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Nesselsucht - Urtikaria

"Als würde man mit Brennnesseln gepeitscht werden". Bei Urtikaria handelt es sich um eine Überempfindlichkeitsreaktion der Haut, die den ganzen Körper betreffen kann. Zu den typischen Symptomen zählen Hautrötungen, kleine Bläschen und starker Juckreiz. Besonders charakteristisch ist das plötzliche Auftreten von juckenden Quaddeln (Hauterhebungen), wie sie auch nach der Berührung mit Brennnesseln (Urtica) vorkommen.

Nesselsucht ist nicht vererbbar oder ansteckend. Allerdings kann eine spezielle äußerst seltene Form der Kälte-Nesselsucht an die nächste Generation weitergegeben werden. Etwa ein Prozent der Europäer leidet an dieser Hauterkrankung. Nesselsucht schränkt die Lebensqualität der Betroffenen in vielerlei Hinsicht stark ein. Schlafprobleme, mangelnde Konzentrationsfähigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit in der Schule und im Beruf können Folgen von dieser Erkrankung sein. Nicht zuletzt kann durch die Hautkrankheit auch die Partnerschaft und das Sexualleben negativ beeinträchtigt werden. Aber auch psychische Begleiterkrankungen wie Depressionen und Ängste, soziale Isolation bis hin zu Suizidgedanken sind keine Seltenheit. Viele Infos zu Urtikaria und professionelle Unterstützung findest du auf skintolivein.at/urtikaria >

Ursachen

Urtikaria richtig behandeln Nesselsucht

Die eigentlichen Ursachen für das Auftreten von Nesselsucht sind weitestgehend unbekannt. Bei einer akuten Form der Erkrankung kann manchmal eine allergische Reaktion die Ursache sein, muss es aber nicht. Bei in etwa zehn Prozent der Fälle jedoch steckt eine Allergie hinter den Beschwerden. Diese kann beispielsweise gegen bestimmte Lebensmittel oder aber gegen Medikamente bestehen. Aber auch Viruserkrankungen, Infektionen mit Parasiten, innere Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen sowie Infekte im Hals-Nasen-Ohren-Bereich können mögliche Ursachen für das Auftreten einer Nesselsucht sein. Die charakteristischen Quaddeln treten manchmal nach äußeren Reizen wie Kälte, Wärme, Reibung, Druck oder Sonnenlicht, teilweise aber auch spontan und ohne besonderen Grund auf. Die Beschwerden können dabei über mehrere Monate oder Jahre, mitunter auch Jahrzehnte, bestehen. Auch psychische Faktoren können Einfluss auf die Entstehung einer Nesselsucht haben. Stress wirkt sich hier besonders negativ auf eine bereits bestehende Nesselsucht aus.

Symptome

Stark juckender roter Hautausschlag, der durch eine hohe Ausschüttung des Hormons Histamin ausgelöst wird, ist ein typisches Symptom der Urtikaria. Histamin ist ein Botenstoff einer Entzündungsreaktion. Bei allergischen Reaktionen spielt dieses Hormon eine zentrale Rolle und ist am Immunsystem, an der Abwehr körperfremder Stoffe, beteiligt. Histamin sorgt für die Wassereinlagerungen in der Haut und das unangenehme Jucken. Ein weiteres typisches Symptom für Nesselsucht sind blassrosa bis rote kleine Schwellungen auf der Haut, die mit der Zeit größer werden können. Quaddeln können am ganzen Körper oder nur an Teilen von diesem auftreten. Besonders typisch für Nesselsucht ist das Wandern dieser Hauterhebungen. Sie können an einer Stelle verschwinden und an einer anderen wieder auftreten.

Urtikaria Nesselsucht behandeln
Urtikaria Hilfe Hautausschlag

Bei Nesselsucht kann es häufig auch zu Wassereinlagerungen im Unterhautgewebe, den sogenannten Angioödemen, kommen. Auch die Schleimhäute im Mund, im Rachen und am Kehlkopf können in seltenen Fällen von den Schwellungen betroffen sein. Aufgrund dieser kann es zu lebensbedrohlichen Atemproblemen kommen und es ist wichtig, dass Betroffene immer ein Allergie-Notfallset mit sich tragen. In diesem Notfallset sollten ein flüssiges Antihistaminikum, ein flüssiges Kortisonpräparat sowie eine Spritze mit Adrenalin enthalten sein.

Aufgrund des starken Juckreizes können sich die Betroffenen nur mehr schwer auf andere Dinge konzentrieren. Nesselsucht ist sehr belastend für die Erkrankten. Sie unterscheidet sich von anderen Hauterkrankungen durch das charakteristische Gefühl der Betroffenen, dem Juckreiz entweder durch Zwicken oder Druck mit den Fingernägeln entgegenwirken zu müssen. Die Dauer der einzelnen Symptome ist sehr unterschiedlich. Sie können sehr schnell, innerhalb weniger Minuten nach Kontakt mit dem Auslöser, oder aber erst nach einigen Stunden auftreten. In der Regel klingen die Symptome nach spätestens 24 Stunden wieder ab, in einigen Fällen bilden sich die Quaddeln bereits nach einer halben Stunde zurück.

