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Wieviel Alkohol schadet der Haut?

Langfristiger Alkoholkonsum lässt uns schneller altern und erhöht zudem das Risiko für Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Psoriasis. Besonders in Rotwein enthaltenes Histamin, aber auch die alkoholbedingte Ausschüttung körpereigenen Histamins fördern den Juckreiz. Entzündungen nehmen zu und die Wundheilung wird gebremst. Doch gilt das bereits für das eine Gläschen nach Feierabend?

Nur Genuss oder schon schädlich?

Für den Alkohol gilt wie für viele andere Drogen der gern zitierte Satz: „Die Dosis macht das Gift“. Wo allerdings die Dosis des Genusses endet und die schädliche Menge beginnt, ist individuell nur schwer abzugrenzen. Wie verheerend sich langjähriger Alkoholmissbrauch auf die Haut-Gesundheit auswirkt, ist meist an der Haut abzulesen:

  • erweiterte Blutgefäße unter der Haut
  • trockene Haut
  • „Säufernase“
  • grobporige Haut
  • vorzeitige Hautalterung

Die Zusammenhänge von Hautveränderungen und Alkohol sind kompliziert und vielfältig, und der Übergang von vorübergehenden Symptomen zu bleibenden Schäden ist fließend. Trotzdem lohnt es sich, insbesondere für Menschen mit chronischen Hauterkrankungen, genauer hinzusehen und den eigenen Alkoholkonsum im Hinblick auf die Hautsymptome im Blick zu haben.

Was passiert im Körper mit dem Alkohol?

Alkohol hat als Zellgift einen sehr starken Einfluss auf unseren Körper. Am stärksten trifft es die Leber, weil sie den Alkohol abbaut. Besonders giftig sind die Produkte, die entstehen, wenn Alkohol in der Leber abgebaut wird. Am giftigsten ist das entstehende Acetaldehyd, welches die Leberzellen weit schädigt mehr als der Ausgangsstoff. Und es schädigt die Haut, über die es ausgeschieden wird.

Wenn wir Alkohol trinken, leidet neben der Leber auch das Nervensystem, der Hormon- und Fettstoffwechsel, das Immunsystem und der Vitaminhaushalt. Sogar Krebs – vor allem im Bereich der Schleimhäute - kann durch Alkoholkonsum ausgelöst werden, weil das Acetaldehyd die natürliche DNA-Reparaturmechanismen stört und sich so Tumorzellen anhäufen können.

Trockene Haut Pflegetipps Ursachen Trockenheit
Alkoholkonsum fördert trockene Haut

Wie beeinflusst Alkohol das Hautbild?

Das Gläschen Prosecco mit der Freundin oder das Bier in geselliger Runde heben nicht nur die Stimmung, sondern erweitern auch die Blutgefäße. Die Gesichtshaut wird zunächst rosig oder rötlich, sieht frischer aus. Aber bleibt es nicht bei einem Glas oder sind die Erholungsphasen für die Haut (und den Körper) nicht lang genug, können selbst geringe Mengen Alkohol langfristig Hautschäden verursachen:

  • Rote Äderchen im Gesicht: Die Haut wird stärker durchblutet und es entstehen sichtbar erweiterte Äderchen unter der Haut und großflächige Rötungen. Diese Gefäßveränderungen sind nicht mehr rückgängig zu machen.
  • Alkohol schädigt die Hautbarriere: Die Haut verliert an Feuchtigkeit, trocknet aus, wird rissig und schuppt.
  • Frühzeitige Hautalterung: Das Bindegewebe wird geschwächt, die Elastizität der Haut nimmt ab, die Falten nehmen zu. Zudem entzieht Alkohol der Haut neben Wasser auch wichtige Nährstoffe, die sie für einen frischen Teint braucht.
  • Entstehung von Cellulite: Alkohol schädigt auch den Verdauungstrakt und Vitamin C kann nicht mehr optimal vom Körper aufgenommen werden. Das dadurch geschwächte Bindegewebe lässt die Haut am ganzen Körper schneller erschlaffen.
  • Die Talgproduktion in der Haut nimmt unter Alkoholeinfluss zu, wodurch Unreinheiten wie Mitesser entstehen und Pickel sprießen.

Darüber hinaus schwächt Alkohol das Immunsystem. Die Versorgung mit Nährstoffen funktioniert nicht mehr reibungslos. Durch eine geschwächte Immunabwehr wird die Haut empfindlicher und anfälliger für Entzündungen, während sich gleichzeitig die Wundheilung verlangsamt.

