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Krampfadern: Ursachen, Symptome und richtige Behandlung

Keiner will sie, doch ca. jede fünfte Frau und jeder sechste Mann hat sie: Krampfadern. Krampfadern, auch Varizen genannt, sind mehr als nur ein kosmetisches Problem. Erste Anzeichen sind schwere, geschwollene Beine oder Wadenkrämpfe, die man ernst nehmen sollte. Über die Entstehung dieser Venenerkrankung gehen die Meinungen auseinander, wir haben für dich die Fakten zusammengetragen!

Bei Krampfadern handelt es sich um eine krankhafte Erweiterung der oberflächlichen Venen, die als bläuliche bis violette, knotenförmige und häufig geschwollene Venen durch die Haut hervorschimmern. Krampfadern werden auch als Varizen bezeichnet und treten meist im Bereich der Waden bzw. den Beinen vor.

Die Medizin spricht beim Vorliegen dieser Erkrankung von Varikose. Laut einer Bonner Studie haben nur zehn Prozent der mitteleuropäischen Bevölkerung gesunde Venen. Ca. ein Drittel der Betroffenen ist von geschwollenen Beinen und Krampfadern betroffen, zwei Drittel weisen geringe Veränderungen der Beinvenen auf, wie beispielsweise Besenreiser (kleine Krampfadern mit feinen, blau-rötlichen Verästelungen).

Unbehandelt können medizinische bedeutsame Varizen (besonders bei Vorliegen einer chronischen Venenschwäche) zu Komplikationen führen. Dazu zählen etwa Ödeme oder Hautveränderungen wie Pigmentierungen, Dermatitis, Ekzeme oder Atrophie. Im fortgeschrittenen Stadion kann es zu Ulcus cruris kommen, einem „offenen“ Bein mit Geschwüren an Unterschenkel oder Knöcheln, wobei diese häufig nur schlecht heilen. Zudem erhöht sich bei solchen behandlungsbedürftigen Krampfadern das Thrombose-Risiko, wenn keine Gegenmaßnahmen getroffen werden.

Typische Symptome von Varizen

Nicht immer sagt das äußere Erscheinungsbild aber etwas über das innere aus. So können unauffällig aussehende Krampfadern auch mehr Beschwerden verursachen als große, deutlich ausgeprägte Varizen. Erste Anzeichen sind müde, schwere oder geschwollene Beine (Ödeme), die sich besonders nach längerem Stehen bemerkbar machen. Durch Hochlagern der Beine und Bewegung bessern sich die Beschwerden häufig kurzfristig wieder. Auch Wadenkrämpfe in der Nacht, Juckreiz oder ein Spannungsgefühl zählen zu den Anfangssymptomen.

Da Venenerkrankungen schleichend beginnen, werden sich häufig nicht ernst genommen. Besenreiser können, müssen aber kein erstes Anzeichen von medizinisch bedeutsamen Krampfadern sein. Dennoch rät Gefäßchirurg Dr. Edgar Raschenberger in seinem Buch „Was gesunde Beine brauchen“ dazu, auch Besenreiser nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: „Sie sind vielfach die Spitze des Eisbergs, den man noch nicht sieht“. Eine ärztliche Untersuchung hilft hier weiter, Licht ins Dunkel zu bringen und um herauszufinden, ob eine Behandlung notwendig ist.

Mögliche Ursachen von Krampfadern

  • Erkrankungen wie Herzschwäche oder Thrombosen erhöhen den Druck in den Venen
  • Frauen haben ein höheres Risiko als Männer, im Laufe ihres Lebens Krampfadern zu bekommen. Dies liegt möglicherweise am Geschlechtshormon Östrogen, das die Elastizität der Venenwände negativ beeinträchtigen kann.
  • Auch Progesteron – das vermehrt während der Schwangerschaft gebildet wird – dehnt die Venenwände.
  • Übergewicht übt starken Druck auf die Beinvenen aus und sollte daher möglichst vermieden werden.
  • Bewegungsmangel sowie stehende bzw. sitzende Tätigkeiten

Unsere Venen leisten täglich Schwerstarbeit – besonders, wenn wir lange sitzen oder stehen, da das Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen transportiert werden muss. Die Venenklappen der oberflächlichen Venen bewahren das Blut davor, zurückzufließen.

Ca. 95 Prozent der von Krampfadern Betroffenen haben ein primäres Krampfaderleiden, bei dem keine Grunderkrankung als Ursache der Krampfadern vorliegt. Die Schwäche der Venenklappen bzw. Venenwände ist erblich veranlagt oder tritt altersbedingt auf.

