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Krampfadern

Krampfadern, auch Varizen genannt, sind mehr als nur ein kosmetisches Problem. Erste Anzeichen sind schwere, geschwollene Beine oder Wadenkrämpfe, die man ernst nehmen sollte. Keiner will sie, doch ca. jede fünfte Frau und jeder sechste Mann hat sie: Krampfadern.

Dabei handelt es sich um eine krankhafte Erweiterung der oberflächlichen Venen, die als bläuliche bis violette, knotenförmige und häufig geschwollene Venen durch die Haut hervorschimmern. Krampfadern werden auch als Varizen bezeichnet und treten meist im Bereich der Waden bzw. den Beinen vor. Die Medizin spricht beim Vorliegen dieser Erkrankung von Varikose. Laut der Bonner Studie haben nur zehn Prozent der deutschen Bevölkerung gesunde Venen, für Österreich liegen keine Zahlen vor. 31 Prozent sind von geschwollenen Beinen und Krampfadern betroffen, 59 Prozent weisen geringe Veränderungen der Beinvenen auf, wie beispielsweise Besenreiser (kleine Krampfadern mit feinen, blau-rötlichen Verästelungen).

Symptome von Varizen

Nicht immer sagt das äußere Erscheinungsbild aber etwas über das innere aus. So können unauffällig aussehende Krampfadern auch mehr Beschwerden verursachen als große, deutlich ausgeprägte Varizen. Erste Anzeichen sind müde, schwere oder geschwollene Beine (Ödeme), die sich besonders nach längerem Stehen bemerkbar machen. Durch Hochlagern der Beine und Bewegung bessern sich die Beschwerden häufig kurzfristig wieder. Auch Wadenkrämpfe in der Nacht, Juckreiz oder ein Spannungsgefühl zählen zu den Anfangssymptomen.

Da Venenerkrankungen schleichend beginnen, werden sich häufig nicht ernst genommen. Besenreiser können, müssen aber kein erstes Anzeichen von medizinisch bedeutsamen Krampfadern sein. Dennoch rät Gefäßchirurg Dr. Edgar Raschenberger in seinem Buch „Was gesunde Beine brauchen“ dazu, auch Besenreiser nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: „Sie sind vielfach die Spitze des Eisbergs, den man noch nicht sieht“. Eine ärztliche Untersuchung hilft hier weiter, Licht ins Dunkel zu bringen und um herauszufinden, ob eine Behandlung notwendig ist.

Unbehandelt können medizinische bedeutsame Varizen (besonders bei Vorliegen einer chronischen Venenschwäche) zu Komplikationen führen. Dazu zählen etwa Ödeme oder Hautveränderungen wie Pigmentierungen, Dermatitis, Ekzeme oder Atrophie. Im fortgeschrittenen Stadion kann es zu Ulcus cruris kommen, einem „offenen“ Bein mit Geschwüren an Unterschenkel oder Knöcheln, wobei diese häufig nur schlecht heilen. Zudem erhöht sich bei solchen behandlungsbedürftigen Krampfadern das Thrombose-Risiko, wenn keine Gegenmaßnahmen getroffen werden.

Ursache von Krampfadern

Unsere Venen leisten Schwerstarbeit – besonders, wenn wir lange sitzen oder stehen, da das Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen transportiert werden muss. Die Venenklappen der oberflächlichen Venen bewahren das Blut davor, zurückzufließen. Bewegung unterstützt die Venen bei ihrer Tätigkeit, da die Beinmuskeln die tiefen Venen zusammendrücken, wodurch auch das Blut in Richtung Herz gedrückt wird. Sind die Klappen in ihrer Funktion beeinträchtigt, kommt es zu einem Blutstau, wodurch sich die Venen dauerhaft ausdehnen. Ca. 95 Prozent der von Krampfadern Betroffenen haben ein primäres Krampfaderleiden, bei dem keine Grunderkrankung als Ursache der Krampfadern vorliegt. Man nimmt an, dass die Schwäche der Venenklappen bzw. Venenwände erblich veranlagt ist oder altersbedingt auftritt. Bei fünf Prozent spricht man von einem sekundären Krampfaderleiden, da die Varizen eine Folgeerscheinung einer anderen Erkrankung sind. Zumeist sind dann Venenklappenschäden durch Thrombosen oder Tumore die Ursachen der Krampfadern. Aber auch Krampfaderleiden in der Schwangerschaft zählen zu den sekundären Varizen.

