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Acne inversa - Dranbleiben lohnt sich!

Obwohl es weltweit ca. 70 Mio. Erkrankte geben soll, ist die rechtzeitige Diagnose der Acne inversa oftmals ein Problem. So kann es bis zu 12 Jahre dauern, bis ein Arzt feststellt, dass wiederkehrende Abszesse oder eitrige Knoten zu einer Acne inversa gehören. Dabei ist die frühzeitige Diagnose für den Behandlungserfolg so wichtig. Hinter Betroffenen liegt oft eine jahrelange Odyssee durch die unterschiedlichsten Arztpraxen.

Ist einmal die richtige Diagnose gestellt, gilt es dranzubleiben und nach der passenden Therapieform zu suchen. Denn nicht jedes Medikament ist für jeden Patienten geeignet. Mit dem passenden Mittel können die Symptome gelindert und das Lebensgefühl deutlich verbessert werden.

Schmerzen und schamvolle Situationen erschweren den Alltag

Menschen mit Acne inversa müssen oftmals schon in jungen Jahren lernen, mit dieser schwerwiegenden, chronischen Erkrankung zu leben. Nicht nur, dass die Hautentzündungen sehr schmerzhaft sein können, sie nässen auch und Eiter kann sich entleeren. Das führt dazu, dass manche Betroffene sich schämen und auf viele Dinge verzichten. So berichten Betroffene davon, dass sie Freibäder meiden, um nicht den starrenden Blicken anderer ausgesetzt zu sein. Wiederkehrende Abszesse im Intimbereich sind besonders schmerzvoll und belastend. Selbst das Gehen oder längeres Sitzen können dann zur Aufgabe werden. In der Folge kommt es zu Krankenständen. Manchen Betroffenen fällt es schwer, ihren gelernten Beruf noch auszuüben. Gerade Abszesse im Genital- bzw. Analbereich führen dazu, dass sich Betroffene immer mehr zurückziehen. Wenn man sich im eigenen Körper nicht mehr wohlfühlt, macht sich das natürlich in sozialen Beziehungen und in der Partnerschaft bemerkbar.

Drüber reden hilft!

Dr. Martina Schütz-Bergmayr Dermatologin Linz
Dr. Martina Schütz-Bergmayr

Wichtig ist, dass Betroffene sich jemandem anvertrauen können und Unterstützung im eigenen Umfeld suchen oder im Bedarfsfall auch psychologische Betreuung zulassen. Denn Betroffene schildern auch, dass sich die Krankheit verschlechtert, wenn sie sich schlecht fühlen oder Schicksalsschläge wie Todesfälle verarbeiten müssen. Betroffene haben manchmal den Eindruck, dass ihre Anliegen und Emotionen zu wenig Gehör bei den Ärzten finden oder scheuen das Gespräch davor. Dabei ist der Mensch als Ganzes zu sehen, wie Dermatologin Dr. Schütz-Bergmayr immer wieder betonte. An der Abteilung für Dermatologie an der Kepler Universitätsklinik in Linz steht deshalb beispielsweise ein Psychologe zur Verfügung.

Das können Menschen mit Acne inversa selber tun

Dr. Schütz-Bergmayr gab den Teilnehmer einige Tipps mit, wie sie die Risikofaktoren reduzieren können. So zeigen wissenschaftliche Studien, dass der Zigarettenkonsum den Verlauf der Erkrankung beeinträchtigt. Mit weniger Zigaretten oder einem Rauchstopp können Betroffene also die Schübe und deren Auswüchse reduzieren. Übergewicht kann auch den Verlauf der Erkrankung erschweren. Alleine schon die möglicherweise stärkere Reibung durch das Übergewicht kann dazu führen, dass sich die Haut leichter entzünden kann. Eine ausgewogene, gesunde Mischkost kann dafür sorgen, dass der Körper alle notwendigen Nährstoffe erhält und etwas Gewicht verliert. Welche Auswirkungen eine vegetarische oder vegane Ernährung auf den Körper hat, ist sehr individuell.

Jeder muss für sich herausfinden, was hilft und dem Körper gut tut. Dafür braucht es Überwindung und den guten Willen, seinen Lebensstil anpassen zu wollen. Das ist oft schwer, aber Dranbleiben lohnt sich!

Webtipp: acne-inversa.at

Acne Inversa Hilfe

Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung Acne inversa ist keine gewöhnliche Akne und dementsprechend mit vielen Tabus belegt. Viele Patienten sprechen ungern darüber und gehen erst nach langem Zögern zum Arzt. Auf diesem Online-Portal findest du einige wichtige Informationen dazu:

  • was Acne inversa ist
  • wie sich die Erkrankung äußert
  • was du beachten solltest, wenn du unter Acne inversa leidest.

Eine Top-Hilfestellung für Betroffene!

Weitere Infos auf acne-inversa.at

Wie man die Acne inversa besser im Griff haben

Die Krankheit ist leider nicht alleine durch eine gesündere Lebensführung zu therapieren. Acne inversa ist keine reine Hauterkrankung: obwohl die Anzeichen auf der Haut sichtbar sind, kann die entzündliche Erkrankung das gesamte körperliche Abwehrsystem beeinträchtigen. Bei Menschen mit Acne inversa können daher auch andere Begleiterkrankungen auftreten wie Gelenkserkrankungen (Arthritis), chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa), schwere Akne oder Depression. Wichtig ist es daher, die Entzündungen in den Griff zu bekommen. Die Behandlung der für Acne inversa typischen Abszesse und Knoten kann je nach Schweregrad unterschiedlich erfolgen:

Lokaltherapie oder topische Therapie
: Hier werden antibiotisch wirkende Salben oder Lotionen eingesetzt, die entzündungshemmend wirken.

Systemtherapie oder medikamentöse Therapie: 
Medikamente mit antibakterieller und antientzündlicher Wirkung.

Hormontherapie: 
Zu viel Testosteron im Blut verschlechtert die Acne inversa. In diesem Fall können Antiandrogene, das sind Arzneistoffe, die die Wirkung der männlichen Sexualhormone (Androgene) hemmen, die Wirkung aufheben.

Biologika
: Biologika hemmen bestimmte Botenstoffe des Immunsystems, die für das Entstehen der 
Hautveränderungen mitverantwortlich sind. Die modernen Medikamente werden als 
Spritze oder Pen verbreicht und bekämpfen sehr gezielt die Erkrankung.

Operationen: 
Je nach Schweregrad lokale Inzesionen (Öffnung von Abszessen) bis großflächiger Entfernung der Abszesse.

Acne inversa kann bei jedem Patienten anders verlaufen. Leider weiß die Forschung noch nicht, warum das so ist. In der Zukunft wird es in der personalisierten Medizin Therapieformen und -ausprägungen geben, die sich individuell auf den Patienten einstellen können. Bis dahin sollte jeder Patient gemeinsam mit dem Dermatologen dranbleiben, bis er die beste Lösung für sich gefunden hat.

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