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Rauchen beschleunigt die Hautalterung

Rauchen verkürzt die Lebenserwartung nicht nur um etwa 7 Jahre, es beeinflusst auch unsere Haut und lässt uns vorzeitig älter aussehen. Oberflächliche Fältchen nehmen zu, die Haut verliert vorzeitig an Elastizität. Was passiert durch Tabakrauch in der Haut? Kann man als Raucher die frühzeitige Hautalterung aufhalten?

Rauchen ist Gift für Körper und Haut

Im Tabakrauch einer Zigarette sind ungefähr 4.800 Substanzen enthalten, von denen über 200 giftig sind und etwa 90 als krebserregend gelten. Die Gefahren des Rauchens, zu denen verschiedene Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Durchblutungsstörungen zählen, sind hinlänglich bekannt, aber dennoch raucht noch etwa jeder vierte Europäer ab 15 Jahren. Der Hauptbestandteil im Tabakrauch ist Nikotin, das nicht nur abhängig macht, sondern neben den freien Radikalen hauptsächlich für die frühzeitige Hautalterung bei Rauchern verantwortlich zu sein scheint. Diese Zusammenhänge werden seit langem vermutet, aber in den vergangenen Jahren wurden mehr und mehr Belege dafür gefunden.

Je mehr und je länger ein Mensch raucht, desto schneller altert seine Haut im Vergleich zum natürlichen Hautalterungsprozess. Bei Frauen ist dieser Effekt im Vergleich zu Männern sogar noch stärker ausgeprägt. Wichtige Abläufe zur normalen Hauterneuerung geraten aus dem Gleichgewicht, weil insbesondere das Nikotin in diese Prozesse störend eingreift. Der beschleunigte Alterungsprozess setzt vor allem in den beiden oberen Hautschichten ein: der Ober- und der Lederhaut.

Was passiert beim Rauchen in der Haut?

Beim Rauchen gelangt Nikotin über die Lunge ins Blut. Als Folge verengen sich die Blutgefäße und der Blutfluss wird langsamer. Zusätzlich transportieren viele rote Blutkörperchen anstelle des benötigten Sauerstoffs das durch die Lunge aufgenommene Kohlenmonoxid. Der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt. Die schlechtere Durchblutung und der Sauerstoffmangel zeigen sich durch einen fahleren Hautton. Nur eine Zigarette senkt die Hautdurchblutung bereits für mehr als eine Stunde. Bei starken Rauchern lagern sich verschiedene Substanzen aus dem Zigarettenrauch in die Haut ein und lassen sie dauerhaft grau erscheinen.

Rauchentwöhnung Hautprobleme Psoriasis
Rauchen fördert eine schlechtere Durchblutung und zeigt sich durch fahle Haut

Rauchen führt zu Feuchtigkeitsverlust und "Knitterfalten"

Die Haut von Rauchern enthält im Vergleich zu der von Nichtrauchern weniger Feuchtigkeit, was zur Bildung kleiner ‚Knitterfalten‘ in der Oberhaut führt. Diese Fältchen um Mund und Augen, auf Wangen und Stirn entstehen gewöhnlich auch durch Sonneneinstrahlung, werden durch Nikotingenuss aber deutlich verstärkt. Gerade um den Mund herum, wo die Haut sehr dünn ist, ist der Effekt bei Rauchern besonders früh zu sehen. Hier entzieht der direkte Kontakt mit dem Rauch – Inhaltsstoffe und Wärme - der Haut zusätzlich Feuchtigkeit. Freie Radikale im Rauch stören außerdem Reparaturmechanismen, sodass die Haut schneller erschlafft. Darüber hinaus neigt trockene Haut eher zu Reizungen, Pickeln und Entzündungen, weil die Schutzbarriere gegen Umwelteinflüsse und Keime generell schon geschwächt ist.

Abbau des Stützgewebes in der Lederhaut

Unter der Oberhaut liegt die Lederhaut, die neben Gefäßen, Nerven, Haarwurzeln und Drüsen aus elastischem Bindegewebe besteht. In jungem und gesundem Zustand sorgen Kollagen- und Elastinfasern für eine straffe Haut. Dichtgewickelte Bündel aus langen Kollagenketten, die selbst nur kaum dehnbar sind, werden durch Elastinfasern quervernetzt. Das Kollagen sorgt damit für Reißfestigkeit, während das Elastin die elastische Verformbarkeit ermöglicht. Kollagen kann außerdem sehr viel Wasser einlagern und versorgt so die Oberhaut mit Feuchtigkeit.

Insbesondere Nikotin im Tabakrauch hemmt die Neubildung des Kollagens in der Lederhaut, während es gleichzeitig den Abbau von Kollagen- und Elastinfasern vorantreibt. Der Auf- und Abbau des Stützgewebes gerät aus dem Gleichgewicht, die gesunde Hautstruktur und die Hautelastizität werden gestört. Bei langjährigem Zigarettenkonsum hat dies einen schnelleren Abbau des Hautbindegewebes im Vergleich zur natürlichen Hautalterung zur Folge, was der Raucher-Haut anzusehen ist: Es bilden sich vorzeitig tiefe Falten und die Tränensäcke vergrößern sich.

Gibt es besondere Pflege-Tipps für Raucherhaut?

