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Das kannst du während der Krebsbehandlung für deine Haut tun

Die Diagnose Krebs verändert von einem Tag auf den anderen einfach alles. Neben der blanken Angst ums Überleben sind die Patienten mit vielen Unsicherheiten konfrontiert – besonders, was die Nebenwirkungen betrifft. Denn Behandlungen wie Chemo-, Strahlen-, Immun- oder Hormontherapie beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität massiv, sondern auch Haut und Haare. Hier erfährst du, wie du deine Haut während der Krebsbehandlung optimal pflegen kannst!

Mögliche Nebenwirkungen der Krebsbehandlung

Als Krebs-Patient musst du dich in den allermeisten Fällen einer belastenden Behandlung unterziehen, um wieder gesund zu werden. Innovative Therapien wie Zytostatika, Hormonpräparate, Medikamente, die das Immunsystem anregen und Strahlentherapie haben großen Einfluss auf deine Krankheitsprognose, sind aber gleichzeitig oft mit Nebenwirkungen verbunden. Sie reichen von leichten Unannehmlichkeiten bis hin zu großen Beeinträchtigungen, die mitunter sogar die Fortsetzung deiner Krebsbehandlung in Frage stellen. Auch der optische Aspekt spielt eine große Rolle. Die Haut ist durch die Krebsbehandlungen meist in Mitleidenschaft gezogen.

Häufige Nebenwirkungen an der Haut durch die Krebsbehandlung

  • sehr trockene Haut
  • Hautrötungen
  • unreine Aknehaut
  • Schrunden
  • Risse
  • Hautinfektionen wie z. B. Herpes,
  • Juckreiz

Haarausfall stellt für Patienten meist das traumatischste Erlebnis einer Nebenwirkung im Rahmen ihrer Krebserkrankung dar.

Chemotherapie mit Zytostatika

Bei einer Zytostatika-Therapie wirst du mit schweren Zellgiften behandelt, damit die Krebszellen absterben. Leider wirken diese Medikamente aber nicht nur auf die Krebszellen, sondern auf alle Zellen im Körper – besonders aber auf jene, die sich rasch teilen. Haut- und Schleimhautzellen sind daher auch besonders oft von Nebenwirkungen im Rahmen einer Zytostatikatherapie betroffen. Die Haut wird durch die Behandlung meist sehr trocken, manche Zytostatika rufen auch Nagelbettentzündungen hervor. Um die Hautgesundheit so gut es geht aufrecht zu erhalten, bedienen sich unterstützende Pflegebehandlungen hochqualitativer dermo-kosmetischer Produkte. Sie sind heute eine unverzichtbare Ergänzung zu Krebsbehandlungen, damit Hautkomfort und Lebensqualität möglichst wenig zu beeinträchtigt werden.

Ideale Pflege von sehr trockener Haut während der Krebsbehandlung

Viele PatientInnen leiden während einer Zytostatika-Therapie unter sehr trockener Haut. Durch den Mangel an Talg und Fett wird die Haut spröde und rissig.

Hautpflege sehr trockener Haut während der Krebsbehandlung

  • Verwende eine seifenfreie Reinigung mit unparfümierten Syndets
  • Wasche deine Haut nur mit den Händen und ohne Waschlappen
    im Idealfall mit warmem, aber nicht heißem Wasser
  • Empfindliche Hautbereiche solltest du nur trockentupfen
  • Vermeide Vollbäder, da diese deine Haut zu stark aufweichen und austrocknen.
  • Am besten verwendest du Thermalwasser zum Abspülen des Gesichts und/oder zur Beruhigung zwischendurch, wenn deine Haut brennt und spannt.

Was deinen Händen und Füßen jetzt guttut

Besonders deine Hände und Füße, die den täglichen Belastungen stärker als andere Körperregionen ausgesetzt sind, neigen jetzt zu intensiven Rötungen, Schrunden und Rissen.

  • Vermeide Schweiß, Druck oder Reibung an diesen Körperstellen so weit wie möglich.
  • Schuhe sollten nicht drücken und verwende Socken aus Naturfasern.
  • Vermeide übermäßige Belastungen wie lange Wanderungen oder das Heben und Tragen von schweren Lasten.
  • Achte besonders bei Händen und Füßen darauf, dass die Haut nicht zusätzlich austrocknet. Zweimal tägliches Eincremen dieser Hautareale hilft.

Durch die Krebsbehandlung kommt es manchmal zu Verfärbungen und Veränderungen an den Fingernägeln. Die Nägel werden dünner, brüchiger und es bilden sich Rillen. Schneide deine Nägel für die Zeit der Therapie kurz und achte besonders darauf, dass sie nicht einreißen. Bei Hausarbeiten wie Putzen oder Abwaschen trägst du am besten Handschuhe, um Haut und Nägel zu schonen. Während der Behandlung solltest du auch keinen Nagellack verwenden, nach Beendigung der Therapie ist das Lackieren selbstverständlich wieder möglich.

