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Wie die richtige Ernährung dir bei Rosazea hilft

Dein Gesicht ist andauernd gerötet? Vor allem an Stirn, Nase, Kinn und Wangen zeigt die Haut zu den roten, schuppigen Flecken auch noch Knötchen und Bläschen? Du kannst Äderchen sehen und mitunter sind die Hautpartien auch geschwollen? Die betroffenen Hautpartien jucken oder brennen? Du leidest an einer chronischen Rosazea? Dann solltest du jetzt weiterlesen! Denn wir erklären dir hier, wie die richtige Ernährung dir helfen kann, deine Rosazea besser in den Griff zu bekommen.

Die nichtansteckende Hauterkrankung Rosazea zeigt sich häufig zum ersten Mal zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr und verstärkt sich zwischen dem 40. und 50. meist noch einmal deutlich. Vorstufen sind auch eher schon oft sichtbar. Rosazea tritt bei Frauen und Männern auf, wobei Frauen mit heller Haut auffallend häufiger betroffen sind, während der Verlauf der Krankheit bei Männern intensiver ist.

Typische Rosazea Symptome

  • rötliche Hautflecke im mittleren Teil des Gesichts, die mitunter auch schuppen
  • Verdickungen der Gesichtshaut
  • Großporigkeit
  • entzündliche Knötchen (Papeln) und Eiterbläschen (Pusteln).
  • Bei Männern vor allem führt die Rosazea oft zu knolligen Wucherungen von Bindegewebe und Talgdrüsen an der Nase, die auch Rhinophym genannt werden. Umgangssprachlich sind dafür Begriffe wie Knollennase und Blumenkohlnase geläufig.

Was sind die Ursachen für Rosazea?

Die genauen Ursachen der Hauterkrankung Rosazea sind noch nicht bekannt. Aber man weiß, dass verschiedene Faktoren an ihrer Entstehung beteiligt sind:

  • genetische Veranlagung
  • Sonnenlichtschäden
  • gestörte Versorgung des Gesichts über die Blutgefäße
  • neurogene, also vom Nervensystem ausgehende Entzündung infolge Stresses
  • Störung des Immunsystems
  • Beeinflussung seitens Haarbalgmilben (Dermodex-Milben)
  • Bakterien

Emotionaler Stress kann deine Rosazea ebenso auslösen beziehungsweise verstärken wie alles, was deine Gefäße erweitert: Hitze (Sonnenbad, Saunabesuch), heiße Getränke wie Kaffee und Tee, Drogen (Alkohol) und scharf gewürzte Speisen. Alle Auslöser, die deine Haut irritieren, solltest du weitgehend meiden.

Welche Ernährung hilft dir bei Rosazea?

Um deine Rosazea zu mildern, solltest du deinen Speiseplan auf anti-entzündlich umstellen. Denn so manches Lebensmittel beziehungsweise Inhaltstoff verstärkt die Entzündungen deiner von Rosazea betroffenen Haut: Sie wirken wie Öl, das du ins Feuer schüttest. Bekannt als Entzündungsverstärker sind beispielsweise Zucker, Weizenprodukte, Kuhmilchprodukte und Schweinefleisch. Während du einerseits auf solche Zutaten auf deinem Teller verzichtest, solltest du andererseits Dinge auftischen, die nachweislich Entzündungen lindern.

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Viel Gemüse, Obst und Nüsse sollten bei Rosazea Leidenden am Speiseplan stehen

Anti-entzündliche Ernährung lindert Rosazea

Kurkuma (Gelbwurz) zum Beispiel ist ein Gewürz, das entzündungshemmend wirkt. Es wird angenommen, dass für die anti-entzündliche Wirkung von Kurkuma das Curcumin verantwortlich ist, das an Enzyme bindet, die an entzündlichen Prozessen im Körper beteiligt sind, und diese blockiert.

Achte auf eine eher pflanzliche denn tierische Ernährung und iss besonders viel Gemüse: Gegart, als Rohkost oder als Salat enthält Gemüse unzählige Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Brokkoli, Spinat und Portulak werden hier besonders empfohlen. Kombinieren solltest du das Gemüse mit vielen frischen Kräutern und Gewürzen. Auch zuckerarmes Obst wie zB Äpfel, Aprikosen, Beeren, Nektarinen, Papaya, Pflaumen, Pfirsiche, saure Kirschen, Zitrusfrüchte und Wassermelonen sollte regelmässig auf deinem Speiseplan stehen.

Außerdem Nüsse: Sie liefern dir pflanzliches Eiweiß und gesunde pflanzliche Fette. Eine Handvoll Nüsse (Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse, Cashewkerne, Macadamianüsse, Pinienkerne, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne) pro Tag werden empfohlen. Als pflanzliche Alternative zu tierischen Eiweißquellen kannst du auch zu Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Erbsen greifen.

