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Schuppenflechte am Kopf

Am Kopf nerven uns die Schuppen besonders stark. Die Schuppen rieseln auf die Kleidung und wir schämen uns dafür. Nicht notwendig! Es gibt gute medizinische Präparate für die Psoriasis am Kopf. Lass den Kopf nicht hängen und sprich mit deinem Hautarzt darüber!

Schuppenflechte auf der Kopfhaut ist eine der häufigsten Stellen, an der die Psoriasis auftreten kann. Sehr oft beginnt die Krankheit genau an dieser Stelle. Die Plaques treten am ganzen behaarten Kopfbereich auf und reichen meist bis zum Haaransatz. Manchmal gehen die Flecken auch in den Stirnbereich hinein und die Ohren sind gerne befallen (außen und innen).

Schuppenflechte auf der Kopfhaut fühlt sich anders an wie ein normaler Schuppenbefall. Während du normale Schuppen beim Antasten nicht fühlen kannst, empfindest du die typischen Psoriasis Plaques wie kleine Klümpchen, welche durch das Verkleben von mehreren Schuppenschichten entsteht.

Wenn der Kopf befallen ist, wird dies vom Betroffenen selbst als besonders unangenehm empfunden. Es ist eine Stelle, welche nach außen sehr sichtbar ist und die herunterfallenden Schuppen auf dunkler Kleidung haften bleiben (Achte auf möglichst helle Kleidung!). Man schämt sich dafür, da in der heutigen "perfekten" Zeit unwissende und dumme Menschen die Schuppen als Zeichen mangelnder Hygiene abtun.

Positiv zu erwähnen ist, dass das Haar einfach durch die Schuppenschicht hindurch wächst und nicht zu Haarausfall führt. Die Haarwurzeln reichen bis tief unter die Haut und sind somit von der Psoriasis nicht beeinträchtigt.

Behandlung der Kopfhaut

Wie bei der Psoriasis-Behandlung am restlichen Körper, muss auch auf der Kopfhaut als erstes die dicke Schuppenschicht entfernt werden, um die Entzündungsherde bekämpfen zu können. Es gibt mittlerweile spezielle Schuppenlöser, welche meist nach einer mehrstündigen Einwirkzeit auf den betroffenen Stellen die Schuppen einfach ablösen lassen. Danach beginnt man mit der „eigentlichen“ Therapie gegen die Schuppenflechte am Kopf. Es wäre die ganz falsche Herangehensweise zu glauben, dass die schuppige Kopfhaut mit einem klassischen Anti-Schuppen-Shampoo behandelt werden könnte. Denn diese Anti-Schuppen-Shampoos sind hauptsächlich auf eine „normale“ fettige Kopfhaut spezialisiert. Daher müssen als Basispflege milde und rückfettende Waschsubstanzen dienen. Entfettende Shampoos würden die schon gereizte Haut noch stärker angreifen und damit eine Verbesserung der Symptome in weite Ferne rücken. Ein geeignetes Shampoo soll die Haare und die Kopfhaut schonend reinigen und nicht stärker austrocknen.

Hautinfo Tipps

  • Auch wenn die Verlockung besonders groß ist, Schuppen nicht abkratzen, Entzündungen sind sonst die Folge.
  • Verwende Naturhaarbürsten anstelle von Plastikborsten.
  • Haare am besten Lufttrocknen lassen, wenn notwendig dann max. mittlere Fönstufe Verzichte weitgehend auf Haarfärben und Dauerwellen!
  • Wenn dann Naturprodukten immer den Vorzug gegenüber Chemie geben, chemischen Mittel sind sehr aggressiv und verschlechtern eine Schuppenflechte meist.
  • Auf heller Kleidung sind Schuppen weniger sichtbar!

Leuchtender Haarkamm

Die Bestrahlung mit ultraviolettem Licht hat sich in der Behandlung der Schuppenflechte bewährt. Spezielle Psoriasis-Kämme machen sich die gute Wirksamkeit von UV-Licht zunutze und können somit auch die behaarte Kopfhaut mit UV-Licht versorgen. Diese Kämme sind mit speziellen kleinen Leuchtstoffröhren ausgerüstet und eine eingebaute Uhr verhindert eine zu hohe Lichtdosis. Du startest mit einer geringen „Kämmzeit“ und steigerst diese täglich. Lass dich von deinem Arzt über die genaue Anwendung informieren.

