Soziale Netzwerke
FacebookGoogle+YouTube
Suche Hautlexikon Newsletter

Nichts mehr verpassen!
Der hautinfo.at-Newsletter

* Pflichtfelder

Forum

Psoriasis Arthritis

Wenn Bewegung zur Qual wird! Psoriasis Arthritis als eine der häufigsten Begleiterscheinung bei Psoriasis. Bei der überwiegenden Zahl der Betroffenen tritt die Gelenksbeteiligung erst mehrere Jahre nach den Hautsymptomen auf. Eine Abgrenzung zu anderen rheumatischen Erkrankungen ist manchmal nicht einfach, da die Symptome sehr ähnlich sind. Detaillierte Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren wie beispielsweise Röntgen können endgültig Aufschluss geben.

Psoriasis Arthritis zeichnet sich durch rheumatische Faktoren aus, wobei bei dieser Form der Schuppenflechte die Gelenke befallen sind. Charakteristisch sind entzündliche und schmerzhafte Schwellungen einzelner Finger- oder Zehengelenke. Es kann auch nur ein einzelner Finger („Wurstfinger“) beziehungsweise eine einzelne Zehe („Wurstzehe“) betroffen sein. Zusätzliche können Entzündungen an den Sehnenscheiden sowie an der Wirbelsäule auftreten. Häufig sind gleichzeitig auch die Nägel sowie die Augen befallen.

Psoriasis-Arthritis ist manchmal schwer von anderen akuten oder chronischen Gelenkserkrankungen wie Arthritis oder Gicht zu unterscheiden. Dies kann passieren, wenn augenscheinlich keine typischen Psoriasis Plaques auf der Haut zu sehen sind.

Die entzündlichen Schmerzen der Psoriasis Arthritis können sowohl im Ruhezustand aber auch aktiver Tätigkeit auftreten. Morgensteifigkeit, Schwellungen der Gelenke und akut einsetzende Schmerzattacken zählen zu weiteren Symptomen dieser Erkrankung. Bei einer akuten Attacken kann zum Beispiel das Großzehengelenk stark anschwellen und fühlt sich sehr warm an. Dies wird dann öfter fälschlicherweise mit einem akuten Gichtanfall verwechselt.

Bei Psoriasis Arthritis wird zwischen drei Typen unterschieden:

distaler Typ: Schwellung der Zehen- und/oder Fingergelenke sowie in schweren Fällen auch der Gelenke vom Schlüsselbein bis zum Sprunggele

zentraler Typ: betroffen sind die Wirbelsäule und das Kreuzbein-Darmgelenk

mutilierender Typ: diese schwerste Form der Psoriasis Arthritis betrifft vor allem die Gelenke an Händen und Füßen sowie die Wirbelsäule. Es drohen bleibende Schäden an den jeweiligen Gelenken, wobei durch eine frühzeitig begonnene Therapie spätere Behinderungen meist verhindert werden können.

 

 

Wie erkennt man eine Psoriasis Arthritis?

Diese Diagnose setzt eine Schuppenflechte in Verbindung mit einem entzündlichen Gelenk- und/oder Wirbelsäulenbefall voraus. Charakteristisch bei Schuppenflechte ist der Hautbefall mit den typischen psoriatischen Plaques (Schuppen) an Brustkorb, in der Nabelgegend, den Achselhöhlen, Analfalten oder Finger- und Zehenspalten. Dazu kommen die Gelenksbeschwerden, die von den Betroffenen symptomatisch meist als stärker und beschwerlicher empfundenen werden. Um eine genaue Diagnose stellen zu können, führt der Facharzt, bei Psoriasis Arthritis ein Rheumatolge, Blutuntersuchungen und Röntgenaufnahmen durch. Ein weiterer Indikator sind positive Familiengeschichten (bereits diagnostizierte Psoriasis Arthritis Vorfälle bei Familienmitgliedern).

Behandlung Psoriasis Arthritis

Eine Psoriasis Arthritis ist nicht heilbar, der Kranheitsprozess kann aber aufgrund von passender Medikation hinausgezögert oder angehalten werden. Wichtig ist, dass bei den ersten Anzeichen der Facharzt aufgesucht wird. Wer dies nicht tut, riskiert im schlimmsten Fall, dass die Gelenke zerstört werden oder die Wirbelsäule sich versteift. Frühzeitig erkannt kann diese Erkrankung gut behandelt werden!

Zur ersten Linderung der Beschwerden kommen nichtsteroidale (=ohne Cortison) Antirheumatika zum Einsatz. Cortison sollte nur in sehr schweren Fällen gespritzt werden. Wenn die Krankheit bereits fortgeschritten ist, werden Substanzen wie Leflunomid, Methotrexat und Sulfasalazin verschrieben. Der Wirkstoff Ciclosporin wird dann eingesetzt, wenn man auf die anderen Substanzen nicht anspricht.

