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Schulmedizinische Behandlung Psoriasis

Behandlung von außen und innen! Normalerweise kommen in der Psoriasis Behandlung Medikamente zum Einsatz, die das übermäßige Wachstum der Hautzellen (=verstärkte Schuppenbildung) eindämmen und zeitgleich entzündungshemmend wirken. Hier findest du die wichtigsten Medikamente bei der Schuppenflechte-Behandlung!

Eine Schuppenflechte Therapie beginnt meist mit einer äusserlichen Behandlung von Haut und Kopfhaut. Diese Behandlungen sind für viele Psoriasis-Betroffene sehr aufwendig. Jeder 3. klagt über massive Einschränkungen, der Lebensqualität. Am schlimmsten wird die überdurchschnittlich lange benötigte Zeit für die Körperpflege, das Gefühl der „fettigen Haut nach dem Eincremen“ oder der rasche Verschleiß von Bettwäsche und Kleidung empfunden. Bei der äusserlichen Behandlung wird als erstes die Schuppenschicht mit Hilfe von verschiedenen Substanzen (z.B. Salicylsäure) von den betroffenen Hautstellen abgelöst. Erst dann können die eingesetzten Substanzen ihre Wirkung entfalten. Normalerweise kommen Medikamente zum Einsatz, die das übermäßige Wachstum der Hautzellen (=verstärkte Schuppenbildung) eindämmen und zeitgleich entzündungshemmend wirken. Dafür werden gerne Präparate mit Salicylsäure, Urea, Steinkohleteer, Dithranol, Calcipotriol (Vitamin-D), Tacalcitol (Vitamin-D), Tazaroten (Vitamin-A) oder Cortison verwendet. Eine Behandlung von innen (=systemische Therapie) kommt meist erst bei mittelschweren bis schweren Fällen und bei Psoriasis Arthritis zur Anwendung. Dabei wird die Geschwindigkeit der Hautzellteilung verlangsamt bzw. wird das Immunssystem niedergefahren. Die Wirkstoffe werden über Tabletten, in Spritzenform oder intravenös in den Körper gebracht und somit im gesamten Organismus wirksam. Damit ist diese Behandlungsform zwar sehr wirkungsintensiv, der Betroffene hat aber auch mit mehr Nebenwirkungen als bei einer rein äußerlichen Therapie zu kämpfen. Zu den häufigsten systemischen Wirkstoffen zählen Ciclosporin, Methotrexat und Acitretin sowie die sogenannten Biologika.

Wenn du mit deiner aktuellen Therapie nicht zufrieden bist, sprich mit deinem Arzt. Es gibt meist Alternativen, die vielleicht besser in deinen Lebensrhythmus passen beziehungsweise kommen laufend neue modernere Therapieformen auf den Markt, die durch eine bessere Konsistenz die tägliche Anwendung erleichtern. Für wen welche Therapie geeignet ist, kann nur der Arzt entscheiden. Wichtig ist, dass die Therapie sich gut in den persönlichen Tagesablauf oder Berufsalltag einfügt und von Patienten persönlich in der Art der Anwendung, der Konsistenz, im Fettgehalt und Geruch als angenehm empfunden wird. Es lohnt sich, danach zu fragen und zu suchen – denn nur bei regelmäßiger Anwendung kann man die Schuppenflechte gut in Griff bekommen!

Cortison

Cortison Präparate gehören zur wichtigsten Wirkstoffklasse bei der topischen (=äusserlichen) Behandlung der Psoriasis. Es kommt zu einer weitreichenden Hemmung von Entzündungsreaktionen, zur Immunsuppression und Vasokonstriktion. Zur Therapie eingesetzt werden Metamethasondipropionat, Momethasonfuorat und Clobetasol-17-Propionat. Clobetasol sollte nicht in der empfindlichen Augenumgebung angewendet werden. Durch die Kombination mit Salicylsäure kommt es zu einer Wirkungsverstärkung, ebenfalls in Kombination mit topischen Vitamin D3-Derivaten. Weitere Infos zu Cortison >

Vitamin D3-Derivate

Die lokale Anwendung von Vitamin D3-Derivaten wie Calcipotriol oder Calcitriol ist eine kortisonfreie Alternative bei der Behandlung der Psoriasis und in der Regel gut verträglich. Nach Therapie mit Calcipotriol zeigten laut Studien 30 bis 50 Prozent der Patienten eine deutliche Besserung oder Abheilung der Läsionen innerhalb weniger Wochen. Weitere Infos zu Vitamin D3-Derivaten >

