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Die psychische Belastung von Acne Inversa

Die Hauterkrankung Acne inversa stellt eine große Herausforderung für Betroffene dar. Ein Leben mit Acne inversa bedeutet nicht nur Schwierigkeiten im Alltag durch Bewegungseinschränkungen und körperliche Schmerzen. Die Erkrankung ist oft auch eine große psychische Belastung. Die klinische Psychologin Mag. Karoline Urlesberger-Klaushofer vom Wilhelminen Spital in Wien beleuchtete das Thema aus ihrer beruflichen Erfahrung heraus.

In der Öffentlichkeit ist über Acne inversa sehr wenig bekannt und wenn das Verständnis für die Erkrankung in der Familie, in der Beziehung, in der Schule oder am Arbeitsplatz fehlt, kann dies beim Betroffenen Stress auslösen und damit die Gesamtsituation erschweren.

Die Lebensqualität ist durch Acne inversa beeinträchtigt. Neben Schmerzen und Schlafstörungen belastet viele Betroffene die Bewegungseinschränkung durch die Narbenkontrakturen. Zusätzlich können psychosomatisch orientierte Störungen aus den klinischen Symptomen resultieren. Die Entstellungsproblematik durch Narben ist eng verbunden mit Schamgefühl.

Wer an Acne inversa leidet, hat manchmal das Gefühl, sich für die Erkrankung schämen zu müssen und versucht, diese soweit wie möglich zu verstecken. Das funktioniert in der Außenwelt ganz gut, in einer Beziehung ist dies schon schwieriger. Unästhetische Vernarbungen an der Haut sowie der unangenehme Geruch, der von den nässenden Hautbereichen ausgeht, bedingt ein Unwohlsein, eine Angespanntheit beim Kontakt mit anderen Menschen. „Die Sichtbarkeit nach außen ist bei dieser Hauterkrankung selten das Problem, da die Symptome meist an Körperstellen auftreten, die für Außenstehende nicht offensichtlich sind.

Gerade vor dem eigenen Partner sollte man sich nicht verstecken! Die Psychologin appelliert: „Sprecht offen über die Erkrankung und die damit verbundenen negativen Gefühle! Dies hilft einem selbst und dem Partner, besser mit der Erkrankung zu leben.“

Das Ekelgefühl entsteht durch belästigenden Geruch an sich selbst und im sozialen Umfeld. Die Öffentlichkeit ist zu wenig über Acne inversa aufgeklärt. Aussagen von Kollegen wie z.B. „wasche dich mehr!“ stigmatisieren Betroffene und führen zu Angst vor völliger sozialer Diskriminierung. Acne inversa hat Auswirkungen auf den Selbstwert des Betroffenen. Manchmal geht eine Acne inversa Erkrankung mit dem sozialen Rückzug und völliger Vereinsamung einher,“ ergänzt Frau Mag. Karoline Urlesberger-Klaushofer.

Des Weiteren machen die eingeschränkte Leistungsfähigkeit durch die Erkrankung selbst, sowie Folgeerkrankungen den Betroffenen zu schaffen. Daraus können verschiedene Angststörungen entstehen. Viele Acne inversa-Betroffene fürchten sich vor belastenden Operationen, langen Krankenständen, Arbeitslosigkeit und den daraus folgenden finanziellen Problemen für sich und die ganze Familie. Diese psychische Belastung verursacht Stress im Körper und kann damit die Entzündung weiter steigern.

Zeig der Acne inversa die Zähne!

Die innere Einstellung ist ausschlaggebend und mit einer positiven Einstellung wird der Alltag besser zu meistern sein. Mach dir bewusst, dass jeder Körper eine Schwachstelle hat! Der eine leidet an Kreuzschmerzen, der andere hat Fieberblasen, der nächste an Bluthochdruck und mancher neigt zu Abszessen. Durch eine Stresssituation kann die Schwachstelle ausgelöst werden. Mit psychologischer Unterstützung kannst du die Grunderkrankung nicht heilen, aber du bekommst einen besseren Umgang

Der Faktor Zeit

Acne inversa ist nach dem aktuellen medizinischen Stand nicht heilbar, aber durch eine gezielte Behandlung und Beratung beim Facharzt in den Griff zu bekommen. Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto besser kann Acne inversa behandelt werden. „Dazu kann eine psychologische Unterstützung sehr hilfreich sein. Die psychologische Behandlung hilft zu verhindern, dass Menschen aufgrund ihrer Erkrankung in eine Depression schlittern und Angststörungen und Phobien entwickeln, die sogar in Selbstmordgedanken enden können. Im Rahmen der Behandlung lernen die Patienten die physischen und psychischen Symptome verstehen, um langfristig besser damit klarkommen zu können.“ weiß Frau Mag. Urlesberger aus ihrer Erfahrung. Fordere die dir zustehende Unterstützung beim Arzt ein und hole dir psychologische Hilfe, wenn es nötig ist.

Abschließend sagt Mag. Urlesberger-Klaushofer: „Nachdem eine permanent hohe Stressbelastung das Immunsystem angreift und schwächt, kann dies meist die Symptome einer Acne inversa verstärken. Durch die Vermeidung von negativem Stress und dem Erlernen einer Entspannungstechnik wie zum Beispiel Autogenes Training, Qi Gong oder Yoga kannst du deine Lebensqualität verbessern.“

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Frau Mag. Karoline Urlesberger-Klaushofer für das informative Gespräch.

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