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Hautpflege bei Diabetes

Vorsichtig geschätzt werden im Jahr 2030 ca. 800.000 Menschen in Österreich an Diabetes erkrankt sein. Die chronische Stoffwechselerkrankung wirkt sich aber nicht nur auf den Blutzuckerspiegel aus, viele Betroffene leiden auch unter Hautproblemen.

85 – 90% aller Diabetiker sind Typ-2-Diabetiker, früher nannte man diese Form der Diabetes auch Altersdiabetes. Leider zeigt sich die Erkrankung mehr und mehr bereits in jüngeren Jahren. Bei Typ-2-Diabetes sprechen die Körperzellen immer schlechter auf die Wirkung des Hormons Insulin an, sie werden langsam gegen Insulin resistent (Insulinresistenz). Als Ursache dafür gelten Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Stress, schlechte Ernährung, mangelnde Bewegung, Übergewicht und nicht zuletzt auch eine individuelle genetische Veranlagung.

Anders beim Typ-1-Diabetiker – eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen im Kindesalter – hier gehen Insulin-produzierende Zellen in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse zu Grunde, da das körpereigene Immunsystem sie angreift und zerstört. Dadurch kann die Bauchspeicheldrüse den Körper nicht mehr ausreichend mit Insulin versorgen. Immerhin 30.000 Menschen leiden an Typ-1-Diabetes und davon sind 10% Kinder und Jugendliche.

Diabetes führt bei ca. 80% der Diabetes-Patienten zu Hautveränderungen. Bereits im Prädiabetischen Stadium können erhöhte Blutzuckerwerte die Haut belasten. Manchmal machen sie die Betroffenen auch erst auf eine Diabetes-Erkrankung aufmerksam, wenn Wunden nicht mehr heilen wollen, Pilzinfektionen ständig wiederkehren, es zu starkem Juckreiz kommt und die Haut generell sehr trocken ist.

Der erhöhte Blutzuckerspiegel führt dazu, dass der Körper den überschüssigen Zucker vermehrt über den Urin ausscheidet. Dabei verliert der Körper Wasser und die Haut wird trocken. Ist das vegetative Nervensystem erst mal beschädigt, können Schweiß- und Talgdrüsen in ihrer Funktion beeinträchtigt sein. Die Sekrete dieser Drüsen bilden aber den notwendigen Säureschutzmantel für deine Haut. Funktionieren sie nicht normal, kann es zu rissiger, juckender, trockener und leicht verletzlicher Haut kommen. Über kleine Verletzungen/Kratzer können Pilze oder Bakterien leicht in die Haut eindringen.

Ist der Diabetiker nicht optimal eingestellt, führt das oft zu einer Immunschwäche, die eine rasche Ausbreitung von Infektionen noch beschleunigt. Der veränderte Stoffwechsel bewirkt auch eine schlechtere Durchblutung der Haut, was wiederum zu einer Störung der Immunabwehr führt und so die Infektionsneigung verstärkt. Selbst antidiabetische Medikamente können allergische Hautreaktionen auslösen. Sollten überraschend Hautveränderungen auftreten, lohnt sich oft ein Blick auf den Beipackzettel deiner Medikamente.

Die richtige Pflege macht’s

Neben einer gut eingestellten Diabetes-Therapie ist die richtige Hautpflege für Diabetiker unerlässlich. Wichtig ist, dass die Pflegeprodukte nicht zu fetthaltig sind, sondern Feuchtigkeit und Lipide enthält. Empfehlenswert sind Cremes und Lotionen, die Urea (Harnstoff) und Lipide (z.B. Ceramide) enthalten. Urea hilft, Feuchtigkeit in der Haut zu binden. Lipide wie Ceramide kommen von Natur aus in der Haut vor. Auch sie helfen, die Feuchtigkeit zu bewahren und die Hautbarriere aufrecht zu halten.

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Achte auf die richtige Hautpflege bei Diabetes.

Tipps zur allgemeinen Hautpflege

  • Besser als lange, heiße Voll-, Sitz- oder Duschbäder sind kurze Duschen mit lauwarmen Wasser. Das heiße Wasser entzieht der Haut noch mehr Feuchtigkeit.
  • Achte darauf, dass deine Pflegeprodukte möglichst ohne Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe auskommen. Am besten wählst du ein mildes, seifenfreies Produkt aus, bei dem du dann auch bleibst.
  • Wenn die Haut mit zu vielen unterschiedlichen Produkten „verwöhnt“ wird, kann das zu weiteren Irritationen führen.
  • Wichtig ist auch, besonders an schwer zugänglichen Stellen wie z.B. zwischen den Zehen immer sorgfältig abzutrocknen.

