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Krätze - Skabies

Wenn eine weibliche Krätzmilbe die Haut befällt, leiden die Betroffenen unter einen sehr starken nächtlichen Juckreiz. Auf der Haut bilden sich Pusteln und Knötchen, die sich infolge des starken Juckreizes und dem damit einhergehenden Kratzen entzünden können. Die Krätze sollte fachmännisch behandelt werden, da diese sehr ansteckend ist und sogar unter das Infektionsschutzgesetz fällt. Die Krätze kann bei entsprechender Therapie vollständig geheilt werden.

Was ist Krätze?

Krätze - Skabies - ist eine parasitäre Hauterkrankung, welche durch die Krätzmilbe (Sarcoptes scabiei) ausgelöst wird. Der Begriff stammt vom mittelhochdeutsch kretze ‚zu kratzen‘ und lateinischen scabere ‚kratzen‘ ab. Bei der Krätze ist die Haut von Milben befallen, welche sich bei nicht behandeln sehr rasch vermehren können. Ein Problem der Krätze ist, dass sie sehr ansteckend ist. Krätze kann durch mangelnde Hygiene, Körperkontakt oder den Kontakt, mit von Milben befallenen Textilien, ausgelöst werden. Eine hohe Ansteckungsgefahr gilt für Orte, an denen sich viele Menschen auf engem Raum aufhalten (Schulen, Kindergärten, Altenheimen, Obdachlosenheimen, Familien).

ei der Krätze gräbt sich die weibliche Krätzmilbe in die obersten Hautschichten und legt dort ihre Eier ab. Die weibliche Krätzmilbe ist ca. 0.2-0.4mm groß und hat einen rundlichen Körper. Das menschliche Auge kann diese gerade noch erkennen. Die Larven schlüpfen schon nach 2-3 Tagen und sind innerhalb von 3 Wochen geschlechtsreif. Eine explosionsartige Vermehrung kann die Folge ein. Die Larven graben Milbengänge und man sieht eine feine, rötliche Linie auf der Haut. An diesen Stellen bilden sich Bläschen, in denen die Milbe als kleiner schwarzer Punkt erkennbar ist.

Nach der Erstinfektion können 2-6 Wochen vergehen, ehe sich die ersten Symptome bemerkbar machen. Die Betroffenen leiden anfänglich unter einem heftigen Juckreiz, der vor allem nachts unerträglich wird. Der nächtlich starke Juckreiz wird durch die Wärme im Bett verstärkt. Auf den Juckreiz folgen Pusteln, Knötchen, Hautausschläge oder Bläschen, welche sich durch das Kratzen entzünden können.

Die Krätzmilben befallen vor allem Körperstellen mit dünnen Hautschichten und hohen Temperaturen. Insbesondere betroffen sind daher die Fingerzwischenräume, die Handgelenke, die Ellenbogen, Armbeugen, Knie, der Brust- und Achselbereich, die Region um den Bauchnabel, das Gesäß und die Genitalregion. Bei Kindern sind das Gesicht oder Hand- und Fußflächen betroffen. Es können sich 10 Milben am Körper befinden, oder auch am ganzen Körper.

Von Krätze können jung bis alt betroffen sein. Besondere Risikogruppen stellen Kinder, ältere Menschen, Menschen mit geringerer Juckreiz-Wahrnehmung (Zuckerkranke, Menschen mit Down-Syndrom) und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem dar (HIV-Positive, Chemotherapie-Patienten, Leukämie-Erkrankte).

Generell gelten als Ansteckungsgefahr der Körperkontakt, eine mangelnde Hygiene oder das in Kontakt kommen mit von Milben befallenen Textilien. Die Krätze zählt zu den sexuell übertragbaren Krankheiten, da sie bei Hautkontakt (ca. 15-20. Min) oder dem gemeinsamen Nutzen der Bettwäsche übertragen werden kann.

Die Krätze oder Skabies fällt wegen ihrer hohen Ansteckungsgefahr unter das Infektionsschutzgesetz und es besteht eine Meldepflicht (z. B.: Schulen oder Kindergärten).