Während eines Nesselsucht-Schubes können die Symptome nach einer kurzen Pause aber immer wieder auftreten. Ein Nesselsucht-Schub kann mehrere Tage oder sogar Wochen andauern. Bei Kindern ist Nesselsucht eher selten, in erster Linie sind Erwachsene von chronischer Nesselsucht betroffen.

Arten von Nesselsucht

Nesselsucht ist eine äußerst komplexe Erkrankung. Sie wird in verschiedene Unterformen eingeteilt, welche entweder nach ihrer zeitlichen Dauer oder nach dem Auslöser der Erkrankung unterteilt sind.

Spontane Nesselsucht weist typische Symptome wie Juckreiz, Quaddeln und Schwellungen der Haut auf, die plötzlich und ohne zunächst erkennbaren Auslöser auftreten können. Je nach Dauer wird hier zwischen akuter (klingt nach wenigen Stunden oder spätestens 2 Wochen ab) und chronischer Nesselsucht (Symptome halten länger als 6 Wochen an) unterschieden.

Eine physikalische Nesselsucht wird durch äußere Reize wie Druck, Kälte, Licht, Reibung oder Wärme ausgelöst. Hier unterscheiden man zwischen Druck-Nesselsucht (durch Druck auf bestimmte Körperstellen kann es zu tiefen Schwellungen kommen), Kälte-Nesselsucht (wird durch kalte Luft, kalte Flüssigkeit oder kalte Gegenstände ausgelöst), Licht-Nesselsucht (wird meist durch UV-A-Strahlen, in seltenen Fällen auch durch UV-B-Strahlen ausgelöst), Reibungs-Nesselsucht (ausgelöst wird die Erkrankung durch Reibung auf der Haut) und Wärme-Nesselsucht (diese wird von Wärmequellen die direkt mit dem Köper in Kontakt gekommen sind ausgelöst).

Cholinergische Nesselsucht stellt die häufigste Sonderform der Nesselsucht dar. Sie wird durch einen Anstieg der Körpertemperatur ausgelöst und tritt insbesondere bei jungen Erwachsenen auf. Eine Kontakt-Nesselsucht tritt nur an der Stelle auf, die mit dem Auslöser direkt in Berührung gekommen ist. Auslöser können hier verschiedenste Substanzen, wie zum Beispiel Latex oder Latex-Handschuhe, sein.

Das sagt der Experte

Dr. Paul Sator Dermatologe Hautarzt Wien Psoriasis Schuppenflechte Spezialist

Ein 34-jähriger Mann leidete seit drei Jahren an chronisch-spontaner Urtikaria mit Quaddeln, Juckreiz und Angloödeme. Die Therapien mit Antihistaminika (bis zur 4-fachen Dosierung), Cortison, Ciclosporin A und Leukotrien-Antagonist Montelukast blieben ohne großen Erfolg, die ausgeprägten Symptome blieben weiterhin bestehen und schränkten das tägliche Leben des Betroffenen stark ein. Danach wurde eine Therapie mit Omalizumab 300 mg alle vier Wochen eingeleitet. Bereits nach einer Woche war der Patient erscheinungsfrei und dieser Therapieerfolg blieb anhaltend. Dieser Fall spiegelt den typischen Verlauf eines chronisch-spontanen Urtikaria-Patienten wider. Diese Hauterkrankung galt lange Zeit als schwer behandelbar. Mittlerweile müssen Urtikaria Betroffene nicht mehr jahrelang leiden, es stehen wirksame und gut verträgliche Therapieoptionen zur Verfügung.
Dr. Paul Sator, Dermatologe in Wien

Ordination 1190 Wien (Telefonische Terminvereinbarung: 0676/3127273)
Ordination Großweikersdorf (Telefonische Terminvereinbarung: 02955/70214)

Behandlung Urtikaria

Für die Behandlung einer Nesselsucht-Erkrankung wir ein dreistufiger Ablauf empfohlen. Im ersten Schritt wird versucht, den Auslöser der Erkrankung zu finden und diesen zu vermeiden. In erster Linie ist hier ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt notwendig, in dem du genau beschreibst, in welchen Situationen die typischen Nesselsucht-Symptome auftreten. Den zweiten Schritt stellt die Einnahme von Antihistaminika dar. Diese Medikamente hemmen die Ausschüttung von Histamin im Körper und lindern dadurch die auftretenden Symptome. Dabei kann die Dosis des Antihistaminikums bis zur 4-fachen Standarddosis gesteigert werden. Führen diese Medikamente nicht zu einer Linderung der Symptome, werden im dritten Schritt zusätzlich Medikamente mit Wirkstoffen wie Omalizumab, Ciclosporin A, Montelukast oder Cortison empfohlen. Besonders der Wirkstoff Omalizumab hat sich als sehr wirksames Medikament in der Behandlung bei der chronischen Urtikaria durchgesetzt. Viele Patienten sprechen nach der Behandlung von einer völligen Beschwerdefreiheit.

Nesselsucht-Tagebuch führen

Nachdem es schwierig ist, den Auslöser der Beschwerden aufgrund der vielen verschiedenen Ursachen von Nesselsucht ausfindig zu machen, kann ein Nesselsucht-Tagebuch hier helfen. In diesem Tagebuch werden über einen längeren Zeitraum alle möglichen Auslöser notiert. Achte besonders darauf, Stress oder psychischen Druck zu vermeiden.

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