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Tätowierungen wieder entfernen

  • Wissenwertes

Seitdem das Tattoo sein schlechtes Image als Gefängnissouvenir verloren hat, ist es zu einem weitverbreiteten Körperschmuck geworden. Viele zwischen 25 und 35 Jahren tragen mittlerweile eine oder mehrere Tätowierungen. Verschiedene Stilrichtungen haben sich durchgesetzt. Von aquarellartigen Gemälden über sogenannte Tribals bis hin zum Old School oder Traditional reicht die Palette über Blackwork und Surrealismus bis hin zu Biomechanical und Watercolor um nur einige zu nennen. Für fast jeden Geschmack ist etwas dabei – und hat in der Form des Permanent Make-Up sogar die Schwellen der Schönheitssalons längst überschritten. Und wenn es mir nicht mehr gefällt? Hier gibt es die Informationen dazu!

Trotzdem sollte man sich reiflich überlegen, sich an Stellen, die nicht mit handelsüblichen T-Shirts abgedeckt werden, verzieren zu lassen. Immerhin gibt es gar nicht so wenige Arbeitgeber, die davor zurückschrecken, Tattooträger*innen zu beschäftigen. Zudem besteht bei manchen Tattoos eine definitiv höhere Gefahr, dass ihre Zeit abläuft und man sich irgendwann für die teure und schmerzhafte Prozedur der Tattooentfernung entscheiden wird. Angefangen vom Namen einer verflossenen Liebe bis hin zu pubertären Verirrungen wie zum Beispiel einen Totenkopf am Handgelenk haben manche Arten von Körperschmuck halt eine kürzere Halbwertszeit als andere. Auch gibt es Körperstellen, die definitiv leichter mit den Jahren ins Rutschen geraten als andere (besonders gefährlich: Dekolleté und Bauch) - all das will bedacht sein. Besonders heikel, im schlimmsten Fall sogar sozial ausgrenzend, sind Tätowierungen im Gesicht - wenn man von Permanent Make-Up einmal absieht. Als Humanmedizinische Pigmentierung kann es sogar segensreich sein, zur Überdeckung von Narben oder der Wiederherstellung von Warzenhöfen nach der Operation von Brustkrebs.

Die Prozedur des Tätowierens

Im Grunde geht es darum, Tinte oder andere Farbe in die richtige Hautschicht einzubringen. Dies ist im Falle der Tätowierung die Lederhaut (Dermis), also die Schicht gleich unter der Epidermis. Diese wird nicht von Blut- und Lymphbahnen durchzogen, die die Farbe im Laufe der Zeit abtransportieren würden und schuppt sich auch nicht ab, so wie das unsere oberste Hautschicht im Rahmen der ganz normalen Zellerneuerung tut. Um nun die Farbe unter die Haut zu bringen, nutzen Tätowierer in Europa – im Gegensatz zu denen in Asien – üblicherweise sogenannte Tätowiermaschinen. Diese verfügen über sehr feine Nadeln. Da die Hautdicke je nach Typ und Körperstelle variiert, lässt sich die Einstichtiefe verschieden einstellen. Durch die hohe Geschwindigkeit von bis zu 18000 Hübe pro Minute und die geringe Tiefe der Einstiche ist der Vorgang des Tätowierens nicht besonders schmerzhaft, aber jene Stellen, die wenig Unterhautfettgewebe oder Bemuskelung aufweisen sind eher empfindlicher als die gutgepolsterten Bereiche Schulter, Schenkel, Po oder Rücken.

Die Pflege des neu gestochenen Tattoos

Der Tätowierer gibt dir eine Salbe mit, die du nach seinen Anweisungen auftragen solltest, um Entzündungen und Narbenbildung vorzubeugen und das Austrocknen der neu tätowierten Stelle zu verhindern. Auch ist es wichtig, die erste Zeit einen wirksamen Schutz vor ultravioletter Strahlung anzuwenden. Dazu solltest du die frisch tätowierten Stellen für mindestens vier Wochen der Sonne (oder dem Solarium!) gar nicht auszusetzen, sondern sie auch bei kurzen Aufenthalten im Freien mit Kleidung vor der Sonne schützen. Das ist sehr wichtig, um die schon gereizte Haut nicht zusätzlich zu stressen und eine Entzündung zu riskieren. Zusätzlich trägt es dazu bei, die Farben deines Tattoos länger schön zu erhalten.

Gesundheitliche Ausschlussgründe – wer sich nicht tätowieren lassen darf

Bis zwölf Monate nach dem letzten Stich sind Tätowierte vom Blutspenden ausgeschlossen. Die Dauer des Verbotes kann auf vier Monate reduziert werden, wenn ein sogenannter NAT-Test auf Hepatitis C negativ ausfällt. Menschen, die unter bestimmten Krankheiten leiden, dürfen nicht tätowiert werden. Diabetes, Hepatitis, Blutgerinnungsstörungen, Geschlechtskrankheiten, fieberhafte Infekte, Ekzeme oder bestimmte Allergien sind z.B. solche ausschließenden Krankheiten. Schwangere Frauen sollten sich nicht tätowieren lassen.

