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Was du über aktinische Keratose wissen musst

Aktinische Keratose ist eine Vorstufe vom Plattenepithelkarzinom, einem weißen Hautkrebs und daher ein klarer Fall für einen Besuch beim Hautarzt. Woran du sie erkennst, wie du sie vermeiden kannst, was dein Arzt dagegen tun kann und wieso Früherkennung unglaublich wichtig ist – wir bringen dich auf den neuesten Stand!

Aktinische Keratose – was ist das?

Unter aktinischer (oder solarer) Keratose versteht man rötliche, manchmal auch hautfarbene und häufig leicht erhabene raue Stellen an der Hautoberfläche. Diese meist klar abgrenzbaren Hautveränderungen gelten als Vorstufe von weißem Hautkrebs. Doch keine Angst, die gute Nachricht lautet nämlich: Durch regelmäßige Kontrolle beim Hautarzt kann man die aktinische Keratose rechtzeitig erkennen und gut in den Griff bekommen.

Wodurch entsteht die aktinische Keratose?

Aktinische Keratosen sind die Antwort – besonders der hellen – Haut auf zu viel Sonnenbestrahlung. Daher entstehen sie ausschließlich an den sogenannten „Lichtterrassen“ des Körpers, zumeist flächenhaft im Gesicht, an den Handrücken, Unterarmen oder bei Männern auch häufig auf der Glatze. Die flächenhaften Veränderungen sind im Anfangsstadium oft nicht gut zu erkennen, jedoch lassen sie sich als raue Haustellen („wie Schleifpapier") ertasten. Am häufigsten sind Menschen über 50 mit heller Haut und hellem Haar von aktinischer Keratose betroffen, aber auch bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann diese Hautveränderung auftreten.

Geh unbedingt zum Hautarzt!

Du hast an deinem Gesicht, Hals, Kopf, Dekolleté oder den Armen eine oder mehrere raue, leicht erhabene Stellen festgestellt und bist beunruhigt? Dann sollte dich dein erster Weg zum Hautarzt deines Vertrauens führen, um ihm die Stellen zu zeigen. Um herauszufinden, ob es sich um eine aktinische Keratose handelt, wird dein Dermatologe dich genau untersuchen. Es kann sein, dass er eine Gewebeprobe entnimmt und diese ins Labor schickt. Durch die Labordiagnose lässt sich eine aktinische Keratose mit Sicherheit diagnostizieren.

Gut zu wissen: Untersuchungen haben gezeigt, dass sich nur bei etwa jedem 10. Menschen, der eine keratinische Keratose aufweist, auch Hautkrebs entwickelt. Bei vielen Menschen bleiben die Hautveränderungen der aktinischen Keratose jedoch über Jahre unauffällig. Um das Hautkrebsrisiko zu minimieren ist der Weg zum Hautarzt in jedem Fall unumgänglich!

Wie wird aktinische Keratose behandelt?

Aktinische Keratosen kann man je nach Größe, Ausbreitung und dem Ort ihrer Entstehung unterschiedlich – aber immer sehr gut – behandeln.

Behandlungsmöglichkeiten im Überblick:

  • Chirurgische Entfernung der betroffenen Hautstellen mit dem Skalpell
  • Abtragen mit einem scharfen Löffel
  • Vereisung mit flüssigem Stickstoff (ähnlich wie bei Warzen)
  • Abtragen mithilfe eines Lasers
  • Chemisches Peeling (z. B. Trichloressigsäure für medizinische Anwendungen)
  • Lokale Chemotherapie (z. B. Creme mit dem Zytostatikum 5-Fluoruracil)
  • Lokale Immuntherapie (z. B. Creme mit dem immunaktivierenden Wirkstoff Imiquimod)
  • Photodynamische Therapie (PDT): Auftragen einer Substanz, die die Haut lichtempfindlicher macht und anschließende Bestrahlung mit langwelligem Licht.

Chirurgische Entfernung mit dem Skalpell wird unter örtlicher Betäubung vollkommen schmerzlos gemacht, wenn die aktinische Keratose großflächig ist. Dagegen entfernt der Hautarzt kleinere Wucherungen mit dem sogenannten „scharfen Löffel“, einem kleinen löffelartigen Skalpell mit scharfen Rändern. Bei beiden Methoden schickt der Arzt das herausgeschnittene Gewebe ins Labor zur Untersuchung.

Kryotherapie ist eine Kältebehandlung mit flüssigem Stickstoff. Diese Therapie wird angewendet, wenn eine oder wenige Stellen befallen sind. Der flüssige Stickstoff wird entweder aufgesprüht oder mit einem Wattestäbchen auf die betroffenen Stellen aufgebracht. Durch die Eisbildung werden die Zellen im behandelten Bereich komplett zerstört. Als Teil der Behandlung können sich kleine Blasen oder Rötungen und Schwellungen bilden, auch Narben sind möglich, aber vermeidbar.

Lasertherapie kommt dann zum Einsatz, wenn die aktinische Keratose an besonders sensiblen Stellen auftritt, z. B. an der Lippe oder am oberen Ohr-Rand, wo wenig Gewebe vorhanden ist und Narben unbedingt vermieden werden sollen. Die Laserbehandlung hinterlässt normalerweise keine Narben.

