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Neues Wissen verändert Polleninformation

Schlechte Luft ist schlecht für Pollenallergiker. Besonders hohe Ozonwerte scheinen die Symptome vor allem bei Gräser- und Birkenpollenallergikern zu verschlechtern. Um möglichst genau vorherzusagen, wie es einem Allergiker während der Pollensaison gehen wird, braucht es zum reinen Pollenflug auch Informationen zum Wetter, zum Blühverhalten der Pflanzen sowie zur Luftqualität. Die Services des Pollenwarndienstes entwickeln sich immer mehr von der reinen Pollen- hin zur individuellen Belastungsprognose. Unerlässlich für die Forschung sowie den Betroffenen ist hierbei das Pollentagebuch.

Es ist erwiesen, dass Klimawandel und Umweltschadstoffe negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Pollenallergien haben und die Pflanzen „stressen“.

Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen Pollenflug, Luftqualität und allergischen Beschwerden. Vor allem Ozon scheint einen Einfluss zu haben, wie sich besonders bei Gräser- und Birkenpollenallergikern zeigt. Je höher die Ozonbelastung, desto stärker sind vor allem die Lungenbeschwerden wie zB Asthma.

Im Rahmen einer Studienkooperation der Forschungsgruppe Aerobiologie und Polleninformation an der MedUni Wien und der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (Salzburg) wurde die Auswirkung von Luftverschmutzung in Wien durch Ozon, Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid und Feinstaub auf Pollenallergiker untersucht.

Pollensaison 2020: Heftige Pollenbelastung

Der bereits milde und trockene Winter hat für einen frühen Beginn des Pollenflugs gesorgt. Verstärkt wurde der Pollenflug durch einen extremen Übergang vom Winter in den Frühling.Die warmen Temperaturen kamen schlagartig. Die Pflanzen bekamen dann quasi 'Stress' und fingen sofort an zu blühen. Die Natur versucht so, dem Klimawandel durch die vermehrte Pollenproduktion entgegenzuwirken. Mit anderen Worten: Sie versucht den Pflanzenbestand zu sichern.

Akutelle Informationen findest du beim österreichischen Pollenwarndienst

Um die Services auf die jeweilige Lebenssituation noch besser zugeschnitten anbieten zu können, wurden neue Fragen integriert:

  • Wann im Tagesverlauf war die Belastung am größten?
  • Zu welcher Tages- und Nachtzeit hat man sich draußen aufgehalten?
  • Wie sehr hat die Belastung die Arbeits-/Leistungsfähigkeit beeinträchtigt?

Dazu wurde die Empfehlungen für die Medikation verfeinert und eine Landkarte integriert, die die im Pollentagebuch eingetragene Beschwerdeintensität in der Umgebung anzeigt.

Die Daten aus dem Pollentagebuch können per Knopfdruck in Form von individuellen Belastungsdiagrammen an den behandelnden Arzt gemailt oder ausgedruckt werden. Das Testergebnis bietet eine optimale Grundlage für das Arztgespräch bzw. die Diagnose und dient der laufenden Therapiekontrolle: Es macht nachvollziehbar, ob die richtige Therapie gewählt wurde oder ob die Behandlung optimiert werden sollte.

Pollen-Tagebuch: Basis für Forschung & personalisierte Prognose

Grundlage für solche bahnbrechenden Studien sind die (anonymisierten) Daten des Pollen-Tagebuchs, erreichbar über die „Pollen“-App oder auf pollentagebuch.at. Hier tragen Allergiker ihre Beschwerden möglichst regelmäßig ein – am besten täglich und zwar auch an Tagen, an denen man keine Beschwerden hat.

Allergiker können dann ihre Beschwerden an Augen, Nase und Lunge mit der Belastung durch Pollen der Orte, an denen sie sich aufgehalten haben, verbinden und auf einen Blick die wesentlichen Zusammenhänge erkennen. Vorhersagen zu Luftschadstoffen werden zudem im Allergierisiko eingebunden. Die Ergebnisse geben Aufschluss über den Grund der Verbesserung bzw. Verschlechterung und gewinnen dadurch Sicherheit im Umgang mit ihrer Erkrankung.

  • Welche Belastungen sind tatsächlich in welchem Ausmaß für meine Beschwerden an Augen, Nase oder Lunge verantwortlich?
  • Welchen Einfluss hat ein Ortswechsel?
  • Bringt die Therapie den erwünschten Erfolg?