Die meisten Schäden entstehen von innen heraus und lassen sich nicht durch kosmetische Mittel beseitigen. Der Kollagenabbau in der Lederhaut wird sich nicht durch Cremes, die versprechen das Bindegewebe straffen zu können, oder durch Vitamin C, das den Kollagenaufbau unterstützen soll, verhindern lassen. Dennoch gibt es ein paar Tipps, die du als Raucher beherzigen solltest:

  • Insbesondere Raucher leiden unter Spannungsgefühlen und Hauttrockenheit, sodass du besonders gut auf eine ausreichende Feuchtigkeitspflege achten solltest. 
  • Klassische Wirkstoffe, die gut in die oberste Hautschicht eindringen und hier besonders viel Feuchtigkeit speichern können, sind (kurzkettige) Hyaluronsäuren. Diese werden bevorzugt in Anti-Aging-Produkten eingesetzt, um die Knitterfältchen in der Oberhaut zu glätten.
  • Produkte mit Harnstoff (Urea), Glycerin, Milchsäure und Panthenol sind bei trockener Haut zu empfehlen. Viele Gesichtscremes gegen trockene Haut kombinieren zwei oder mehrere dieser „Wasserspeicher“.
  • Unser Tipp: Zwei- bis dreimal wöchentlich angewendete Enzympeelings und Feuchtigkeitsmasken verhelfen zu glatterer Haut und einem "gesünderen" Aussehen.
  • Eine tägliche Gesichtsreinigung hilft, einige der von außen auf die Haut gelangten Stoffe aus dem Tabakrauch zu entfernen.
  • Achte auf eine besonders vitaminreiche Ernährung, um ein paar der gesundheitsschädlichen Effekte des Rauchens abfedern zu können. Diese kommen eventuell auch der Haut zugute.

Die oberflächlichen ‚Knitterfalten‘ in der Haut lassen sich zumindest vorübergehend durch kosmetische Behandlungen, die über eine gute Feuchtigkeitspflege der Haut hinausgehen, mindern. Fruchtsäurepeelings, Hyaluronspritzen und Microneedling als mögliche Therapieformen versprechen Hilfe gegen die Fältchen. Angesichts der Kosten machen spezielle Schönheitsbehandlungen, die gezielt und meist nur kurz bis mittelfristig die Falten bekämpfen sollen, erst wirklich Sinn, wenn man aufhört zu rauchen.

Regeneriert sich die Haut, wenn man nicht mehr raucht?

Ein Rauchstopp wirkt sich bekanntlich positiv auf die Lebenserwartung aus. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie auch das Krebsrisiko sinken über die nächsten Jahre wieder langsam ab, doch der Hautalterungsprozess kann nicht wieder rückgängig gemacht werden. Die entstandenen Schäden in der Lederhaut, insbesondere der Kollagenabbau, der zur Erschlaffung und Minderung des Hautbindegewebes geführt hat, können nicht wieder repariert werden. Allerdings fällt der Alterungsprozess in der Haut nach dem Rauchstopp wieder auf das normale und altersbedingte Tempo zurück, sodass die Hautalterung nicht noch weiter vorangetrieben wird. Auch die Anfälligkeit für Hautreizungen und Pickel, die durch Rauchen bedingt waren, nimmt nach möglichen Umstellungsproblemen wieder ab.

Die Haut verzeiht nicht

Zehn Jahre nach der letzten Zigarette ist das Risiko eines Ex-Rauchers für Lungenkrebs so hoch wie bei einem Menschen, der nie geraucht hat, während die Herzinfarktgefahr nach 15 Jahren auf ‚Nichtraucherniveau‘ zurückgegangen ist. Die Haut wird sich nur bedingt und vor allem in Bezug auf die Hautfarbe vom jahrelangen Rauchen erholen. Auch wenn der Alterungsprozess der Haut wieder auf ein natürliches Tempo abgebremst wird, sind die Schäden im Bindegewebe der Haut nicht wieder rückgängig zu machen. Verschiedene Mediziner sind der Ansicht, dass Falten, die beschleunigte Hautalterung und damit die Eitelkeit – viel mehr als die tödlichen Folgen des Zigarettenkonsums - der stärkste Motivator für Frauen wie auch Männer sein könnten, mit dem Rauchen aufzuhören. Also denke daran: Jede nicht gerauchte Zigarette verlängert dein Leben. Und lässt dich auch besser aussehen.

Berechne dein persönliches Gesundheitsrisiko durch Rauchen

Das gesundheitliche Risiko des Rauchens berechnen Mediziner in sogenannten „smoking pack years“ (etwa mit Zigarettenschachtel-Jahren zu übersetzen), um eine gewisse Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Rauchgewohnheiten herstellen zu können. Ein „Schachteljahr“ entspricht 20 gerauchten Zigaretten pro Tag in einem Jahr. Viele Raucher ändern ihr Rauchverhalten über die Jahre, was die Ermittlung des „Schachtelwertes“ oder der anteiligen Schachteljahre erschwert. Im Netz gibt es dafür sogar einen Rechner, den „Smoking Pack Year Calculator“. Bereits 0,9 Schachteljahre an Rauchervergangenheit haben eine ungefähr dreifach erhöhte Faltenbildung zur Folge, im Gegensatz zum natürlichen Hautalterungsprozess. Studienbelege deuten darauf hin, dass das Rauchen von 20 Zigaretten täglich einem Effekt von 10 Jahren chronologischen [natürlichen] Alterns entsprechen. Gelegenheitsraucher, die maximal ein bis 3 Zigaretten pro Tag konsumieren, sind dagegen kaum belastet.

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