Spezielle Pflege aus der Apotheke

Eigene Pflegelinien aus der Apotheke mit rückfettenden und gleichzeitig feuchtigkeitsspenden Inhaltsstoffen sind jetzt besonders wichtig für dich. Dein Körper freut sich nun über eine reichhaltige Körperpflege, das Gesicht über eine parfumfreie Reinigungsmilch, eine besonders nährhafte Augencreme und Gesichtscremen für die intensive Versorgung mit Feuchtigkeit und Fett bei Tag und Nacht. Tipp: Auf keinen Fall auf die Lippen vergessen, diese brauchen während deiner Behandlung Extra-Pflege!

Richtig ist, was dir gut tut

Oftmals werden bei der Zytostatika-Therapie die Haarfollikel geschädigt. Für dich kann das bedeuten, dass nicht nur die Kopfhaare sondern auch Augenbrauen und Wimpern sowie die gesamte Körperbehaarung ausfallen. Das ist meist zusätzlich eine schwere Belastung. Verwende während der Chemotherapie zur Haar- und Kopfhautpflege ausschließlich milde Shampoos und lauwarmes Wasser. Falls deine Haare ausfallen, achte darauf, dass die Kopfhaut nicht austrocknet. Glücklicherweise wachsen die Haare aber nach dem Ende der Chemotherapie wieder nach. Egal, ob du dich in dieser Situation für ein hübsches Tuch oder eine Perücke entscheidest – es zählt jetzt nur das, was dir gut tut.

Hormone in der Tumortherapie

Hormone kommen immer dann zur Behandlung von Krebserkrankungen zum Einsatz, wenn eine Hormonabhängigkeit des Tumors nachgewiesen wurde. In erster Linie ist das bei Brust- und Prostatakrebs der Fall. Zwar fallen bei einer Hormonbehandlung die Haare nicht aus, es kann aber vorkommen, dass vermehrter unerwünschter Haarwuchs aufritt, z. B. auf der Brust. Diese unerwünschte Nebenerscheinung ist vor allem bei Frauen ein sehr großes Thema. Auch entzündete Pickel (Akne) im Gesicht, auf der Brust und am Rücken können die Psyche schwer belasten. Verzichte während deiner Therapie auf aggressive Peelings (Enzympeelings sind erlaubt), verwende dafür zweimal täglich eine auf deine Haut abgestimmte Feuchtigkeitscreme ohne Duftstoffe. Inhaltsstoffe wie Kupfer und Zink zeigen gute Wirkung.

Radiotherapie (Therapie mit Röntgenstrahlen)

Röntgenstrahlen werden in der Tumortherapie im Kampf gegen den Krebs eingesetzt, oft in Kombination mit einer Chemotherapie. Strahlentherapie führt in den behandelten Arealen zumindest zu Hautreizungen, kann aber auch Verbrennungen unterschiedlicher Schweregrade hervorrufen. Du solltest die bestrahlten Bereiche nach (auf keine Fall vor!) der Strahlentherapie mit einer speziell dafür geeigneten Pflegecreme behandeln, dadurch kann eine deutlich bessere Verträglichkeit erreicht werden. Verwende Pflegeprodukte mit z. B. beruhigendem Thermalwasser und rückfettenden Inhaltsstoffen. Wichtig: Da deine Haut während einer Radiotherapie besonders lichtempfindlich ist, darfst du sie keinesfalls ungeschützt der Sonne aussetzen.

Immuntherapie

Ein gänzlich neuer Weg wird in der Krebstherapie seit relativ kurzer Zeit beschritten. Der Tumor wird bekämpft, indem man das körpereigene Immunsystem stimuliert und gegen die Tumorzellen einsetzt. Der Ansatz ist bei fortgeschrittenem Lungenkrebs und dem Melanom auch außerordentlich erfolgreich. Leider reagiert das Immunsystem aber manchmal mit Autoimmunerkrankungen des Darmes (Colitis ulcerosa) und der Haut, sodass in manchen Fällen diese Tumortherapie abgebrochen oder pausiert werden muss. Auch sprechen nicht alle Patienten darauf an – warum das so ist, darauf weiß die Wissenschaft noch keine Antwort. Die Nebenwirkungen dieser Therapien auf die Haut können ausgedehnt sein, Ausschläge und Juckreiz können dabei sehr häufig vorkommen. Hier ist eine enge Abstimmung mit deinem Dermatologen unbedingt notwendig!

Tumorbehandlung bei Grunderkrankungen wie Neurodermitis oder Psoriasis

Ist deine Haut durch eine Erkrankung wie Neurodermitis oder Psoriasis vorbelastet, hat das im Normalfall keine Auswirkungen auf die Tumortherapie bzw. die Behandlung der Nebenwirkung. Unter Umständen kann es sogar sein, dass sich Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis unter einer Tumortherapie bessern. Behandlungen mit Biologika, die bei Neurodermitis und Psoriasis sehr erfolgreich eingesetzt werden, müssen für die Dauer der Chemotherapie unterbrochen werden. In diesen Fällen ist natürlich besonders wichtig, die Haut in enger Abstimmung mit deinem Dermatologen bestmöglich zu pflegen. Bei Patienten, deren Haut schon durch Vorerkrankungen besonders trocken ist und die zu Entzündungen neigt, kommt der Hautpflege natürlich eine außerordentlich wichtige Rolle zu. Die tägliche Hautpflege muss während dieser Zeit konsequent durchgeführt werden und die Haut braucht noch mehr Rückfettung als vor der Tumorbehandlung. 

