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Lupus erythematodes

Schmetterlingsflechte

Im Volksmund heißt die Autoimmunkrankheit Lupus erythematodes auch Schmetterlingsflechte, denn sie zeigt sich häufig mit Rötungen auf Nase und Wangen, die an ausgebreitete Schmetterlingsflügel erinnern. Der Lupus betrifft entweder nur auf der Haut oder auch die inneren Organe. Wir erklären hier mögliche Auslöser, Diagnose, Ursachen, Verlauf, Symptome und Behandlungsmethoden der Erkrankung.

Was ist Lupus erythematodes?

Lupus erythematodes ist eine sogenannte Autoimmunkrankheit. Das heißt, dass das Immunsystem der Betroffenen sich gegen gesunde körpereigene Zellen richtet, wobei Organe oder gar ganze Organsysteme zu Schaden kommen. Typisch für einen Lupus ist der Angriff auf Haut und Bindegewebe – beides große und wichtige Organe des Körpers. Man unterscheidet zwei Formen der Erkrankung:
1. den kutanen Lupus erythematodes (auch kutaner LE oder CLE genannt), der in variierender Form typischerweise nur die Haut befällt
2. und den systemischen Lupus erythematodes (auch SLE genannt), der sämtliche Organe befallen kann. Der SLE zählt zu den Kollagenosen und damit zu den rheumatischen Erkrankungen: Er ist also eine Autoimmunkrankheit, die sich systemisch und vorwiegend an Bindegewebe und Blutgefäßen im ganzen Körper abspielt, wobei jedes Organ betroffen sein kann. Aus einem kutanen Lupus kann sich ein systemischer entwickeln.

Wichtig: Ein Lupus erythematodes ist keine ansteckende Erkrankung! Dennoch begegnen viele Betroffene, insbesondere mit sichtbaren Symptomen auf der Haut, Vorurteilen und schlimmstenfalls sozialer Ausgrenzung.

Die Krankheitsbezeichnung Lupus erythematodes vereint das lateinische Wort für „Wolf“ mit dem griechischen Wort für „Röte“. Umgangssprachlich nennt man die Krankheit auch einfach nur kurz „Lupus“.

Häufigkeit: Wie häufig tritt die Krankheit auf?

Die seltene Autoimmunerkrankung befällt weniger als 100 von 100.000 Menschen. Im deutschsprachigen Raum beläuft sich die hochgerechnete Zahl der von Lupus Betroffenen demnach auf rund 90.000. Eigentlich kann jeder an einem systemischen Lupus erythematodes erkranken. Tatsächlich sind es jedoch Frauen, die häufiger daran leiden: 9 von 10 Betroffenen sind weiblich. Zu Krankheitsbeginn sind die Frauen im Schnitt 29 Jahre alt.

Was sind die Ursachen für die Autoimmunerkrankung?

Die Ursache für den Lupus ist noch nicht eindeutig abgeklärt. Man weiß inzwischen, dass es eine ererbte Veranlagung für den Lupus gibt. Hinzu kommen weitere Einflüsse (körpereigene wie solche aus der Umwelt). Dass Frauen so viel häufiger an Lupus erkranken als Männer, wird darauf zurückgeführt, dass die weiblichen Hormone des Typs Östrogen manche Immunreaktionen verstärken.

Wichtig: Wegen der außergewöhnlichen Hormonsituation während einer Schwangerschaft kann diese einen Lupus fördern, indem sie die Entzündungsaktivität steigert. Zugleich kann der systemische Lupus der Schwangeren Probleme machen. Daher gilt: Schwanger werden wollende Lupus-Patientinnen sollten sich von ihrem Arzt beraten und während einer Schwangerschaft medizinisch begleiten lassen.

Auslöser (Trigger): Was löst einen Lupus aus?

Man kennt heute verschiedene Auslöser (Trigger), die den Lupus beziehungsweise einen Lupus-Schub auslösen, unterhalten oder gar verschlimmern können. Die Auslöser variieren individuell: von Stress jeglicher Art (körperlich, geistig, seelisch, sozial) über Infektionen, Hormone und Veränderungen des hormonellen Status bis hin zu Licht und Medikamenten.
Wichtig: An Lupus leidende Patienten sind gegenüber Sonnenlicht oft sehr empfindlich. Symptome auf der Haut können von UV-Licht (UVA und UVB-Strahlen) verursacht, unterhalten oder verstärkt werden. Mitunter verschlechtert sich der allgemeine Zustand des Patienten davon sogar – nicht selten mit mehrtägiger oder gar mehrwöchiger Verzögerung. Deshalb sollten Lupus-Patienten auf Sonnenbäder (auch in Sonnenstudios) unbedingt verzichten und im Freien stets wirksamen Sonnenschutz tragen (textil, kosmetisch).