Vor allem Ozon hat einen Einfluss, wie sich besonders bei Gräser- und Birkenpollenallergikern zeigt – je höher die Ozonbelastung, desto stärker sind vor allem die Beschwerden. Damit kann erklärt werden, warum auch dann starke Beschwerden vorhanden sind, obwohl sich nur relativ wenig Pollen in der Luft befindet.

Der besondere Nutzen für die Patienten: Sie können ihre Aktivitäten besser planen und vorsorgen (z.B. Medikamente besorgen), wenn zum Beispiel für das Wochenende eine hohe Ozonbelastung vorausgesagt wird.

Der aktuelle Pollenflug ist unter anderem mobil abrufbar. Mithilfe der „Pollen“-App haben Allergiker stets einen Überblick, welche der zwölf wichtigsten Allergieauslöser gerade in welchem Ausmaß und in welcher Gegend in der Luft sind. Mit dem aktuellen Update erstrahlt die App in einem neuen Design und Funktionen wie das „Allergierisiko“ wurden weiterentwickelt. Dieser Service kann auch zugeschnitten auf die ganz individuelle Reaktionslage eines Allergikers abgerufen werden.

Allergierisiko personalisiert

Öffnet man die App, wird das „Allergierisiko“ gleich am Startscreen in Form einer klaren Grafik angezeigt. Die User erhalten damit einen Überblick, wie hoch die Belastung zu jeder Stunde des Tages ist (0 = kein Risiko, 4 = hohes Risiko).

Neben dem aktuellen Pollenflug wird auch der Einfluss diverser Luftqualitätsparameter auf die Symptomlast eingerechnet.

Personalisierung: User, die ihre Symptomdaten regelmäßig (am besten täglich!) in das Pollen-Tagebuch eintragen, können nun ihr ganz persönliches Allergierisiko abrufen. Früher wurde nur der Durchschnittswert der allgemein empfundenen Belastung angezeigt. Mittlerweile steht diese Orientierung individuell auf den einzelnen User zugeschnitten zur Verfügung.

Welche Plätze du als Pollenallergiker meiden solltest

Es gibt Orte, die von der Pollenverteilung und - Konzentration sehr stark belastet sind.

  • Erle: Flüsse, Bäche, Seen und Wasserläufe
  • Hasel: Waldränder
  • Gräser: Wiesen (gute Erholung im Laubwald)
  • Birke: es gibt kaum ein Entkommen, außer in höheren Lagen in den Bergen

Gräserpollen-, Beifuß- und Ragweedsaison von Wetterentwicklung abhängig

Die Blüte der Gräser beginnt in der zweiten Maihälfte und dauert aufgrund der Artenvielfalt bis in den Sommer hinein an.

Der Pollenflug der Wildkraut- und Gewürzpflanze Beifuß erreicht meist Mitte August ihre höchsten Werte und das Unkraut Ragweed beschließt dann von Spätsommer bis Herbst die Pollensaison. Die Blüte dieser Pflanzen hängt von derzeit noch unbekannten Faktoren wie den Niederschlägen und der Temperaturentwicklung ab. Daher ist eine genaue Prognose derzeit noch nicht möglich.

Die kurz- und mittelfristigen Prognosen, eine exakte tagesaktuelle Pollenvorhersage sowie einen Countdown, wann in welcher Region mit welchen Belastungen zu rechnen sein wird, kann man im Internet unter pollenwarndienst.at abrufen. Aktuelle Meldungen gibt’s zusätzlich per E-Mail-Newsletter, via Facebook und als kostenlose Pollen-App.

Tipps für Pollenallergiker

  • Verichte auf Öffis und statte dein Fahrzeug mit einem guten Luftfilter aus
  • Luftreiniger im Haus aufstellen
  • Kein Sport im Freien
  • Kleidungsstücke im Eingangsbereich ablegen
  • Haare täglich spülen - waschen mit Shampoo ist nicht täglich notwendig, klares Wasser reicht völlig aus
  • Regelmässige Kochsalzspülungen für die Nase"putzen" die Nasenschleimhäute durch
  • Spezielle Öle für die Nase vor dem Außerhaus gehen legen sich wie ein Schutzfilm über die Nasenschleimhaut
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