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Lichen ruber planus

  • Wissenwertes

Lichen ruber planus, auch Knötchenflechte genannt, ist eine schubartige und entzündliche Erkrankung der Haut und/oder der Nägel, der Haare sowie der Schleimhäute. Sie ist durch Veränderungen der Haut und durch Juckreiz gekennzeichnet.

Im Bereich der Haut treten juckende rötliche, matt-glänzende Knötchen (Papeln) auf, die sich häufig auf der Knöchelinnenseite befinden. Im Bereich der Schleimhäute kann sie genital (Geschlechtsorgane betreffend), ösophageal (die Speiseröhre betreffend), konjunktival (die Bindehaut des Auges betreffend) und oral (den Mund betreffend) auftreten. Die Ursache dieser Krankheit ist bis jetzt noch unbekannt.

Man geht davon aus, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung, eine Fehlsteuerung des Immunsystems handelt. Dabei attackiert das Immunsystem aus unbekannten Gründen die eigenen Hautzellen. Lichen ruber planus tritt oft zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr auf und zählt in dieser Altersgruppe zu den häufigsten Hauterkrankungen.

Bei der Entstehung des Lichen ruber planus können Streß, Rheuma, Gelbsucht, familiäre Probleme, Leberprobleme, Malariamittel, Viruserkrankungen, Diabetes mellitus, eine Goldbehandlung, Hepatitis B und C sowie Organtransplantationen eine Rolle spielen. Weiters können Allergien die Entstehung dieser Krankheit beeinflussen (zB eine Kontaktallergie durch Metall, Amalgam, Kunststoff oder Gewürze). Neben Allergien und körperlichen Beschwerden sind erbliche Ursachen für einen Lichen ruber planus verantwortlich. So finden sich oft bei Menschen mit Knötchenflechte weitere Betroffene in der Familie.

Symptome

Charakteristisch für Lichen ruber planus sind zahlreiche kleine, rötliche oder bräunliche Knötchen an an den Handgelenkbeugen, den Unterarmen, am Gesäß, in den Halsseiten, den Haaren sowie im Intimbereich. Alle Formen können mit starken Juckreiz einhergehen.

Das Auftreten der Erkrankung ist bei den Betroffenen unterschiedlich, ein Teil leidet ausschließlich an Hautknötchen und bei dem anderen Teil der Erkrankten kommt es zu Schleimhautveränderungen, die entweder zusätzlich oder als einziges Krankheitszeichen auftreten. Sind Haarfollikel von dieser Entzündung befallen, so gehen die beschädigten Haare nach einiger Zeit verloren und wachsen an den betroffenen Stellen auch nicht mehr nach. Dadurch entstehen narbige Kahlstellen.

Wenn die Entzündungsreaktion besonders stark ist, können sich auf länger bestehenden Knötchen weiße Blasen entwickeln. In diesem Fall spricht man dann von einem Lichen ruber bullosus.

Ein unbehandelter Lichen ruber planus der Haut kann zu einem Gewebeschwund (Athropie, daher auch Lichen ruber athropicus) führen. Der Gewebeschwund ist durch zahlreiche wenige Millimeter durchmessende Bereiche dünner Haut, durch die das darunter liegende Gewebe weißlich bis bläulich durchschimmert, gekennzeichnet und kommt vor allem an den Unterschenkeln vor.

Eine fachgerechte Behandlung ist unbedingt notwendig. Ein Lichen ruber kann auch im Bereich der Schleimhäute vorkommen (Lichen ruber mucosae), bei Männern speziell im Bereich der Eichel (Glans penis) und bei Frauen an den Innenseiten der großen Schamlippen sowie an den kleinen Schamlippen. Als eine mögliche Langzeitfolge eines über Jahre unbehandelten Lichen ruber an den Schleimhäuten kann bei etwa ein bis zwei Prozent der Fälle ein Krebs entstehen. Eine konsequente Therapie kann helfen, die Entzündung zu unterdrücken.

Behandlung und Therapie

Da sich Lichen ruber planus in vielen Fällen innerhalb von einem Jahr spontan selbst zurückbildet, ist eine Therapie oft nicht nötig. Jedoch ist eine ärztliche Begleitung immer sinnvoll. Im Durchschnitt besteht die Krankheit zwischen ein und zwei Jahre, aber auch jahrelange Verläufe und Rückfälle der Erkrankung sind noch Jahre nach der Abheilung möglich.

Da der eigentliche Auslöser der Erkrankung noch nicht bekannt ist, gestaltet sich die Therapie oft als schwierig, aber durchaus erfolgversprechend. Um die Entzündung der Haut effektiv und effizient zu behandeln, stehen verschiedene schulmedizinsche Behandlungen zur Verfügung. Nicht jede Therapieform ist für jeden einzelnen geeignet, über die Auswahl der passenden Therapieform entscheidet der Arzt!

Unser Tipp: verzichte während einer Behandlung generell auf scharfes Essen, Nikotin und Alkohol! Dies beeinflusst den Krankheitsverlauf positiv.

Kortison Präparate, Lichttherapie und Tabletten gehören zu den Mitteln der Wahl bei der Behandlung eines Lichen ruber planus. Je nach Schwere der Erkrankung wird die Therapieart individuell gewählt. Die Behandlungsmethode mit Kortison Präparaten erfolgt durch die Anwendung von Salben, Cremes oder Haftpasten, die auf die betroffene Hautstelle aufgetragen werden. Eine Lichttherapie kann die Abheilung von Knötchen an der äußeren Haut beschleunigen.

Gegen den starken Juckreiz helfen kühlende Umschläge, kaltes Wasser, Eiswürfel oder Gelkissen. Wichtig ist, nicht zu kratzen oder zu reiben! Ein brennen an der Mundschleimhaut kann durch örtlich betäubende Substanzen (Lokalanästhetika) beseitigt werden.

Tabletten werden eingesetzt, wenn der Lichen ruber besonders stark ausgeprägt ist und Haare oder Nägel befällt. Aber auch, wenn die Erkrankung großflächig oder ausschlagartig auf der Haut auftritt, wird eine kurzfristige Therapie mit Kortison-Tabletten oder spezielle Vitamin-A-Säurepräparate (Retinoide) für eine schnellere Abheilung empfohlen.

Gut wirksame Hausmittel gegen Lichen ruber gibt es nicht. Die Therapieverfahren sind zwar meist langwierig, aber helfen, die Erkrankung zu bekämpfen und einem Krebs vorzubeugen. Wichtig ist, dass so rasch wie möglich ein Facharzt aufgesucht wird! 

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