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Strahlend schön in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft ist wunderschön. Meistens blühen die jungen Mamis auf, der Teint wird rosiger und strahlender. Manchen jungen Müttern steht das Glück aber nicht so im Gesicht geschrieben. Sie leiden aufgrund der hormonellen Veränderungen unter Unreinheiten und trockenen Hautstellen. Dazu kämpfen fast 80% aller schwangeren Frauen mit Schwangerschaftsstreifen. Die gute Nachricht: Je früher du Zeit in deine Hautpflege investierst, desto eher vermeidest du schwangerschaftstypische Hautprobleme.

In der Schwangerschaft bildet der Körper vermehrt Progesteron, Relaxin und Östrogen um das Wachstum des Kindes optimal zu unterstützen. Östrogene spielen aber auch eine wichtige Rolle für eine glatte und geschmeidige Haut. Sie regen die Zellerneuerung und Collagenbildung an und sorgen für eine bessere Feuchtigkeitsspeicherung. Daher gilt auch die Anti-Baby-Pille für Frauen mit Akne als hilfreich, denn sie simuliert das hormonelle Geschehen einer Schwangerschaft. Leider kann Östrogen auch auf die Talgdrüsen wirken, was zu Entzündungen und trockenen Körperstellen führen kann. Frauen werden ihr ganzes Leben stark von Hormonen beeinflusst. Kommt es nun wie bei Schwangerschaft oder Pubertät zu starken Schwankungen des Hormonspiegels, spiegelt sich das auf unserer Haut wider. Und jede Frau reagiert anders auf den Hormonmix, daher gibt es leider nicht die eine Lösung für Hautprobleme in der Schwangerschaft. Bei der Wahl deine Pflegeprodukte solltest du dir daher überlegen, welche Bedürfnisse deine Haut gerade hat. Hast du eine fettige Schwangerschaftshaut, dann greife zu Lotionen und Cremes, die bei wenig Fettgehalt Feuchtigkeit spenden. Bei eher trockener Haut eignen sich Produkte, die gleichermaßen auf Feuchtigkeit und Fett setzen.

Für einen guten Start in den Tag

Der Bauch wächst und manchmal auch die Verzweiflung im Bad: die geliebte Tagespflege wird nicht mehr vertragen. Dabei ist eine sorgfältige Reinigung auch in der Schwangerschaft wichtig. Wenn du auf den erhöhten Östrogenspiegel mit Mitessern, fettigem Glanz und unreiner Haut reagierst, brauchst du eine spezielle Pflege. So kann z.B. ein sanftes Meersalz-Waschgel zusammen mit einem entfettenden Tonikum morgens und abends die Symptome lindern. Auch eine Tonerde-Maske ein- bis zweimal die Woche – in Kombination mit einem sanften Peeling – reinigt die Haut porentief und sorgt für Entspannung.

Achtung: bitte bei Pickeln auf gar keinen Fall reflexartig zu Anti-Akne-Produkten greifen. Diese Cremes basieren häufig auf Salicylsäuren oder Retinol. Die Sicherheit der Anwendung von Salicylsäure bei Schwangeren ist nicht ausreichend untersucht und sie stehen im Verdacht, Schäden an den Föten zu verursachen. Deshalb bitte unbedingt auf den Einsatz während des ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittels verzichten.

Es wird empfohlen, immer eine Tagescreme mit hohem Lichtschutzfaktor zu verwenden.Die hormonellen Veränderungen machen die Haut jetzt sehr sonnenempfindlich, wodurch es zu Pigmentstörungen kommen kann. Sie sind häufig an Jochbögen, Oberlippe und am Kinn zu finden und gehen nach der Schwangerschaft meist spontan zurück. Spätestens nach neun Monaten sollten sie wieder vollständig verschwunden sein.

In einigen Fällen zieht sich auch eine dünne Linie vom Bauchnabel abwärts. Diese sogenannte „Linea fusca“ kann bei sehr dunkelhäutigen Frauen abgeschwächt ein Leben lang an die Schwangerschaft erinnern. Für die tägliche Pflege kann eure Frauenärztin oder Dermatologin euch Produkte empfehlen, die speziell auf die Bedürfnisse von Schwangeren abgestimmt sind.

Gut massiert: Dehnungsstreifen

Im Laufe der Schwangerschaft kann dein Bauch einen Umfang von 100 cm oder mehr erreichen – in Nabelhöhe gemessen. Kein Wunder, wenn die Haut unter diesen Extrembedingungen spannt, juckt und mit Dehnungsstreifen reagiert.

Ab dem dritten Monat solltest du daher anfangen, deinen Körper mit Öl zu massieren. Bewährt haben sich Schwangerschafts-Pflegeöle mit Jojoba-, Weizenkeim- oder Mandelöl. Diese geben der Haut die Spannkraft zurück und machen sie an Oberschenkeln, Po, Bauch und Brüsten geschmeidig. Auch mit Wirkstoffen wie Sanddornöl, Olivenöl, Schachtelhalmextrakt oder Kokosöl kannst du der Bildung von Schwangerschaftsstreifen vorbeugen.

