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Cortison - Wunderwaffe oder Teufelszeug?

Schuppenflechte ist nicht heilbar, aber die Symptome können gelindert und akute Krankheitsschübe können verkürzt werden. Ein häufig verwendeter Wirkstoff ist das Cortison, welches in Form von Cremes, Salben, Lösungen, Tabletten oder intravenös verabreicht wird. Cortison sollte keine Dauermedikaktion sein und immer wieder abgesetzt werden!

Cortsion lindert Hautentzündungen

Gute Erfolge zur Linderung der Psoriasis-Symtpome lassen sich mit Cortison-Anwendungen erzielen. Kortison bekämpft effektiv die akute Entzündung sehr wirksam. Cortison wird in leichteren Fällen äusserlich verabreicht, bei schwereren Verläufen kommt es systemisch zum Einsatz.

Vor allem Cremes und Salben sind gut verträglich, sollten aber dennoch nicht über einen längeren Zeitraum hinweg täglich angewendet werden. Es besteht die Gefahr, dass die Haut dadurch langfristig Schaden nimmt und dünner und damit infektanfällig wird.

Cortison innerlich angebwendet: Unterdrückt rasch die Entzündungsherde, aber meist kommt nach Absetzen des Medikamentes ein Rückfall der Symptome, manchmal schwerer als vor dem Start der Behandlung.

Egal ob äusserlich oder innerlich angewendet: Du solltest dich bei der Anwendung exakt an die Vorgaben des Arztes halten. Auch ein Wechsel der Therapie-Form nach gewisser Zeit kann hilfreich sein.

Cortison wird bei leichter bis mittelschwerer Psoriasis vulgaris eingesetzt.

Bei schweren Psoriasis Symptomen (mehr als 10% der Körperoberfläche sind betroffen) werden meist systemische Medikamente wie zB Immunsuppresiva oder Biologika verordnet. Diese werden teils auch mit einer Salben- und/ oder Phototherapie kombiniert.

Cortison - Auf die richtige Anwendung kommt es an

Wenn du dich bei der Anwendung von Cortison an folgende Regeln hältst, hat der Einsatz von Cortison einen wesentlich größeren Nutzen als Nachteile:

  • Normalerweise beginnt man mit einer äußerlichen Behandlung (Cortison-Salben), bevor eine orale Behandlung mit Tabletten zum Einsatz kommt. Es ist vernünftig, zu Beginn der Behandlung die Cortisonsalbe unverdünnt zu verwenden und im weiteren Verlauf auf eine magistrale Rezeptur umzusteigen (Cortisonsalbe gemischt mit eine Basispflege).
  • Vermeide eine dauerhafte tägliche Anwendung von Cortisonsalben. Das Cortison sollte nur kurzfristig verwenden werden im Akutfall (maximal 4 bis 6 Wochen), bis die Entzündung abgeklungen ist und im Anschluss auf eine cortisonfreie Salbe umzusteigen. 
  • Nur die betroffenen Hautareale mit Cortison eincremen, nicht „vorsichtshalber“ den ganzen Körper.
  • Besondere Vorsicht bei Risikoarealen: Gesicht, Hals, Dekolleté, Bereich um die Genitalien, Ellen-und Kniebeugen.
  • Das Cortison sollte nie von einem Tag auf den anderen komplett abgesetzt werden, sondern die Dosis sollte über ein paar Tage laufend reduziert werden, um den sogenannten Rebound-Effekt zu vermeiden. Ein Cortison-Entzug kann sehr heftig ausfallen und muss nicht alleine durchgestanden werden.

Cortison Einteilung in 5 Wirkungsklassen

Cortison gibt es in verschiedenen Wirkstärken, welche sich in 5 Klassen (von leichten und stark wirksam) einteilen lassen.

Klasse I
Wirkung durch das Cortison: gering
Anwendung: bei besonders empfindlichen Hautpartien (zB rund um die Augen)
Dazu zählen alle amgebotenen Hydrocortison-Cremes.

Klasse II
Wirkung durch das Cortison: mittel
Anwendung: bei leichten bis mittelschweren Schüben am Körper sowie im Gesicht, Hals und Dekollete

Klasse III
Wirkung durch das Cortison: stark
Anwendung: bei schweren Schüben

Klasse IV und V
Wirkung durch das Cortison: sehr stark
Anwendung: dort, wo die Haut sehr dick ist zB Hand- und Fußinnenflächen

"Cortison Angst"

Bei vielen Betroffenen löst bereits das Wort „Cortison“ Angst und Schrecken aus. Dabei hat besonders im Bereich Cortison die Forschung in den letzten Jahren sehr viel Positives erreicht. Daher ist die nach wie vor hohe „Angst vor Cortison“ nicht mehr nachvollziehbar.

