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Hilfe, mein Kind hat Neurodermitis! Und jetzt?

Sonderbeilage DER STANDARD: Angesichts plötzlicher Hautprobleme bei ihrem Kind und der Diagnose Neurodermitis sind die Sorgen der Eltern groß. Im Interview erklärt Karin Hafner, selbst ehemalige Neurodermitis-Patienten und Gründerin des Portals hautinfo.at, was auf die Familie jetzt zukommt und wie sie lernt, mit der chronischen Hauterkrankung umzugehen.

Was tun, wenn die zarte Kinderhaut plötzlich Probleme macht?

Auf jeden Fall sollten die Eltern die Haut ihres Kindes beobachten. Denn während manche Hautprobleme nur vorübergehend auftreten, sind andere Anzeichen einer ernsthaften, chronischen Hauterkrankung. Fast jedes siebte Kind leidet heute an einer Neurodermitis. Die zeigt sich schon bei Säuglingen als überschießende Reaktion des Immunsystems mit rötlichen, sehr trockenen, schuppenden und/oder nässende Hautstellen: meist im Gesicht, auf der Kopfhaut und in den Arm- und Beinbeugen. Die betroffene Haut juckt so sehr, dass das Kind schlecht schlafen kann und sich oft blutig kratzt. Durch das Kratzen wird die Haut verletzt und Bakterien können die somit durchlässigere Hautbarriere und damit einen wichtigen Teil unserer körpereigenen Immunabwehr leicht überwinden. Entzündungen wird so Vorschub geleistet.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Neurodermitis tritt schubweise auf. Ein Kind, das einen Schub erlebt, weint, weil seine Haut stark juckt. Es braucht schnelle Hilfe von einem Facharzt (Akuttherapie) – Ablenkung und Hausmittel helfen jetzt nicht mehr. Zwar ist Neurodermitis nicht heilbar, aber es gibt sehr gut wirkende Medikamente, die die Beschwerden sofort lindern und den Schub bremsen. Dazu gehört Cortison, das bei Neurodermitis schnell gegen die Entzündung hilft und sehr gut verträglich ist. Die noch immer verbreitete Angst vor Cortison ist nicht mehr begründet. Im Gegenteil: Je rascher ein Dermatologe die Behandlung startet, desto milder und kürzer verläuft ein Schub erfahrungsgemäß.

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Diagnose Neurodermitis – was heißt das für das betroffene Kind und seine Eltern?

Steht die Diagnose Neurodermitis fest, sollten sich betroffene Eltern gründlich mit der chronischen, aber nicht ansteckenden Krankheit auseinandersetzen. Nur wer ihr Wesen kennt, kann lernen, mit Neurodermitis richtig umzugehen. Eltern sollten wissen, dass die Hauterkrankung von einem komplexen Mix genetischer, immunologischer und Umweltfaktoren ausgelöst wird. Die Schübe können viele Trigger (Auslöser) haben, darunter Textilien, Infektionen, Nahrungsmittel, Klima (Hitze, Schwüle, Kälte), Tabakrauch, Kosmetika, Pollen, Tierhaare oder Stress. Eltern können versuchen, solche Trigger möglichst zu meiden, doch sie sollten sich im Klaren darüber sein, dass ein neuer Schub jederzeit und ohne Vorwarnung auftreten kann.

Welche Erste-Hilfe-Tipps haben Sie für Eltern, deren Kind plötzlich einen Schub erlebt?

  • • Versuchen Sie, ruhig zu bleiben, Ihr Stress überträgt sich auf das Kind!
  • Kühlen Sie die betroffenen Hautpartien, die Kälte lindert den Juckreiz!
  • Ein Bad hilft die Haut und das Kind zu entspannen.
  • • Cremen Sie keine stark ölhaltige Pflege auf die juckende Haut, sondern Produkte mit einem hohen Wasseranteil.

Was raten Sie für schubfreie Zeiten?

Karin Hafner hautinfo.at
Karin Hafner

Auch dann braucht die Haut besondere Zuwendung. Achten Sie auf die regelmäßige Basispflege: Zwei Mal täglich sollte die Haut mit fettreicher Hautpflege eingecremt werden. Dadurch wird der natürliche Schutzfilm der Haut aufgebaut, so dass sie Feuchtigkeit besser hält. Nach Abklingen eines Schubes empfehlen Hautärzte eine "proaktive Behandlung": Die betroffenen Hautstellen werden weiter zwei Mal die Woche mit Cortison eingecremt, ein neuer Schub kann damit rausgezögert werden.

Erzielen die klassischen Therapien keinen oder nicht den gewünschten Erfolg, kann mit dem Dermatologen eine systemische Langzeitbehandlung mit monoklonalen Antikörpern, derzeit stärkste Waffe gegen mittelschwere und schwere Neurodermitis, erwogen werden. Diese wirken im Immunsystem gezielt gegen den Defekt, der die überschießende Immunreaktion auslöst.

Stärken Sie das Kind unbedingt von Anfang an darin, selbstbewusst mit seiner Hautkrankheit und den Reaktionen der Mitmenschen darauf umzugehen. Machen sie ihm klar, dass es "mehr ist, als seine von Neurodermitis geprägte Haut".

Jetzt downloaden: Sonderbeilage "Gesundheitsvorsorge"

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