Ein weiterer Weg um die ungeliebten Dehnungsstreifen zu vermeiden, ist die sogenannte Zupfmassage. Dabei wird die Haut am Bauch im Uhrzeigersinn bearbeitet. Massagen mit einem trockenen Waschlappen oder einer feinen Rundbürste sind ebenso geeignet. Achtung: bitte nicht zu starken Druck ausüben, um eventuelle Frühwehen zu vermeiden. Und wenn du ohnehin schon dabei bist: pflege am besten auch gleich deinen Busen. Auch er wächst und dehnt sich während der Schwangerschaft. Mit sanften Massagen hältst du die Haut geschmeidig und beugst den charakteristischen violetten Rissen vor.

Ohne mich: Dehnungsstreifen

Generell kann es jede Frau treffen. Dennoch leiden einige Frauen mehr unter Dehnungsstreifen als andere. So neigen etwa Frauen, die sehr schnell an Gewicht zulegen oder Frauen, die Mehrlinge oder ein großes Baby erwarten, besonders zu Dehnungsstreifen. Junge Frauen sind meist etwas anfälliger dafür als ältere, da die Haut über weniger stabiles Kollagen verfügt. Nicht zuletzt ist das Auftreten von Schwangerschaftsstreifen vom Hauttyp und der genetischen Veranlagung abhängig: Frauen, die schon vor der Schwangerschaft zu Dehnungsstreifen neigen, werden diese auch in der Schwangerschaft schwer vermeiden können. Es gibt also kein sicheres Mittel, um Dehnungsstreifen zu vermeiden.

Aber du kannst versuchen, das Bindegewebe elastisch zu halten:

  • Immer ausreichend trinken
  • Frühe und regelmäßige Hautpflege
  • Pflege direkt nach dem Duschen auf der feuchten Haut anwenden
  • Eincremen regelmäßig mit Massage verbinden
  • Stützende Kleidung tragen
  • Ausreichende Bewegung
  • Gesunde ausgewogene Ernährung
  • Zusätzliche Zufuhr von Vitamin E

Hauterkrankungen während der Schwangerschaft

Wenn Patientinnen mit Hauterkrankungen schwanger werden, stellt das meist eine Herausforderung für die Ärzte dar. Die üblicherweise eingesetzten Dermatika sind in der Schwangerschaft in der Regel nicht erlaubt. Solltest du unter atopischen Ekzemen, Akne oder Psoriasis leiden, informiere deinen Arzt sofort, wenn feststeht, dass du schwanger bist. Auch ohne Hauterkrankung, kann eine Schwangerschaft eine hohe Belastung für die Haut sein. Oftmals erleben Schwangere einen Rückgang der Symptome, oftmals verstärken sie sich auch. Das Problem dabei: die gewohnten Medikamente können zum Teil nicht mehr genommen werden.


Akne in der Schwangerschaft

Wenn du mitten in einer Aknetherapie erfährst, dass du schwanger bist, informiere bitte sofort deinen Arzt. Eine lokale Therapie kann auch während der Schwangerschaft und in der Stillzeit durchgeführt werden, wobei du mit deinem Arzt möglichst sichere Präparate auswählen solltest. Sichere Präparate während der Schwangerschaft: Benzoylperoxid, Erythromycin, Azelainsäure und zusätzliche medizinisch-dermatokosmetologische Maßnahmen können als Lokaltherapie eingesetzt werden. Eine orale Therapie mit Glukokortikoiden, Erythromycin oder Zink (maximal drei Monate) ist ebenfalls möglich. Verbotene Präparate in der Stillzeit: Äußerliche Behandlung mit Antibiotika (Tetracycline, Clindamycin, Nadifloxacin), Retinoide und Tretinoin (All-trans-Retinsäure), Adapalen, Salicylsäure, Resorcinol und Dapson. Orale Behandlung: Isotretinoin wirkt teratogen (fruchtschädigend), systemische Antibiotika (Tetracyclin, Clindamycin) und Erythromycin.