Eine sehr erfolgreiche Behandlung der Psoriasis Arthritis versprechen die sogenannten Biologika. Biologika sind biotechnologisch hergestellte Medikamente und greifen gezielt in den Entzündungsprozess ein. Dabei wird die überschießende Reaktion des Immunsystems eingedämmt. Die meisten Biologika Präparate blockieren den Botenstoff TNF-a (ein pro-entzündlicher Botenstoff), der Entzündungen im Körper hervorruft bzw. verstärkt. Durch das gezielte Blockieren von TNF-alpha mit Biologika kann die Entzündung gebremst und die Symptome der Schuppenflechte können gelindert werden. Biologika dürfen nicht eingesetzt werden bei einer akuten Infektion wie zB Lungenentzündung, bei Schwangerschaft oder einer Krebserkrankung. Während der Biologika Behandlung sind regelmäßige Kontrollen durch Arzt erforderlich (alle 2-3 Monate). Besonders in den ersten Monaten können grippeähnliche Symptome auftreten, welche aber in der Regel rasch wieder abklingen. Biologika Medikamente können als PEN oder Fertigspritze unter die Haut (subcutan) oder als Infusion in die Vene (interavenös) verabreicht werden. Die Wahl, welches Biologikum eingesetzt wird, ist von verschiedenen Faktoren abhängig (Begleiterkrankungen, Nägelbeteiligung, Gelenksbeteiligung, etc.) und wird vom behandelnden Arzt festgelegt. Die Selbstinjektion mit einem PEN ist für den Anwender leicht erlernbar und stellt nur selten ein Problem dar. Biologika werden als Langzeittherapie mit sehr großen Erfolgen eingesetzt. Die Behandlung mit Biologika bringt vor allem für berufstätige Menschen, die meist wenig Zeit für langwierige und aufwändige Therapien haben, große Vorteile.

Jeder Psoriatiker sollte bei ersten Anzeichen von Gelenksschmerzen einen Arzt zur Abklärung einer eventuellen beginnenden Psoriasis Arthritis aufsuchen. Je früher eine Behandlung begonnen werden kann, desto besser stehen die Chancen, diese Form der Schuppenflechte gut in den Griff zu bekommen.

Vermeide Übergewicht und Nikotingenuss!

Die Entzündungsmediatoren sind bei Psoriasis-Patienten durch die Grunderkrankung stärker ausgeprägt als bei Menschen ohne Schuppenflechte. Durch Übergewicht und Rauchen werden die Entzündungsmediatoren im Körper weiter angekurbelt und dadurch können neue Schübe begünstigt werden. Menschen mit einer ausgeprägten Psoriasis Arthritis sollten deshalb Normalgewicht achten, da jedes Kilo Übergewicht vor allem die erkrankten und schmerzenden Gelenke tragen müssen. Eine physikalische Therapie mit Heilgymnastik, Radfahren oder Wandern, sowie eine Ergotherapie und eine Balneotherapie mit medizinischen Bädern (Thermalbäder, Schwefelbäder) sind nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten, die den Verlauf einer Psoriasis Arthritis bessern und die Symptome lindern können. Achte auch auf deine Ernährung! Eine glutenfreie Ernährung kann helfen. Achte dazu auf viel ungesättigte Fettsäuren wie Omega6-Fettsäuren oder Omega-3-Fettsäuren, diese haben sich bei Schuppenflechte als besonders hilfreich erwiesen.

Kostenfreie Patient.Partner Infoline

Bei der Patient.Partner Infoline erhalten Patienten und Angehörige als auch medizinischen Fachgruppen kostenfreie sozialrechtliche und/oder psychologische Beratung. Die Infoline ist ein produktunabhängiges Service und bietet folgende Möglichkeiten:

  • Weiterleitung an ein Kompetenzteam: Bei Bedarf werden die Anrufer an erfahrene ExpertInnen (Jurist und Psychologin) verwiesen, die innerhalb von 2 Werktagen zurückrufen.
  • Vernetzung mit Patientengruppen: Bei Fragen zu Veranstaltungen und Selbsthilfegruppen verweisen unsere Patient Relations Manager auf die bestehende Struktur an Patienten- und Selbsthilfegruppen in Österreich. Die kostenfreie, telefonische Beratung ist unter der Nummer 0800/203909 von Montag bis Donnerstag 9.00–16.00 Uhr und Freitag 09.00–13.00 Uhr erreichbar.

Weitere Informationen >

14 Bewertung

5,71
Durchschnitt von 14 Bewertungen

  • 6 Sterne
    11
  • 5 Sterne
    2
  • 4 Sterne
    1
  • 3 Sterne
    0
  • 2 Sterne
    0
  • 1 Stern
    0
Hautforum - Du bist nicht alleine!
Anzeige

Hautforum - Du bist nicht alleine!

Wenn du ein neues Thema erstellen möchtest, musst du dich registrieren. Eine Registrierung kostet nichts und ist in wenigen Minuten erledigt, du kannst dann sofort deine Frage ans Forum stellen oder deine Tipps abgeben. Wenn du bereits registriert bist, dann melde dich hier an.

Jetzt registrieren

Die hautinfo.at-Experten

hautinfo.at Experten