Infektionen können sich auch durch verstärkten Juckreiz oder mehr schuppige Hautstellen bemerkbar machen. Dies trifft insbesondere für Menschen mit chronischen Hauterkrankungen zu, die ohnehin eine geschädigte Hautbarriere haben.

Erblich bedingte, schlummernde Hauterkrankungen wie Rosazea können durch Alkoholkonsum ausbrechen. Alkohol ist der häufigste Rosazea-Trigger, der Krankheitsschübe auslösen kann.

Wenn du bereits mit Rosazea, Neurodermitis oder Schuppenflechte (Psoriasis) zu kämpfen hast, erhöht Alkoholkonsum das Risiko, dass sich das Hautbild weiter verschlechtert.

Wie sich Alkohol negativ bei Neurodermitis und Psoriasis auswirkt

Bei Neurodermitis und Psoriasis verstärkt der Alkohol die bereits bestehende Hauttrockenheit und Infektionsanfälligkeit. Die für die Haut wichtigen B-Vitamine werden dem Körper durch den Abbau von Alkohol entzogen, was bei Neurodermitikern und Psoriatikern zu Juckreiz und neuen Ekzemen bzw. erhöhter Schuppenbildung führen kann.

Wenn du in medizinischer Behandlung bist und Medikamente gegen deine Hauterkrankung einnimmst, ist bei Alkoholkonsum in jedem Fall erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Zum einen können negative Wechselwirkungen der Medikamente in Verbindung mit auch geringem Alkoholgenuss auftreten.

Zum anderen kann die Wirkung von Medikamenten in Verbindung mit Alkohol deutlich beeinträchtigt werden. Besondere Vorsicht gilt insbesondere für Biologika, die den Entzündungsmodulator TNF-alpha hemmen. Die Einnahme von TNF-Blockern (anti-TNF-α-Antikörper) wie bspw. Etanercept, Infliximab oder Adalimumab kann dazu führen, dass sich die Leberenzymwerte erhöhen. In Kombination mit Alkohol erhöht sich diese Gefahr zusätzlich. Bei Behandlung mit Biologika musst du meist nicht völlig auf Alkohol verzichten. Experten sagen, dass der Genuss geringer Mengen Alkohol möglich ist. Sobald aber Hautreaktionen oder Unverträglichkeiten auftreten, die in Zusammenhang mit dem Alkohol stehen könnten, ist aber sofortige Abstinenz zu empfehlen.

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Alkoholkonsum kann Psoriasis verstärken

Alkohol kann Juckreiz auslösen

In verschiedenen Alkoholsorten kann Histamin enthalten sein. Vor allem Rotweine, aber auch Weißwein, Sekt oder Weizenbier enthalten Histamin. Viele Menschen reagieren darauf mit Kopfweh oder Magen-Darm-Problemen, aber auch Hautsymptome wie Juckreiz, Hautrötung, Schwellung oder Nesselsucht können mögliche Symptome sein.

In Kombination histaminreichen Lebensmitteln wie reifem Käse, Fisch, Tomaten, Nüssen und verschiedenen fermentierten Nahrungsmitteln können sich Unverträglichkeitsreaktionen verstärken. Dabei spielt nicht nur der Histamingehalt des jeweiligen alkoholischen Getränks eine Rolle, sondern auch der Alkohol selbst kann Hautreaktionen auslösen: Histamin ist ein körpereigener Allergie-Botenstoff, der durch Alkohol vermehrt im Körper ausgeschüttet wird. Immer mehr Menschen können Histamin nicht mehr im normalen Umfang abbauen und leiden als Folge unter einer „Histamin-Intoleranz“. Histaminhaltige Lebensmittel und Alkohol triggern bei diesen Menschen die Unverträglichkeitsreaktionen und allergieartigen Symptome der Haut, von der kurzfristigen Errötung oder „Flush“ bis zu starken Ödemen und Hautbrennen.

Warum schwemmt man durch Alkohol auf?