Entfernung von Tattoos & mögliche Komplikationen

Wenn der Wunsch, das Tattoo loszuwerden übermächtig wird, geh bitte unbedingt zu einem Spezialisten. Das sind in der Regel Hautärzte (Dermatologen) mit einer Spezialausbildung, manchmal auch speziell ausgebildete Tätowierer. Leider ist die Entfernung eines Tattoos eine recht kostspielige Angelegenheit. Je nach Größe und Farbe muss mindestens der dreifache Betrag aufgewendet werden, wie zu seiner Erstellung. Das liegt daran, dass die einzelne Behandlungssitzung zwischen € 150,- und € 250,- kostet und häufig schon bei einem handtellergroßen Tattoo bis zu zehn Sitzungen notwendig sind. Entfernen oder Übermalen? Möchtest du nur einen Teil deiner Tätowierung verändern oder einfach ein neues Motiv tragen, so besteht auch die Möglichkeit, das alte Tattoo zu „überstechen“ (Cover-up). Das ist in der Regel günstiger, als die Wiederherstellung des ursprünglichen Hautbildes.

Methoden, Tätowierungen wieder zu entfernen

Unbedingt zu vermeiden ist die Selbstbehandlung mit Bleichsalben (zu oberflächlich und daher wirkungslos) oder mit Milchsäure (zu stark ätzend und damit zu gefährlich). Es gibt Fälle, in denen es zu hässlichen Verätzungen kam. Die sind nicht nur höchst schmerzhaft, sondern hinterlassen eben auch sehr unansehnliche Narben. Die einzig empfehlenswerte Methode ist eine Laserbehandlung. Die chirurgische Entfernung ist aufgrund der Infektionsgefahr gerade bei nicht ganz kleinen Tattoos zu risikoreich.

So verschwinden Narben

Laserbehandlung

Wenn der Laserstrahl auf die Farben gerichtet wird, erhitzen sich die Farbpartikel unter der Haut und platzen. Weil sie dadurch viel kleiner geworden sind, verlassen sie die Dermis (Hautschicht, in der Tattoos sitzen, unter der Epidermis, also der obersten Hautschicht). Zwischen den einzelnen Sitzungen braucht die Haut ungefähr vier Wochen Zeit für den Abtransport der Farbpartikel. Sie bewegen sich in dieser Zeit entweder nach oben, wo sie durch die Hautoberfläche ausgeschieden werden – oder nach unten. So gelangen sie in tiefere Hautschichten, wo sie durch die Lymphe ganz von selbst davon gespült werden. Man nimmt an, dass sie so den Körper verlassen. So ganz genau weiß das aber niemand und ebenso wenig weiß man, was diese kleinen Farbteilchen, wenn sie sich in den Lymphknoten sammeln, dort vielleicht irgendwann einmal anrichten. Neuere Untersuchungen nähren die Befürchtung, dass einige der Stoffe (u. A. das Zellgift Blausäure), die beim Erhitzen der Farbpigmente entstehen, ein Risiko für die Entstehung von Hautkrebs oder anderen Organschädigungen darstellen.

Ein „nur kosmetisches“ Problem hierbei besteht in der mangelnden Kontrollierbarkeit des Transportes. Manchmal nämlich gelangen die Farbteilchen nicht weit genug nach oben um den Körper durch die Haut zu verlassen, sind aber so winzig, dass sie (mit derzeitigen Methoden) nicht mehr weiter zerkleinert werden können. Andere verlassen eventuell zwar die Hautschicht, in der das Tattoo war, kommen aber nicht weit genug nach unten durch, dass die Lymphe sie wegspülen kann. Die leuchten dann von ihrem neuen Aufenthaltsort aus weiter, allerdings schwächer. Auch bei der Behandlung mit Laser kann es zur Entstehung von Narben kommen, allerdings ist das sehr selten. Manchmal werden Narben auch erst durch die Entfernung der Tätowierung sichtbar, die schon beim Stechen entstanden sind, unter der Farbe aber bisher nicht so gut wahrnehmbar waren.

Grüne, gelbe oder andere helle Anteile von Tattoos sind generell schwieriger zu entfernen als jene aus roter oder schwarzer Farbe, weil sie sich helle Farben nicht so leicht erhitzen und damit auch nicht so leicht zerplatzen. Je dunkler die Farbe, desto leichter erhitzt sie sich durch den Laserstrahl und zerplatzt in die gewünschten kleinen, transportierbaren Teilchen. Mithilfe moderner Geräte kann aber die Frequenz des Laserstrahls je nach Farbe angepasst werden. So lassen sich ganz gute optische Ergebnisse erzielen. Die oben genannten Risiken (Rückstände eventuell schädlicher Stoffe im Körpergewebe) lassen sich allerdings damit noch nicht ausschließen.

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