Verlauf: Wie verläuft ein Lupus?

Anfangs ereilt einen der Lupus meist schubweise: Es gibt im Wechsel Phasen, in denen die Krankheit sehr aktiv ist, sowie nahezu beschwerdefreie Phasen. Der Krankheitsverlauf ist sehr individuell und nicht vorhersehbar. Das ängstigt Betroffene und ihr Umfeld verständlicherweise. Die meisten Lupus-Patienten können mit einer normalen Lebenserwartung rechnen.

Symptome: Wie zeigt sich Lupus erythematodes?

Die bislang bekannten Symptome der Erkrankung sind vielzählig und vielfältig. Doch Betroffene leiden in der Regel nur an einzelnen der hier aufgelisteten Symptome:

Allgemeine Symptome: Ist der Lupus aktiv, sind Betroffene oft müde, abgeschlagen, verlieren Gewicht, frösteln oder fiebern (häufig: tage- oder wochenlang).

Hautsymptome: Die schmetterlingsförmigen Rötungen auf Wangen und Nasenrücken sind der Grund, warum der Lupus erythematodes auch „Schmetterlingsflechte“ genannt wird, gleichwohl sie längst nicht bei jedem Betroffenen auftreten. Außerdem ist ein Ausschlag mit scharf begrenzten, scheibenförmigen Flecken (Durchmesser: 1 – 3 cm) mit fest haftender, weißlicher Schuppung typisch, der je nach Untertyp der Erkrankung an unterschiedlichen Hautarealen auftritt. Nach dem Abheilen bilden sich stark eingesunkene, kreisrunde weißliche Narben, deren Rand bräunlich pigmentiert ist. Meist wachsen dort keine Körperhaare mehr. Schrumpfende Narben können die Nasen- oder Ohrenform verändern. Auch angeschwollene, rote, teils erhabene Knötchen (Durchmesser: bis zu 2 cm) an Dekolleté, Brust, Oberrücken, Oberarmen und seltener im Gesicht sind symptomatisch.

Symptome an Gefäßen: Bei Kälte können einzelne oder alle Finger plötzlich „erblassen“. Der Grund: eine infolge der Kälte auftretende Engstellung der Fingerarterien (sogenanntes Raynaud-Syndrom). Außerdem treten Gefäßentzündungen und Gefäßverschlüsse auf und die normale Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) wird beschleunigt.

Symptome an Gelenken und Muskulatur: Die Mehrzahl der Lupus-Patienten leidet an rheumatischen Beschwerden: Schmerzende oder geschwollene Gelenke sind bei nahezu 90 Prozent der Betroffenen der Grund für den ersten Arztbesuch gewesen. Eine Muskelentzündung ist dagegen eher selten.

Blutsymptome: Der Lupus geht mit Blutbildveränderungen einher (weniger weiße und/oder rote Blutkörperchen und/oder Blutplättchen). Zudem kann die Blutgerinnung gestört sein, was unter anderem vermehrte Thrombosen oder Fehlgeburten nach sich ziehen kann.

Symptome an Speichel- und Tränendrüsen: Zum Teil beklagen Betroffene weniger Speichel- oder Tränenbildung (sekundäres Sjögren-Syndrom).

Nierensymptome: Dass vom Lupus die Nieren befallen sind, macht sich nicht mit Schmerzen bemerkbar. Vielmehr kommt man ihm mit einem einfachen Urintest auf rote Blutkörperchen und Eiweiß auf die Spur! Wird der Urin regelmäßig geprüft, lässt sich eine Nierenentzündung (Lupusnephritis) frühzeitig erkennen und deren Fortschritt – Spätstadium: Dialyse – dank geeigneter Behandlung Einhalt gebieten.

Lungensymptome: Lupus-Patienten können eine Rippenfellentzündung bekommen, die sich in schmerzhaftem Atmen zeigt und seltener auch eine Lungenentzündung (Lupus-Pneumonie).

Herzsymptome: Typischerweise manifestiert sich ein Lupus in Herzbeutel- und Herzmuskelentzündungen.

Symptome am Zentralen Nervensystem (ZNS): Lupus kann sich mit Symptomen wie Schlaganfall, Migräne, Krampfanfälle, Konzentrationsstörungen, Depressionen und seltener Wesensveränderungen bis hin zu Psychosen zeigen.

Über die Häufigkeit der Symptome gibt folgende Übersicht Auskunft:

  • An einer Gelenkentzündung (Arthritis) leiden rund 90 Prozent der Lupus-Patienten. •
  • Nierenprobleme haben mehr als 75 Prozent der Patienten.
  • Über geschwollene Lymphknoten klagen etwa 50 Prozent der Patienten.
  • Eine entzündliche Vergrößerung von Leber und Milz tritt bei 40 Prozent der Patienten auf. Das Rippenfell entzündet sich in 40 Prozent der Fälle.
  • Zu einer Herzbeutelentzündung (Perikarditis) kommt es bei 25 Prozent der Patienten.