Diagnose von Varizen

Eine Duplexsonographie ist die Standardmethode, um Krampfadern zu diagnostizieren. Dabei können dank Ultraschall Rückschlüsse auf den Blutfluss getroffen werden sowie Veränderungen im tiefen Venensystem erkannt werden. Je nach Beschwerdebild wird teilweise zusätzlich auch eine Röntgenuntersuchung der Venen (Phlebografie) durchgeführt.

Krampfadern behandeln

Je früher mit der Behandlung der Krampfadern begonnen wird, umso besser. Zur Basistherapie, um Krampfadern zu behandeln, zählen körperliche Bewegung, Kompressionsverbände und -strümpfe sowie das Hochlagern der Beine. Kompressionsstrümpfe üben Druck auf die Venen aus und unterstützen sie dabei, den Rückstrom des Blutes zu erleichtern und Schwellungen vorzubeugen. Sind die Krampfadern nur leicht, kann das Tragen von Kompressionsstrümpfen als alleinige Maßnahme ausreichen. Bei fortgeschritteneren Varizen-Stadien sind die Strümpfe unterstützend zu weiteren Therapien.

Weitere Möglichkeiten, um Krampfadern zu behandeln: Verödung: Besenreiser und kleine bis mittelgroße Krampfadern können verödet werden (Sklerosierung). Dabei wird eine Flüssigkeit oder Schaum in die Venen gespritzt, um die Gefäße zu verschließen.

Operative Verfahren: Bei größeren Varizen kann es notwendig sein, die Krampfadern zu entfernen, entweder ganz oder teilweise. Dazu gibt es unterschiedliche operative Verfahren. Bei einer Phlebektomie, die sich eher für kleinere Varizen eignet, erfolgt die Entfernung der Vene in mehreren Teilen. Dabei wird mittels kleiner Schnitte entlang der Vene geschnitten. Wird die Krampfader von der Vene getrennt und mittels Sonde operativ entfernt, spricht man von einem Stripping. Diese häufige Methode geht in schweren Fällen so weit, dass die gesamte Vene aus dem Bein gezogen wird.

Laser: Auch Lasertherapie ist eine Möglichkeit zur Behandlung von Krampfadern. Bei einer endovenösen Lastertherapie schädigt Laserenergie die Venenwand, wodurch unter anderem die behandelte Varize schrumpft.

Risikofaktoren und Vorbeugung von Krampfadern

Frauen haben ein höheres Risiko als Männer, im Laufe ihres Lebens Krampfadern zu bekommen. Dies liegt möglicherweise am Geschlechtshormon Östrogen, das die Elastizität der Venenwände negativ beeinträchtigen kann. Auch Progesteron – das vermehrt während der Schwangerschaft gebildet wird – dehnt die Venenwände. Übergewicht übt starken Druck auf die Beinvenen aus und sollte daher möglichst vermieden werden. Aber auch Erkrankungen wie Herzschwäche oder Thrombosen erhöhen den Druck in den Venen. Weitere Risikofaktoren für die Entstehung von Varizen sind Bewegungsmangel sowie stehende bzw. sitzende Tätigkeiten. Häufig sind es simple Maßnahmen, die dazu beitragen können, Krampfadern vorzubeugen: „Dass die wirksamste Prävention darin besteht, mehr gesunde Bewegung in den Alltag zu integrieren, löst häufig ungläubiges Staunen aus“, so Dr. Raschenberger.

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