Photodynamische Therapie ist ein Verfahren, das angewendet wird, wenn die aktinische Keratose große Areale wie z. B. die Unterarme oder den Rücken erfasst hat. Auf das befallene Gebiet wird eine spezielle Creme aufgetragen. Der Wirkstoff dringt in die kranken Zellen ein und erhöht dort die Lichtempfindlichkeit. Das so vorbereitete Areal wird danach dem Tageslicht ausgesetzt. Dadurch entstehen aggressive Sauerstoffmoleküle, die das Tumorgewebe zerstören. Diese Art der Therapie ist sehr effektiv und bringt kosmetisch sehr gute Ergebnisse.

Lokale Behandlungsmöglichkeiten mit Cremen und Gelen
Es steht eine Reihe von Arzneimitteln zur Verfügung, die sowohl für die Behandlung sichtbarer als auch unsichtbarer aktinische Keratosen zu Hause angewendet werden können. Durch die Anwendung des Wirkstoffs 5-Flurouracil 5 % auf der Haut entstehen Rötungen, Schwellungen, und Krusten. Die Behandlung erfolgt über 4 – 6 Wochen in enger Absprache mit dem behandelnden Dermatologen. Eine Creme mit dem Wirkstoff Imiquimod regt die Abwehrmechanismen der Haut an, wodurch es zu einer Entzündung kommt. Im behandelten Bereich kann es zu Krustenbildungen, Hautrötungen und Schmerzen kommen. Die Therapiedauer beträgt 4–8 Wochen, die Anwendungsintervalle können an die Heftigkeit der Nebenwirkungen angepasst werden. D. h., dass in Absprache mit dem Hautarzt die eine oder andere Anwendung ausfallen kann, wenn die Hautrötungen zu unangenehm werden.

Den Wirkstoff Diclofenac wird in Gelform angewendet. Diclofenac unterstützt die hauteigenen Abwehrmechanismen bei der Zerstörung geschädigter Zellen, die anschließende durch gesunde Zellen ersetzt werden. Üblicherweise wird die Therapie 3 Monate lang angewendet. Sie ist für größere Hautareale (bis zu 200 cm2) geeignet. Nebenwirkungen wie Hautrötungen, Blasenbildung und schmerzhafte Missempfindungen sind zu erwarten.

Welche Art der Therapie bei dir angewendet wird, kann nur dein Hautarzt entscheiden, er wird dich bei allen Fragen aufklären und beraten. Du siehst aber, dass es eine Fülle an Behandlungsmöglichkeiten gibt, sodass dir geholfen werden kann. Wenn eine Therapie nicht gut anspricht, kann dein Arzt auf eine andere Therapie ausweichen. Wichtig ist, dass du in jedem Fall den Hautarzt aufsuchst. So kannst du das Entstehen von Hautkrebs mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindern.

Konsequente Vorbeugung schützt vor aktinischer Keratose

Die aktinische Keratose wird durch UV-Strahlung verursacht.

Vorbeugen ist daher einfach:

  • Setze deine Haut nicht intensiver Sonneneinstrahlung aus, besonders nicht in den Mittagsstunden.
  • Verzichte auf Sonnenbäder und halte dich, wenn möglich, im Schatten auf. Du wirst auch dort schön braun.
  • Verwende konsequent Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor 50 oder höher (Sun-Blocker) und trage ihn alle 2 Stunden oder nach dem Schwimmen neu auf.
  • Männer mit Glatze entwickeln besonders oft eine aktinische Keratose und sollten daher unbedingt eine Kopfbedeckung tragen. Generell ist es ratsam, die Haut mit geeigneten Textilien vor intensiver Sonnenstrahlung zu schützen.
  • Schon gewusst? UV-Strahlen stecken nicht nur im Sonnenlicht, sondern können auch künstlich erzeugt werden, etwa im Solarium. Um eine aktinische Keratose und eventuell nachfolgenden Hautkrebs zu vermeiden, solltest du unbedingt auf die Sonnenbank verzichten.

Diese Tipps gelten für alle Menschen, aber besonders dann, wenn du eine sehr helle Haut hast. Helle Haut ist sonnenempfindlicher als die von Menschen mit dunklerer Haut.

Das sagt der Experte Priv.-Doz. Dr. med. Nikolaus Duschek

Dermatologe Dr. Nikolaus Duschek

Die aktinische Keratose ist eine häufige, UV-Licht bedingte Hauterkrankung, die in der zweiten Lebenshälfte auftritt und ca. 10 % aller Menschen über 60 und fast 100 % über 70 Jahre betrifft. Sie entsteht ausschließlich an Körperstellen, die der Sonne ungeschützt ausgesetzt sind, wie Gesicht (auch Ohren) Dekolleté, Arme und Rücken. Besonders betroffen sind Menschen, die viel im Freien arbeiten und chronische Sonnenanbeter. Noch vor 20 Jahren war es chic braun zu sein. Heute herrscht ein neues Gesundheitsempfinden in der jungen Bevölkerung vor, die wesentlich vernünftiger mit der Sonne umgeht. Vielfältige Behandlungsmöglichkeiten erlauben es dem Arzt, für jeden Patienten die richtige Therapie zu finden. Um der Erkrankung vorzubeugen, verwendet man Sonnenschutzmittel mit sehr hohem Schutzfaktor, meidet die Sonne besonders in den Mittagsstunden und schützt die Haut mit Textilien. Dazu sollte man regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung beim Dermatologen.
Priv.-Doz. Dr. med. NIKOLAUS DUSCHEK
FA für Dermatologie und Venerologie
FA für Chirurgie
Online Termin vereinbaren: www.duschek.co

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