Tipp: Die richtige Ernährung allein ist nicht alles: Mache möglichst auch regelmäßig Sport. Bewegung ist ein effektives Mittel gegen Entzündungen im Körper. Sport führt dazu, dass du kein beziehungsweise weniger Bauchfett ansammelst. Gerade dieses auch Viszeralfett genannte Fett sendet Botenstoffe aus, die Entzündungen in deinem Körper fördern. Daher gilt: mehr Bewegung reduziert Übergewicht und zeitglich die Entzündungsanfälligkeit in deinem Körper.

Tierische Nahrungsmitteln fördern Entzündungsreaktionen und damit Rosazea

Im Rahmen einer antientzündlichen Ernährung wird ein Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren von 2:1 empfohlen. Der theoretischen Empfehlung steht allerdings die Praxis gegenüber, die laut Studien für die Ernährungsweise in der westlichen Welt Verhältniswerte von 15:1 aufweist.

In Fleisch, Innereien, Wurst und tierischen Fetten wie Butter steckt besonders viel von der ungesättigten Fettsäure Arachidonsäure (eine Omega-6-Fettsäure). Dein Körper braucht Arachidonsäure für viele Aufgaben: Sie hilft, die körpereigene Abwehr (Immunsystem) aufrechtzuerhalten. Stoffwechselprodukte aus Arachidonsäure erfüllen unter anderem Aufgaben bei Entzündungsreaktionen, bei der Entstehung von Schmerzen und Fieber und sie sind an der Blutdruckregulation, der Blutgerinnung sowie der Regulation des Schlaf-Wach-Zyklus beteiligt.

Mit einer sehr fleischreichen Ernährung bekommt dein Körper (zu) viel Arachidonsäure. Dafür fehlen dir unter Umständen Omega-3-Fettsäuren, die zum Ausgleich des Arachidonsäure-Haushaltes beitragen können. Oder die Enzyme, die die Arachidonsäure verwerten, sind mit dem Zuviel an Arachidonsäure zu beschäftigt, um sich auch noch um die gesunden Omega-3-Fettsäuren zu kümmern. Die bleiben dann unverwertet. Infolgedessen reagiert dein Immunsystem über, was häufig mit Entzündungen einhergeht und damit deine entzündliche Rosazea-Haut verstärkt. Man weiß heute, dass diese Entzündungsreaktionen ebenso wie Allergien bei einem ausgeglichenen Arachidonsäure-Haushalt milder verlaufen.

Arachidonsäurereiche Lebensmittel sind unter anderem

  • Schweineschmalz
  • Leber und Leberwurst
  • Schweinefleisch
  • durchwachsener Speck
  • Eigelb
  • Spritzgebäck: enthält besonders oft viel Schweineschmalz

Diese tierischen Lebensmittel darfst du bei Rosazea getrost essen

Dagegen ist mageres Fleisch von Geflügel wie Huhn und Pute sowie mageres Rindfleisch vergleichsweise arm an Arachidonsäure. Auch der Anteil von Arachidonsäure fetthaltigem Käse wie zB Camembert und Tilsiter sowie in Schlagsahne ist gering. Auch in Fisch ist Arachidonsäure enthalten. Doch zugleich liefert dir Fisch Omega-3-Fettsäuren und die gleichen das Verhältnis wieder aus. Deshalb darf jeder Fisch auf deinen Teller, der nicht in Mayonnaise oder Sahne eingelegt oder paniert ist.

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Fisch ist bei Rosazea besonders zu empfehlen

Du möchtest auf tierische Lebensmittel ganz verzichten?

Kein Problem! Arachidonsäure aus tierischen Produkten kannst du mit einer pflanzlichen Alternative ersetzen: Linolsäure. Die gehört ebenfalls zu den Omega-6-Fettsäuren und dein Körper kann daraus alle anderen Omega-Fettsäuren, also auch Arachidonsäure, bilden. Von Vorteil ist, dass dein Körper beim Verarbeiten von Linolsäure sogenannte Gamma-Linolsäure produziert – und die gilt als entzündungshemmend. Baue also linolsäurereiche Lebensmittel in deinen Speiseplan ein, zum Beispiel Öle wie Distelöl, Hanföl und Sonnenblumenöl und Nüsse wie Walnüsse, Pinienkerne und Sonnenblumenkerne.

12 Hautinfo.at-Tipps zur richtigen Ernährung bei Rosazea

Unsere folgenden Tipps helfen dir, deine Ernährung nachhaltig umzustellen, so dass du deine Rosazea von innen in den Griff bekommst!

