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Heuschnupfen-Mythen im Faktencheck

  • Wissenwertes

Die Pollenallergie ist mittlerweile zu einer Volkskrankheit geworden. Das bedeutet aber nicht, dass jeder gut über Heuschnupfen Bescheid weiß. Wir haben verschiedene Aussagen rund um die Allergien gegen Birke, Hasel, Gräser und Co. auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft. Fallen in der Stadt die Beschwerden tatsächlich leichter aus? Wäscht ein Platzregen die Luft rein? Eine Pollenallergie ist zwar lästig, aber völlig harmlos? Alles falsch! In diesem Beitrag geben wir dir wissenswerte Hintergrundinformationen zur Pollenallergie.

In der Stadt ist die Belastung geringer als am Land

Das lässt sich pauschal nicht sagen. Auch in Städten kann es zu einer erheblichen Pollenbelastung kommen. Sei es durch den Pollen-Ferntransport oder die Idee eines Städteplaners, eine Neubau-Siedlung mit einer Birkenallee auszustatten. In der Stadt sind die Pollen zum Teil sogar aggressiver als am Land. Der Hauptgrund dafür ist die hohe Feinstaubbelastung in der Stadt, denn Feinstaub macht Pollen aggressiver. So setzen zum Beispiel Birkenpollen in Kombination mit winzigen Feinstaubpartikeln viel mehr Allergene frei als unbelastete Birkenpollen.

Auf dem Land sollte man abends lüften, in der Stadt morgens

Stimmt. Während auf dem Land ist die Pollenkonzentration in den Morgenstunden am höchsten ist, sollte man sich in der Stadt am Abend gegen die Pollen schützen. Der Grund dafür ist, dass die Pollen in den Morgenstunden bis zur Mittagszeit abgegeben werden und dann im ländlichen Raum in höhere Luftschichten aufsteigen. Durch den Pollen-Ferntransport senken sich bis in die Abendstunden die Pollen dann über Stadtgebieten ab und führen dort zu einer höheren Belastung.

In den Bergen fliegen keine Pollen

Stimmt. Über 1600 Meter ist die Luft pollenfrei. Auch in Küstenregionen und am Meer ist ein Pollenallergiker bestens aufgehoben und kann sich eine Pollen- „Auszeit“ gönnen.

Der Klimawandel macht die Pollenbelastung schlimmer

Stimmt. Wir wissen mittlerweile, dass aufgrund des wärmer werdenden Klimas mehr Pollen fliegen und zusätzlich Pollen durch Pflanzen, die früher nicht in Österreich heimisch waren, die Belastung verstärken. Seit geraumer Zeit macht vielen Pollen-Allergikern die Pflanze Ambrosia (=Ragweed) zu schaffen. Diese Pflanze gilt als sehr aggressives Allergen und wurde vor einigen Jahren aus dem amerikanischen Raum nach Mitteleuropa „eingeschleppt".

Abends ist die Pollenbelastung niedriger

Stimmt nicht. An einem heißen Sommertag ist die Belastung so hoch, dass es keine Tageszeit gibt, wo keine Pollen fliegen. Wir empfehlen Heuschnupfen-Patienten die Anbringung von speziellen Pollengittern an den Fenstern und Pollenfiltern im Auto. Zudem hat sich das Angebot an aktuellen Pollenvorhersagen stark verbessert. Besonders empfehlenswert ist die kostenlose Pollen-App. Mit dieser App werden die Polleninformationen mobil und individuell auf den einzelnen User zugeschnitten. Kostenloser Download Pollen App >

Regen lindert Heuschnupfen-Beschwerden

Stimmt teilweise. Während sich eine längere Regenperiode von mehreren Wochen als deutlich wohltuend für die Betroffenen auswirkt, kann sich ein Platzregen während eines Sommergewitters gegenteilig auswirken. Durch den starken Regen platzen Gräserpollen auf und kleinere, ebenfalls allergen wirkende Partikel dringen dadurch tiefer in die Atemwege ein. Das kann wiederum Asthma bronchiale auslösen.

Heuschnupfen ist harmlos und muss nicht behandelt werden

Stimmt nicht. Die WHO warnte schon vor Jahren vor einer Bagatellisierung der Pollenallergie. Bis zu 50 Prozent der Heuschnupfen-Patienten, die sich nicht in Therapie begeben, können einen sogenannten „Etagenwechsel“ durchmachen und an Asthma bronchiale erkranken. Dass der Heuschnupfen in einer ernsten Atemwegserkrankung münden kann, entspräche leider dem natürlichen Verlauf der Allergie. Überdurchschnittlich gefährdet für Asthma sind zum Beispiel Ambrosia- und Birkenpollenallergiker. Weiters können sich im Laufe eines „Allergiker-Lebens“ sogenannte Kreuzallergien auf Nahrungsmittel entwickeln und dadurch massive Beschwerden hervorrufen.