Diagnose: Wie wird der Lupus diagnostiziert?

Zur Diagnose eines Lupus braucht es unter anderem Befunde von Hauttests (Sichtbefund, Proben/Biopsie) und Bluttests. Im Zweifel wird die Haut systematisch provoziert, zum Beispiel mit UV-Licht. Besteht der Verdacht auf Lupus, können Ultraschalluntersuchungen über den Zustand der inneren Organe informieren.

Behandlung: Wie lässt sich ein Lupus erythematodes behandeln?

Weil jeder Lupus anders verläuft, gibt es viele Wege, ihn zu behandeln. Eine Heilung im klassischen Sinn (hier: Beenden der autoimmunen Fehlsteuerung und Wiederherstellen geschädigter Zellen) ist nicht möglich. Wohl aber eine nachhaltige Remission: Ziel der Lupus-Behandlung ist demnach die Freiheit von Symptomen, gleichwohl die Krankheit noch besteht.

Grundsätzlich gilt es daher, die (schub-)auslösenden Faktoren zu meiden. Parallel werden die Symptome medikamentös behandelt. So sollen gegen Gelenkbeschwerden Antirheumatika helfen. Gegen Hautprobleme mit Gelenkbeteiligung sollen sich Mittel gegen Malaria als erste Wahl bewährt haben, die zugleich die Häufigkeit und Heftigkeit der Krankheitsschübe mindern sollen. Unverzichtbar sei oft die Gabe von Kortison als Creme oder Salbe, wenn die Krankheit aktiv ist. Mit Hilfe sogenannter Immunsuppressiva versuche man, den Krankheitsverlauf selbst zu regulieren. Auch Biologika seien zur Behandlung von Lupus bereits zugelassen.

Diagnostizierte Entzündungen sowie beeinträchtigte Organe bestimmen jeweils, welches Medikament zur Behandlung eingesetzt wird. Mit Krankengymnastik, innerlich wie äußerlich angewandter TCM (Traditionelle Chinesische Medizin), Akkupunktur und Schmerzbewältigungstrainings zur Ergänzung haben Lupus-Patienten laut einschlägigen Foren gute Erfahrungen gemacht.

Risikofaktoren erkennen und Lifestyle anpassen

Nur wenige Lupus-Patienten sterben an der Krankheit selbst. Eher sind es die infolge der beschleunigten Arteriosklerose auftretenden Herz- und Gefäßerkrankungen, die zu Komplikationen führen. Daher gilt für an Lupus Erkrankte, zu lassen, was die Gefäßverkalkung seinerseits fördert (Rauchen – laut Studien ein mächtiger Lupus-Verstärker) und zu tun, was ihr entgegenwirkt: Bewegen, Normalgewicht halten und sowie auf Blutdruck und Blutfette achten. Die gesunde, gesunderhaltende und gesundmachende Ernährung spielt dabei eine wichtige Rolle. Als solche gilt für Lupus-Erkrankte, was allgemein auch als gesund gilt: Frische Lebensmittel, die schadstoffarm angebaut und hergestellt sind, nährstoffschonend zubereitet werden und abwechslungsreich auf den Teller kommen. Der Verzicht auf industriell verarbeitete Nahrung, Zucker (gilt als klassischer Auslöser!) und Drogen wie Nikotin, Alkohol und andere gehört zudem zur gesunden Lebensweise.

Welche Hausmittel haben sich bei der Behandlung von Lupus bewährt?

Man weiß inzwischen von einigen Methoden und Mitteln, die sich bei der Behandlung von Lupus-Patienten bewährt haben sollen. Dazu zählen:

  • Massagen, die den Stoffwechsel anregen, Stress reduzieren und Entzündungen lindern sollen.
  • Olivenöl, Leinöl, Traubenkernextrakt, die eingenommen entzündungshemmend wirken sollen.
  • Apfelessig, der eingenommen entgiftend wirken und den vom Lupus reduzierten Anteil an Salzsäure im Organismus ausgleichen helfen soll.
  • Ingwer gilt als Helfer gegen Beschwerden infolge Arthritis und Gelenkschmerzen.

Wann ist der Welt-Lupus-Tag?

Seit 2004 wird jährlich am 10. Mai der Welt-Lupus-Tag begangen, um Aufmerksamkeit auf die Erkrankung zu lenken. Zudem zielt der Welt-Lupus-Tag auf eine verbesserte medizinische Leistung, Ursachenforschung, Diagnose und Behandlung des Lupus ab.

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