst recht, wenn man so wie du in einem Alter ist, in dem man gerade herausfindet, wer man sein und wo man sich im Leben positionieren möchte. Deshalb sind gerade junge Menschen mit einer Hauterkrankung gefährdet, sich in psychosozialer Hinsicht beeinträchtigt zu fühlen. Das kann so weit gehen, dass manche Erkrankte aus Scham lieber gleich Kontakte mit anderen Menschen meiden und sich damit selbst isolieren. Sie gehen nicht mehr ins Schwimmbad, ins Restaurant, Kino und besuchen keine Feste oder Partys. Sie tragen keine kurze Sommerkleidung und verzichten lieber auf den Friseurbesuch. Sie verzichten also auf vieles, was Menschen Freude bereitet und zu ihrer inneren Zufriedenheit beiträgt. Die Betroffenen lehnen sich immer mehr selbst ab und erwarten geradezu die Ablehnung anderer. Soweit solltest du es aber nicht kommen lassen! Ganz wichtig: Pflege deine sozialen Kontakte, suche dir Gleichgesinnte und akzeptiere, dass es in Ordnung ist, Unterstützung in schwierigen Lebensphasen zu benötigen – zum Beispiel durch professionelle Coaches und Psychotherapeuten.

Liebe ist ansteckend, eine chronische Hauterkrankung nicht

Das äußere Erscheinungsbild spielt für das psychische Wohlbefinden eine große Rolle. Wer sich attraktiv fühlt, tritt im Alltag besser gelaunt, selbstbewusster, kontaktfreudiger und zuversichtlicher auf als jemand, der sein Äußeres in Frage stellt. Das merkt man als Heranwachsender vor allem in der Pubertät, wenn es um die Aufnahme erster intimer Beziehungen geht. Insbesondere Mädchen sehen sich hier aufgrund des allerorts propagierten weiblichen Schönheitsideals und textilarmer Kleidung extrem unter Druck gesetzt. Dazu kommen mögliche Berührungsängste von MitschülerInnen und später von StudienkollegInnen. Das macht zwischenmenschliche Kontakte nicht gerade einfacher. Tatsache ist: Jeder Mensch wünscht sich Liebe und Zuneigung. Mit einer chronischen Hauterkrankung entwickelt man leider sehr leicht das Gefühl, man müsste sich für die eigene Haut schämen und versucht, diese dann soweit wie möglich zu verstecken. Das funktioniert in der Außenwelt eventuell noch ganz gut, in einer Beziehung wird dies dann schon schwieriger.

Der beste Weg: authentisch und offen sein

Vor einem Partner kann und sollte man sich und seine Haut nicht verstecken. Sonst geht es dir wie Luke, der lange Zeit versucht hat, seine Nesselsucht vor seinen Freundinnen geheim zu halten und sie dazu auch noch belogen hat, weil er sich dafür geschämt hat. Die unvermeidliche Folge war, dass er daraufhin regelmäßig verlassen wurde. Heute, mit Mitte 30, ist Luke glücklich verheiratet und Vater einer Tochter. Weil er erkannt hat, dass er authentisch sein muss, um eine Beziehung führen zu können: „Erst in dem Moment, als ich mich geöffnet hatte, habe ich angefangen wirklich zu leben. Ich habe die Liebe zu mir selbst entdeckt und damit zugelassen, jemand anderes zu lieben. Mittlerweile erkenne ich, dass viele Herausforderungen in meinen Beziehungen damit zu tun hatten, wie ich mit meiner Erkrankung umgegangen bin.“ Vor Beziehungsproblemen ist Luke natürlich auch nach wie vor nicht gefeiht: „Es ist nach wie vor nicht leicht für meine Frau. Ich habe oftmals noch Probleme, mich ihr gegenüber zu öffnen und möchte manchmal lieber allein gelassen werden, wenn ich einen Ausbruch habe. Ich sage ihr, dass ich in solchen Momenten nicht ich selbst bin und dass sie mein Verhalten nicht persönlich nehmen soll.“

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Kompromisse finden und sich selbst mögen

Daher ist es so wichtig, offen über die Erkrankung und seine Gefühle in diesem Zusammenhang reden. Wenn du zum Beispiel im Sommer nicht in ein öffentliches Schwimmbad gehen möchtest, weil du dich dort eben unwohl fühlst, kann man sich gemeinsam mit dem Partner als Alternative ein ruhiges Plätzchen an einem See suchen. Es gibt immer Möglichkeiten und Alternativen. Singles glauben manchmal, dass sie aufgrund der nicht so schönen Haut weniger attraktiv sind und es fehlt an Selbstbewusstsein. Dabei ist man soviel mehr als seine Haut: Mache dir immer wieder bewusst, dass niemand perfekt ist. Du bist selbst dein schärfster Kritiker, aber wenn du dich auf deine positiven Seiten konzentrierst, wird dies auch die Außenwelt bemerken. Denn die Außenwelt hat (meist) kein Problem mit deiner vielleicht nicht so perfekten Haut.

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Das Leben in die Hand nehmen – nicht trotz, sondern MIT der Hauterkrankung

Gerade Jugendliche und junge Erwachsene wollen so sein, wie andere in ihrem Alter – möglichst ohne Hauterkrankungen und andere Belastungen. Speziell in einem Lebensabschnitt, in dem man immer mehr Selbstbestimmung über seine Gesundheit erlangt, der Einfluss der Eltern zurückgeht und man vielleicht auch nicht gerne „Haut zeigen“, fällt der Gang zum Arzt natürlich nicht leicht. Doch je früher eine chronische Hauterkrankung diagnostiziert wird, desto leichter ist es, diese Herausforderung zu meistern.

Aus medizinischer Sicht es deshalb wichtig, dass sich junge Betroffene und ihre Eltern beziehungsweise ihr familiäres Umfeld mit der Erkrankung auseinandersetzen und die Hauterkrankung verstehen lernen. Das nimmt auch die Furcht „anders“ zu sein.“ Ein vertrauensvolles Gespräch zwischen dem jungen Patienten/der Patientin, den Eltern und dem Experten/der Expertin ist dabei der erste Schritt, um das Leben wieder aktiv in die Hand zu nehmen und die richtige Therapie zu finden.

Die Hautärztin bzw. der Hautarzt kennt die Behandlungsmöglichkeiten und wird mit dir gemeinsam die geeignetste Option wählen. Du kannst davon ausgehen, dass es mittlerweile für so gut wie jeden Erkrankungsfall eine wirksame Behandlung gibt. Eine individuell zugeschnittene Therapie in Kombination mit einer Anpassung des Lebensstils kann langfristig dazu führen, eine gesunde Haut und die gewünschte Lebensqualität trotz chronischer Erkrankung wieder zu erlangen.

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