  1. Iss weder zu scharf, noch zu heiß oder zu süß. Tipp: Sollte sich deine Haut nach einer zu scharfen, zu heißen oder zu süßen Mahlzeit plötzlich röten, dann lutsche einen kühlenden Eiswürfel dagegen!
  2. Verzichte weitgehend auf industriellen Zucker, beim Essen und beim Trinken. Tipp: Handle bei einem akuten Rosazea-Schub (sogenannter Flush) sofort und lass den Zucker für mindestens sechs Wochen am Stück komplett weg – deine Haut wird es dir danken!
  3. Fülle deinen Teller vorwiegend mit Gemüse, pflanzlichen Eiweißlieferanten wie Nüssen (keine Erdnüsse) und Hülsenfrüchten, hochwertigen Pflanzenölen und zuckerarmem Obst (zB Äpfel oder Beeren).
  4. Meide Weizen und Weißmehlprodukte als Brot und Beilage (Nudeln)! Bevorzuge stattdessen Vollkornprodukte aus Hafer, Dinkel, Roggen, Reis und Mais.
  5. Auch Geschmacksverstärker haben auf deinem Speiseplan nicht zu suchen, sie gelten als entzündungsfördernd.
  6. Verzichte wegen der Arachidonsäure besser auf Kuhmilch, Schweinefleisch und Wurstwaren.
  7. Bereite deine Salate mit Lein- oder Hanföl zu. Auch Schwarzkümmelöl ist empfehlenswert.
  8. Iss gerne Fisch, der neben Arachidonsäure schon ihren Gegenspieler Omega-3-Fettsäure enthält, zum Beispiel Aal, Forelle, Heilbutt, Hering, Kabeljau, Karpfen, Lachs, Makrele, Sardinen, Sardellen, Scholle, Seezunge, Steinbutt, Thunfisch sowie Schalentiere wie Flusskrebs, Garnele, Hummer, Shrimps und Krabben.
  9. Würze dein Essen mit Oregano, Schwarzkümmel und Kurkuma, achte aber darauf, dass du auf scharfe Currys (Mischgewürze) besser verzichtest.
  10. Trinke reichlich stilles Wasser und ungesüßten Kräutertee.
  11. Verzichte strikt auf Alkohol, der die Gefäße erweitert und deine Rosazea aufblühen lässt.
  12. Auch Nikotin solltest du komplett aus deinem Leben streichen.

Die hier genannten Verzehrempfehlungen sind in der Regel Erfahrungswerte. Wissenschaftliche Belege gibt es in Bezug auf Rosazea (noch) kaum. Der Einfluss der Lebensmittel ist aber auf entzündliche Erkrankungen wie Rheuma und Arthrose recht gut untersucht und belegt. Deshalb bezieht man die Erkenntnisse auch auf die chronisch entzündliche Rosazea und stellt entsprechende antientzündliche Speisepläne, sprich: Rosazea-Diätpläne, auf.

Tipp: Intervall-Fasten: Lege tägliche Esspausen ein

Eine Möglichkeit, gesund abzunehmen, ist das Intervallfasten, bei dem du in täglichen Essenspausen fastest. Du isst dabei nur tagsüber während acht Stunden zwei Mahlzeiten und fastest die restlichen 16 Stunden des Tages und der Nacht (Intervallfasten 16:8). Oder du isst nur an fünf von sieben Wochentagen und fastest an den beiden anderen (Intervallfasten 5:2). Das Intervallfasten ist deshalb so gesund, weil der Stoffwechsel dabei nicht gedrosselt wird. Im Gegenteil: Zucker- und Fettstoffwechsel verbessern sich. Weil beim Intervallfasten entzündungsdämpfende Stoffe ausgeschüttet werden, hilft es dir auch bei deiner Rosazea. Außerdem wird dabei keine Muskelmasse abgebaut. Der Abbau von Muskeln beginnt nämlich erst nach einer längeren Fastenzeit.

Führe ein Rosazea-Tagebuch!

Verallgemeinern lässt sich das jedoch nicht, denn dein Körper und deine Rosazea-Haut reagiert individuell, wobei die Reaktion wie beschrieben von vielen Umständen abhängt. Deshalb unser Rat: Führe ein Rosazea-Tagebuch, in das du über einen längeren Zeitraum notierst, was du isst und trinkst. Auch deine sportlichen Aktivitäten solltest du dort festhalten. Und ebenso deinen jeweiligen Stresslevel. Beobachte deine Haut während dieser Zeit genau und schreibe dir auf, wie deine Haut auf deinen Speiseplan und deinen Lifestyle reagiert. Auf diese Weise verschaffst du dir Klarheit über das, was du essen und trinken solltest und was besser nicht.

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