Diabetischer Fuß

Die sorgfältige Pflege nicht nur der kleinen Zehen, sondern des ganzen Fußes, ist wichtig. Ansonsten kann Diabetes zum sogenannten diabetischen Fuß führen. Diese häufige und schwerwiegende Komplikation kann im schlimmsten Fall eine Amputation zur Folge haben. Durchblutungsstörungen und Nervenschäden können zu offenen, schlecht heilenden Wunden und Geschwüren führen. Das Problem dabei: durch die Nervenschäden merkt der Betroffene die Wunden gar nicht. Schon kleinste Hautverletzungen, die durch die trockene Haut entstehen, können dann zu schwerwiegenden Beschwerden führen. Wichtig: in die Körperpflege täglich eine kleine Inspektion der Füße auf Druckstellen und kleine Verletzungen einbauen. Im Zweifel bitte sofort zum Arzt gehen.

Tipps zur Fußpflege bei Diabetes

  • Neben der täglichen Untersuchung der Füße kannst du noch eine Menge mehr tun.
  • Die Füße sollten täglich kurz und nur lauwarm gewaschen werden. Falls die Nervenschäden schon zu einer mangelnden Wahrnehmung der Temperatur führen, bitte mit einem Thermometer sicherstellen, dass du dich nicht verbrühst.
  • Die Füße sollten dann sehr sorgfältig abgetrocknet werden, dabei bitte nicht rubbeln oder reiben, sondern eher sanft drücken. Sonst kann es leicht zu kleineren Verletzungen kommen.
  • Selbstverständlich gehören die Füße nach der Waschung mit einem Pflegeprodukt eingecremt. Am besten eines mir Urea und Lipiden, damit die Feuchtigkeit in der Haut gehalten werden kann.
  • Bei der Fußpflege bitte darauf achten, dass Nagelscheren oder Knipser keine Schäden verursachen. Auf gar keinen Fall die Füße mit Bimsteinen, Fußfeilen oder Hornhautrasplern bearbeiten. Wir empfehlen für die Fußpflege in ein gutes Kosmetikstudio zu gehen, das für die Behandlung von Diabetiker-Füßen ausgebildet ist. Bitte immer angeben, dass du Diabetiker bist.
  • Und auch wenn es noch so schön im Sommer ist: als Diabetiker solltest du nicht barfuß laufen. Die Verletzungsgefahr ist leider einfach zu groß.
  • Für Frauen besonders leidvoll; auch hohe Schuhe sollten zugunsten von bequemen, flachen Schuhen verbannt werden. Selbst Socken und Strümpfe die einengen, gehören aussortiert.

Pigmentstörungen (zB Vitiligo)

Bei nahezu der Hälfte der Diabetikern zeigen sich eine sogenannte diabetische Dermopathie. Hier bilden sich schmerzlose, scharf begrenzte ovale rötlich-braun gerötete Areale. Wird der Blutzuckerspiegel sorgfältiger eingestellt, verbessern sich die Hautveränderungen wieder. Bei Diabetikern kann es auch zur Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) kommen, oftmals fällt dadurch die Grunderkrankung überhaupt erst auf. Im Krankheitsverlauf gehen die pigmentbildenden Zellen der Haut verloren, man vermutet als Folge autoimmunologischer Prozesse. Da insbesondere die Weißfleckenkrankheit aus kosmetischen Gründen sehr störend sein kann, wird sie mit Immunsuppressiva oder auch mithilfe einer Photochemotherapie behandelt.

Hausmittel zur Hautpflege

Generell gibt es recht viele Möglichkeiten, der Haut wieder Feuchtigkeit zuzuführen. insbesondere im Gesicht z.B. mit einer Gesichtsmaske aus Früchten wie Papaya, Avocado, Aprikose oder Banane. Dafür die Früchte pürieren, mit etwas Rosenwasser vermischen und dann für ca. 15 Minuten auflegen. Oft werden auch Masken aus Heilerde oder Honig verwendet. Beliebt sind auch Massagen der Haut mit Aloe Vera Gel oder Mandelöl.

Ist deine Haut nur ein bisschen rau und trocken, kannst du es vorsichtig mit einem sanften, selbstgemachten Peeling behandeln. Ein einfaches Rezept ist z.B. die Mischung von 2 EL Olivenöl mit 200 g normales, feines Meersalz und einer kleinen Scheibe Ingwerwurzel. Den Ingwer zerkleinern und mit den anderen Zutaten vermischen. Dann die Hände oder Ellbogen damit eincremen, bis das Salz trocken abfällt. Das OIivenöl macht die Haut sehr weich und der Ingwer regt den Stoffwechsel an. Aber Achtung: nur in leichten Fällen verwenden und auf gar keinen Fall die Haut verletzen!

Achte auf dich

Gerade bei Typ-2-Diabetes hat der Betroffene es ein Stück weit selbst in der Hand, wie stark die Krankheit sein Leben bestimmt. Gesunde Ernährung, der Verzicht auf Tabak und Alkohol und ein Mehr an Bewegung können die Lebensqualität stark verbessern. Und gerade mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung und mit viel Flüssigkeitszufuhr kannst du auch dafür sorgen, dass die Haut so gut wie möglich unterstützt wird.

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