Sonderformen der Krätze

  • Gepflegte Scabies
  • Bullöse Scabies/ Nodöse Scabies
  • Borkenkrätze/ Scabies norvegica (crustosa)

Behandlungsmethoden Der Facharzt wird schon durch die Symptome – starker nächtlicher Juckreiz und Aussehen der betroffenen Stellen – vermuten, dass es sich um eine Krätze handelt. Der Hautarzt verwendet ein Dermatoskop, eine spezielle Art von Lupe, für die Diagnose. Der Arzt untersucht die Milbengänge auf Krätzmilben, deren Eier, Larven oder Kotrückständen. Zusätzlich kann eine Probe entnommenen werden, um die Diagnose zu bestätigenden. Die Krätze heilt nicht von alleine ab und es bedarf einer Ganzkörperbehandlung, am besten durch einen Spezialisten. Für die äußerliche Behandlung werden Substanzen wie Permethrin in Form einer Creme eingesetzt. Diese Creme soll großflächig lokal aufgetragen und nach acht bis zwölf Stunden abgewaschen werden.

Bei der Pflege einer infizierten Person, sollte man wegen der hohen Ansteckungsgefahr Handschuhe verwenden. Abgesehen von dem genannten Wirkstoff können auch die Benzylbenzoat und Crotamiton eingesetzt werden. Allerdings gilt hier besondere Vorsicht für Stillende, Schwangere und Kinder und es sollte unbedingt Rücksprache mit dem Facharzt gehalten werden. Nebenwirkungen bei einer Überdosis können eine toxische Wirkung nach sich ziehen.

Es gibt allerdings auch die Möglichkeit der innerlichen Behandlung, bei der vor allem Ivermectin eingesetzt wird. Sollte die äußerlich Behandlung nicht erfolgversprechend sein, kann im Härtefall diese Anwendung angedacht werden. Dies kann bei der Borkenkrätze sinnvoll sein, da hierbei ein Befall von hunderten Milben vorliegt. Bei einer Behandlung braucht man viel Geduld, da der Heilungsprozess einige Wochen dauern kann. Da der Juckreiz eine Reaktion des Immunsystems auf die körperfremde Milbe ist, kann es auch nach erfolgreicher Behandlung dauern, bis dieser abklingt. Dies geschieht, wenn die Antigene in der oberen Hautschicht verschwunden sind.

Abgesehen von der lokalen Behandlung sind folgende Maßnahmen sehr wichtig für eine erfolgreiche Behandlung:

  • Textilien (Kleidung, Bettwäsche, Kuscheltiere) sollen mit mind. 60° gewaschen werden, um die Krätzmilben abzutöten
  • Teppiche oder Polstermöbel können auch tiefgefroren werden
  • Partner oder Familienangehörige müssen mitbehandelt werden
  • einfaches Lüften von Kleidung (mind. 4 Tage) tötet die Krätzmilbe ab, da sie ohne den Wirt nur 2-3 Tage überleben kann
  • Stärken den Immunsystems und häufiges Baden kann Vermehrung erschweren
  • Desinfizieren der Hände

Wie kann ich der Ansteckung durch Krätze vorbeugen?

  • bei der Hautpflege Handschuhe verwenden
  • Körperkontakt mit infizierten Personen meiden
  • Hände desinfizieren
  • auf gute Körper- und Haushaltshygiene achten

Hausmittel

Es gibt Hausmittel, die bei Skabies zu einer Linderung beitragen können, wobei trotzdem ein Facharzt zu Rate gezogen werden sollte. Eine mögliche Alternative ist das Teebaumöl, aufgrund seiner antiseptische Wirkung. Hatte der Betroffene schon im Vorhinein empfindliche Haut, kann die Anwendung hilfreich sein. Das Öl kann direkt auf den betroffenen Stellen aufgetragen werden und pflegt sogleich die irritierte Haut. Abgesehen von der direkten Anwendung können Bäder mit Rosmarinöl den Juckreiz linden. Des Weiteren sind Essig (5%), Lavendelöl und Rosmarinöl gute Hausmittel gegen die Milben. Hausmittel können leider nicht vollkommen den Einsatz eines Anti-Skabies-Mittels ersetzen.

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