Wenn dir morgens im Spiegel ein etwas aufgedunsenes Gesicht entgegenblickt, kann das am Alkoholkonsum des Vorabends liegen. Alkohol die Leber schädigt und den Zellstoffwechsel beeinträchtigt, kann der Lymphfluss gestört sein. Wenn sich das Wasser im Gewebe sichtbar ansammelt, ist dies ein Zeichen dafür, dass die Leber überlastet ist. Hält dieser Zustand an – durch dauerhaft zu hohen Alkoholkonsum oder auch andere Erkrankungen -, bleiben die Schwellungen im Gesicht bestehen. Wer auf Alkohol verzichtet, kann diese Anzeichen ganz oder teilweise rückgängig machen: Die Gesichtskonturen werden wieder straffer und die Haut sieht wieder glatter und gesünder aus.

Gibt es weniger schädliche Alkoholsorten?

Gerade dem Rotwein wird oft nachgesagt, dass er eine gesundheitsfördernde Wirkung habe. Enthält er doch viele Antioxidantien, die gewöhnlich gegen den Alterungsprozess der Haut wirken. Dies ist jedoch ein Mythos und längst widerlegt. Insbesondere für Patienten mit Rosazea birgt Rotwein ein besonders hohes Risiko negativer Effekte auf die Haut, da sich zusätzliche Beschwerden durch den meist hohen Histamingehalt einstellen können.

Bier (in geringen Mengen) soll durch die enthaltenden Antioxidantien dem Hautaltern entgegenwirken können und enthält zudem weniger Alkohol als Wein, aber es ist fraglich, ob die positiven Effekte der Antioxidantien die negativen des Alkohols in Bezug auf die Hautalterung ausgleichen können.

Vorsicht ist jedoch auch bei hohem Zuckergehalt geboten, wie in Cocktails und Alkopops. Diese erhöhen den Insulinspiegel und können damit Entzündungen und Akne auslösen.

Auch salzhaltige Getränke solltest du meiden: Salz bindet Wasser im Körper, schwemmt daher auf und lässt dich alt aussehen.

Allgemein soll klarer, hochprozentiger Alkohol mit weniger natürlichen oder zugefügten Inhaltsstoffen gesünder für die Haut sein, doch hier ist natürlich schneller eine hohe und damit schädliche Alkoholdosis erreicht.

Erholt sich die Haut, wenn wir eine Alkoholpause einlegen?

Der Alkoholgenuss des Vorabends kann verantwortlich für die am nächsten Morgen geschwollenen Augen, den erhöhten Juckreiz oder das Hautbrennen sein. In dem Fall können wir unser Hautbild über unser Alkoholkonsum-Verhalten gezielt steuern.

Insbesondere Neurodermitis-, Psoriasis- und Rosazea-Patienten könnten durch gänzlichen oder teilweisen Alkoholverzicht eine Besserung Ihres Hautbildes und damit auch Ihrer Lebensqualität erreichen. Vorausgesetzt ist natürlich, dass die Symptome in Verbindung mit Alkohol verstärkt auftreten.

Alkoholbedingte Hautveränderungen sind „bis zu einem gewissen Grad“ umkehrbar, doch wenn über längere Zeit die risikoarme Alkoholmenge überschritten wird, sind die Schäden in der Haut nicht mehr rückgängig zu machen. Weder erweiterte Äderchen können sich wieder zusammenziehen, noch kann das Bindegewebe repariert werden, um den Elastizitätsverlust der Haut wiedergutzumachen. Grundsätzlich gilt: Je weniger Alkohol du trinkst, desto besser für deine Haut.

Wieviel Alkoholgenuss ist denn jetzt gefährlich?

Wirklich unbedenklich ist Alkohol nach Meinung der Fachleute nie, denn er erhöht grundsätzlich die Gefahr von Gesundheitsschäden. Wenn wir jedoch als gesunde Erwachsene gewisse Grenzwerte einhalten, gehen wir nur ein geringes gesundheitliches Risiko ein.

Dieser „risikoarme Konsum“ liegt für Frauen bei maximal zehn bis zwölf Gramm reinem Alkohol täglich, für Männer bei der doppelten Menge. Ein kleines Glas Bier (0,25 l) oder ein Glas Sekt enthält bereits die für Frauen maximale, risikoarme Alkoholdosis. Da gerade beim Alkohol die Dosis bestimmt, wie schädlich er für deinen Körper und deine Haut ist, gönne dir alkoholfreie Tage oder Wochen. Spätestens die Fastenzeit ist immer ein günstiger Zeitpunkt auszutesten, ob ein zeitweiser Verzicht das Hautbild oder gar den allgemeinen Gesundheitszustand bessern kann.

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