Dithranol

Der Wirkstoff Dithranol kommt vor allem bei der Behandlung von betroffenen Hautarealen vom Hals abwärts zum Einsatz, kann in einer bestimmten magistralen Zubereitung jedoch als Kurzkontakttherapie auch am behaarten Kopf eingesetzt werden.

Cortisonhältige Präparate

Wenn die Kopfhaut sehr stark von der Psoriasis betroffen ist, können kurzfristig cortisonhältige Präparate eingesetzt werden. Damit kann die Entzündung rasch bekämpft werden und die damit verbundene Schuppenplage wird eingedämmt. Durch das äußerlich aufgetragene Cortison sind die Nebenwirkungen des Cortisons begrenzt, es kann demnach ohne Bedenken verwendet werden. Eine Nebenwirkung von Cortison ist verstärkter Haarwuchs auf der behandelten Stelle, aber auf der Kopfhaut ist diese Nebenwirkung zu verschmerzen. Nachdem Salben und Cremes auch die Haare stark fetten würden, gibt es spezielle Präparate in Form von Lösungen und Schäumen. Der Cortison-Wirkstoff kommt in flüssiger Form auf die betroffenen Hautstellen ohne die Haare dabei zu fetten. Je nach Entzündungswert wird das Cortison in reiner Form oder in einer verdünnten Version verschrieben. Wissenswertes zu Cortison >

Calcipotriol und Tacalcitol

Diese Präparate hemmen die vermehrte Zellteilung, fördern eine Normalisierung der Verhornung und haben einen antientzündlichen Effekt. Ein neues Gel-Produkt behinhaltet eine Kombination aus Calcipotriol und Cortison und ist farb- und geruchlos. Besonders die behaarte Kopfhaut freut sich über rasches Einziehen des Wirkstoffes ohne eine Fettspur zu hinterlassen. Die hohe Wirksamkeit dieses Medizinpräparates wurde wissenschaftlich bestätigt. Im Hautinfo Check: Daivobet® für die Kopfhaut >

Innerliche Behandlung

Wenn die äusserliche Behandlung keine Besserung der Symptome bringt, greift der Hautarzt auf eine systemische Therapie zurück. Zu den häufig verschriebenen Präparaten zum einnehmen zählen Fumarsäureester, Methotrexat, Ciclosporin oder Biologika.

Regelmäßige Anwendung der „Ölhaube“

Bei sehr hartnäckigen Schuppen bewährt sich eine mehrmals wiederholte Kopfeinreibung mit einem hochwertigen Öl (zum Beispiel Olivenöl). Dabei wird einfach vor dem Schlafengehen die Kopfhaut mit Öl eingerieben, über Nacht einwirken gelassen und am nächsten Morgen mit einem Spezialshampoo wieder herausgewaschen. Zu Beginn einer effektiven Psoriasis-Behandlung werden die Schuppen von der Hautoberfläche entfernt, da sonst die Medikamente nicht zum Entzündungsherd vordringen können. Bei der Schuppenentfernung bewährt sich vor allem die Salicylsäure. Das Präparat wird dick auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen und einmassiert, in einer mehrstündigen Einwirkzeit werden die abgestorbenen Hautzellen aufgeweicht und anschließend abgewaschen. Dieses Procedere muss mehrere Tage hintereinander durchgeführt werden.

Teer

Im Vergleich zu anderen Hautkrankheiten kommen bei der Psoriasis-Behandlung immer noch Teerpräparate zum Einsatz. Besonders bewährt hat sich Steinkohleteer, welcher die Zellteilung bremst, den Juckreiz lindern kann und Bakterien sowie Pilzen bekämpft. Teerpräparate werden bei hartnäckigen Schuppen am Kopfbereich angewendet. Da Teerpräparate als krebsfördernd gelten, werden diese Produkte aber in Österreich nur mehr selten verschrieben, beziehungsweise wurden viele Präparate bereits vom Markt genommen. Dazu machen diese den Betroffenen besonders lichtempfindlich, Der unangenehme Geruch ist in jedem Fall sehr gewöhnungsbedürftig. Achtung! Teerpräparate dürfen bei Kindern unter 12 Jahren und während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.

Zinkshampoos

Es gibt sehr gute wirkende Shampoos, welche den Wirkstoff Zink enthalten und damit die starke Schuppenbildung eindämmen. Lass dich bei deinem Hautarzt oder in der Apotheke nach einem für dich geeigneten Produkt beraten.

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