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Ayurveda-Medizin bei Hauterkrankungen

Ayurveda ist eine indische Heilkunst und gleichzeitig einer der ältesten Wissensschätze rund ums Thema Gesundheit. Auch heutzutage können wir uns dieses Wissen zu Nutze machen. Bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis und Akne kann Ayurveda den Heilungsprozess positiv unterstützen. Ayurveda ist eine alternative Möglichkeit zur Schulmedizin, die aber auch ergänzend eingesetzt werden kann. Hier findest du alle relevanten Infos.

Was ist Ayurveda?

Ayurveda ist in Indien neben der Schulmedizin sehr anerkannt und wird auch auf Universitäten gelehrt. In Europa hingegen assoziiert man mit Ayurveda oft eher Wellness, was vermutlich damit zusammenhängt, dass beim Heilungsprozess auch Massagen mit Ölen, Kräutertherapien oder Meditation eingesetzt werden.

Ayurveda beruht auf einer ganzheitlichen Denkweise. Der Mensch wird als Ganzes betrachtet: Finden eines Gleichgewichts zwischen Körper, Geist und Seele, das insbesondere auch auf persönliche Bedürfnisse eingeht.

Bei einer chronischen Hauterkrankung spielen neben der Hautpflege auch Entspannungstechniken, Ernährung und Lebenseinstellungen eines individuellen Menschen beim Heilungsprozess eine entscheidene Rolle.

Gesundheit ist nach Ayurveda kein messbarer Wert, der mit anderen Menschen verglichen werden kann, sondern ein Zustand von Zufriedenheit, Lebensfreude und Vitalität. Die Gedanken der Betroffenen sind daher auch wichtig für den Heilungsprozess. Für diesen gibt es neben Therapien der klassischen Schulmedizin auch Teile der Naturheilkunde, die zur Linderung und Heilung gemeinsam eingesetzt werden.

Was macht Ayurveda anders als Schulmedizin?

Ein großer Unterschied zwischen Ayurveda und der europäischen Schulmedizin ist, dass bei Ayurveda die Ursache der Hautkrankheit herausgefunden werden soll und erst dann die Symptome behandelt werden. Im Gegensatz zur Schulmedizin, die vorwiegend Symptome (Juckreiz, Entzündung, trockene Haut, usw.) behandelt. Für eine gesunde Haut sind aus ayurvedischer Sicht drei Säulen von Bedeutung: eine zuträgliche Ernährung, die richtige Hautpflege und eine mentale Balance.

Die Haut aus ayurvedischer Sicht

Man unterscheidet im klassischen Ayurveda allgemein zwischen drei Hauttypen, sogenannten Doshas: Pitta (Feuer), Vata (Luft) und Kapha (Erde). Jeder dieser drei Typen hat jeweils eigene Merkmale, durch welche auf eine typgerechte Behandlung geschlossen wird. Die Haut ist gesund, wenn sie alle benötigten Nährstoffe erhält (Doshas im Gleichgewicht).

Pitta Hauttyp: gesunde, leicht rötliche Haut; meist warme Haut; zu Sommersprossen neigend; empfindliche bei Sonne, Allergenen und zu fetthaltigen Cremen

Vata Hauttyp: zarte, feinporige und trockene Haut; eher kalte Haut; zu Rissen neigend; empfindlich bei Kälte, trockener Luft und feuchtigkeitsarmer Pflege

Kapha Hauttyp: straffe, weiche und eher fettige Haut; eher kalte Haut; verträgt Sonne; widerstandsfähig

Hautprobleme entstehen nach Ayurveda aufgrund von einer Störung des Stoffwechsels (Doshas im Ungleichgewicht). Unsere Haut steht demnach unter einem starken Einfluss des Nähstoffsaftes (Rasa Dhatu) und des Blutes (Rakta Dhatu). Bei einem Ungleichgewicht von ersterem kommt es zu einem Spannungszustand und Problemen mit der Hautfeuchtigkeit, bei zweiterem zu Trockenheit und vermehrter Faltenbildung, was infolge zu verschiedenen Hautkrankheiten führen kann.

Bei den drei Hauttypen äußern sich diese Merkmale ungesunder Haut anhand von:  Pitta Hauttyp: gerötet, heiß, starker Pigmentation, leicht ölig, zu Entzündungen neigend, gelblich, brennend, nässend, eiternd, blutig, ist am stärksten ernährungsbeeinflusst

Vata Hauttyp: trocken, dünn, rau, kalt, blass, glanzlos, bräunlich, bläulich, kribbelnd, schmerzhaft, wandernd, zusammengezogen, taub, faltig, vorzeitig gealtert

Kapha Hauttyp: gut durchfeuchtet, ölig, fettig, dick, juckend, blass, weißlich, geschwollen, schleimig, Pusteln, Pickel, Zysten

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Diagnoseverfahren – wie arbeitet der Ayurveda-Arzt?

