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Ist Zucker schlecht für die Haut?

Zucker macht dick und schadet unserer Gesundheit. Wie Zuckerkonsum unserer Haut schadet und für welche Hauterkrankungen dies besonders gilt, verraten wir dir in diesem Beitrag.

Nach einigen Tagen mit gutem Essen und Trinken sprießen Pickel auf der fettigeren Haut? Die Haut juckt oder ist entzündet? Neben möglichen Lebensmittelunverträglichkeiten, zu hohem Alkoholkonsum oder anderen Faktoren kann auch der Zuckerkonsum damit zusammen hängen.

Tatsächlich kann auch der Zucker, den wir bewusst z. B. in Kuchen, Keksen, Limonaden und Alkohol oder unbewusst zum Süßen, Binden oder Strecken von industriell bearbeiteten Lebensmitteln und Fertiggerichten zu uns nehmen, unser Hautbild beeinflussen.

Was vor etwa 300 Jahren noch als Luxus galt, hat inzwischen fast unseren gesamten Speiseplan durchzogen. Dabei ist Zucker weit schädlicher, als wir vielleicht wahrhaben wollen. Denn außer dem Traubenzucker, den wir ausreichend durch nicht industriell verarbeitete Nahrung zu uns nehmen könnten, benötigt der Körper keinen weiteren „freien“ Zucker.

Wie wirkt Zucker auf den Körper?

Zucker in Form von Traubenzucker ist neben Fett der wichtigste Energielieferant des Körpers. Er ist die Hauptenergiequelle für unser Gehirn benötigt, aber auch die anderen Körperzellen benötigen ihn im Energiemix.

Mit der Nahrung nehmen wir verschiedene Zuckerarten auf: Einfachzucker, der nur aus einem Molekül besteht, sowie Zweifach- und Mehrfachzucker. Im Lauf der Verdauung müssen Mehrfach- und Zweifachzucker in einzelne Moleküle zerlegt werden, damit sie wie die freien Einfachzucker direkt aus dem Darm ins Blut transportiert werden können. Im Blut steigt durch Aufnahme von Glucose, dem einzigen Zucker, den wir wirklich für unsere Energiegewinnung benötigen, die Zuckerkonzentration (= Blutzuckerspiegel) an. Dies ist das Signal für unseren Körper, das Hormon Insulin auszuschütten, das die Zuckermoleküle in die verschiedenen Zellen unseres Körpers transportiert.

Verschiedene Zuckerarten

Wie viel Zucker brauchen wir?

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt nur 25 Gramm Zucker täglich. Das entspricht fünf bis sechs Teelöffeln, etwa fünf Prozent der gesamten täglichen Energiezufuhr. Tatsächlich nehmen wir jedoch durchschnittlich 30 Kilogramm pro Jahr zu uns, was mehr als 80 Gramm täglich wären. Zu viel Zucker ist schädlich und kann nicht nur Karies verursachen, sondern führt auch zu Übergewicht, Diabetes (Typ 2), Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar zur Entstehung einiger Krebsarten. Das Risiko einer stark zuckerhaltigen Ernährung lässt sich jedoch nur schwer für den Einzelnen messen, denn es hängt auch immer mit der sonstigen Ernährung und der körperlichen Aktivität zusammen.

Zucker lässt die Haut altern

Zuckergenuss im Übermaß ist auch schädlich für die Haut. Wird über die Nahrung zu viel Zucker aufgenommen, kann als Folge die Haut vorzeitig altern, weil die Gewebefasern ‚verzuckern‘. Diese „Glykation“ oder „Glykolisierung“ ist an sich ein natürlicher Faktor der Hautalterung, die gewöhnlich ab dem dreißigsten Lebensjahr einsetzt.

Doch eine stark zuckerhaltige Ernährung begünstig und beschleunigt diesen Prozess: Zuckermoleküle binden an die Kollagen- und Elastinfasern der Haut, sodass diese miteinander verkleben. So beeinträchtigt zu viel Zucker die Elastizität und Festigkeit der Haut ebenso wie die natürliche Hauterneuerung. Als Folge bildet die Haut eher und schneller Falten.

Richtige Ernährung bei unreiner Akne Haut
Zucker lässt die Haut altern und Pickel spriessen

Hoher Blutzuckerspiegel fördert Entzündungen und Juckreiz

Ein anhaltend hoher Blutzuckerspiegel gilt als entzündungsfördernd und Juckreiz auslösend. Die Hauptursache spielt sich dabei auf der Ebene der Körperzellen ab. Bei anhaltend erhöhtem Blutzuckerspiegel verarbeitet unser Körper die Glucose nicht mehr nur über den üblichen Weg zur Energiegewinnung. Die überschüssige Glucose wird nun verstärkt über einen anderen Stoffwechselweg abgebaut. Dabei entstehen als Nebenprodukte sogenannte Sauerstoffradikale, die im Normalfall in geringen Konzentrationen in den Körperzellen auftreten. In einem fein abgestimmten Gleichgewicht beeinflussen sie den Zellstoffwechsel und immunologische Vorgänge, indem sie verschiedene Signalmoleküle in unserem Körper aktivieren und inaktivieren. Durch zu viel Zuckerkonsum gerät diese empfindliche Regulation aus dem Gleichgewicht.

