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Neues Wissen verändert Polleninformation

Schlechte Luft ist schlecht für Pollenallergiker. Besonders hohe Ozonwerte scheinen die Symptome vor allem bei Gräser- und Birkenpollenallergikern zu verschlechtern. Das zeigen erste Ergebnisse einer neuen Studie, die für künftige Prognosen eine wesentliche Rolle spielen werden. Denn um möglichst genau vorherzusagen, wie es einem Allergiker während der Pollensaison gehen wird, braucht es zum reinen Pollenflug auch Informationen zum Wetter, zum Blühverhalten der Pflanzen sowie zur Luftqualität. Damit kann erstmals gezeigt werden, welche Parameter in welchem Ausmaß zusammenspielen, wenn Patienten Beschwerden haben. Die Services des Pollenwarndienstes entwickeln so immer mehr von der reinen Pollen- hin zur individuellen Belastungsprognose. Unerlässlich für die Forschung sowie den Betroffenen ist hierbei das Pollentagebuch.

Es ist erwiesen, dass Klimawandel und Umweltschadstoffe negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Pollenallergien haben und die Pflanzen „stressen“. Zum ersten Mal weltweit kann nun auch ein direkter Zusammenhang zwischen Pollenflug, Luftqualität sowie allergischen Beschwerden hergestellt werden. Im Rahmen einer Studienkooperation der Forschungsgruppe Aerobiologie und Polleninformation an der MedUni Wien und der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (Salzburg) wurde die Auswirkung von Luftverschmutzung in Wien durch Ozon, Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid und Feinstaub auf Pollenallergiker untersucht.

Uwe Berger Pollenwarndienst
Uwe E. Berger, Leiter Pollenwarndienst

Um die Services auf die jeweilige Lebenssituation noch besser zugeschnitten anbieten zu können, wurden neue Fragen integriert:
1. Wann im Tagesverlauf war die Belastung am größten?
2. Zu welcher Tages- und Nachtzeit hat man sich draußen aufgehalten?
3. Wie sehr hat die Belastung die Arbeits-/Leistungsfähigkeit beeinträchtigt?

Dazu wurde die Empfehlungen für die Medikation verfeinert und eine Landkarte integriert, die die im Pollentagebuch eingetragene Beschwerdeintensität in der Umgebung anzeigt.

Die Daten aus dem Pollentagebuch können per Knopfdruck in Form von individuellen Belastungsdiagrammen an den behandelnden Arzt gemailt oder ausgedruckt werden. Das Testergebnis bietet eine optimale Grundlage für das Arztgespräch bzw. die Diagnose und dient der laufenden Therapiekontrolle: Es macht nachvollziehbar, ob die richtige Therapie gewählt wurde oder ob die Behandlung optimiert werden sollte.

Pollen-Tagebuch: Basis für Forschung & personalisierte Prognose

Grundlage für solche bahnbrechenden Studien sind die (anonymisierten) Daten des Pollen-Tagebuchs, erreichbar über die „Pollen“-App oder auf pollentagebuch.at. Hier tragen Allergiker ihre Beschwerden möglichst regelmäßig ein – am besten täglich und zwar auch an Tagen, an denen man keine Beschwerden hat. Allergiker können dann ihre Beschwerden an Augen, Nase und Lunge mit der Belastung durch Pollen der Orte, an denen sie sich aufgehalten haben, verbinden und auf einen Blick die wesentlichen Zusammenhänge erkennen. Vorhersagen zu Luftschadstoffen werden zudem im Allergierisiko eingebunden. Die Ergebnisse geben Aufschluss über den Grund der Verbesserung bzw. Verschlechterung und gewinnen dadurch Sicherheit im Umgang mit ihrer Erkrankung.

  • Welche Belastungen sind tatsächlich in welchem Ausmaß für meine Beschwerden an Augen, Nase oder Lunge verantwortlich?
  • Welchen Einfluss hat ein Ortswechsel?
  • Bringt die Therapie den erwünschten Erfolg?

Erste Analysen zeigen: Vor allem Ozon hat einen Einfluss, wie sich besonders bei Gräser- und Birkenpollenallergikern zeigt – je höher die Ozonbelastung, desto stärker sind vor allem die Beschwerden. Damit kann künftig erklärt werden, warum auch dann starke Beschwerden vorhanden sind, obwohl sich nur relativ wenig Pollen in der Luft befindet. Der besondere Nutzen für die Patienten: Sie können ihre Aktivitäten besser planen und vorsorgen (z.B. Medikamente besorgen), wenn zum Beispiel für das Wochenende eine hohe Ozonbelastung vorausgesagt wird.

Bis dato gab es ein wissenschaftliches Fundament, das einen derartigen Zusammenhang auf molekularer Ebene bewiesen hat. Mit den neuen Daten wurden erstmals die Voraussetzungen für eine konkrete Prognose geschaffen. Sobald die Studie fertig ausgewertet ist, wird dieses Wissen die Services des Pollenwarndienstes weiter verfeinern (ab der Pollensaison 2020).