Der Arzt bzw. die Ärztin untersucht deine Haut mit verschiedenen Sinnen. Er betrachtet sie mit seinen Augen und unterscheidet nach Pigmentierung, Glanz, Farbe und Aufnahmefähigkeit. Außerdem fühlt er mit seinen Händen und riecht mit seiner Nase. Für eine ganzheitliche Diagnose werden vor allem die Pulsdiagnose, Augendiagnose, Lippendiagnose und die Zungendiagnose eingesetzt. Die Untersuchungsergebnisse liefern ein Verständnis für die individuelle Krankheitsentwicklung, woran anschließend die Therapie angepasst wird. Bei der gründlichen Diagnose werden neben dem Hautzustand auch der Lebensstil und die Ernährungsgewohnheiten betrachtet. Chronische Hautkrankheiten können daher in Ayurveda-Kliniken bzw. beim Ayurveda-Arzt des Vertrauens umfassend behandelt werden.

Videotipp: 360° Geo Reportage:Indien, heilendes Ayurveda

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Ayurveda Therapien bei Hauterkrankungen

Kennt der behandelnde Arzt die Krankheitsentwicklung, wird ein individuelles Therapiekonzept für den Patienten erstellt. Diese Therapie kann in die vier wichtigsten Behandlungsmethoden unterteilt werden: Ernährung, Entspannungstechniken, Lebenseinstellung und Hautpflege. Bei Ayurveda spricht man von den sieben Säulen der ganzheitlichen Therapie, die hier zusammengefasst werden.

Ayurveda: Hautprobleme durch falsche Ernährung

Was wir essen und unserem Körper zuführen zeigt sich nach Ayurveda bei Hauterkrankungen auf unserer Hautoberfläche wieder. Vor allem Ernährungsfehler und hautschädliche Lebensgewohnheiten spielen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung und dem Fortbestehen von Hautkrankheiten:

  • zu viel frisches Getreide
  • zu viel Joghurt und Milch
  • Fleisch (vor allem Rind und Schwein)
  • Meeresfrüchte und dunkler Fisch
  • sehr salziges oder sehr saures
  • zu scharfe Gewürze wie Chilli und Pfeffer
  • fermentierte Produkte
  • zu viel Rettich, Gebäck, Sesam
  • unzuträgliche, fettige und schwere Lebensmittel
  • aggressive Zubereitung wie scharfes Braten, Rösten, Grillen, Backen und Frittieren
  • hoch erhitzte Pflanzenöle wie Sonnenblumenöl, Distelöl oder Sesamöl
  • ungekochte Lebensmittel
  • Fertigprodukte
  • Alkohol
  • körperliche Anstrengung nach schwerer Mahlzeit
  • Trinken zu kaltem Wassers nach körperlicher Anstrengung oder starker Hitze
  • Unterdrücken natürlicher Bedürfnisse wie Erbrechen
  • Tagesschlaf

Richtige Ernährung nach Ayurveda

Vor der Ernährungsumstellung kommt oft eine Entschlackung und Entgiftung des Körpers zum Einsatz, um den Heilungsprozess der Haut zu fördern (unbedingt in Absprache mit dem zuständigen Arzt!).

Eine spezielle und individuell abgestimmte Ernährung wird an die genetische Veranlagung (Hauttyp) und die aktuelle körperliche Verfassung angepasst. Dabei wird darauf geachtet, dass die Haut mit wichtigen Nährstoffen versorgt wird, ohne die Verdauung und den Stoffwechsel zu belasten. Zudem ist die Ernährung nach Ayurveda vorwiegend vegetarisch, da Fisch und Fleisch als Ursache für Dermatosen gesehen werden.

10 Ernährungsregeln für eine gesunde Hautbarriere

  • vorwiegend süße und bittere Nahrungsmittel essen (statt salzigen und sauren)
  • mild zubereiten (Kochen, Dünsten und Dämpfen)
  • frisches gedünstetes Gemüse essen
  • frisches, süßes, reifes und saisonales Obst essen (wie Trauben, Äpfel, Birnen, Melonen)
  • frische Salate mit bitterem Geschmack zu dir nehmen (Chicorée, Löwenzahn, Radicchio, Endivie)
  • vermehrt gekochtes Getreide wie Reis, Quinoa, Dinkel oder Hafer verwenden
  • gekochte Hülsenfrüchte essen
  • pasteurisierte, biologische Kuhmilch und Sahne verwenden
  • hochwertige Fette verwenden (Ghee, Olivenöl, Kokosfett)
  • verdauungsfördernde, milde Gewürze verwenden (Kurkuma, Koriander, Ingwer, Kardamom)

Zusätzlich zu diesen Geboten der Ernährungstherapie werden ayurvedische Nahrungsergänzungen empfohlen, die das Hautbild positiv beeinflussen. Dazu gehören spezielle Teemischungen, Kräuterabkochungen oder individuelle Kräutermischungen.

