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Schweiß – warum schwitzen wir?

Der Schweiß ist eine wässrige, salzige Absonderung der Schweißdrüsen und tritt aus unseren Hautporen aus. Dabei ist Schwitzen ein natürlicher Prozess unseres Körpers, der mehrere Funktionen erfüllt. Jeder Mensch besitzt etwa 2 bis 4 Millionen Schweißdrüsen und verschwitzt durchschnittlich im Verlauf des Tages 1,5 Liter. Den meisten Menschen ist es sehr unangenehm, wenn man den Schweiß riecht. Daher verwenden wir ein Deodorant, wobei besonders aluminiumhaltige sehr umstritten sind.

Das Verb „schwitzen“ lässt sich auf die indogermanische Wurzel „swoid“ zurückführen, woraus später aus dem lateinischen Wort „sudor“ und dem griechischen „hidos“ die Bezeichnung Schweiß hervorging. Einerseits sagt man „schwitzen ist gesund“, aber gleichzeitig wird Schweiß oft mit Scham, Ekel und Abscheu assoziiert.

Als Schweiß wird die klare bzw. trübe Flüssigkeit bezeichnet, die beim Menschen über die Hautporen austritt. Der Schweiß wird von den Schweißdrüsen produziert, wobei man zwischen ekkrinen und apokrinen Schweißdrüsen unterscheidet.

Ekkrine Schweißdrüsen befinden sich überall am Körper (insbesondere an der Stirn, Hand- und Fußsohlen) und produzieren eine klare, salzhaltige Flüssigkeit, die zu etwa 99% aus Wasser besteht. Der Schweiß an sich ist geruchslos und entsteht vor allem bei Sport oder Überhitzung des Körpers, um diesen zu kühlen.

Funktionen von ekkrinem Schweiß: reguliert die Körpertemperatur (Körperflüssigkeit kühlt beim Verdunsten) hält Säureschutzmantel der Haut aufrecht (hemmt Keimwachstum auf Hautoberfläche) stärkt natürliche Barriereschutzfunktion für gesunde Hautflora (Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze werden durch leicht sauren pH-Wert des Schweißes abgewehrt) Thermoregulation (zwischen innerer Wärmeproduktion und Wärmeabgabe) Durchfeuchtung der Haut Verteilung des Hauttalgs auf der Haut entgiftet den Körper (Giftstoffe und Schlackenstoffe werden ausgeschieden)

Apokrine Schweißdrüsen hingegen werden auch als Duftdrüsen bezeichnet und kommen nur an bestimmten Körperbereichen (Leisten, Kopfhaut, Achseln, Brustwarzen) vor. Sie produzieren ein milchig-trübes oder auch öliges Sekret, das Proteine und Fettsäuren enthält. Insbesondere sind diese Drüsen bei Erregung oder emotionalem Stress (Angst) aktiv. Sie sind verantwortlich für den persönlichen Eigengeruch, sozusagen unser individuelles Parfum, das insbesondere bei der Partnerwahl (Fortpflanzung) eine tragende Rolle spielt.

Wir schwitzen unter anderem, weil der Schweiß durch das Verdunsten an der Hautoberfläche unsere Körpertemperatur reguliert. Überhitzt der menschliche Körper (z.B. durch Sport, Stress), wird die Haut außerdem stärker durchblutet. Dadurch können abgestorbene Hautzellen und freie Radikale beseitigt werden. Aber nicht alle Menschen schwitzen gleich viel.

Verschiedenste Faktoren sind entscheidend dafür, wie viel jemand schwitzt: 

  • Geschlecht: Männer schwitzen zu 40% mehr als Frauen
  • Veranlagung: Intensität variiert von Mensch zu Mensch
  • Übergewicht: man schwitzt schneller, da Fett die Körpertemperatur erhöht
  • Fitness: trainierte Personen schwitzen mehr
  • bestimmte Lebensmittel lassen Schweißdrüsen schneller arbeiten: zB Kaffee oder scharfe Gerichte

Weshalb aber stinkt Schweiß?

Schweiß an sich ist nahezu geruchslos und der unangenehme Geruch entsteht eigentlich erst durch Bakterien auf unserer Haut. Im Schweiß enthaltene Stoffe wie Harnstoffe, Eiweiße oder Milchsäure werden durch diese zersetzt. Dabei entstehen Buttersäure oder Ameisensäure, welche den unangenehmen Schweißgeruch verursachen. Unter den Achseln befinden sich besonders viele Bakterien, weshalb die meisten Menschen dort besonders intensiv riechen. Außerdem gibt es einen weiteren Unterschied zwischen Frauen und Männern: der weibliche Körpergeruch entsteht durch Mikrokokken, der männliche hingegen durch lipophile Diphteroide. Zudem kann sich der Geruch bei hormoneller Veränderung (Pubertät, Wechseljahre), Krankheit oder bestimmten Lebensmitteln stark verändern.

Deodorant – was bewirkt das Aluminium?

Um den als unangenehmen empfundenen Schweißgeruch zu verhindern, benutzen viele ein Deodorant. Das Wort stammt aus dem lateinischen und bedeutet übersetzt „Entriecher“. Es soll den unangenehmen Geruch überdecken.

Jedoch sind in vielen Deos Aluminiumsalze enthalten, die umstritten sind. Sie stehen im Verdacht, ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs und Alzheimer darzustellen. Der große Nutzen von Aluminiumsalzen bei Antitranspirantien ist, dass durch diese die Schweißdrüsen versiegt werden, wodurch die Schweißproduktion verhindert wird. Vereinfacht gesagt, können also keine Schwitzflecken mehr entstehen.

Besondere Vorsicht gilt bei Hauverletzungen oder gereizter Haut (zB durch Rasur), auf diesen Hautstellen sollte das Produkt nicht aufgetragen werden. Es empfiehlt es sich, auf „aluminiumfreie Deodorants“ umzusteigen. Es gibt am Markt mittlerweile viele wirksame Alternativen, jedoch muss individuell entschieden werden, was als angenehm empfunden wird. Der Nachteil dieser Deos ist, dass sie zwar den Geruch überdecken, aber die Achselnässe (Schwitzflecken) nicht verhindern.

Hyperhidrose – übermäßiges Schwitzen

Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der übermäßig viel Schweiß gebildet wird und zwar, weil eine Fehlbildung der Schweißsekretion vorliegt. Vor allem wenn man trotz niedriger Außentemperaturen schwitzt, kann dies ein Indiz für eine Hyperhidrose sein. Auf jeden Fall sollte ein Arzt bzw. eine Ärztin zu Rate gezogen werden, um dies eindeutig abzuklären. Betroffene leiden sehr stark unter der Erkrankung.

Es gibt einige unterschiedliche schulmedizinische Behandlungsmöglichkeiten bei übermäßigem Schwitzen: eine Möglichkeit stellen Botox-Injektionen dar, die direkt in den Bereich der Achseln injiziert werden (hält ca. ein halbes Jahr), aber auch chirurgische Verfahren werden angeboten. Bei einer Laserbehandlung werden die Schweißdrüsen entfernt. Alternative Behandlungen gibt es vor allem im Bereich der Naturheilkunde: Salbei soll besonders positiv wirken, da er die Schweißproduktion allgemein eindämmt. Aber auch Kalt-Warm-Duschen oder Umschläge mit Eichenrinde sollen gute Erfolge erzieln.

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