Ein anhaltend hoher Blutzuckerspiegel beeinträchtigt so unseren Stoffwechsel, das Immunsystem und setzt Entzündungsprozesse in Gang. Dies kann in weiterer Folge Juckreiz auslösen.

Kann Zucker Hautprobleme auslösen oder verstärken?

Ein erhöhter Blutzuckerspiegel und der resultierende Insulinanstieg lösen eine erhöhte Aktivität der Talgdrüsen in der Haut aus. Wenn sich die Talgdrüsen nicht entleeren, verstopfen sie und entzünden sich leichter. Akne-Symptome wie Pickel oder Pusteln sind die sichtbare Folge. Zwar wird Akne nicht durch zucker- (und fett-)reiche Ernährung ausgelöst, doch scheinen diese Nahrungsbestandteile bei vielen Menschen, die an Akne leiden, das Hautbild zu verschlechtern. Die Studienlage ist allerdings dünn und nicht wirklich eindeutig, weil die unterschiedlichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten der Studienteilnehmer es erschweren, bestimmte Symptome eindeutig auf den Zuckerkonsum zurückzuführen.

Bei Neurodermitis und Rosacea, so unterschiedlich diese Hauterkrankungen auch sind, liegt meist ein empfindliches Immunsystem vor und der Körper bzw. die Haut kämpfen bereits mit verschiedenen Entzündungsreaktionen. Um diese Entzündungen nicht weiter anzufeuern, solltest du bei der Ernährung genauer auf den Zuckerkonsum achten.

Dies gilt allgemein auch für Psoriasis mit entzündlichen Symptomen, doch kommt hier die indirekte Wirkung von zu hohem Zuckerkonsum zusätzlich zum Tragen. Menschen mit Schuppenflechte haben im Vergleich zu gesunden Menschen ein erhöhtes Risiko für manche Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Typische Begleiterkrankungen sind Bluthochdruck, erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte sowie Übergewicht. Übergewicht wiederum treibt Entzündungen im Körper voran, denn im Fettgewebe – auch in dem der Unterhaut – werden entzündungsfördernde Hormone und Botenstoffe produziert. Auf Übergewicht zurück zu führen ist auch stärkeres Schwitzen. Der Flüssigkeitsverlust in der obersten Hautschicht führt zu trockener Haut und dies fördert wiederum die höhere Anfälligkeit für Hautentzündungen.

Psoriasis an den Ellbeugen richtig behandeln
Hoher Zuckerkonsum kann Psoriasis Symptome verstärken

Gibt es gesündere und weniger gesunde Zuckerarten?

Für natürlich in Obst oder Gemüse vorkommenden Zucker existiert keine Empfehlung im Hinblick auf Maximalwerte, sodass man davon ausgehen kann, dass Fruchtzucker besser als Haushaltszucker (Saccharose, Dextrose) ist.

Natürlich gibt es zum Süßen der Lebensmittel verschiedene Alternativen zu weißem Zucker, wie etwa Honig, Ahornsirup oder Agavendicksaft. Was den Energiegehalt (gemessen in Kalorien) angeht, gibt es hier nur wenige Unterschiede. Ob die enthaltenen Zucker auch für die Haut gesünder sind, hängt im Wesentlichen von der verwendeten Menge, den zusätzlichen Inhaltsstoffen und auch der Reinheit ab.

Auch ‚schlechte Bakterien‘ im Darm mögen es gern süß

Wenn Zucker dauerhaft einen zu hohen Anteil der Ernährung ausmachen, stören diese das Gleichgewicht in der Darmflora. Die Zusammensetzung der bakteriellen Darmflora verschiebt sich zu unseren Ungunsten und sogar die Darmschleimhaut wird dünner. Letztlich wird das Immunsystem geschwächt und die Infektionsanfälligkeit steigt. Dies wiederum wirkt sich negativ auf die Haut aus.

Besonders gravierend wirkt sich Zuckerkonsum bei einer Intoleranz aus, die sich dadurch kennzeichnet, dass z. B. ein zuckerspaltendes Enzym nicht in ausreichender Menge vom Körper gebildet wird (Lactose-Intoleranz) oder ein Zucker nicht über die Darmschleimhaut aufgenommen werden kann (Fructose-Intoleranz). Dann gelangt der Zucker, der im Dünndarm nicht aufgespalten (Lactose) bzw. nicht aufgenommen (Fructose) werden konnte, in den Dickdarm. Dort verdauen bzw. vergären Bakterien diese Zuckermoleküle. Die entstehenden Gase verursachen Blähungen und Bauchschmerzen. Bei sehr starken Blähungen besteht die Gefahr, dass der Dickdarminhalt mit seinen bakteriellen Bewohnern zurück in den Dünndarm fließt, wo jedoch normalerweise ein völlig anderes Bakterienmilieu herrscht. Diese bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms hat Entzündungen der Darmschleimhaut zur Folge (Reizdarm).