Neurodermitis in der Schwangerschaft

Die hormonelle Achterbahnfahrt einer Schwangerschaft kann leider bei bereits Betroffenen einen Neurodermitis-Schub auslösen. Weitere Ursachen können Klimawechsel, Infekte, Stress oder Allergien sein. Sind letztere bekannt, kann das Allergen während der Schwangerschaft weitgehend gemieden werden, um eine Besserung der Neurodermitis-Symptome zu erreichen. Besonders im zweiten und dritten Trimester können die Symptome der Neurodermitis besonders stark auftreten. Es kann dann vermehrt zu trockener Haut und nässenden Ekzemen führen. Vor allem an Gesicht, Ellbogen, Kniekehlen, am Hals und auch an den Fingerknöcheln kommt es häufig vermehr zu schuppigen Rötungen. Was kannst du also tun? 
Wichtig ist es vor allem, die Hautschutzbarriere zu stärken. Und darauf solltest du achten:

  • Kurze Duschen sind besser als lange Vollbäder
  • Nimm weiter deine vertrauten Pflegeprodukte
  • Die Haut nie abrubbeln, sondern besser vorsichtig trocken tupfen
  • Cremen, cremen, cremen!
  • Kratzen vermeiden, bei Juckreiz zum Beispiel stattdessen auf die Haut klopfen

Psoriasis in der Schwangerschaft

Bei einer leichten Form von Psoriasis kannst du probieren, ob du sie während der Schwangerschaft und Stillzeit mit Naturmitteln behandeln kannst. Die Wirkung setzt allerdings erst nach einiger Zeit ein, so dass du frühzeitig damit beginnen solltest. Cremes und Salben mit Weihrauch, Aloe Vera, Vitamin B12 und der Rinde von Mahonia ( das ist ein Berberitzengewächs) haben sich da bewährt. Auch Hamamelis, Rosmarin, Ringelblume, Heilerde oder Lein- und Johanniskrautöl kannst du äußerlich ausprobieren. Innerlich wirken Leinsamen, Mariendistel, Katzenkralle, Teufelskrallenwurzel, Gamma-Linolensäuren oder Teemischungen mit Weidenrinde, Brennnessel, Löwenzahl, Kamille oder Stiefmütterchen recht gut. Achtung bei Schwarzkümmelöl, das kann vorzeitige Wehen auslösen. Finger weg auch von Teebaumöl, das kann Allergien und schwere Hautreaktionen auslösen. Bei einer Psoriasis mit schwereren Verläufen, die z.B. auch Gelenke und Nägel betreffen, kann man nicht mehr nur äußerlich oder mit Naturheilmitteln behandeln. Bitte daher immer mit deinem Arzt darüber sprechen und die möglichen Nebenwirkungen deiner Medikamente beachten.

Kortison in der Schwangerschaft

Bei vielen Hauterkrankungen greifen die Betroffenen zu Kortison. Und schwache bis mittelstarke Kortisonpräparate dürfen auch während der Schwangerschaft genommen werden. Es gibt mittlerweile Studien, die zeigen, dass diese schwachdosierten Medikamente in Form von Cremes oder Salben keine Auswirkungen auf den Fötus oder Neugeborene haben. Bei innerlichen Anwendungen gibt es eher Nebenwirkungen – auch bei anderen Medikamenten. Bitte hier immer mit deinem Arzt Rücksprache halten, was er in deinem speziellen Fall empfiehlt.

Antibiotika in der Schwangerschaft

Nicht alle, aber doch zahlreiche Präparate können auch in der Schwangerschaft angewendet werden. So können Penicilline, Cephalosporine, Makrolide, Tuberkulostatika u.a. eingenommen werden, ohne das Basisrisiko für angeborene Anomalien zu erhöhen. Unbehandelte bakterielle Infektionen gefährden ansonsten nicht nur die werdende Mutter, sondern auch das Kind und müssen daher behandelt werden. Bitte auch hier wieder der Appell, nicht einfach eine vorhandene Packung aufzubrauchen, sondern mit dem behandelnden Arzt Rücksprache zu halten.

Natürlich nur das Beste für Mami und Kind

Besonders während der Schwangerschaft ist es wichtig, auf natürliche Inhaltsstoffe in der Kosmetik zu achten. Schließlich soll das Baby mit so wenig chemischen und womöglich schädlichen Inhaltsstoffen wie möglich in Berührung kommen. Zur Sicherheit könnt ihr die Inhaltsstoffe eurer Lieblings-Beautyprodukte bei codecheck.info überprüfen. Grundsätzlich wird empfohlen, bei der Pflege von Haut und Haar auf chemische Lichtschutzfaktoren, Nanopartikel, synthetische Farb-/Duftstoffe, Konservierungsstoffe, Emulgatoren, Mineralölauszüge, Silikone und Weichmacher zu verzichten.

Selbst ist die Mama

Wenn du ganz sicher sein willst, dass deine Pflege natürlich ist, dann kannst du Seifen, Cremes, Masken und Badezusätze selber herstellen.

Weitere Infos zu selbstgemachter Kosmetik

Da natürlich nicht jede Schwangere Lust und Zeit zum Selbermachen hat, empfiehlt es sich, für die Zeit der Schwangerschaft und des Stillens Naturkosmetik oder spezielle Schwangerschaftsprodukte von konventionellen Beautymarken zu nutzen. Euer Baby wird es euch danken!

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