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Wir wissen wie es Menschen mit Acne inversa wirklich geht

Dr. Antonia Wiala von der Abteilung Dermatologie in der Krankenanstalt Rudolfstiftung war als Expertin zu Gast beim letzten Acne inversa Gesprächsnachmittag. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Dr. Theresa Stockinger betreut sie die Acne inversa Spezialambulanz im Spital Rudolfstiftung. Im Interview mit hautinfo.at spricht die engagierte Ärztin über die schmerzhaften Hautveränderungen und welche weiteren Anzeichen mit Acne inversa in Verbindung stehen können.

Welche konkreten Anzeichen deuten auf Acne inversa hin und sollten beim Hautarzt abgeklärt werden?

Dr. Wiala: Es gibt verschiedene Arten von Hautveränderungen bei Acne inversa, die Betroffene fachärztlich abklären lassen sollten: Typisch sind entzündliche Knoten. Wenn sich diese mit einem eitrigen Sekret (Absonderung) füllen, bilden sich Abszesse, die aufplatzen und unangenehm riechen können. Je länger die Erkrankung besteht und voranschreitet, desto eher kommt es zu einer Narbenbildung und auch zur Entstehung von Fistelgängen. Das kann man sich als Tunnelsystem unter der Haut vorstellen, wobei es zumindest eine Öffnung zur Haut hin gibt.

Wie kann Acne inversa behandelt werden?

Dr. Wiala: Acne inversa verläuft sehr unterschiedlich und kann verschieden stark ausgeprägt sein. Für jeden Schweregrad stehen geeignete Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Bei einem milden Krankheitsverlauf mit vereinzelten Knoten oder Abszessen versuchen wir die bakterielle Besiedelung einzudämmen. Kleine Entzündungen können etwa mit Antibiotika behandelt werden. Bei einem schwereren Verlauf können Langzeit-Antibiotika zum Einsatz kommen. Bei Abszessen mit Fistelgängen sollte in der Regel operiert werden, um die betroffenen Hautareale auszuschneiden. Ziel der Operation ist die Heilung im operierten Areal. Eine Therapie mit einem Biologikum kann die Entzündung eindämmen und die Beschwerden nachweislich lindern.

Welche anderen Anzeichen können auch mit Acne inversa in Verbindung stehen?

Es gibt verschiedene Begleiterkrankungen, die bei Menschen mit Acne inversa gehäuft vorkommen können, aber nicht müssen. Das soll kein Grund zur Sorge sein. Es geht hierbei vor allem darum, aufmerksam den Körper zu beobachten und mögliche Anzeichen für weitere Erkrankungen frühzeitig dem behandelnden Hautarzt mitzuteilen. Auch wenn diese Anzeichen nichts mit der Haut zu tun haben, kann es vielleicht einen Zusammenhang geben. Zudem kann der Hautarzt an den richtigen Facharzt weiter verweisen.

Zu diesen Anzeichen für weitere Erkrankungen zählen Übergewicht, erhöhte Blutfette, erhöhter Blutzucker oder Bluthochdruck, die miteinander auch unter dem Begriff metabolisches Syndrom bekannt sind. Diese Anzeichen (davon ausgenommen ist Bluthochdruck!) sehen wir zum Teil auch verstärkt bei Patienten mit Acne inversa, weshalb darauf besonderes Augenmerk gelegt werden sollte.

Ein weiteres Anzeichen sind wiederkehrende Durchfälle und auch regelmäßige Gelenksschwellungen oder -schmerzen. Diese können auf chronisch entzündliche Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Arthritis (entzündliches Rheuma) hindeuten und sollten ebenso dem behandelnden Hautarzt mitgeteilt werden. Der Hautarzt wird dann an die richtigen Fachärzte zuweisen.

Patientinnen berichten teilweise von einem Zusammenhang mit ihrem Hormonhaushalt. Zyklusunregelmäßigkeiten können ein Polyzystisches Ovar Syndrom als Ursache haben, das häufig erst dann bemerkt wird, wenn sie vergeblich versuchen schwanger zu werden. Es ist auch in diesem Fall ratsam, den betreuenden Frauenarzt miteinzubinden.

Acne inversa ist jene Hauterkrankung, die sich am stärksten negativ auf die Psyche der Patienten und deren Lebensqualität auswirkt. Wegen der geringen Bekanntheit der Erkrankung erfahren betroffene Patienten häufig Ablehnung und Stigmatisierung. Dies kann sich längerfristig schlecht auf die Stimmung auswirken und im schlimmsten Fall sogar zu Depressionen führen. Patienten sollten keine Scheu haben, dies offen anzusprechen und Hilfe einzufordern. Wir wissen wie belastend die Erkrankung für den Patienten ist und unser Ziel ist es, unseren Patienten eine wertvolle Hilfestellung zu bieten.

Das ausführliche Interview mit Dr. Antonia Wiala lesen Sie hier:

acne-inversa.at

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