Soziale Netzwerke
FacebookGoogle+YouTube
Suche Hautlexikon Newsletter

Nichts mehr verpassen!
Der hautinfo.at-Newsletter

* Pflichtfelder

Forum

Psoriasis: Richtiges Abschuppen

Hautzellen regelmäßig abzuschuppen, ist bei Psoriasis Plaques essenziell. Warum das so wichtig ist, welche Wirkstoffe eingesetzt werden und worauf man achten sollte.

Da sich bei Schuppenflechte Hautzellen übermäßig schnell teilen, sind die betroffenen Areale mit toten Hautzellen übersät. „28 Tage wären normal, bei Schuppenflechte-Patienten ist dies auf ca. 5 Tage beschleunigt, also viel schneller als es sein sollte“, sagt die Wiener Dermatologin Dr. Petra Viznerova.

Die Hautbarrierefunktion ist beeinträchtig, Risse entstehen und auch Blutungen sind möglich. Das Problem bei Psoriasis: Das Hautmaterial bleibt „wie ein Stein“ auf der entzündeten Stelle kleben, was als Psoriasis Plaques bezeichnet wird. „Plaques bedeutet ‚ deutlich abgegrenzter, erhabener Fleck auf der Haut". Meist sind es großflächige Krusten an typischen Stellen wie den Knien, Ellbogen, der Kopfhaut oder am Steiß. Punktuell können aber auch kleinflächigere Plaques auftreten.

Zudem gibt es auch die inverse Psoriasis, bei der es genau umgekehrt ist: Dabei sind vor allem Genitalbereich, Areale unter und zwischen der Brust und die Achseln betroffen. Zwar bilden sich hier keine dicken Krusten, weil die Haut weicher ist. Durch das vermehrte Schwitzen schürft sich die Haut allerdings leichter ab“, so die Ärztin.

Egal, ob die Plaques großflächiger oder kleinflächiger sind – durch die Krusten können Psoriasis-Wirkstoffe aus Cremes aber nur sehr schlecht in die Haut eindringen. „Erst, wenn diese abgelöst wird, kommt man zum Ort des Geschehens und zu den Zellen, die in die Haut eingewandert sind und dort nicht hingehören.“ Deshalb ist das regelmäßige, richtige Ablösen der Hautzellen so wichtig.

Abschuppen mit medizinischen Wirkstoffen

Zum Abschuppen können grundsätzlich medizinische Stoffe, aber auch kosmetische Stoffe verwendet werden. Medizinische Präparate für das Lösen der Krusten sind in höheren Konzentrationen verschreibungspflichtig und enthalten entweder Harnstoff/Urea oder Salicysäure. „Wichtig ist: Nicht alle Wirkstoffe sind miteinander kompatibel. Man sollte also nur entweder Harnstoff oder Salicylsäure wählen und nicht miteinander mischen“, sagt Dr. Viznerova. Beide kann der Hautarzt in unterschiedlichen Konzentrationen mit medikamentenhaltigen Wirkstoffen oder auch in reiner Vaseline als Mischsalben rezeptieren.

„Harnstoff wirkt ab einer Konzentration von 10 Prozent schuppenlösend“, sagt die Hautärztin. Als Nebenwirkungen sind allerdings Hautirritationen oder Brennen möglich. Besonders dann, wenn offene Stellen vorhanden sind oder gekratzt wird, kann es dann schon mal brennen. Salicylsäure wirkt im Vergleich zu Urea stärker und ist ebenfalls für die äußere Anwendung gedacht. Auch hier sind Nebenwirkungen möglich: „Werden zu große Mengen verwendet oder wird zu großflächig geschmiert, kann die Salicylsäure in die Blutbahn gelangen, was zu einer Intoxination führen kann.“ Aufpassen sollten daher besonders Menschen mit Nierenleiden und Kinder.

„Grundsätzlich gilt bei den Salben bzw. Cremes: Je fetter die Grundlage, desto stärker wirken die Mittel, da die Wirkstoffe schneller transportiert werden können.“ Doch nicht immer ist das erwünscht, gerade an heißen Tagen. „Im Sommer nimmt man keine Vaseline. Das wird sonst ein Kleister“, so die Dermatologin. Den Wirkstoff Salicylsäure gibt es beispielsweise auch mit weniger fetten Salbengrundlagen. Harnsäure und Salicylsäure gibt es zudem als Kombinationspräparate, beispielsweise Salicyl-Kortison-Salben (z.B. Diprosalic Salbe) oder Harnstoff-Kortison-Präparate. Das Praktische: Man benötigt dann nicht mehr eine Salbe zum Lösen der Kruste und eine weitere mit entzündungshemmenden Wirkstoffen, wie z.B. Kortisonsalben, sondern hat gleich beides in einem Produkt.