Dithranol

Der Wirkstoff Dithranol (=Cignolin) wurde über Jahrzehnte erfolgreich in der Psoriasis-Behandlung eingesetzt. Dithranol wird in unterschiedlicher Konzentration in Salben gemischt und äußerlich an den betroffenen Hautstellen angewendet. Da dieser Arzneistoff die Haut stark reizen kann, darf diese Salbe nur auf die von der Psoriasis betroffenen Hautareale aufgebracht werden. Der Vorteil von Dithranol liegt in der Verlangsamung der Zellteilung und damit in der Reduzierung der übermäßigen Schuppenbildung. Meist beginnt die klassische Dithranol-Therapie mit einer gering konzentrierten Dithranol-Salbe, welche nach dem Auftragen auf der Haut über Stunden unter einem Verband bleibt. In weiterer Folge wie die Dithranol-Konzentration laufend gesteigert. Begleitend wird eine Hautpflege mit einem hohen Fettanteil empfohlen. Bei der sogenannten Minutentherapie wird eine Dithranol-Salbe mit einer hohen Dithranol-Konzentration für ca. 10 Minuten auf die erkrankten Stellen aufgetragen und anschließend wieder abgewaschen. Diese Therapieform wird normalerweise nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt. Als Nebenwirkungen sind Brennen, Rötung und eine vorübergehende Braunfärbung der Haut bekannt. Durch die Verbindung mit Sauerstoff, also nach dem Auftragen auf der Haut an der Luft, verfärbt Dithranol die Haut bräunlich. Dithranol verfärbt nicht nur die Haut, sondern auch Waschbecken, Unterwäsche, Bettwäsche etc. und diese Flecken sind meist nicht mehr zu entfernen. Viele Patienten empfinden diese ambulante Therapie verständlicherweise aufgrund der Verfärbung als unangenehm. Wegen besserer Alternativen hat die Therapie mit Dithranol mittlerweile an Bedeutung verloren. Dithranol kommt in bestimmten südamerikanischen Pflanzen natürlich vor, wird aber heutzutage synthetisch hergestellt.

Calcineurin-Inhibitoren

Topische Calcineurin-Inhibitoren (Pimecrolimus und Tacrolimus) werden bei Psoriasis vulgaris in den cortison-empfindlichen Arealen wie Gesicht, Körperfalten und Genital-Analbereich eingesetzt. In Studien zeigten 40 bis 50 Prozent der mit diesen Präparaten behandelten Patienten eine deutliche Verbesserung oder Abheilung der Läsionen nach sechs bis zwölf Wochen. Als unerwünschte Arzneimittelwirkungen können Brennen und Hautreizungen auftreten. Allerdings ist die Therapie mit topischen Calcineurin-Inhibitoren nur im Off-label-use durchzuführen, da keine Zulassung für die Psoriasis vulgaris besteht.

Lichttherapie

Durch Phototherapien werden biologische Effekte getriggert wie eine reduzierte Mobilität Antigen-präsentierender Langerhanszellen, die Hemmung der Aktivierung von T-Lymphozyten und die Induktion des programmierten Zelltodes aktivierter T-Lymphozyten. Bei der Phototherapie kommen UVB (311 nm - Schmalband-UVB) und UVA in Kombination mit einem Ptotosensibilisator (PUVA-Therapie) zum Einsatz. Weitere Infos zur Lichttherapie bei Psoriaisis >

Systemische Therapien

Die Verordnung systemischer Therapien läuft über den dermatologischen Facharzt. Bei der Überwachung des Patienten hinsichtlich regelmäßiger Kontrollen ist dann der Allgemeinmediziner in der Hausarztpraxis gefordert.

Biologika

In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung der sogenannten Biologika bei der Therapie der Psoriasis deutlich zugenommen. Sie hemmen entzündungsauslösende Proteine, die für den Pathomechanismus der Schuppenflechte bestimmend sind. Allerdings werden sie erst dann eingesetzt, wenn sich bereits andere Medikamente bei der Behandlung als erfolglos erwiesen haben. Häufige Nebenwirkungen der Biologika, die entweder als Infusion oder subcutan verabreicht werden, sind lokale Reaktionen an den Einstichstellen sowie grippeähnliche Symptome. Vor allem bei den TNF-α-Blockern besteht die Möglichkeit der Reaktivierung von Infektionskrankheiten, sodass vor Therapiebeginn eine latente Tuberkulose ausgeschlossen werden muss. Weitere Informationen zu Biologika >