Es muss jedoch nicht erst ein „Reizdarm“ vorliegen, bevor eine Fehlbesiedlung des Darms einen starken Einfluss auf unsere Gesundheit nehmen kann. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass chronische Hauterkrankungen wie Psoriasis und Neurodermitis oft sehr eng mit einem Ungleichgewicht der natürlichen Darmflora zusammenhängen.

Während es Neurodermitikern bereits früh an ‚guten‘ Darmbakterien und Akne-Patienten insbesondere an guten Laktobazillen mangeln soll, wird bei Rosacea-Patienten häufig eine Fehlbesiedlung des Dünndarms mit Dickdarm-Bakterien nachgewiesen. Patienten mit Schuppenflechte leiden oftmals an Entzündungen im Darm, die die Darmbarriere durchlässiger machen und die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen. Resultierende neuerliche Entzündungsprozesse im Körper verstärken die Hauterkrankung.

Darm und Haut Neurodermitis Akne Psoriasis Schuppenflechte Beauty Food
Zuviel Zucker schädigt die Darmflora und damit langfristig die Haut

Schokolade – Zucker in seiner besten Form?

Immer wieder liest man von den guten Eigenschaften der Schokolade:

  • Antioxidantien im Kakao stärken das Immunsystem
  • schützen das Herz-Kreislaufsystem
  • beugen Bluthochdruck und Arteriosklerose vor
  • sorgt für gute Laune.

Gleichzeitig wissen wir genau, dass die Tafel Schokolade aus dem Supermarkt oder auch aus dem Feinkostgeschäft reich an Fett und Zucker ist. Das kann nicht so gesund sein, auch wenn die Inhaltsstoffe zwischen den verschiedenen Sorten (weiße, Vollmilch-, dunkle Schokolade) und natürlich auch Qualitäten variieren können. Eine Tafel (100 g) Milchschokolade enthält etwa 530 Kilokalorien. Unter den Schokoladensorten ist dunkle Schokolade - über 60 Prozent Kakaogehalt - am „gesündesten“. Sie enthält etwas mehr Fett als die helleren oder weißen Sorten, aber ihr Zuckergehalt ist im Vergleich geringer. Da dunkle Schokolade auch den höheren Kakaogehalt hat und einige im Kakao enthaltene Substanzen eine stimmungsaufhellende Wirkung haben, sollte sie auch „glücklicher“ als hellere oder weiße Schokoladen machen.

Der Effekt kann jedoch nicht allein durch diese Inhaltsstoffe erklärt werden. Es sorgen wahrscheinlich auch andere Faktoren dafür, dass Schokolade uns glücklich macht. Beim Verzehr werden jedenfalls Dopamine und Endorphine ausgeschüttet, das heißt: unser körpereigenes Belohnungssystem wird aktiviert. Belohnen wir also uns ab und an mit einem oder zwei Stückchen Schokolade. Dies kann bei Bitterschokolade durchaus auch einen positiven Effekt z. B. auf den Blutdruck haben. Die guten Inhaltsstoffe der Schokolade bzw. des Kakaos sollten wir jedoch aus anderen Quellen beziehen, um uns nicht gleichzeitig durch den hohen Zucker- und Fettanteil gesundheitlich zu schaden.

Was passiert bei Zucker-Verzicht?

Das Internet ist voll von euphorischen Berichten, welche Wunder eine Umstellung auf ‚zuckerfreie‘ (oder sehr zuckerarme) Ernährung bringen kann. Ein Nebeneffekt ist eigentlich immer, dass die reduzierte Kalorienaufnahme bei zuckerärmerer Ernährung zur Gewichtsabnahme führt. Dies allein wird meist schon zu mehr Wohlbefinden führen.

Unbestritten ist jedoch, dass eine bewusst zuckerreduzierte Ernährung auf verschiedenen Ebenen gesundheitsfördernd ist, - nicht nur im Hinblick auf das Gewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die Darmgesundheit, sondern auch für die Haut.

Auch wenn viele Faktoren insbesondere in die chronischen Hauterkrankungen hineinspielen, lohnt sich möglicherweise ein weitestgehender Verzicht auf freie Zucker. Wenn du insbesondere den Konsum von süßen Limonaden & Co. drosselst, kannst du möglicherweise schnell prüfen, ob eine zuckerärmere Ernährung dein Hautbild und dein Wohlbefinden verbessern kann. Denn hier besteht ein erwiesener Zusammenhang mit schlechter Haut und erhöhtem Blutdruck.

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