Bei nur fünf Prozent spricht man von einem sekundären Krampfaderleiden, da die Varizen eine Folgeerscheinung einer anderen Erkrankung sind. Zumeist sind dann Venenklappenschäden durch Thrombosen oder Tumore die Ursachen der Krampfadern. Aber auch Krampfaderleiden in der Schwangerschaft zählen zu den sekundären Varizen.

Integriere mehr gesunde Bewegung in den Alltag: Bewegung unterstützt die Venen bei ihrer Tätigkeit, da die Beinmuskeln die tiefen Venen zusammendrücken, wodurch auch das Blut in Richtung Herz gedrückt wird. Sind die Klappen in ihrer Funktion beeinträchtigt, kommt es zu einem Blutstau, wodurch sich die Venen dauerhaft ausdehnen.

Diagnose von Varizen

Eine Duplexsonographie ist die Standardmethode, um Krampfadern zu diagnostizieren. Dabei können dank Ultraschall Rückschlüsse auf den Blutfluss getroffen werden sowie Veränderungen im tiefen Venensystem erkannt werden. Je nach Beschwerdebild wird teilweise zusätzlich auch eine Röntgenuntersuchung der Venen (Phlebografie) durchgeführt.

Krampfadern behandeln

Je früher mit der Behandlung der Krampfadern begonnen wird, umso besser. Zur Basistherapie, um Krampfadern zu behandeln, zählen körperliche Bewegung, Kompressionsverbände und -strümpfe sowie das Hochlagern der Beine. Kompressionsstrümpfe üben Druck auf die Venen aus und unterstützen sie dabei, den Rückstrom des Blutes zu erleichtern und Schwellungen vorzubeugen. Sind die Krampfadern nur leicht, kann das Tragen von Kompressionsstrümpfen als alleinige Maßnahme ausreichen. Bei fortgeschritteneren Varizen-Stadien sind die Strümpfe unterstützend zu weiteren Therapien.

Weitere Möglichkeiten, um Krampfadern zu behandeln: Verödung: Besenreiser und kleine bis mittelgroße Krampfadern können verödet werden (Sklerosierung). Dabei wird eine Flüssigkeit oder Schaum in die Venen gespritzt, um die Gefäße zu verschließen.

Operative Verfahren: Bei größeren Varizen kann es notwendig sein, die Krampfadern zu entfernen, entweder ganz oder teilweise. Dazu gibt es unterschiedliche operative Verfahren. Bei einer Phlebektomie, die sich eher für kleinere Varizen eignet, erfolgt die Entfernung der Vene in mehreren Teilen. Dabei wird mittels kleiner Schnitte entlang der Vene geschnitten. Wird die Krampfader von der Vene getrennt und mittels Sonde operativ entfernt, spricht man von einem Stripping. Diese häufige Methode geht in schweren Fällen so weit, dass die gesamte Vene aus dem Bein gezogen wird.

Laser: Auch Lasertherapie ist eine Möglichkeit zur Behandlung von Krampfadern. Bei einer endovenösen Lastertherapie schädigt Laserenergie die Venenwand, wodurch unter anderem die behandelte Varize schrumpft.

Mythen über Krampfadern

Es kursieren viele Unwahrheiten über die Entstehung von Krampadern:

  1. Rauchen verursacht Krampfadern: Es wurde bis dato nicht nachgewiesen, dass Rauchen ein direkter Auslöser von Krampfadern ist.
  2. Gesunde Ernährung verhindert Krampadern: Eine ausgewogene Ernährung ist für selbstverständlich für ein gesundes Leben notwendig, aber wir wissen mittlerweile, dass eine genetische Veranlagung die Hauptursache für Krampfadern ist.
  3. Viel Bewegung verhindert Krampfadern: Bewegung unterstützt die Erhaltung von gesunden Venen, dennoch kann auch viel Sport ein grundsätzlich vorhandenes Venenleiden nicht verhindern!
  4. Keinen Venenoperation im Sommer: Dieser Mythos wurde mittlerweile widerlegt, auch im Sommer können Venenoperationen durchgeführt werden. Der Grund liegt an den neuen Operationstechniken. Früher musste man nach solch einer OP monatelang Kompressionsstrümpfe tragen, die gerade im Sommer unangenehm sind. Bei den neuen Operationstechniken mittels Katheter wird im Anschluss kein Kompressionsstrumpf mehr benötigt.

Vorbeugung von Krampfadern

  • Übergewicht vermeiden: Übergewicht übt starken Druck auf die Beinvenen aus und sollte daher möglichst vermieden werden.
  • Bewege dich regelmässig: Bewegungsmangel sowie stehende bzw. sitzende Tätigkeiten erhöhen die Wahrscheinlichkeit Krampfadern zu entwickeln
  • Regelmässige Wechselduschen haben eine stärkende Wirkung auf die Venen.
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