Der aktuelle Pollenflug ist unter anderem mobil abrufbar. Mithilfe der „Pollen“-App haben Allergiker stets einen Überblick, welche der zwölf wichtigsten Allergieauslöser gerade in welchem Ausmaß und in welcher Gegend in der Luft sind. Mit dem aktuellen Update erstrahlt die App nun in einem neuen Design und Funktionen wie das „Allergierisiko“ wurden weiterentwickelt. Dieser Service kann auch zugeschnitten auf die ganz individuelle Reaktionslage eines Allergikers abgerufen werden.

Allergierisiko erstmals personalisiert

Öffnet man die App, wird das „Allergierisiko“ gleich am Startscreen in Form einer klaren Grafik angezeigt. Die User erhalten damit einen Überblick, wie hoch die Belastung zu jeder Stunde des Tages ist (0 = kein Risiko, 4 = hohes Risiko). Seit vorletztem Jahr ist neben dem aktuellen Pollenflug auch der Einfluss diverser Luftqualitätsparameter auf die Symptomlast eingerechnet. Neu ist auch die Personalisierung dieses Service. User, die ihre Symptomdaten regelmäßig (am besten täglich!) in das Pollen-Tagebuch eintragen, können nun ihr ganz persönliches Allergierisiko abrufen. Bisher wurde nur der Durchschnittswert der allgemein empfundenen Belastung angezeigt. Nun steht diese Orientierung individuell auf den einzelnen User zugeschnitten zur Verfügung.

Pollensaison 2019 bringt Überraschungen

Pollenwarndienst Pollen im Jahresverlauf

Trotz des ungewöhnlich sonnigen, milden und trockenen Februars starteten die Frühblüher Erle und Hasel heuer später als gewöhnlich. Der kalte und schneereiche Jänner ließ die Pflanzen später blühbereit werden. Nach wie vor muss mit bis zu hohen Pollenkonzentrationen bei günstigen Bedingungen in den mittleren Lagen gerechnet werden. Gute Nachrichten: Der Belastungsschwerpunkt ist in den thermisch begünstigen Regionen und den Tal-, Tief- und Beckenlagen überstanden – dort ist die Belastung bereits rückläufig. Die nächste Belastungswelle folgt mit der Esche. Der Blühbeginn des allergologisch häufig unterschätzten Ölbaumgewächs wird bei anhaltend günstigen Wetterbedingungen ab Mitte bis Ende März erwartet. Erster Eschenpollen wurde bereits verzeichnet. 2019 sollte eine weniger intensive Eschenblüte bringen, da die letzten zwei Jahre bereits überdurchschnittlich ausgefallen sind, aber die Esche ist immer für Überraschungen zu haben.

Birkenblüte: widersprüchlich, aber mit Hoffnungsschimmer

Wenn die Temperatur konstant auf über 15˚C steigt, beginnt die Birke ihren Pollen an den Wind abzugeben. Nach einer intensiven Saison 2018 wird die Birke heuer voraussichtlich weniger stark blühen. Damit folgt der beliebte Alleebaum seinem biologischen Muster: einer schwächeren Saison folgt meist eine starke. Allerdings wird dieser Zyklus hin und wieder durchbrochen und ist nicht in allen Regionen gleich, daher sind Modell- und Phänologiedaten wichtig: Die Phänologie spricht für ein weniger starkes Jahr, die Modelldaten bringen ganz unterschiedliche Ergebnisse. Daher gibt es zwar berechtigte Hoffnung auf eine weniger starke Birkenblüte, jedoch nicht unbedingt in allen Regionen Österreichs.

Ob die Belastung trotz geringerem Pollenflug tatsächlich als leichter empfunden werden kann, hängt davon ab, wie die Saison beginnt und verläuft: Steigen die Birkenpollen-Konzentrationen langsam an, kann sich der Körper besser auf die Belastung einstellen und empfindet die Saison als insgesamt nicht so stark. Beginnt die Saison sehr plötzlich oder steigt die Pollenmenge in der Luft während der Flugzeit immer wieder sprunghaft an, werden die Belastungen jedoch bedeutend stärker erlebt als bei einem langsam ansteigenden Pollenflug.

Gräserpollen-, Beifuß- und Ragweedsaison von Wetterentwicklung abhängig

Die Blüte der Gräser beginnt in der zweiten Maihälfte und dauert aufgrund der Artenvielfalt bis in den Sommer hinein an. Der Pollenflug der Wildkraut- und Gewürzpflanze Beifuß erreicht meist Mitte August ihre höchsten Werte und das Unkraut Ragweed beschließt dann von Spätsommer bis Herbst die Pollensaison. Die Blüte dieser Pflanzen hängt von derzeit noch unbekannten Faktoren wie den Niederschlägen und der Temperaturentwicklung ab. Daher ist eine genaue Prognose derzeit noch nicht möglich.

Die kurz- und mittelfristigen Prognosen, eine exakte tagesaktuelle Pollenvorhersage sowie einen Countdown, wann in welcher Region mit welchen Belastungen zu rechnen sein wird, kann man im Internet unter pollenwarndienst.at abrufen. Aktuelle Meldungen gibt’s zusätzlich per E-Mail-Newsletter, via Facebook und als kostenlose Pollen-App.

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