Retinoide (=Vitamin-A)

Retinoide sind synthetisch hergestellte Abkömmlinge aus der Gruppe des Vitamin-A und hemmen die Bildung der Keratinozyten. Damit wird die starke Schuppenbildung reduziert und der unnatürliche Wachstumsprozess der Haut kann sich normalisieren. Ihre Wirkung entfalten sie über eine Regulation des Wachstums und der Reifung von Zellen. So inhibieren sie die IL-6 bedingte Induktion von Th-17-Zellen, die eine wichtige Rolle in der Psoriasispathogenese spielen. Eine besondere Wirksamkeit der Retinoide zeigt sich in Kombination mit der Phototherapie (UV-B oder PUVA Therapie). Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen unter anderem verstärkte Trockenheit der Schleimhäute und Anstieg der Blutfette und Leberwerte. Retinoide sind bei uns auch bekannt unter dem Namen Acitretin. Dieser Wirkstoff ist unter anderem in den Medikamenten Acicutan (in Deutschland erhältlich) und Neotigason (Österreich) enthalten. Vorsicht! Es gibt schwerwiegende Nebenwirkungen, vor allem bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte dieser Wirkstoff nur selten zum Einsatz kommen.

Ciclosporin

Das Immunsuppressivum Ciclosporin ist bei schweren therapieresistenten Formen einer Psoriasis indiziert und ist vor allem zur Induktionstherapie geeignet. So haben 50 bis 70 Prozent der Patienten nach 12 Wochen eine erhebliche Besserung erreicht. Bei einer Langzeittherapie müssen unerwünschte Arzneimittelwirkungen wie Nephrotoxizität und Blutdruckerhöhung sowie ein erhöhtes Malignomrisiko bedacht werden. Aus diesem Grund und wegen besserer Alternativen hat diese Therapie mittlerweile an Bedeutung verloren.

Methotrexat

Unter einer Therapie mit dem Folsäureantagonisten Methotrexat (MTX) zeigt sich bei 25 bis 50 Prozent der Patienten eine Verbesserung der Symptomatik, wobei die maximale Wirksamkeit erst nach der Induktionsphase erreicht wird. Die klinische Anwendung wird aber durch schwere unerwünschte Arzneimittelwirkungen sowie durch Fälle von Idiosynkrasien eingeschränkt.

Fumarsäure

Fumarsäureester sind natürliche Verbindungen, die in Heilpflanzen vorkommen und in Tablettenform (Fumaderm® - derzeit nur in Deutschland zugelassen) zur Therapie der Psoriasis eingesetzt werden. In Österreich ist dieses Medikament nur als magistrale Zubereitung (d.h. Zubereitung in der Apotheke) erhältlich. Durch die Fumarsäure können gestörte Abläufe des Immunsystems normalisiert werden, vor allem durch die Hemmung der Produktion inflammatorischer Zytokine. Studien haben gezeigt, dass es unter einer Fumarsäure-Therapie über vier Monate zu einer Reduktion des PASI zwischen 50 und 80 Prozent gekommen ist. Wenn Fumarsäure als Tablette oral eingenommen wird kann es zu möglichen Magen-Darm-Beschwerden kommen und sollte nur sehr langsam aufdosiert werden. Dafür gilt Fumarsäure über längere Zeiträume als gut verträglich. Es handelt sich hierbei um ein seit vielen Jahren eingesetztes Medikament, eine neue Zubereitung befindet sich derzeit in Entwicklung.

 

 

Kostenfreie Patient.Partner Infoline

Bei der Patient.Partner Infoline erhalten Patienten und Angehörige als auch medizinischen Fachgruppen kostenfreie sozialrechtliche und/oder psychologische Beratung. Die Infoline ist ein produktunabhängiges Service und bietet folgende Möglichkeiten:

  • Weiterleitung an ein Kompetenzteam: Bei Bedarf werden die Anrufer an erfahrene ExpertInnen (Jurist und Psychologin) verwiesen, die innerhalb von 2 Werktagen zurückrufen.
  • Vernetzung mit Patientengruppen: Bei Fragen zu Veranstaltungen und Selbsthilfegruppen verweisen unsere Patient Relations Manager auf die bestehende Struktur an Patienten- und Selbsthilfegruppen in Österreich. Die kostenfreie, telefonische Beratung ist unter der Nummer 0800/203909 von Montag bis Donnerstag 9.00–16.00 Uhr und Freitag 09.00–13.00 Uhr erreichbar.

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