Entspannungstechniken

Für eine Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens werden verschiedene Techniken zur Entspannung angeboten. Dazu gehören Ölmassagen, Kräuterauflagen und Packungen, Klangtherapien oder trockene und feuchte Hitzeanwendungen. Zudem gibt es die Möglichkeit eine Entspannungstechnik wie Yoga oder Mediation zu erlernen.

Durch eine positive Lebenseinstellung strahlt die Haut

Die Verbindung von Haut und Psyche ist den meisten Betroffenen klar. Umgangssprachlich werden Aussagen wie „aus der Haut fahren“ oder etwas „hautnah“ erleben verwendet. Das zeugt davon, dass Gemütszustände sich direkt auf die Haut auswirken wie Erröten durch Verlegenheit, Schwitzen bei Nervosität, Blässe bei Wut.

Bei Personen mit Hauterkrankungen spielen Gedanken eine sehr wichtige Rolle. Nach Ayurveda befinden sich beispielsweise Neurodermitiker in einem Zustand von geistiger Unruhe (z.B. durch Stress), was die Hautprobleme verschlimmern kann. Bei Psoriasis und ausgeprägter Akne kann hingegen die körperliche Erkrankung zu einer psychischen Belastung (z.B. Depression) führen.

Daher ist die Lösung von emotionalen Problemen ein Anliegen des Ayurveda. Hier gibt es die Möglichkeit der Psychotherapie, wobei ein Zustand von mentaler Stärke und Resilienz erzielt werden soll, oder die Mediation. Die Stärkung des Selbstwertgefühles und Befreiung von negativen Gedanken liegt im Vordergrund.

Hautpflege nach Ayurveda

Bei der Hautpflege wird komplett auf Kortison verzichtet und an dessen Stelle werden großteils wertvolle Heilpflanzen und natürliche Produkte bei der Hautpflege eingesetzt. Dazu zählen Pflanzenöle, Gheeprodukte und Pasten aus frischen oder getrockneten Nahrungsmitteln und Heilpflanzen.

Bei der modernen Hautpflege werden heutzutage Naturprodukte auf Basis von Heilpflanzen und Ölen angeboten. Für die äußere Anwendung gibt es sogenannte „Packungen“, die je nach Bedarf frisch hergestellt werden. Die Kräutermischungen müssen an jeden Patienten individuell abgestimmt verwendet werden.

Zwölf wertvolle Pflanzen und ihre Wirkung für die Haut sind

  • Amalaki (Amlabaum; antioxidativ, kühlend)
  • Chandana (Sandelholzbaum; kühlend, beruhigend, aufhellend)
  • Guduchi (indische Schlingpflanze; antioxidativ, blutreinigend)
  • Haridra (Kurkuma; blutreinigend, antiallergisch)
  • Khadira (Gerber-Akazie; antiekzematös, adstringierend)
  • Kumari (Aloe Vera; kühlend, wundheilend)
  • Mandukaparni (indische Wassernabel; beruhigend, hautverjüngend)
  • Manjishta (indischer Krapp; blutreinigend, pigmentkorrigierend)
  • Nimba (Niembaum; antimikrobiotische gegen Bakterien und Pilze)
  • Sariva (indische Kletterpflanze; juckreizlindernd, schweißregulierend, antiallergisch)
  • Shallaki (Weihrauch; hilfreich bei Entzündungen, antiallergisch)
  • Yashtimadhu (Süßholz; wundheilend)

Traditionelle Ayurvedische Rezepte sind beispielsweise

  • Chyavanprash Amla-Mus (Anti-Aging pur für Ihre Haut)
  • Kaishora Guggulu (bei Akne und Ekzemen)
  • Panchatiktaghrta Guggulu (bei tieferliegenden Dermatosen)
  • Manjishtadi Kvatha (bei Blutreinigigung)
  • Khadirarishta (für reine, strahlende Haut)
  • Nimbarishta (Elixier mit der ganzen Kraft des Niembaums)

Videotipp: Ayurveda - wie hilft es hier und heute

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Unser Fazit

Ayurveda kann bei Hautkrankheiten wie Akne, Neurodermitis und Psoriasis eingesetzt werden, um das eigene Wohlbefinden und Selbstvertrauen, sowie eine gesunde Haut zu fördern. Nach Ayurveda hängt der Heilprozess besonders von den inneren Vorgängen ab, die durch eine gesunde Ernährung und Lebensweise verbessert werden. Die ganzheitliche Betrachtung bei Hauterkrankungen stellt eine Chance dar, um durch Ayurveda-Medizin einen stabileren Hautzustand zu erreichen.

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