Mittlerweile sind die verschriebenen Cortison-Präparate viel nebenwirkungsärmer als noch vor 20 Jahre, da die neuen Präparate die Hautbarriere nur schwer überwinden können. Aber Vorsicht, die große Cortison-Angst vieler Betroffener nützen unseriöse Geschäftemacher aus und bieten immer wieder verschiedene cortisonhaltige Cremes an, welche aber unter dem Deckmantel „Pflanzencreme ohne Cortison“ gehandelt werden.

Die Expertin Mag. Dr. Eva Lehner-Baumgartner zum Thema "Cortison-Angst"

Dr. Eva Lehner-Baumgartner Psychologin AKH Wien

„Bloß keine schweren Medikamente“ - Gerade wenn der Patient noch ein Kind ist, wollen Eltern oft nicht, dass das Kind auch in einem akuten Schub mit Cortison behandelt wird. "Bloß kein Cortison" hört man immer wieder. Dabei wird die Hauterkrankung damit in vielen Fällen schlimmer und ist immer schwieriger in den Griff zu bekommen. Ein Teil der Arbeit von Psychodermatologen besteht auch darin, die Eltern davon zu überzeugen, dass eine schulmedizinische Behandlung nicht ein Verbrechen am Kind ist. Sondern ganz im Gegenteil, wenn ich dem Kind diese vorenthalte nehme ich ihm die Chance auf Linderung der Beschwerden. Mag. Dr. Eva Lehner-Baumgartner, Leitung Klinische Psychologie im AKH Wien

Die innerliche Behandlung mit Cortison

Neben einer äußerlichen Anwendung in Cremes und Salben kann in besonders schweren Fällen das Cortison auch oral in Tablettenform oder durch eine Spritze verabreicht werden. Die Wirkung, aber auch die Nebenwirkungen, sind bei der inneren Anwendung deutlich größer als bei einer äußerlichen Anwendung, da sich das Cortison über das Blut im ganzen Körper verteilt. Im Vergleich dazu wird bei der äusserlichen Cortison-Anwendung nur die betroffene Hautregion eingecremt und die Nebenwirkungen beschränken sich damit grundsätzlich auf den Ort der Anwendung.

Informiere dich bei deinem Arzt über eine für dich im Notfall passende Cortison-Behandlung. Der Hautarzt verschreibt das für den aktuellen Zustand „richtige“ Cortison, die Wahl des Präparates hängt auch von den individuell zu behandelnden Körperstellen ab.

Tipp: Sobald der Körper Cortison durch entsprechende Präparate zugeführt bekommt, reduziert sich die eigene Produktion des körpereigenen Kortisol. Das körpereigene Kortisol wird in den frühen Morgenstunden ausgeschüttet und die Einnahme des Cortison-Präparates sollte wenn möglich um diese Zeit stattfinden. Damit stört man den Organismus am wenigsten und die Nebenwirkungen können so niedrig wie möglich gehalten werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Wie jedes andere Medikament auch, kann auch Cortison Nebenwirkungen verursachen. Daher ist es bei der Verwendung von Cortison wichtig, dass das Präparat immer nur kurzfristig eingesetzt wird. Die Nebenwirkungen fallen je nach Körperbereich unterschiedlich stark aus. Wenn Cortison an Körperstellen mit einer dicken Hornschicht wie dem Kopfbereich eingesetzt wird, ist die Gefahr von Nebenwirkungen relativ gering, da hier das äußerlich angewendete Cortison nicht in die unteren Hautschichten durchdringen kann.

Bei unsachgemäßer Anwendung von Cortison können folgende Nebenwirkungen auftreten: Eine langfristige Anwendung von Cortisonsalben verändert die Hautstruktur und die Kollagenfasern, welche für die Elastizität der Haut zuständig sind. Diese werden immer weniger und damit sieht die Haut irgendwann spröde aus.

Weitere Hautveränderungen: leichte Verletzbarkeit, schlechte Wundheilung, weißliche Follikel am Hals, verstärkte Behaarung auf den behandelten Stellen, dauerhafte Gesichtsrötung, Coupersose anfällig für verschiedene Infektionen, zB Herpesviren Verschlechterung von Rosazea Erkrankungen

Der Rebound-Effekt: falsche Handhabe mit Cortison

Eine falsche Handhabe mit Cortison kann zu einem sogenannten Rebound-Effekt führen und die Symptome damit letztendlich verschlimmern. Der Körper gewöhnt sich normalerweise rasch an das Cortison und bei einem abrupten Cortison-Stopp können die Entzündungsherde wieder ausbrechen. Der Rebound-Effekt wird durch langsames Ausschleichen verhindert, dass bedeutet, dass du nicht von einem Tag zum anderen mit dem Cortison aufhörst, sondern bis zum vollständigen Abklingen der Symptome das Cortison langsam "ausschleichst". Zum Beispiel verwendest du zu Beginn der Cortison-Behandlung die Salbe 2 x täglich, nach ein paar Tagen nur mehr einmal täglich und dann nur mehr alle zwei Tage einmal usw. Das Gleiche gilt für die orale Cortison-Behandlung. Rede mit deinem behandelnden Arzt darüber.

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