Es gibt eine Impfung gegen Heuschnupfen

Stimmt nicht, da es bis dato keine „Allergie-Impfung“ im herkömmlichen Sinne gibt. Mit der Heuschnupfen-Impfung ist meist die sehr gut wirkende Therapieform der Hyposensibilisierung (=Spezifische Immuntherapie) gemeint. Dabei wird das krankmachende Allergen über einen Zeitraum von etwa drei Jahren in Form von Spritzen, Tropfen oder Tabletten zugeführt. Die Hyposensibilisierung ist bislang die einzige Therapie, die die Krankheitsursache erfolgreich bekämpft.

Erwachsenen hilft keine Hyposensibilisierung mehr

Stimmt nicht. Auch erwachsene Patienten können noch erfolgreich mit einer Spezifischen Immuntherapie behandelt werden. Zudem bewiesen Studien, dass sich eine Hyposensibilisierung auch für Patienten noch lohnt, die schon mehr als zehn Jahre unter Heuschnupfen-Symptomen leiden.

Pollenallergiker vertragen bestimmte Lebensmittel nicht

Das stimmt teilweise. Viele Heuschnupfengeplagte weisen ein hohes Risiko auf, im Laufe der Zeit zusätzlich eine Nahrungsmittelallergie zu entwickeln. So leitet rund die Hälfte der Birkenpollenallergiker im Erwachsenenalter an einer Kreuzallergie. Der Name Kreuzallergie kommt daher, dass sich die Allergie auslösenden Antigene ähneln. So leiden laut Berger Heuschnupfenpatienten, deren Allergen von der Birke stammt besonders oft auch an Allergien gegen Äpfel, Baumnüsse, Soja, Sellerie, Karotten oder Mehl. Gräserpollenallergiker wiederum reagieren häufig heftig auf den Verzehr von Mehl. Weizenmehlallergie kann besonders tückisch sein. Die sogenannte Summations-Anaphylaxie äußert sich erst in Kombination mit Alkohol oder Sport. Diese Faktoren fördern die Aufnahme des Allergens über die Darmschleimhaut.

Wer als Kind keinen Heuschnupfen hat, bekommt auch keinen mehr

Stimmt nicht. Aktuell sind zwar die meisten neuen Heuschnupfenpatienten Schulkinder und Jugendliche. Allergien entwickeln sich aber meist im Laufe unseres Lebens. Eine Pollenallergie kann praktisch vom Kleinkind bis zum Pensionisten jeden treffen.

Wie der Vater so der Sohn

Stimmt häufig. Wenn Vater oder Mutter an einer Pollenallergie leiden, liegt die Gefahr, selbst diese Allergie zu entwickeln, bei ca. 25%. Bei zwei allergischen Elternteilen steigt die Wahrscheinlichkeit sogar auf 60%.

Medikamente gegen Heuschnupfen machen müde

Stimmt nur bedingt. Hier sind die bei Pollenallergie bewährten Medikamente mit Antihistaminika-Wirkstoffen gemeint. Antihistaminika wirken abschwellend und werden in Form von Tabletten oder Nasensprays angeboten. Dass Antihistaminika müde gemacht haben, war früher eine Nebenwirkung. Der Wirkstoff wurde immer weiter verbessert, Medikamente der jüngeren Generation machen kaum mehr müde.

Heuschnupfen kann spontan verschwinden

Stimmt. Tatsächlich kann eine Allergie ohne Therapie abklingen, verschwinden oder sich auf ein anderes Allergen verlagern. Allerdings weiß niemand, wem und warum das passiert. Abwarten und keine ärztliche Hilfe suchen ist keine Alternative. Wer es darauf ankommen lässt, riskiert die Folgen eines unbehandelten Heuschnupfens wie zum Beispiel Asthma.

Im Winter gibt es keine Pollen

Stimmt nicht mehr. Der Klimawandel sorgt auch dafür, dass die Pollenflugzeit länger dauert und früher wiederbeginnt. Im November fliegen die letzten Gräser- und Brennesselpollen und im Dezember fliegen die ersten Haselnusspollen.

Zigarettenqualm macht die Allergie schlimmer

Stimmt. Wie jeder Schadstoff in der Luft reizt auch der Qualm von Zigaretten die Atemwege. Dies kann die Pollenallergie verstärken. Das gilt übrigens auch für Kosmetika wie Haarsprays und Deos.

hautinfo.at Buchtipp: Pollenallergie erkennen und lindern

Dieses Buch erleichtert Betroffenen und deren Umfeld den Alltag mit der Pollenallergie und begleitet sie mit Hintergrundwissen und Tipps durch die Pollensaison. Gerade Pollenallergiker können sich selbst helfen! Durch präzise Information lassen sich Fehlverhalten, Fortschreiten der Allergie und Beeinträchtigung der Lebensqualität vermeiden. MANZ Verlag Wien, 176 Seiten, 2015, 21,90 EUR inkl. MwSt.
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