Richtiges Schminken fördert dein Wohlbefinden

Make-up hilft zwar nicht gegen die Nebenwirkungen der Krebstherapie, kann aber das Wohlbefinden deutlich steigern. Rötungen, Narben, Augenringe, Blässe werden kaschiert, deine Haut sieht frischer und auch gesünder aus. Frage deinen Arzt, ob du deine bevorzugten Kosmetikprodukte weiter verwenden darfst, oder ob du eventuell auf alternative, mildere Produkte umsteigen sollst. Du solltest aussschließlich medizinisches und hochverträgliches Make-up verwenden.

  • Wasche vor dem Auftragen von Make-up dein Gesicht gründlich  mit einer milden Reinigungslotion.  Trage anschließend eine schonende Feuchtigkeitscreme unter dem Make-up auf, um deine Haut nicht zusätzlich auszutrocknen.
  • Kleinere Narben oder Rötungen kannst du mit wasserfester Spezialkosmetik (Camouflage) abdecken. Wichtig: Trage keine Kosmetikprodukte auf frische Narben oder entzündete Hautstellen auf!
  • Wenn du durch die Therapien oft müde bist und erschöpft aussiehst, kann eine spezielle Abdeckcreme (Concealer) dabei helfen, Augenringe zu kaschieren und strahlender zu wirken. Dieser wird meist über dem Make-up aufgetragen. Achte darauf, eine Farbnuance zu wählen, die gut zu deinem Hautton passt.
  • Durch eine Chemotherapie fallen oft auch Wimpern und Augenbrauen aus. Dünnere Augenbrauen kannst du sie mit einem speziellen Brauenpuder auffüllen. Oder du zeichnest mit einem Augenbrauenstift einzelne Härchen nach. Ein Lidstrich mit Kajalstift oder Eyeliner kann von verloren gegangenen Wimpern ablenken. Achte darauf, eine möglichst natürliche Form und Farbe zu wählen.

Hautpflege immer in Abstimmung mit dem Dermatologen

Dein Körper befindet sich durch die Krebstherapie in einer absoluten Ausnahmesituation. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Beratung und Begleitung durch einen onkologisch tätigen Dermatologen. Diese SpezialistInnen findest du in erster Linie auf den Hautabteilungen von Kliniken, aber auch einige niedergelassene Hautärzte sind in diesem Bereich sehr versiert.

Warum keine Sonnenbäder und Schwimmbäder

Während einer Tumortherapie sollst du keine Sonnenbäder nehmen, da durch die Medikamente die Haut überempfindlich reagieren kann. Auch Sonnenunverträglichkeiten können häufig auftreten. Licht und Luft kannst du im warmen Schatten an deinen Körper lassen, unerlässlich ist dabei auf alle Fälle eine Pflegecreme mit hohem UV-Schutzfaktor. Schwimmen im See und im Meer ist erlaubt. Nur Schwimmbäder sollst du wegen der erhöhten Keimzahl im Wasser meiden, da deine Immunabwehr herabgesetzt ist.

Ambulanz für Hautnebenwirkungen während der Krebsbehandlung

Im AKH in Wien gibt es – einzigartig in Österreich – die Ambulanz für Hautnebenwirkungen und Extravasate. Sie wurde für Krebspatienten mit Veränderungen oder Nebenwirkungen an Haut, Haaren und Nägeln während und nach ihrer Krebstherapie eingerichtet. Ganz egal unter welcher Krebserkrankung du leidest, hier findest du beste Beratung und Unterstützung, um Nebenwirkungen wie Haarausfall, Verlust/Veränderungen der Fingernägel, oder Infektionen/Entzündungen der Haut so gut wie möglich in den Griff zu bekommen.

Weitere Informationen auf ccc.ac.at

Das sagt die Expertin Dr. med. Christiane Thallinger

 Dr. Christiane Thallinger

Fast alle PatientInnen, die sich einer Krebstherapie unterziehen müssen, verspüren Nebenwirkungen an der Haut. Diese reichen von trockener Haut bis zu sehr unangenehmen Ekzemen, zu Akne, zu Nagelbettentzündungen und Rissen und Schrunden an Händen und Füßen. Mit Hilfe der modernen Dermatologie lassen sich aber alle Probleme zumindest bessern oder in den meisten Fällen auch sehr gut behandeln. Wichtig ist, dass die PatientInnen herausfinden, was ihnen gut tut, sich frühzeitig fachärztliche Hilfe suchen und die empfohlenen Maßnahmen dann auch konsequent durchführen. So kann die Lebensqualität in dieser schwierigen Zeit wesentlich verbessert werden.
Priv.-Doz. Dr. med. Christiane Thallinger MSc, MBA
Grazer Straße 6, 8850 Murau
Tel: +43 3532 45111

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