Abschuppen mit kosmetischen Mitteln

Kosmetische Mittel werden nicht von den Krankenkassen übernommen, sind aber sanfter und lassen sich gut dosieren. „Zwar geht es bei sehr dicken Krusten nicht so schnell, dafür sind sie jedoch viel milder und somit auch für Kinder, Schwangere und Patienten, die Salicylsäure nicht vertragen, geeignet“, so Dr. Viznerova.

Welche Stoffe für das chemische Abschürfen verwendet werden, ist dabei nicht so stark reglementiert und daher je nach Produkt anders. „Relativ neu sind kosmetische Mittel mit physikalischer Abschürfung, die es als Fertigprodukt (z.B. Loyon®) gibt, die auch für Schwangere geeignet sind. Die Wirkung dieses Präparates beruht auf den besonderen Kriech- und Spreiteigenschaften der Lösung, diese fließt unter die Schuppen und Krusten der Haut, breitet sich zwischen den Spalten zwischen den Hautzellen aus und löst sie von der darunter liegenden Hautschicht ab. So ist eine schonende physikalische Entfernung möglich.“ Ungeeignet ist hingegen das mechanische Abtragen, etwa durch Peelings. Hier gilt das Gleiche wie fürs Kratzen, das so weit wie möglich vermieden werden sollte: Wird zu stark gerieben, kommt es erst recht zur Entstehung von Plaques.

Hausmittel und natürliche Alternativen

Gibt es wirksame Hausmittel zum Abschuppen? Cremes können auch mithilfe von Frischhaltefolie als Okklusionsverband eingesetzt werden, empfiehlt Dr. Viznerova, etwa über Nacht. „Durch den Feuchtigkeitsstau schwillt die Hornschicht an, die Zellen quellen auf und das erhöhte Wasserangebot erleichtert das Eindringen vieler pharmazeutischer Wirkstoffe. Diesen Effekt kennen wir alle vom längeren Baden, wenn die Haut schrumpelig wird.“ Auch Ölbäder oder Solebäder sind bei Psoriasis Plaques unterstützend. „Weitere tatsächlich wirksame Hausmittel zum Abschürfen der Hautzellen sind mir keine bekannt“, sagt die Hautärztin.

richtiges Baden Neurodermitis Psoriasis trockene Haut
Kangalfische Psoriasis Schuppenflechte Schuppenflechte behandeln

Wer auf der Suche nach „natürlicheren“ Alternativen ist, kann Knabberfische ausprobieren, die sogenannte Ichthyotherapie. „Manche mögen es gerne, es ist aber nicht billig. Damit es keine Infektionen gibt, sollte man es allerdings nur in Institutionen machen, in denen die Aquarien sauber sind. Es funktioniert, ist aber nur eine reine Schuppenabtragung“, so die Dermatologin.

Abschuppen alleine reicht nicht

Egal, ob man sich für medizinische Wirkstoffe, kosmetische Mittel oder eine Ichthyotherapie entscheidet: Man sollte sich in allen Fällen bewusst sein, dass das Abschuppen der Hautzellen sehr wichtig ist, aber alleine nicht die Ursache löst. „Es ist nur eine Schuppenlösung und nicht die eigentliche Behandlung. Es ist klar, dass die Psoriasis Plaques wiederkommen werden. Auch der Juckreiz wird nicht besser, nur weil man die Kruste ablöst“, so Dr. Viznerova. Wer nicht ohnehin auf Mischsalben bzw. Kombinationspräparate setzt, benötigt also weitere Maßnahmen, wie Kortisonpräparate oder Vitamin-D-Analoga (z.B. Psorcutan Creme oder Salbe).

3 Bewertung

6,00
Durchschnitt von 3 Bewertungen

  • 6 Sterne
    3
  • 5 Sterne
    0
  • 4 Sterne
    0
  • 3 Sterne
    0
  • 2 Sterne
    0
  • 1 Stern
    0
Hautforum - Du bist nicht alleine!
Anzeige

Hautforum - Du bist nicht alleine!

Wenn du ein neues Thema erstellen möchtest, musst du dich registrieren. Eine Registrierung kostet nichts und ist in wenigen Minuten erledigt, du kannst dann sofort deine Frage ans Forum stellen oder deine Tipps abgeben. Wenn du bereits registriert bist, dann melde dich hier an.

Jetzt registrieren

Die hautinfo.at-Experten

hautinfo.at Experten